LikuteiTorah.comDie chassidische Parsha

Torah Ohr · Parshas Mikeitz · Maamar 3

ענין חנוכה

Das Thema Chanukah

  • 9 Absätze · 40 Abschnitte
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Kerngedanke

Die Liebe zu G‑tt hat zwei Quellen, beide von oben: die Kraft, sie überhaupt zu entzünden („wenn Aharon anzündet“), und die zusätzliche Liebe, die sie über jedes menschliche Maß hinaus steigert („wenn er sie herrichtet“). Ein Mensch erreicht beides durch die mitzvos, die wie das Öl einer Lampe dem Verstand dunkel sind und doch G‑tt Selbst herabziehen.

Der Maamar in Kürze

Chanukah ist durch Lichter, nicht durch ein Festmahl gekennzeichnet, weil das griechische Dekret sich gegen die Torah richtete, nicht gegen die jüdischen Körper; und der Vers nennt eine mitzvah eine Lampe und die Torah Licht. Die mitzvah gleicht Öl: Sie hat kein eigenes Licht, und doch wird aus ihr das Licht der Weisheit (Chochmah), der Mündlichen Torah, herabgezogen. Der Alter Rebbe fragt dann, warum das morgendliche Herrichten der Menorah „Herrichten“ und ihr abendliches Anzünden „Anzünden“ genannt wird. Die Menorah ist die Kollektivseele Israels, und ihre sieben Lampen sind die sieben Hirten, darunter Aharon, der Israels Liebe zu G‑tt entzündet. Ein Mensch kann Liebe aufbauen, indem er über G‑ttes Königsherrschaft über unzählige Welten nachdenkt; doch all diese Königsherrschaft ist nur G‑ttes „Name“ und Seine Demut, während G‑tt, der Einzige, jenseits der Welten ist. Wenn die Seele dies erkennt, sehnt sie sich danach, die Welten zu verlassen und sich an Ihn zu klammern. Selbst diese Sehnsucht ist G‑ttes Geschenk: das „Anzünden“, das einer Seele zuteilwird, die dunkel wie der Abend ist; die Liebe von oben, die sie steigert, ist das „Herrichten“, die morgendliche Qualität von Avrahams Güte. Beides wird durch die mitzvos erlangt, die Glieder des Königs: Wer eines davon ergreift, zieht den König selbst heran. Die zu Beginn aufgeworfene Frage nach dem „Weg des Lebens“ wird im gedruckten Maamar nicht wieder aufgenommen.

Gliederung

  1. Warum Chanukah mit Lichtern begangen wirdDas griechische Dekret richtete sich gegen die Torah, nicht gegen die Körper; daher lautet das Gedenken: „Eine mitzvah ist eine Lampe und die Torah Licht“; was ist dann der „Weg des Lebens“?¶1
  2. Die mitzvah als Öl; die beiden Beleuchtungen der MenorahDie mitzvah gleicht Öl: Sie ist aus sich selbst dunkel, nährt aber das Licht der Chochmah, der Weisheit der Torah. Warum heißt das morgendliche Herrichten „Herrichten“ und das abendliche Anzünden „Anzünden“? Die Menorah ist die Seele Israels.¶2
  3. Aharon und die Liebe von obenAharon, einer der sieben Hirten, entzündet Israels Liebe; ohne G‑ttes Hilfe könnte kein Mensch aus Fleisch und Blut Ihn lieben. Das „gewöhnliche Feuer“ ist die Liebe, die man durch die Betrachtung von G‑ttes Königsherrschaft gewinnt.¶3–4
  4. Einer und Einziger: Königsherrschaft als Demut„Einer“ ist G‑tt in Beziehung zu den Welten; „Einziger“ ist G‑tt jenseits ihrer. Lebenskraft (Chayus), Königsherrschaft und Lobpreis gehören nur Seinem Namen, und Seine Größe über die Welten ist Seine Demut.¶5–8
  5. Anzünden, Herrichten und die mitzvosDie Seele sehnt sich danach, über die Welten hinauszugehen; G‑tt schenkt die Kraft zu lieben (Anzünden) und steigert die Liebe (Herrichten), und beides wird durch die mitzvos erreicht, die Glieder des Königs.¶9

Schlüsselbegriffe

Eine mitzvah ist eine Lampeנר מצוה
Die mitzvah wird mit dem Öl einer Lampe verglichen: Sie besitzt kein eigenes Licht, das der Verstand erfassen könnte, und doch geht das Licht der Torah aus ihr hervor.
Herrichten und Anzündenבהטיבו ובהעלות
Die beiden Verben für das morgendliche und abendliche Anzünden der Menorah: Das Anzünden ist G‑ttes Geschenk der Kraft zu lieben; das Herrichten ist die zusätzliche Liebe von oben, die sie steigert.
Brautführer der Matronitaשושבינא דמטרוניתא
Die Bezeichnung des Zohar für Aharon, der die Gemeinde Israels auf die Vereinigung mit G‑tt vorbereitet, indem er ihre Liebe entzündet.
Einer und Einzigerאחד ויחיד
„Einer“ ist G‑ttes Einheit, insofern die Welten vor Ihm keine Eigenständigkeit besitzen; „Einziger“ ist G‑tt, wie Er in Sich Selbst ist, jenseits jeder Beziehung zu Welten.
Das gewöhnliche Feuerאש של הדיוט
Die Liebe, die ein Mensch selbst durch die Betrachtung von G‑ttes Königsherrschaft hervorbringt, wie das Feuer, das die Priester zusätzlich zum Feuer vom Himmel auf den Altar brachten.
Die Glieder des Königsרמ״ח אברין דמלכא
Die 248 positiven Gebote; wer eines davon ergreift, zieht G‑tt Selbst zu sich heran, so wie das Ergreifen eines Gliedes des Königs den König heranzieht.

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Warum Chanukah mit Lichtern begangen wird ¶1

1ענין חנוכה. הנה קבעו הנס בנרות. משא״כ בשאר נסים בפסח ביציאת מצרים תאכלו מצות בפורים ימי משתה ושמחה כנגד הגלות שהיה ג״כ גופני במצרים בחומר ובלבנים ובימי המן בקש להשמיד כו׳ ושללם לבוז

Das Thema von Chanukah. Nun setzten [die Weisen] [das Gedenken an] das Wunder durch Lichter fest. Anders ist es bei den übrigen Wundern: an Pesach, [zum Gedenken an] den Auszug aus Ägypten, „sollt ihr Matzos essen“; an Purim „Tage des Festmahls und der Freude“ – entsprechend dem Exil, das ebenfalls körperlich war: in Ägypten „mit Mörtel und mit Ziegeln“; und in den Tagen Hamans suchte er, „zu vernichten …“ und „ihre Beute zu plündern“.

Erklärung

Der Maamar beginnt mit der Feststellung, dass jedes Fest seines Wunders auf angemessene Weise gedenkt. Pesach und Purim werden mit Essen und Festmahl begangen, weil jene Exile den Körper der Juden bedrohten: die Sklaverei in Ägypten und Hamans Erlass, sie zu vernichten und ihren Besitz zu plündern. Wie eine Anmerkung der Kehot-Ausgabe vermerkt, datieren mehrere Handschriften den Maamar auf Shabbos Chanukah 5560 (1799).

משא״כ בחנוכה שהיו ישראל שרוים על אדמתם ולא גלו מארצם רק גלות התורה להשכיחם תורתך ולהעבירם חוקי רצונך לפיכך קבעו בנרות על שם הפסוק (משלי ו) כי נר מצוה ותורה אור ודרך חיים תוכחות מוסר.

