Torah Ohr · Parshas Mikeitz · Maamar 13
כי אתה נרי ה׳ והוי״ה יגיה חשכי
Denn du bist meine Leuchte, Havayah
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Von einer KI aus unserer englischen Ausgabe übersetzt und anschließend in mehreren Durchgängen anhand des Englischen und des Hebräischen geprüft und korrigiert. Die englische Fassung selbst wird derzeit von menschlichen Lesern überprüft. Wenn Sie gut Deutsch können, wären wir für Ihre Hilfe bei der Durchsicht der deutschen Übersetzung dankbar. Bei der Durchsicht mithelfen
Kerngedanke
Die Seele ist die Leuchte des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah): Tora und Ehrfurcht sind ihr Öl, und die tierische Seele (Nefesh Habahamis) ist der Docht, den die Flamme der G‑ttlichen Seele (Nefesh Elokis) verwandelt, sodass die Wahrheit von Havayah in der physischen Welt erstrahlt. Wenn spätere, schwächere Generationen diese Leuchte nicht selbst entzünden können, erhellt eine höhere Havayah ihre Dunkelheit, jenseits der geordneten Welten, wie zu Chanukah.
Der Maamar in Kürze
Der Maamar fragt, warum der Vers von König David Havayah zweimal nennt und beim zweiten Mal ein zusätzliches Vav enthält. Die Seele im Körper ist „die Leuchte Havayahs“: Ihr Öl, ihr Docht und die beiden Farben der Flamme entsprechen den vier Buchstaben des Namens. Das Licht der Nefesh Elokis ergreift die Nefesh Habahamis, wie eine Flamme einen Docht ergreift, um sie zu unterwerfen und zu verwandeln. Um zu zeigen, wie die niedrig stehende Nefesh Habahamis zu Licht werden kann, erklärt der Alter Rebbe den Vers „Ich will Dich erheben, mein G‑tt, den König“: Die Schöpfung geht allein aus der Königsherrschaft (Malchus) G‑ttes hervor, einem durch Einschränkungen erreichten Abglanz; dennoch wird G‑ttes Wesen gerade in der physischen Welt durch die mitzvos offenbart, so wie eine Flamme nur auf einem Docht zu Licht wird. Da die Wurzel der Nefesh Habahamis sehr hoch ist, ruft ihre Verwandlung eine Güte herab, die über die geordneten Welten hinausgeht. Das Öl ist die Tora und die höhere Ehrfurcht, die aus der Weisheit (Chochmah) herabgezogen wird; der Docht ist die niedere Ehrfurcht; die beiden Flammen sind die Liebe von oben und die aus Betrachtung geborene Liebe. Die zweite, höhere Havayah erhellt die Dunkelheit späterer Generationen, denen die eigene Kraft fehlt, wie das Chanukah-Wunder zeigt.
Gliederung
- Die Frage und die LeuchteWarum der Name verdoppelt wird; die Seele als Leuchte, deren vier Teile den vier Buchstaben Havayahs entsprechen.¶1–2
- Docht und ÖlDie Leuchten des Heiligtums als Zeugnis; wie eine Flamme brennt; wie die Nefesh Elokis die Nefesh Habahamis ergreift und verwandelt, so wie eine Flamme einen Docht verzehrt.¶3–5
- „Ich will Dich erheben, mein G‑tt, den König“Malchus als bloßer Abglanz, der durch Einschränkungen erreicht wird; die Liebe zu G‑ttes Wesen; die beiden Anordnungen von „Einziger, Leben der Welten, König“ sowie der transzendente König, der in die physische Welt gekleidet ist.¶6–10
- Licht, das durch Taten offenbart wirdMitzvos in dieser Welt ziehen G‑ttes Wesen herab, wie eine Flamme auf einem Docht; das Entzünden der Leuchten bringt die Wahrheit von Havayah zum Vorschein, vor dem Oben und Unten gleich sind.¶11–13
- Güte jenseits jedes MaßesDie verwandelte Nefesh Habahamis, deren Wurzel sehr hoch ist, erweckt einen Strom der Güte ohne Einschränkungen; die Tora als Öl.¶14
- Öl, Ehrfurcht und LiebeÖl als inneres Leben aus Chochmah; Tora und stilles Gebet als höhere Ehrfurcht (Yud); der Docht als niedere Ehrfurcht (letzte Hei); zwei Arten von Liebe als die beiden Flammen (erstes Hei und Vav).¶15–21
- Die höhere HavayahDas zusätzliche Vav; die beiden Namen Havayah in „Havayah, Havayah“; der Name über den geordneten Welten, der Erbarmen in die untere Welt bringt.¶22–23
- Die Dunkelheit der späteren GenerationenSchwächere Seelen brauchen große Anstrengung; die höhere Havayah erhellt ihre Dunkelheit durch eine Erweckung von oben (Isarusa Dile'eila).¶24–26
- ChanukahDie griechische Weisheit verunreinigte die Öle der heiligen Chochmah; der vom Hohepriester versiegelte Krug – die Liebe von oben – ließ die Lichter alle acht Tage brennen.¶27–28
Schlüsselbegriffe
- Die Leuchte Havayahsנר הוי׳ נשמת אדם
- Die Seele im Körper, deren Öl, Docht und zwei Flammen den vier Buchstaben des Namens Havayah entsprechen.