Anders war es bei Chanukah: Damals wohnte Israel auf seinem eigenen Land und war nicht aus seinem Land vertrieben worden; es gab nur ein Exil der Torah: „sie Deine Torah vergessen zu lassen und sie die Satzungen Deines Willens übertreten zu lassen“. Deshalb setzten [die Weisen] [das Gedenken] mit Lichtern fest, aufgrund des Verses (Sprüche 6): „Denn eine Mitzvah ist eine Lampe und die Torah ein Licht, und die Mahnungen der Zucht sind der Weg des Lebens.“

Erklärung

Die griechischen Erlasse vertrieben Israel nicht aus seinem Land und bedrohten nicht den Körper der Juden; sie zielten auf die Torah, um die Juden sie vergessen und ihre Gesetze aufgeben zu lassen. Daher wird die Rettung mit Lichtern begangen, denn der Vers in den Sprüchen nennt eine Mitzvah eine Lampe und die Torah ein Licht. Eine Anmerkung der Kehot-Ausgabe führt die Antwort des Rebbe auf die Frage an, warum nicht der militärische Sieg, sondern die Lichter zum Gegenstand des Gedenkens wurden: Der Krieg selbst galt den Lichtern, der Lampe der Seele und der Lampe der Mitzvah.

ולהבין ענין פסוק זה וגם סיפא דקרא דכתיב ודרך חיים וגו׳. צריך ביאור איזה דרך חיים הוא מלבד התורה והמצות האמורה למעלה בפסוק.

Und [wir müssen] die Bedeutung dieses Verses verstehen, ebenso den Schluss des Verses, wo es heißt: „und der Weg des Lebens …“. Es bedarf der Erklärung: Welcher „Weg des Lebens“ ist hier gemeint, außer der Torah und den Mitzvos, die weiter oben im Vers erwähnt werden?

Erklärung

Der Alter Rebbe wirft eine Frage zum weiteren Verlauf des Verses auf. Wenn die Lampe die Mitzvah und das Licht die Torah ist, welchen zusätzlichen „Weg des Lebens“ fügt der Vers dann hinzu? Der gedruckte Maamar kommt auf diese Frage nicht zurück.

Absatz 1 in Kürze

Der Absatz erklärt, warum Chanukah mit Lichtern statt mit einem Festmahl begangen wird: Die griechische Unterdrückung war geistiger Art und richtete sich gegen Torah und Mitzvos, die der Vers Lampe und Licht nennt. Anschließend wird gefragt, was der Vers mit dem zusätzlich erwähnten „Weg des Lebens“ meint.

Vertiefung

Die Anmerkung der Kehot-Ausgabe zitiert die Bemerkung des Rebbe, dass es an Chanukah auch den militärischen Sieg gab, bei dem „die Starken in die Hände der Schwachen“ gegeben wurden. Er schließt daraus, dass der Krieg selbst den Lichtern galt: der Lampe der Seele und der Lampe der Mitzvah.

Marei Mekomos

  1. 1
    ענין חנוכה · ראה לעיל בציונים לכ״ק אדמו״ר זי״ע. בכמה כת״י מצוין ”שבת חנוכה תק״ס”. ראה ברשימת המאמרים שבסו״ס מאמרי אדה״ז הקצרים ע׳ תרכד הערה 159. לכללות המאמר ראה אוה״ת בראשית כרך ז ע׳ תתתא, ב ואילך. נ״ך כרך א ע׳ תקעו.
  2. 2
    קבעו הנס בנרות · והרי בחנוכה הי׳ גם הנס דמסרת גבורים ביד חלשים כו׳ ובלעדו א״א נס הנרות (אבל גם לולא נס הנרות — הי׳ נגאלים מגלות יון ע״י הנס דמסרת) — ועכצ״ל שגם המלחמה היתה בענין הנרות (נר הנשמה ונר המצוה). — (ממכתב כ״ק אדמו״ר זי״ע ימי החנוכה תשל״א) לקו״ש ח״ה ע׳ 445. ראה אוה״ת בראשית כרך ה תתקסו, ב. ובכרך ז תתקס, א בהקושיא למה קבעו בנרות הלל והודאה ולא במשתה ושמחה כמו ביו״ט. וראה שם תתתמ, ב. ובד״ה מאי חנוכה תשמ״ז. דהרי עיקר הנס הוא נצחון המלחמה וכנוסח תפלת על הנסים ובפרט לפי הנוסח ”ועל המלחמות”. ראה פלח הרמון בראשית ק, א. בלקו״ת קרח נד, ד מציין לד״ה זה בענין שמעשה המצות נק׳ נר מצוה.
  3. 3
  4. 4
    בחומר ובלבנים · Exodus 1:14
  5. 5
    ושללם לבוז · Esther 8:11
  6. 6
    שו״ה להשמיד — משא״כ בחנוכה · בבוך 167 נוסף: בגלות יוון.
  7. 7
    שו״ה אדמתם — התורה · בבוך 167 הנ״ל נוסף: שרצו.
  8. 8
    לפיכך קבעו בנרות על שם הפסוק . . כי נר מצוה ותורה אור · Shabbat 23b
  9. 9

Die mitzvah als Öl; die beiden Beleuchtungen der Menorah ¶2

2והענין כי מה שהמשיל המצוה לנר והתורה לאור הוא מובן שכמו שהנר נקרא על שם השמן כלשון רז״ל [רבותינו זכרונם לברכה] נר של שמן נר של שעוה.

Die Erklärung ist folgende: Dass [der Vers] die Mitzvah mit einer Lampe und die Tora mit Licht vergleicht, ist verständlich: So wie die Lampe nach dem Öl benannt wird, wie es in der Sprache unserer Weisen seligen Angedenkens heißt: „eine Öllampe, eine Wachslampe“,

Erklärung

Der Vers vergleicht die Mitzvah mit einer Lampe, und der Alter Rebbe erklärt, warum. In der Sprache der Weisen wird eine Lampe nach ihrem Brennstoff benannt („eine Öllampe, eine Wachslampe“), sodass „Lampe“ für den Brennstoff steht. Ein späterer Maamar in Torah Ohr (Miketz 38b) benennt die Lampe stattdessen nach dem Docht, da dieser das Licht mit dem Öl verbindet; Sefer HaMaamarim 5643, zitiert in der Kehot-Anmerkung, sagt, dass beide Lesarten dieselbe Absicht haben.

הנה אע״פ [אף על פי] שהשמן אין בו אור מצד עצמו ואדרבה הוא מכבה את אור הנופל לתוכו מ״מ ממנו ועל ידו נמשך להב שלהבת האור הנאחז בפתילה במעט שמן הנמשך אחר הפתילה

so hat das Öl, obwohl es selbst kein Licht besitzt und im Gegenteil ein Licht löscht, das in es hineinfällt, dennoch wird aus ihm und durch es die Flamme des Lichts gezogen, die am Docht haftet, genährt von dem wenigen Öl, das dem Docht folgend hochgezogen wird.

Erklärung

Öl gibt von sich aus kein Licht; gießt man es auf eine Flamme, löscht es diese. Dennoch brennt aus dem Öl und durch das Öl die Flamme, die am Docht haftet, genährt von dem wenigen Öl, das am Docht hochgezogen wird.

שהרי בכלות השמן נכבה האור.

Denn tatsächlich erlischt das Licht, wenn das Öl aufgebraucht ist.

Erklärung

Der Beweis ist, dass die Flamme erlischt, wenn das Öl aufgebraucht ist: Das Licht hängt vom Öl ab.

ככה ממש היא המצוה הגם שהוא רצון המלך בלי שום טעם ודעת ואין בה שום השגה מ״מ ממנה ועל ידה נמשך ונתגלה אור החכמה

Ganz genauso verhält es sich mit der Mitzvah: Obwohl sie der Wille des Königs ist, ohne jeden Grund und jedes Verständnis, und es in ihr überhaupt nichts zu erfassen gibt, wird dennoch aus ihr und durch sie das Licht der Weisheit (Chochmah) herabgezogen und offenbart.

Erklärung

Die Mitzvah gleicht dem Öl. Sie ist der Wille des Königs, ohne einen Grund, den der Verstand erfassen könnte; dennoch wird aus ihr und durch sie das Licht der Chochmah herabgezogen und offenbart.

זו תורה שבע״פ [שבעל פה] דאורייתא מחכמה נפקת והחכמה והבנה בתורה שבעל פה הוא רק להבין ולהשיג פי׳ וטעם המצות כל מסכת לפי ענינה.

Dies ist die mündliche Tora, denn „die Tora geht aus Chochmah hervor“; und die Chochmah und das Verständnis in der mündlichen Tora dienen nur dazu, die Erklärung und den Grund der Mitzvos zu verstehen und zu erfassen, jeden Traktat seinem Thema gemäß.

Erklärung

Dieses Licht ist die mündliche Tora, denn der Zohar sagt: „Die Tora geht aus Chochmah hervor.“ Die gesamte Weisheit der mündlichen Tora dient dazu, die Gründe der Mitzvos zu erklären, wobei jeder Talmudtraktat die Gründe zu seinem eigenen Thema behandelt. So wird das „Licht“ der Tora von der „Lampe“ der Mitzvah herabgezogen.

וביאור ענין זה דרך פרט בעבודת ה׳.

Und [nun folgt] die ausführliche Erklärung dieser Angelegenheit im Dienst an G‑tt.

Erklärung

Der Alter Rebbe wendet sich nun der Frage zu, wie dies im Dienst eines Menschen an G‑tt zum Ausdruck kommt.

הנה כתיב (שמות ל) בבקר בבקר בהטיבו את הנרות יקטירנה ובהעלות אהרן את הנרות בין הערבים יקטירנה. ולהבין למה גבי בבוקר כתיב בהטיבו ובבין הערבים בהעלות.

Nun steht geschrieben (Exodus 30): „Jeden Morgen, wenn er die Lampen herrichtet (be-heitivo), soll er es [das Räucherwerk] verbrennen; und wenn Aharon die Lampen in der Abenddämmerung entzündet (be-haalos), soll er es verbrennen.“ Es gilt zu verstehen, warum es beim Morgen heißt: „wenn er herrichtet“, und bei der Abenddämmerung: „wenn er entzündet“.

Erklärung

Im Gebot der Tora über das Räucherwerk wird das morgendliche Herrichten der Lampen hetavah genannt, „herrichten“ oder „gut machen“, und das abendliche Anzünden haalaah, „emporheben“ oder „anzünden“. Die Frage lautet, warum für die beiden Zeiten unterschiedliche Verben verwendet werden.

הנה כנסת ישראל מקור נשמות ישראל נקרא׳ [נקראת] בשם מנורה והיא מקשה שכל ישראל הם באחדות והיא מתחלקת לשבעה נרות.

Nun wird die Gemeinde Israel, die Quelle der Seelen Israels, Menorah genannt. Sie ist aus einem einzigen gehämmerten Stück [gefertigt], denn ganz Israel ist eins, und sie teilt sich in sieben Lampen auf.

Erklärung

Die Gemeinde Israel, die gemeinsame Quelle aller jüdischen Seelen, ist die Menorah. Die Menorah wurde aus einem einzigen Stück Gold gehämmert, was zeigt, dass alle Juden eins sind; dennoch verzweigt sie sich in sieben Lampen.

כי דרך פרט יש ששים רבוא נצוצו׳ כלליי׳ שכל ניצוץ מתחלק לששים רבוא נצוצות פרטיות כמבואר בתניא ודרך כלל נכללו בשבעים נפש שירדו אבותינו למצרים.

Denn im Einzelnen gibt es sechshunderttausend allgemeine Funken, und jeder Funke teilt sich in sechshunderttausend einzelne Funken, wie in Tanya erklärt wird; im Allgemeinen sind sie in den siebzig Seelen enthalten, mit denen unsere Väter nach Ägypten hinabzogen.

Erklärung

Die Seelen teilen sich in sechshunderttausend allgemeine Funken, von denen sich jeder in sechshunderttausend einzelne Funken unterteilt. Allgemeiner betrachtet sind sie in den siebzig Seelen von Yaakovs Familie enthalten, die nach Ägypten hinabzog.

Absatz 2 in Kürze

Der Abschnitt erklärt das Bild von Lampe und Licht: Die Mitzvah gleicht dem Öl, das selbst dunkel ist, aber die Quelle des Lichts der Weisheit der Tora darstellt. Dann wirft er die Frage nach dem morgendlichen und abendlichen Anzünden der Menorah auf und führt die Menorah als die gemeinsame Seele Israels ein.

Vertiefung

Torah Ohr führt später in Miketz (38b) einen anderen Akzent an: Dort wird die Lampe nach dem Docht benannt, der das Licht mit dem Öl verbindet. Beide Lesarten halten daran fest, dass das Licht ohne den Brennstoff der Mitzvah nicht leuchten kann.

Marei Mekomos

  1. 1
    מה שהמשיל המצוה לנר · ראה באוה״ת נ״ך משלי ע׳ תקעו.
  2. 2
    שהנר נקרא על שם השמן · מובא באוה״ת נ״ך כרך א ע׳ תקעו. ראה לקמן לח, ב: ענין הנר הוא שקרוי ע״ש הפתילה כי הוא עיקר הנר. — וראה ד״ה ענין חנוכה סה״מ תרמ״ג ע׳ לו שיש בנר ב׳ פי׳ ושניהם הם כוונה אחת. ע״ש.
  3. 3
    דאורייתא מחכמה נפקת · Zohar II, 121a
  4. 4
    בבקר בבקר בהטיבו את הנרות יקטירנה · Exodus 30:7
  5. 5
    שו״ה בהטיבו — ובהעלות · בבוך 167 הנ״ל: וכתיב ובהעלות.
  6. 6
  7. 7
    גבי בבוקר כתיב בהטיבו . . בהעלותך · Song of Songs 5:4
  8. 8
    כמבואר בתניא · פרק לז. [בבוך 167 הנ״ל: בלק״א].
  9. 9
    בשבעים נפש שירדו אבותינו למצרים · Deuteronomy 10:22

Aharon und die Liebe von oben ¶3–4

3וכלל מן הכלל נק׳ בשם שבעה נרות דהנה אהרן שושבינא דמטרוניתא הוא אהרן כהן לאל עליון משבע׳ רועים המפרנסים ומשפיעים אלהותו ית׳ בכנסת ישראל שיאירו באור האהבה להתלהט אליו ית׳

Und die allgemeinste [Einteilung] des Allgemeinen wird „sieben Lampen“ genannt. Denn Aharon, der „Hochzeitsbegleiter der Königin (Matronita)“, ist „Aharon, Priester G‑ttes, des Höchsten“, einer der sieben Hirten, die die Gemeinde Israels nähren und ihr Seine G‑ttlichkeit, gepriesen sei Er, verleihen, damit sie im Licht der Liebe erstrahlen und zu Ihm, gepriesen sei Er, entbrennen,

Erklärung

Die siebzig Seelen werden in ihrer allgemeinsten Zusammenfassung zu sieben Lampen zusammengefasst, die den sieben „Hirten“ entsprechen, welche der Gemeinde Israels G‑ttlichkeit vermitteln. Aharon, der im Zohar „Hochzeitsbegleiter der Königin (Matronita)“ genannt wird und die Braut – die G‑ttliche Gegenwart (Shechinah) zusammen mit der Gemeinde Israels – zum König führt, ist einer von ihnen. Seine Aufgabe ist es, sie mit einer Liebe erstrahlen zu lassen, die zu G‑tt entbrennt. Die Liste der sieben Hirten im Talmud (Sukkah 52b) nennt Aharon nicht; der Rebbe findet in einem in der Kehot-Anmerkung angeführten Brief die Quelle im Zohar Chadash, der Avraham, Yitzchak, Yaakov, Adam, Aharon, David und Shlomo aufführt.

בכלות הנפש כשלהבת העולה מאליה ולקיים מצות ואהבת שמקבלים עליהם בק״ש [בקריאת שמע] שיהי׳ [שיהיה] כך באמת לאמתו תקוע בלב כל אחד ואחד מישראל שהאדם מצד עצמו מאחר שהוא מגושם ומלובש בענינים גשמיים לא היה יכול לולי הקב״ה עוזרו.

mit dem Vergehen der Seele, wie eine Flamme, die von selbst aufsteigt; und die Mitzvah „Du sollst lieben“ zu erfüllen, die sie im Schma auf sich nehmen, damit dies in vollkommenster Wahrheit so sei und fest im Herzen eines jeden Einzelnen aus Israel verankert sei. Denn der Mensch hätte aus eigener Kraft, da er körperlich beschaffen und in materielle Angelegenheiten gekleidet ist, nicht [dazu] imstande sein können, wäre es nicht so, dass der Heilige, gelobt sei Er (Kudsha Brich Hu), ihm hilft.