- Unterwerfung und Verwandlung (Iskafya und Is'hapcha)אתכפייא ואתהפכא
- Die Nefesh Elokis unterwirft zuerst die Nefesh Habahamis und verwandelt sie dann, so wie eine Flamme einen Docht verzehrt und ihn in Licht verwandelt.
- Malchusמלכות
- G‑ttes Herrschaft über die Welten, die nur ein äußerer Abglanz ist, der durch Einschränkungen erreicht wird, nicht Sein Wesen; aus ihr geht die gesamte Schöpfung hervor.
- Die höhere und die niedere Ehrfurchtיראה עילאה ויראה תתאה
- Die höhere Ehrfurcht ist Bittul, das aus Chochmah herabgezogen wird: das Öl und das Yud; die niedere Ehrfurcht ist die Furcht, sich gegen den König aufzulehnen: der Docht und die letzte Hei.
- Zwei Arten von Liebe, zwei Lichtfarbenב״פ רחימו — ב׳ גווני אור
- Große Liebe, die als Gabe von oben kommt: das weiße Licht und das erste Hei; und Liebe, die aus der Betrachtung von G‑ttes Größe entsteht: das dunkle Licht und das Vav.
- Die beiden Namen Havayahב׳ שמות הוי׳
- Eine Havayah innerhalb der geordneten Welten und eine höhere über ihnen, gekennzeichnet durch das zusätzliche Vav, die Erbarmen und Licht selbst dort bringt, wo die eigene Leuchte der Seele dunkel ist.
- Isarusa Dile'eilaאתערותא דלעילא
- G‑ttliches Licht, das gewährt wird, ohne dass von unten ein Anstoß dazu erfolgt, wie in der Dunkelheit der späteren Generationen und beim Chanukah-Wunder.
Die Frage und die Leuchte ¶1–2
„Denn Du bist meine Leuchte, Havayah, und Havayah erhellt meine Finsternis.“ [Wir müssen] die doppelte Nennung des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah) verstehen: Das erste Mal heißt es „Havayah“, das zweite Mal „und Havayah“, mit einem hinzugefügten Waw.
Der Maamar beginnt mit einem Vers, den König David spricht und in dem der Name Havayah zweimal erscheint. Der Alter Rebbe fragt, warum er wiederholt wird und warum das zweite Mal ein zusätzlicher Buchstabe Waw („und Havayah“) hinzukommt.
הנה כתיב נר ה׳ נשמת אדם.3 פי׳ שנשמת אדם המלובשת בגוף הוא בחי׳ נר של שם הוי׳. לפי שכל הארבעה אותיות דשם4 הוי׳ מרומזות בנר.
Nun steht geschrieben: „Die Leuchte Havayahs ist die Seele des Menschen.“ Das bedeutet, dass die Seele des Menschen, die in den Körper eingekleidet ist, die Ebene (Bechinah) einer Leuchte des Namens Havayah ist, denn alle vier Buchstaben des Namens Havayah sind in einer Leuchte angedeutet.
Er beginnt mit dem Vers in den Sprüchen, der die menschliche Seele „die Leuchte Havayahs“ nennt. Die Seele ist, solange sie im Körper lebt, eine Leuchte dieses Namens, denn jedem der vier Buchstaben des Namens entspricht ein Teil einer Leuchte; Or HaTorah nennt in der von Kehot angeführten Anmerkung Pri Etz Chaim des Arizal (Sha’ar HaShabbos, Ende von Kapitel 4) als Quelle dieser Lehre.