Erklärung

Die Liebe entbrennt „mit dem Vergehen der Seele“ (kelos ha-nefesh, das Aufzehren der Seele): eine so starke Sehnsucht, dass die Seele sich um G‑ttes willen selbst verlassen würde, wie die Flamme, die „von selbst aufsteigt“ – die übliche Formulierung der Weisen für das Anzünden der Menorah. Jeder Jude nimmt im Schma das Gebot auf sich, G‑tt zu lieben; doch ein Mensch, der in einem physischen Körper lebt, könnte diese Liebe nicht wirklich empfinden, wenn G‑tt ihm nicht hilft.

Absatz 3 in Kürze

Der Absatz setzt die sieben Lampen mit den sieben Hirten gleich und vor allem mit Aharon, dessen Aufgabe es ist, in den Seelen Israels die Liebe zu G‑tt zu entzünden. Außerdem sagt er, dass eine solche Liebe die eigenen Kräfte eines körperlichen Menschen übersteigt und ohne G‑ttes Hilfe nicht möglich ist.

Vertiefung

Der in den Anmerkungen angeführte Brief des Rebbe behandelt die Frage, weshalb Aharon zu den sieben Hirten gezählt wird, obwohl ihn die Liste des Talmud nicht aufführt. Der Rebbe findet die Quelle im Zohar Chadash, der Avraham, Yitzchak, Yaakov, Adam, Aharon, David und Shlomo nennt.

Marei Mekomos

  1. 1
    אהרן שושבינא דמטרוניתא · Zohar I, 266b
  2. 2
    אהרן שושבינא דמטרוניתא · Zohar, Addenda, Volume I 50:362–373
  3. 3
    אהרן שושבינא דמטרוניתא · Zohar, Vayikra 47:334–49:342
  4. 4
    כהן לאל עליון · Genesis 14:18
  5. 5
    אהרן . . משבעה רועים · ראה בלקו״ש ח״כ ע׳ 643 המקור לזה (ממכתב ימי הסליחות ה׳תשי״ט), וז״ל: לשאלתו המקור למש״כ בתו״א (לב, ב). ובלקו״ת בהעלותך (כט, ג) דאהרן הוא מז׳ רועים, דבסוכה (נב, ב) לא נזכר. וכהנ״ל הוא בעוד מקומות בתו״א — כמצוין במפתח. והמקור ע״ז י״ל בשנים: א) בז״ח (בסופו. תיקונים קד, א): קם רע״מ על רגלוי ואמר רעיין קדישין אברהם יצחק ויעקב ואדם קדמאה ואהרן ודוד ושלמה. ועפ״ז מתורץ ג״כ: 1) בתו״א (פב, א) — דאברהם הוא הרועה הראשון ובסוכה — אדה״ר. 2) בתו״א (לג, ג) משמע דגם יצחק בכלל הרועים. ב) בזח״ב (כו, ב): הוא (ל׳ יחיד) אהרן ומשה — לאכללא דא בדא. להעיר מתענית ט, א. וי״ל דלכן בהנ״ל לא נמנה רק א׳ מהם — העיקרי באותו ענין. וק״ל. והנה עוד יש להקשות בזה, והוא העיקר. בתו״א ולקו״ת מפרש ענין הז״ר שמשפיעים אלקות לכנס״י כו׳ ואינו מובן כלל מה ענין שת ומתושלח בזה? והנה הצ״צ עה״פ במיכה (ה, ד) מדייק דשני פי׳ בתיבת והקימונו: א) על אשור. ב) על בנ״י (כפי׳ התרגום) — ובדרך ממילא ינוצח אשור. ועפ״ז נ״ל ליישב כהנ״ל — דבסוכה הוא לפי פי׳ הא׳. ובז״ח ע״פ פי׳ הב׳. ולולא דמסתפינא הייתי אומר לבדוק בדפוסים הראשונים של הז״ח אולי צ״ל במקום אדה״ר — יוסף. וע״ד האושפיזין דחה״ס. אבל עומד לנגד ביאור זה מה שבתו״א (לג, ד) ובסהמ״צ להצ״צ מצות חנוכה מעתיק מסוכה הנ״ל ומפרש ענין הרועים כנ״ל. אבל יעוין שם שמביא מהז״ר רק אברהם יעקב ומשה. ועצ״ע. ואכ״מ.
  6. 6
    משבע׳ רועים · Sukkah 52b:13
  7. 7
    כשלהבת העולה מאליה · Shabbat 21a:9
  8. 8
    ואהבת · Deuteronomy 6:5
  9. 9
    לולי הקב״ה עוזרו · Kiddushin 30b

4והעזר הוא אהבה הבאה מלמעלה להמשיכו אליו. וזהו בחי׳ בהעלות ובהטיבו. כי הנה אמרו רז״ל [רבותינו זכרונם לברכה] אע״פ [אף על פי] שהאש יורד מן השמי׳ מצוה להביא מן ההדיוט.

Und die Hilfe ist eine Liebe, die von oben kommt, um ihn zu Ihm hinzuziehen. Dies ist die Ebene von „wenn er das Licht entzündet“ und „wenn er es versorgt“. Denn unsere Weisen, ihr Andenken zum Segen, sagten: „Obwohl das Feuer vom Himmel herabkommt, ist es eine Mitzwa, [Feuer] aus einer gewöhnlichen [Quelle] darzubringen.“

Erklärung

Die Hilfe G‑ttes kommt als eine von oben gesandte Liebe, die den Menschen zu Ihm hinzieht; darauf beziehen sich die beiden Verben „entzünden“ und „versorgen“. Die Weisen lehrten, dass zwar Feuer vom Himmel auf den Altar herabkam, es aber dennoch eine Mitzwa ist, auch gewöhnliches Feuer darzubringen.

פי׳ הדיוט הוא האהבה שאדם לוקח מחמת העולמות מבחי׳ מלכותו ית׳ שהוא מלך גדול ונורא על כל העולמות עליונים ותחתונים

Erklärung: Das „gewöhnliche“ [Feuer] ist die Liebe, die ein Mensch aufgrund der Welten erlangt, aus der Ebene Seiner Königsherrschaft (Malchus), gesegnet sei Er: dass Er ein großer und furchtgebietender König über alle Welten ist, die oberen und die unteren.

Erklärung

Das „gewöhnliche“ Feuer steht für die Liebe, die ein Mensch selbst hervorbringt, indem er über G‑ttes Königsherrschaft nachsinnt: Er ist der große und furchtgebietende König über alle Welten, die oberen und die unteren. Likkutei Torah, Shemini Atzeres, verweist für diese Erklärung des „gewöhnlichen“ Feuers auf diesen Maamar zurück und stellt es der großen Liebe „Seine Rechte umarmt mich“ gegenüber.

וכל צבא השמים לך משתחוים ואלף אלפין ורבו רבבן קדמוהי כו׳ כמבואר בגמרא ובזוהר בביאור ענין רבוי העולמות וגדולתו.

Und „das ganze Heer des Himmels beugt sich vor Dir nieder“, und „tausend Tausende [dienen Ihm] und zehntausendmal zehntausend [stehen] vor Ihm …“, wie in der Gemara und im Zohar erläutert, wo die Vielzahl der Welten und Seine Größe erklärt werden.

Erklärung

Wenn ein Mensch über die gewaltige Zahl der Welten und der Heerscharen nachsinnt, die sich vor G‑tt beugen, wie im Talmud und im Zohar beschrieben, gelangt er dazu, Ihn zu lieben. Diese Liebe kann er aus eigener Anstrengung erreichen.

Absatz 4 in Kürze

Der Absatz unterscheidet zwei Arten von Liebe, entsprechend den beiden Feuern auf dem Altar: Liebe von oben, ein Geschenk G‑ttes, und „gewöhnliche“ Liebe, die ein Mensch aufbaut, indem er über G‑ttes Königtum über die unzähligen Welten nachsinnt.

Vertiefung

Das himmlische Feuer und das vom Priester dargebrachte Feuer entsprechen einer Erweckung von oben (Isarusa Dile'eila) und einer Erweckung von unten (Isarusa Dilesata). Likkutei Torah zu Shemini Atzeres verweist für die Erklärung des „gewöhnlichen“ Feuers auf diese Stelle zurück.

Marei Mekomos

  1. 1
    אע״פ שהאש יורד מן השמים מצוה להביא מן ההדיוט · Eruvin 63a:15
  2. 2
    אע״פ שהאש יורד מן השמי׳ מצוה להביא מן ההדיוט · Mishneh Torah, Daily Offerings and Additional Offerings 2:1
  3. 3
    פי׳ הדיוט · בבוך 167 ליתא תי׳ ”הדיוט”.
  4. 4
    צבא השמים · Nehemiah 9:6
  5. 5
    ואלף אלפין ורבו רבבן קדמוהי · Daniel 7:10
  6. 6
    כמבואר בגמרא · Chagigah 12a

Einer und Einziger: Königsherrschaft als Demut ¶5–8

5וע״ד זה תקנו חז״ל [חכמינו זכרונם לברכה] לומר בשכמל״ו [ברוך שם כבוד מלכותו לעולם ועד] לפני ואהבת. כי הנה אנו אומרים יחיד חי העולמים מלך משובח ומפואר עדי עד שמו הגדול כו׳. פי׳ יחיד הוא למעלה מבחי׳ אחד.

Aus diesem Grund setzten unsere Weisen seligen Angedenkens fest, vor „Du sollst lieben“ „Gesegnet sei der Name der Herrlichkeit Seines Königtums für immer und ewig“ zu sagen. Denn wir sagen: „Einziger, Leben der Welten, König, gepriesen und verherrlicht für immer und ewig ist Sein großer Name …“ Erklärung: „Einziger“ (Yachid) steht über der Ebene des „Einen“ (Echad).

Erklärung

Die Weisen setzten die stille Zeile „Gesegnet sei der Name der Herrlichkeit Seines Königtums“ vor „Du sollst lieben“, aus demselben Grund: Sie soll die Liebe anregen, die aus der Betrachtung von G‑ttes Königsherrschaft erwächst. Im Morgengebet wird G‑tt „Einziger“ (Yachid) genannt; dies steht über dem „Einen“ (Echad).

כי אחד היינו כמאמר רז״ל [רבותינו זכרונם לברכה] שהוא אחד בשמים ובארץ ובד׳ רוחות העולם כי כל העולמות עליוני׳ [עליונים] אינם תופסים מקום להיות יש ודבר נפרד בפני עצמם וכולא קמי׳ [קמיה] כלא וכאין נגדו חשיבי ממש ואין עוד מלבדו.

Denn „Einer“ bedeutet, wie unsere Weisen seligen Angedenkens sagten, dass Er Einer im Himmel, auf der Erde und in den vier Himmelsrichtungen ist; denn alle höheren Welten nehmen keinen Raum ein [aus sich selbst heraus], um eine eigenständige Entität und ein von sich aus getrenntes Ding zu sein, und „alles vor Ihm ist wie nichts“; sie gelten vor Ihm tatsächlich als nichts, und es gibt nichts außer Ihm.

Erklärung

„Einer“ bedeutet, dass G‑tt im Himmel, auf der Erde und in den vier Himmelsrichtungen Einer ist: Die Welten existieren, sind aber vor Ihm nichts und haben keine eigene Existenz. Dies ist die Einheit G‑ttes in Bezug auf die Schöpfung.

לכן נקרא אחד והיינו כשמעריכין אותו נגד העולמות. אבל יחיד פי׳ הוא יחיד ומיוחד בפני עצמו והוא לבדו הוא ואינו בגדר העולמות כלל.

Deshalb wird Er „Einer“ genannt; dies gilt, wenn man Ihn den Welten gegenüberstellt. „Einziger“ aber bedeutet, dass Er in sich selbst einzig und einzigartig ist, Er allein ist und überhaupt nicht der Kategorie der Welten angehört.

Erklärung

„Einer“ beschreibt G‑tt noch in Beziehung zu den Welten. „Einziger“ beschreibt Ihn, wie Er in sich selbst ist, jenseits jeder Beziehung zu den Welten.

Absatz 5 in Kürze

Der Absatz verbindet den Segen „Gesegnet sei der Name …“ mit der Liebe, die aus der Betrachtung von G‑ttes Königsherrschaft erwächst, und unterscheidet zwischen „Einer“ – G‑ttes Einheit in Bezug auf die Welten – und „Einziger“ – G‑tt, wie Er jenseits der Welten ist.

Vertiefung

„Einer“ entspricht der Selbstaufhebung der Welten vor G‑tt: Sie existieren, sind aber „wie nichts“. „Einziger“ liegt jenseits der Welten überhaupt. Der nächste Absatz zeigt, dass Königsherrschaft, Lebenskraft und Lobpreis allein zum „Namen“ gehören, nicht aber zum Wesen.

Marei Mekomos

  1. 1
    תקנו חז״ל לומר בשכמל״ו · Pesachim 56a:8–9
  2. 2
    תקנו חז״ל לומר בשכמל״ו · Shulchan Arukh, Orach Chayim 61:13–14
  3. 3
    יחיד חי העולמים · ראה לקמן מ, ג.
  4. 4
    שהוא אחד בשמים ובארץ · Berakhot 13b:18
  5. 5
    ואין עוד מלבדו · Deuteronomy 4:35

6וחי העולמים מלך פי׳ שכל חיות העולמות שמחיה את כולם ומהווה את כולם עליונים ותחתונים אינו אלא בשביל שהוא מלך וכולם מקבלים חיות מבחי׳ מלכותו ית׳ בעבור היותו מלך עליהם.

Und „Leben der Welten, König“ bedeutet, dass die gesamte Lebenskraft (Chayus) der Welten, durch die Er ihnen allen Leben gibt und sie alle ins Dasein ruft, die höheren wie die unteren, nur daher rührt, dass Er König ist; und sie alle empfangen Lebenskraft aus der Ebene (Bechinah) Seiner Königsherrschaft (Malchus), möge Er gesegnet sein, weil Er über sie König ist.

Erklärung

„Leben der Welten, König“ bedeutet, dass G‑tt den Welten Leben und Existenz ausschließlich als ihr König verleiht. Königtum ist eine Beziehung zu anderen; daher stammt die Lebenskraft aller Welten aus G‑ttes Malchus und nicht aus Seinem Wesen.

וכן מה שמשובח ומפואר דהיינו השבח מחמת שמשיגים גדולתו הוא עדי עד כי לגדולתו אין חקר ולמעלה יש שבח אחר שבח ועילוי אחר עילוי עד אין קץ ואין תכלית והכל הוא בעבור שמו הגדול

Ebenso gilt: Dass Er „gepriesen und verherrlicht“ wird – das heißt, der Lobpreis [der daraus entsteht], dass sie Seine Größe erfassen – ist „bis in alle Ewigkeit“, denn „Seine Größe ist unerforschlich“, und im Höheren gibt es Lobpreis auf Lobpreis und Erhebung auf Erhebung, ohne Ende und ohne Grenze; all dies aber geschieht um „Seines großen Namens“ willen.

Erklärung

Der Lobpreis der Geschöpfe für G‑tt, der darauf beruht, wie viel von Seiner Größe sie erfassen, endet niemals, denn es gibt stets eine höhere Ebene zu erfassen. Doch all dies ist ein Lobpreis „Seines großen Namens“, nicht Seiner Selbst.

כי להיות נקרא שמו ומלכותו עליהם בלבד הוא ואינו יכול לנגוע לבחי׳ עצמותו ומהותו כלל

Denn [all dies geschieht] nur, damit Sein Name und Seine Königsherrschaft über ihnen genannt werden; und dies kann die Ebene Seines Wesens und Seines Seins überhaupt nicht berühren,

Erklärung

Der Zweck all dessen ist, dass G‑ttes Name und Königsherrschaft über den Welten ruhen sollen. Nichts davon reicht bis an Sein Wesen; ein späterer Maamar in Torah Ohr (Miketz 40c) erklärt ebenso, dass die Welten aus G‑ttes Königsherrschaft hervorgehen, einer äußeren Ausstrahlung, die den König selbst nicht berührt, und dass „Gesegnet sei der Name“ allein von der Ebene eines Namens spricht.