Der Eingang wirft die Frage nach der doppelten Nennung des Namens in „Denn Du bist meine Leuchte, Havayah, und Havayah erhellt meine Finsternis“ auf und führt das zentrale Bild des Maamar ein: Die Seele im Körper ist eine Leuchte, deren Teile den vier Buchstaben von Havayah entsprechen.
Die Kehot-Anmerkung berichtet, dass mehrere Handschriften „Denn Du entzündest meine Leuchte“ lesen, wodurch dieser Vers mit seiner Parallelstelle in Psalmen 18:29 verbunden wird; außerdem trägt die Abschrift in der Hand des Tzemach Tzedek die Überschrift „Shabbos Chanukah 5568“, was zum abschließenden Thema des Maamar, den Chanukka-Lichtern, passt. Or HaTorah führt die vier Buchstaben, die in der Leuchte angedeutet sind, auf Pri Etz Chaim, Shaar HaShabbos, Ende von Kapitel 4, zurück.
Marei Mekomos
- 1כי אתה נרי · הנחת כ״ק אדמו״ר האמצעי (?) בסה״מ תקס״ח ע׳ תרמג. ראה לעיל בציונים לכ״ק אדמו״ר זי״ע. המאמר עם הגהות בבוך 1135 בגוכתי״ק הצ״צ רשום ”שבת חנוכה תקס״ח” (וכנראה שכת״י זה הגי׳ הצ״צ וממנו נדפס בתו״א, בגוכתי״ק נמצאים כמה הגהות בפנים שלא נדפסו בתו״א, וכמה הגהות בגוכתי״ק על צדי העמודים שנדפסו כאן). ראה גם ד״ה יונתי תר״מ סעי׳ ד. וראה פלח הרמון שמות ע׳ דש.
- 2כי אתה נרי ה׳ · II Samuel 22:29
- 3נר ה׳ נשמת אדם · Proverbs 20:27
- 4שכל הארבעה אותיות דשם הוי׳ מרומזות בנר · באוה״ת שיט, ב מציין לפע״ח שער השבת ספ״ד. ובמשנת חסידים מסכת תוספת שבת פ״ג, ע״ש.
2והיינו בארבעה דברים שבנר שהם השמן והפתילה וב׳ גווני אור נהורא אוכמא1 הנאחז בפתילה ונהורא חיורא למעלה ממנה.
Das heißt, bei den vier Bestandteilen einer Lampe: dem Öl, dem Docht und zwei Lichtfarben – dem dunklen Licht (Nehora Uchma), das sich am Docht festhält, und dem weißen Licht (Nehora Chivra) darüber.
Eine Lampe hat vier Bestandteile: das Öl, den Docht und zwei Flammentöne. Das dunkle Licht sitzt dicht am Docht und hält sich an ihm fest, während das weiße Licht über ihn aufsteigt.
ולכן הנשמה קרויה נר שיש בה ג״כ ד׳ בחינות הללו שמן ופתילה וב׳ גווני אור המרומזות בד׳ אותיות הוי׳.
Daher wird die Seele eine Lampe genannt, denn auch sie umfasst diese vier Aspekte – Öl, Docht und zwei Lichtfarben –, die in den vier Buchstaben des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah) angedeutet sind.
Die Seele hat dieselben vier Elemente; deshalb wird sie eine Lampe genannt. Diese vier entsprechen den vier Buchstaben des Namens Havayah. Welcher Teil welchem Buchstaben entspricht, wird später im Maamar ausgeführt.
Dieser Absatz nennt die vier Bestandteile der Lampe: Öl, Docht, dunkle Flamme und weiße Flamme. Er erklärt, dass die Seele ebenfalls alle vier besitzt und sie den vier Buchstaben von Havayah entsprechen.
Die Kehot-Anmerkung verbindet diese Farben mit den „drei Farben der Lampe“ im Tikkunei Zohar, Tikkun 6. Der Maamar selbst ordnet später dem Yud die höhere Ehrfurcht zu, also das Öl; dem letzten Hei die niedrigere Ehrfurcht, also den Docht; und dem ersten Hei und dem Vav das weiße beziehungsweise das dunkle Licht.
Marei Mekomos
- 1דברים — נהורא אוכמא · Tikkunei Zohar, Tikkun 6
Docht und Öl ¶3–5
3ולהבין ד׳ בחינות הללו בנשמה. וגם להבין ענין הנרות שהיו במקדש
[Wir müssen] diese vier Aspekte in der Seele verstehen und auch die Bedeutung der Lampen verstehen, die im Heiligtum standen.
Es werden gemeinsam zwei Fragen gestellt: Was sind die vier Teile der Lampe innerhalb der Seele, und was bedeuteten die Lampen des Heiligtums, die Menorah?
שארז״ל [שאמרו רבותינו זכרונם לברכה] וכי לאורה הוא צריך1 כו׳. אלא עדות היא לבאי עולם שהשכינה שורה בישראל. וצ״ל למה הנרות דוקא עדות להשראת השכינה.
Über sie sagten unsere Weisen seligen Angedenkens: „Benötigt Er etwa ihr Licht?“ usw. „Vielmehr ist sie ein Zeugnis für alle, die in die Welt kommen, dass die G‑ttliche Gegenwart (Shechinah) unter Israel weilt.“ Und es muss erklärt werden, warum gerade die Lampen ein Zeugnis für das Weilen der Shechinah sind.
Der Talmud fragt, ob G‑tt etwa das Licht der Menorah benötigen könnte, und antwortet, dass die Lampen der Welt bezeugten, dass die Shechinah unter dem jüdischen Volk weilt. Der Alter Rebbe fragt, warum gerade die Lampen dieses Zeugnis ablegen sollten.
אך הענין הוא כי הנה אור המאיר הוא בשביל שנאחז האור בפתילה ומכלה אותה. אך הפתילה לבדה היתה כבה וכלה במהרה
Die Erklärung ist jedoch folgende: Eine Flamme leuchtet, weil sich das Licht am Docht festsetzt und ihn verzehrt. Der Docht allein aber würde rasch erlöschen und verzehrt werden.
Er beginnt damit, zu erklären, wie eine Flamme funktioniert. Eine Flamme spendet Licht, indem sie sich am Docht festsetzt und ihn verbrennt; doch ein Docht, der für sich allein brennt, würde bald erlöschen.
וגם לא היתה הארת האור טובה כ״כ [כל כך] רק ע״י השמן שהוא הגורם התחברות האור בפתילה.
Auch wäre das Leuchten nicht so gut; [es ist so] nur durch das Öl, das die Verbindung des Lichts mit dem Docht bewirkt.
Das Öl hält die Flamme mit dem Docht verbunden und lässt das Licht gut leuchten. Damit ist die Analogie bereit, auf die Seele angewandt zu werden.
Der Absatz fragt, warum die Lampen des Heiligtums die Gegenwart der Shechinah bezeugen, und beginnt die Antwort mit einer Erklärung, wie eine Flamme funktioniert: Sie verzehrt den Docht, doch nur das Öl erhält sie und lässt sie gut leuchten.
Marei Mekomos
- 1וכי לאורה הוא צריך · Shabbat 22b:2
4והוא הגורם להיות האור טוב ובהיר שע״י השמן נעשה גוון נהורא חיורא. וע״י הפתילה גוונא אוכמא.
Und dies bewirkt, dass das Licht gut und hell ist: Durch das Öl entsteht die Farbe des weißen Lichts, und durch den Docht die dunkle Farbe.
Das Öl bringt das weiße Licht hervor, während der Docht das dunkle Licht hervorbringt. Die beiden Farbtöne der Flamme gehen somit von den beiden Dingen aus, die sie nähren.
וככל המשל הזה כך הוא בהתלבשות הנשמה בגוף ונה״ב [ונפש הבהמית] שאור הנאחז ונתלבש בנפש הבהמית הוא כמשל האור שנאחז בפתילה. כי הנה הנה״ב [הנפש הבהמית] נלקחה מבחי׳ ק״נ [קליפת נוגה] וכלולה מע״ס [מעשר ספירות] דנוגה שכל ומדות.
So wie bei diesem ganzen Gleichnis, so verhält es sich auch mit der Einkleidung der Seele in den Körper und in die tierische Seele (Nefesh Habahamis): Das Licht, das an der tierischen Seele haftet und in sie gekleidet ist, gleicht dem Licht des Gleichnisses, das am Docht haftet. Denn die tierische Seele stammt aus der Ebene der Kelipas Nogah und setzt sich aus den zehn Sefiros der Nogah zusammen: Verstand und Gefühlsattribute (Middos).