כי לית מחשב׳ תפיס׳ [תפיסא] בי׳ [ביה] כלל שהוא יחיד ומיוחד ונשגב שמו לבדו כדכתיב מלכותך מלכות כל עולמים.

denn „kein Gedanke kann Ihn überhaupt erfassen“, da Er einzig und einzigartig ist und „Sein Name allein erhaben ist“, wie geschrieben steht: „Deine Königsherrschaft ist eine Königsherrschaft aller Welten.“

Erklärung

Kein Gedanke kann G‑tt erfassen, denn Er ist einzig und Sein Name allein ist erhaben. Daher heißt es in dem Vers: „Deine Königsherrschaft ist eine Königsherrschaft aller Welten“: Seine Königsherrschaft steht in Beziehung zu den Welten, während Er Selbst jenseits von ihnen ist.

Absatz 6 in Kürze

Der Absatz erläutert die weiteren Worte des Gebets: Das Leben der Welten und all ihr Lob kommen allein aus G‑ttes Königsherrschaft und Seinem „Namen“; sie reichen niemals bis an Sein Wesen.

Vertiefung

Dies entspricht der Chabad-Lehre, dass Malchus nur eine äußere Ausstrahlung G‑ttes ist, wie ein Name oder Ansehen, und dass alle Welten aus ihr erschaffen werden.

Marei Mekomos

  1. 1
    לגדולתו אין חקר · Psalms 145:3
  2. 2
    לית מחשב׳ תפיס׳ בי׳ כלל · Tikkunei Zohar 17a:10–12
  3. 3
    ונשגב שמו לבדו · Psalms 148:13
  4. 4
    מלכותך מלכות כל עולמים · Psalms 145:13

7וזהו במקום שאתה מוצא גדולתו שם אתה מוצא ענותנותו. כדכתיב המשפילי לראות בשמים ובארץ שאצלו ית׳ נחשב זאת להשפלה ולענוה להחיות רוח שפלים.

Das ist [die Bedeutung von] „An dem Ort, an dem du Seine Größe findest, findest du auch Seine Demut“, wie geschrieben steht: „Der sich herabbeugt, um auf Himmel und Erde zu schauen“; denn für Ihn, gelobt sei Er, gilt dies als Herablassung und Demut, „um den Geist der Niedrigen zu beleben“.

Erklärung

Die Weisen lehrten, dass überall dort, wo von G‑ttes Größe gesprochen wird, auch Seine Demut erwähnt wird. Schon auf Himmel und Erde zu schauen, ist für G‑tt eine Herablassung Seinerseits, die dazu dient, den Niedrigen Leben zu geben.

וכן מה שכתוב סומך נופלים ורופא חולים וזוקף כפופים וכל הממלכה נקרא בשם ארץ להיות כארץ הלזו השפלה שירדה ממקום כבודה להיות מלך שמו נקרא.

So heißt es auch: „Er stützt die Gefallenen, heilt die Kranken und richtet die Gebeugten auf.“ Und die ganze [Ebene der] Königsherrschaft wird „Erde“ genannt, denn sie gleicht dieser niedrigen Erde: Sie ist von ihrem Ehrenplatz herabgestiegen, damit Er „König“ genannt werde.

Erklärung

G‑ttes Königsherrschaft wird „Erde“ genannt, die niedrigste Ebene, weil das Regieren über die Welten ein Herabsteigen von Seiner Herrlichkeit bedeutet: Er erniedrigt Sich, damit „König“ als Sein Name verkündet wird, wie es im Hymnus Adon Olam heißt. In Likkutei Torah, Bamidbar, erklärt der Alter Rebbe, dass die Königsherrschaft (Malchus) „Erde“ genannt wird, weil sie die niedrigste Ebene ist, die sich auf ein Volk bezieht, und verweist auf diese Stelle.

Absatz 7 in Kürze

Der Absatz zeigt, dass G‑ttes Größe über den Welten in Wahrheit Seine Demut ist: König zu sein und den Geschöpfen Leben zu geben, bedeutet für Ihn eine Herablassung.

Vertiefung

Malchus wird „Erde“ genannt, weil sie die niedrigste der g‑ttlichen Attribute (Sefiros) und die Quelle der Welten ist; Likkutei Torah zu Bamidbar verweist wegen dieses Bildes auf diesen Maamar.

Marei Mekomos

  1. 1
    במקום שאתה מוצא גדולתו · נסמן לעיל לא, ד.
  2. 2
    במקום שאתה מוצא גדולתו שם אתה מוצא ענותנותו · Megillah 31a:12–13
  3. 3
    המשפילי לראות · Psalms 113:6
  4. 4
    להחיות רוח שפלים · Isaiah 57:15
  5. 5
    זוקף כפופים · Psalms 146:8
  6. 6
    להיות כארץ הלזו השפלה · ראה לקו״ת במדבר ה, ב. אוה״ת פ׳ לך לך תשכה, א.
  7. 7
    מלך שמו נקרא · פיוט אדון עולם.

8ולכן זאת יבין כל יציר בשומו אל לבו וירחיב דעתו בגדולתו ית׳ ונפלאות מעשיו ברבוי העולמות עד אין חקר הנה ישכיל שזהו ענותנותו ית׳ ואין ערוך אליו שאינו בגדר עלמין כלל.

Daher wird jedes Geschöpf dies verstehen: Wenn es sich dies zu Herzen nimmt und seinen Geist weitet, indem es über Seine Größe, gepriesen sei Er, und die Wunder Seiner Werke in der unermesslichen Vielzahl der Welten nachsinnt, wird es erkennen, dass dies Seine Demut ist, gepriesen sei Er, und dass es zu Ihm keinerlei Vergleich gibt, denn Er fällt überhaupt nicht in die Kategorie der Welten.

Erklärung

Wer tief über G‑ttes Größe in den zahllosen Welten nachsinnt, wird erkennen, dass all dies lediglich Seine Demut ist. G‑tt selbst lässt sich damit überhaupt nicht vergleichen, denn Er ist gänzlich jenseits der Welten.

Absatz 8 in Kürze

Der Absatz zieht die Schlussfolgerung für den Betrachtenden: Die Weite der Schöpfung offenbart lediglich G‑ttes Demut, und Er selbst lässt sich mit den Welten überhaupt nicht vergleichen.

Anzünden, Herrichten und die mitzvos ¶9

9והוא השוה ומשוה קטן וגדול ממילא תתלהט ותתלהב נפש ולב לאור באור האהבה בכל נפשך ממש לצאת מגדר העולמות כמ״ש מי לי בשמים ועמך לא חפצתי בארץ כלה שארי ולבבי.

Und Er ist „der Eine, der gleich ist und Klein und Groß gleichmacht“. Infolgedessen werden Seele und Herz auflodern und entbrennen, um im Licht der Liebe zu leuchten, „mit deiner ganzen Seele“ in Wahrheit, um die Grenzen der Welten zu verlassen, wie geschrieben steht: „Wen habe ich im Himmel [aber Dich]? Und außer Dir begehre ich nichts auf Erden; mein Fleisch und mein Herz sehnen sich.“

Erklärung

G‑tt ist „der Eine, der gleich ist und Klein und Groß gleichmacht“ (eine Zeile aus den Gebeten der Hohen Feiertage). Wer erkennt, dass alle Welten nur Seine Demut sind, wird daher die Grenzen dieser Welten ganz verlassen wollen und Ihn „mit seiner ganzen Seele“ lieben. Dies ist der Ruf des Psalmisten: Er will weder im Himmel noch auf Erden etwas außer G‑tt, bis „mein Fleisch und mein Herz sich sehnen (kalah)“ – dasselbe Wort wie das „Vergehen“ der Seele (kelos ha-nefesh) in Absatz 3.

וזהו ואהבת את ה׳ אלהיך כי אהבה משרש אבה שהוא מלשון חפץ ורצון.

Dies ist [die Bedeutung von] „Du sollst Havayah, deinen G‑tt, lieben“; denn ahavah (Liebe) stammt von der Wurzel avah, was Begehren und Wille bedeutet.

Erklärung

Der Alter Rebbe liest „Du sollst lieben“ über die Wurzel von ahavah, avah, was „begehren“ bedeutet. In Likkutei Torah, Nasso, erklärt er dies als den Willen eines Menschen, mit ganzem Herzen und ganzer Seele, dass G‑ttes Einheit in der Welt und in seiner Seele offenbar werde.

דהיינו רעותא דלבא שיהי׳ [שיהיה] ה׳ אלהיך ולדבקה בו ממש וע״י אתערותא דלתתא זו יחול עליו אור האהבה מלמעלה להגדיל מדורת אש האהבה בלבו יותר מכדי כח אנושי ושרש נשמתו שהיא בגדר וגבול ונברא

Das heißt, der Herzenswille, dass Havayah wirklich „dein G‑tt“ sei und man sich Ihm tatsächlich anschließe. Und durch diese Erweckung von unten (Isarusa Dilesata) wird das Licht der Liebe von oben auf ihm ruhen und die Feuersglut der Liebe in seinem Herzen über das Maß menschlicher Kraft und [der] Wurzel seiner Seele hinaus vergrößern, die innerhalb von Maß und Grenze und erschaffen ist,

Erklärung

Liebe ist also der Wunsch des Herzens, dass Havayah wirklich „dein G‑tt“ sei und man sich Ihm anschließe. Wenn ein Mensch diesen Wunsch von unten erweckt, kommt eine Liebe von oben auf ihm zu ruhen und lässt das Feuer in seinem Herzen größer werden, als es irgendein Mensch oder sogar die Wurzel seiner Seele hervorbringen könnte; denn auch die Wurzel der Seele ist erschaffen und begrenzt.

לקרבה אל ה׳ ממש וביטול אליו במציאות ממש ע״י בחינת אהרן כהנא רבא

um G‑tt in Wahrheit nahezukommen und [zur] Selbstaufhebung (Bittul) vor Ihm in der Wirklichkeit selbst, durch die Ebene (Bechinah) Aharons, des Hohenpriesters.

Erklärung

Die Liebe von oben, die durch den oberen Aharon, den Hohenpriester, gegeben wird, ermöglicht es einem Menschen, G‑tt wirklich nahezukommen und sein eigenes Dasein vor Ihm zurückzustellen.

כי ואהבת בגמטריא ב׳ פעמים אור ונקרא׳ [ונקראת] בחינה זו בהטיבו שמטוב וחסד עליון משפיע על רוח שפלים להטיב ולהגדיל את האהבה שלמטה.

Denn ve-ahavta („du sollst lieben“) hat den Zahlenwert des Doppelten von Or („Licht“). Und diese Bechinah wird „wenn er sie versorgt“ (be-heitivo) genannt, denn aus dem überirdischen Guten (tuv) und der Güte, die Er dem Geist der Niedrigen gewährt, um die Liebe von unten gut zu machen (leheitiv) und zu vergrößern.

Erklärung

Der Zahlenwert von ve-ahavta (414) ist doppelt so groß wie der von Or, „Licht“ (207), und deutet damit auf zwei Lichter der Liebe hin: eines von unten und eines von oben. Die Kehot-Anmerkung nennt als Quelle die Intentionen des Arizal zum Schema (Shaar HaKavanos; Pri Etz Chaim). Die Liebe von oben heißt „Versorgen“ (be-heitivo), hergeleitet von tov, „gut“, denn sie kommt aus G‑ttes Güte für die Niedrigen und macht die Liebe von unten besser und größer.

אך הנה באמת גם אתערותא דלתתא כנ״ל אשר יחפוץ האדם לדבקה בו ממש גם זאת מתת אלהים היא לא לפי כח נפש האדם ומזגו ותכונתו

Doch in Wahrheit ist auch die Erweckung von unten, wie [oben erklärt], dass ein Mensch wünschen soll, sich Ihm wirklich anzuschließen, ebenfalls ein Geschenk G‑ttes und entspricht nicht der Kraft der Seele des Menschen, seinem Temperament und seiner Natur.

Erklärung

Der Alter Rebbe fügt einen weiteren Punkt hinzu: Auch die Erweckung von unten, der eigene Wunsch des Menschen, sich G‑tt anzuschließen, ist in Wahrheit nicht sein eigener. Auch sie ist „ein Geschenk G‑ttes“ und geht nicht aus seinem Temperament oder seiner Kraft hervor.

ונקרא׳ [ונקראת] בחינת ובהעלות אהרן שאהרן העליון הוא הנותן כח בכנסת ישראל לעורר את האהבה זו.

Und dies wird die Ebene „wenn Aharon entzündet“ (be-haalos) genannt, denn der obere Aharon ist es, der der Gemeinde Israel die Kraft gibt, diese Liebe zu erwecken.

Erklärung

Dies wird „Entzünden“ (be-haalos, wörtlich „emporheben“) genannt, denn der obere Aharon gibt Israel die Kraft, die eigene Liebe emporzuheben.

וזהו בין הערבים שהוא מדת ערב ולילה וחשך מצד עצמו שאין בו אור. אבל מדת בוקר שהוא מדת אברהם איש החסד כמ״ש וישכם אברהם בבקר הוא בחינת בהטיבו.

Dies ist „zur Abendzeit“, die dem Attribut von Abend, Nacht und Dunkelheit entspricht, die von sich aus kein Licht hat. Doch das Attribut des Morgens, das dem Attribut Avrahams, des Mannes der Güte, entspricht, wie geschrieben steht: „Und Avraham stand früh am Morgen auf“, ist die Ebene „wenn er sie versorgt“.

Erklärung

Der Abend steht für den Menschen aus eigener Kraft: Er ist dunkel und hat aus sich selbst kein Licht. Deshalb ist das Entzünden dann „Anfachen“: Aharon entzündet, was kein Licht hat. Der Morgen entspricht dem Attribut Avrahams, der Güte; das Entzünden dann ist „Versorgen“, die zusätzliche Liebe, die von oben kommt.

(ועמ״ש לקמן בד״ה רני ושמחי בענין רננא ברמשא ושמחה בצפרא) והנה מי זה האדם שיגיע עד הלום שיגיע אליו בחי׳ אהרן העליון. אך הוא ע״י תורה ומצות.

(Und siehe, was unten im Maamar mit dem Anfangswort „Singe und freue dich“ über „Gesang am Abend und Freude am Morgen“ geschrieben steht.) Wer aber ist der Mensch, der so weit gelangen kann, dass ihn die Ebene (Bechinah) des oberen Aharon erreicht? Dies geschieht jedoch durch Torah und mitzvos.

Erklärung

Der Text verweist auf einen späteren Maamar, „Singe und freue dich“ (Torah Ohr, Miketz 37a), in dem „Gesang am Abend“ die Sehnsucht von Malchus bezeichnet, wenn sie tief in die unteren Welten hinabgesunken ist, und „Freude am Morgen“ eintritt, wenn sie die Lichter von oben empfängt – ein Paar, das dem Anzünden und Versorgen parallel ist. Dann fragt der Text, wie ein gewöhnlicher Mensch zu dem Punkt gelangen kann, an dem ihm die Hilfe des oberen Aharon zuteilwird, und antwortet: durch Torah und mitzvos.

כי נר מצוה שהמצות נמשכין ממקום גבוה מאד נעלה. ולפיכך אין בהם השגה כלל כמשל השמן הנ״ל שאין נכנסים בפנימיות נפשם רק בבחי׳ מקיף עליהם מלמעלה

Denn „eine mitzvah ist eine Lampe“, da die mitzvos von einem sehr hohen und erhabenen Ort herabgezogen werden. Daher gibt es keinerlei Verständnis von ihnen, wie in dem oben angeführten Gleichnis vom Öl: Sie dringen nicht in das Innere der Seele ein, sondern umgeben sie nur von oben her,

Erklärung

Die mitzvos werden „Lampe“ genannt, weil sie von einem so hohen Ort kommen, dass der Verstand ihn nicht erfassen kann. Wie das Öl dringen sie nicht in das Verständnis der Seele ein, sondern umgeben sie von oben her.

כמ״ש שום תשים עליך מלך כמו מלך המושל על עמו והוא גבוה עליהם והם עושין רצונו בלי טעם ודעת כי מצות המלך היא ולב מלכים אין חקר ההשגה שבעבורם נצטוו

wie geschrieben steht: „Du sollst gewiss einen König über dich setzen“: wie ein König, der über sein Volk herrscht und hoch über ihm steht; die Menschen tun seinen Willen ohne Grund oder Verständnis, denn es ist das Gebot des Königs, und „das Herz der Könige ist unergründlich“: [so verhält es sich mit] dem Verständnis, um dessentwillen sie geboten wurden.

Erklärung

Das Gebot der Torah, einen König über sich zu setzen, zeigt die Beziehung: Die Untertanen gehorchen den Befehlen des Königs, ohne sie zu verstehen, denn die Gründe des Königs liegen jenseits ihres Fassungsvermögens. Ebenso erfüllt ein Jude die mitzvos als den Willen des Königs, auch wenn er deren Gründe nicht erfassen kann.

רק מ״מ הוא ע״ד משל כאדם שתופס את המלך באחד מאבריו וממשיכו אליו הנה גם חיותו שבקרבו נמשך אחריו כך כתיב וימינו תחבקני.

Dennoch ist es gleichwohl nach Art eines Gleichnisses: wie bei einem Menschen, der den König an einem seiner Glieder ergreift und zu sich zieht; da wird auch die Lebenskraft des Königs, die in ihm ist, mit ihm herangezogen. So steht geschrieben: „Und Seine Rechte umarmt mich.“

Erklärung

Wer einen König an einem seiner Glieder ergreift, zieht den ganzen König zu sich, denn das Leben des Königs ist in jedem Glied. So zieht ein Mensch, der eine mitzvah erfüllt, G‑tt Selbst zu sich, wie der Vers sagt: „Seine Rechte umarmt mich.“

כי הנה רמ״ח מ״ע [מצות עשה] הם רמ״ח אברין דמלכא וע״י המשכת המצות ממילא נמשך אחריו בחי׳ יחודו ית׳ בעצמו ובכבודו בבחינת יחודו כנ״ל:

Denn die 248 positiven Gebote sind die 248 Glieder des Königs; und durch das Herabziehen der mitzvos wird folglich von selbst die Bechinah Seiner Einheit, gelobt sei Er, in Seinem eigenen Selbst und in Seiner Herrlichkeit mit herangezogen, als Seine Einheit, wie oben [erläutert].

Erklärung

Die 248 positiven Gebote werden die 248 „Glieder“ des Königs genannt. Indem ein Mensch die mitzvos erfüllt, zieht er G‑ttes eigene Einheit herab, die, wie erklärt, jenseits aller Welten liegt.

Absatz 9 in Kürze

Der Absatz beantwortet die Frage des Maamars nach „Versorgen“ und „Anfachen“: „Anfachen“ ist die Kraft, die G‑tt einem Menschen gibt, damit er überhaupt Liebe erwecken kann; „Versorgen“ ist die zusätzliche Liebe von oben, die diese vergrößert. Beides wird durch die Mitzvos erreicht, die wie Öl jenseits des Verständnisses liegen und doch G‑tt Selbst zum Menschen herabziehen.

Vertiefung

Der Zahlenwert von ve-ahavta als das Doppelte von Or stammt aus den Intentionen des Arizal zum Schema, die Kehot unter Verweis auf Shaar HaKavanos und Pri Etz Chaim anführt. Die Erklärung der Mitzvos als die 248 Glieder des Königs macht verständlich, weshalb eine Mitzvah, obwohl sie jenseits des Verständnisses liegt, einen Menschen mit dem Wesen G‑ttes verbindet – stärker, als es bloßes Begreifen könnte.

Marei Mekomos

  1. 1
    בכל נפשך · Deuteronomy 6:5
  2. 2
    מי לי בשמים ועמך לא חפצתי בארץ · Psalms 73:25
  3. 3
    כלה שארי ולבבי · Psalms 73:26
  4. 4
    כי אהבה משרש אבה שהוא מלשון חפץ ורצון · בלקו״ת נשא כו, ב מפרש ”והכוונה שיהיה רצון האדם וחפצו ובקשתו בכל לב ונפש להיות גילוי אלקותו ויחודו ית׳ בעולם ונפש” ע״ש. ראה ספר החקירה להצ״צ צב, א בשרש ישע. וראה גם לקו״ת מסעי פח, ד. ואתחנן ט, ב.
  5. 5
    רוח שפלים · Isaiah 57:15
  6. 6
    וישכם אברהם בבקר · Genesis 25:3
  7. 7
    וישכם אברהם בבקר · Genesis 22:3
  8. 8
    לקמן בד״ה רני ושמחי · לז, א.
  9. 9
    שום תשים עליך מלך · Deuteronomy 17:15
  10. 10
    ולב מלכים אין חקר · Proverbs 25:3
  11. 11
    וימינו תחבקני · Song of Songs 2:6
  12. 12
    וימינו תחבקני · Song of Songs 8:3
  13. 13
    ואהבת בגימט׳ ב׳ פעמים אור · שער הכוונות כוונת ק״ש. פע״ח שער הק״ש פכ״ג וכ״ה.

Den Maamar abgeschlossen?

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In der eigenen Avodah

Betrachte, dass G‑ttes Größe über alle Welten nur Seine Demut ist, bis das Herz sich nach G‑tt Selbst sehnt; wisse, dass auch diese Sehnsucht Sein Geschenk ist, und erreiche Ihn durch das Erfüllen der mitzvos, deren Gründe dem Verständnis unzugänglich sind.

Fragen zum Gespräch

  1. Warum verlangt ein geistiges Dekret ein Gedenken mit Lichtern statt mit Festmahlen?
  2. Wie kann Öl, das eine daraufgegossene Flamme löscht, die Quelle des Lichts der Lampe sein, und was sagt dies über mitzvos aus, deren Gründe wir nicht verstehen?
  3. Was ist der Unterschied zwischen „Einer“ und „Einziger“, und warum führt er zu einer Liebe, die die Welten verlassen will?
  4. Wenn selbst die Erweckung von unten (Isarusa Dilesata) ein Geschenk von oben ist, was bleibt dann dem Menschen zu tun?
  5. Wie erklärt das Ergreifen eines Königs an einem seiner Glieder die Kraft einer einzigen mitzvah?

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Inhaltsverzeichnis

Torah Ohrתורה אור

Parshas Mikeitzמקץ

  1. 1ויהי מקץ שנתים ימים ופרעה חולם…
  2. 2ויהי מקץ שנתים ימים ופרעה חלם…
  3. 3ענין חנוכהDas Thema Chanukah
  4. 4ת״ר מצות נר חנוכה כו׳
  5. 5כי עמך מקור חיים באורך נראה…
  6. 6ביאור על הנ״לEine Erklärung des Vorangegangenen
  7. 7רני ושמחי בת ציון כו׳„Singe und freue dich, Tochter Zion“
  8. 8קצת ביאור על זהEine kurze Erklärung dazu
  9. 9רני ושמחי בת ציון כי הנני…
  10. 10ביאור על הנ״לEine Erklärung des Vorangehenden: „Singe und freue dich, Tochter Zion“
  11. 11מי כה׳ אלקינו המגביהי לשבת המשפילי…
  12. 12ביאור על הנ״לEine Erklärung des Vorangehenden
  13. 13כי אתה נרי ה׳ והוי״ה יגיה…Denn du bist meine Leuchte, Havayah
  14. 14ביאור על פסוק כי אתה נרי…
  15. 15נר חנוכה מצוה להניחה כו׳ משמאל,…Die Chanukka-Lampe: eine Mitzvah, sie auf der linken Seite aufzustellen
  16. 16ביאור על הנ״ל