Nun wird das Gleichnis angewandt: Das Licht der G‑ttlichen Seele (Nefesh Elokis), das an der tierischen Seele haftet, gleicht der Flamme, die den Docht ergreift. Die tierische Seele stammt aus Kelipas Nogah [einer Stufe der Verhüllung, die noch geläutert und emporgehoben werden kann] und verfügt über zehn Kräfte des Verstandes und der Gefühle.
כי זלעו״ז [זה לעומת זה] עשה.1 כמו שיש ע״ס [עשר ספירות] בנשמה היא נה״א [נפש האלקית] שהם בקדושה. כך יש עשר בחי׳ בנה״ב [בנפש הבהמית] שהן לגרמיה כו׳. אשר שלט האדם באדם.2
Denn „[G‑tt] hat dies als Gegenstück zu jenem gemacht.“ Wie es zehn Sefiros in der Seele gibt, das heißt, in der G‑ttlichen Seele, die der Heiligkeit angehören, so gibt es auch zehn Ebenen in der tierischen Seele, die um ihrer selbst willen sind usw. „Wenn der Mensch über den Menschen herrscht.“
Dies folgt dem Grundsatz, dass G‑tt die Heiligkeit und ihr Gegenstück als Entsprechungen schuf: Die zehn Kräfte der G‑ttlichen Seele sind heilig, während die zehn der tierischen Seele auf sich selbst bezogen sind, „um ihrer selbst willen“. Die Aussage in Koheles, „Wenn der Mensch über den Menschen herrscht“, spricht ihrem einfachen Sinn nach von der Macht eines Menschen über einen anderen; hier spielt sie auf die beiden Seelen in einem Menschen an, die miteinander um die Herrschaft ringen.
Der Absatz überträgt das Gleichnis auf den Menschen: Öl und Docht bringen die beiden Lichter hervor, und das Licht der G‑ttlichen Seele ergreift die tierische Seele, wie eine Flamme den Docht ergreift, denn jede der beiden Seelen besitzt zehn entsprechende Kräfte.
Marei Mekomos
- 1כי זלעו״ז עשה · Ecclesiastes 7:14
- 2אשר שלט האדם באדם · Ecclesiastes 8:9
5ולאם מלאם יאמץ.1 וע״ס [ועשר ספירות] דנה״א [דנפש האלקית] נאחזות ומתלבשות בע״ס [בעשר ספירות] דנה״ב [דנפש הבהמית] שהן לעומת זה. והכוונה הוא בכדי להפך נה״ב [נפש הבהמית] ולכלות אותה באור הנשמה.
„Ein Volk wird stärker sein als das andere Volk.“ Die zehn g‑ttlichen Attribute (Sefiros) der G‑ttlichen Seele (Nefesh Elokis) ergreifen die zehn Sefiros der tierischen Seele (Nefesh Habahamis) und kleiden sich in sie ein; diese entsprechen ihnen. Die Absicht ist, die Nefesh Habahamis umzuwandeln und sie im Licht der Seele zu verzehren.
G‑tt sagte Rivkah, dass von den Zwillingen in ihrem Leib „ein Volk stärker sein wird als das andere“, und der Alter Rebbe wendet dies auf die beiden Seelen an. Die Kräfte der Nefesh Elokis treten in die entsprechenden Kräfte der Nefesh Habahamis ein, um sie umzuwandeln und im Licht der Seele zu verzehren.
ולהיות אתכפייא ואתהפכא כו׳ דוגמת כליון הפתילה באור הנאחז בה. וכמו שהפתילה עצמה נהפכת לאור ואש. כך נה״ב [נפש הבהמית] עצמה היא אתהפכא כו׳:
Und [die Absicht ist,] dass Unterwerfung und Umwandlung (Iskafya und Is'hapcha) usw. stattfinden, wie beim Verzehren des Dochtes durch das Licht, das ihn erfasst. Und so wie der Docht selbst in Licht und Feuer verwandelt wird, so wird auch die Nefesh Habahamis selbst umgewandelt usw.
Das Ziel ist sowohl, die Nefesh Habahamis zu unterwerfen (Iskafya), als auch, sie umzuwandeln (Is'hapcha), so wie eine Flamme einen Docht verzehrt. So wie der Docht selbst zu Licht und Feuer wird, soll auch die Nefesh Habahamis selbst umgewandelt werden.
Der Absatz erläutert den Zweck des Herabsteigens der Seele in den Körper: die Nefesh Habahamis zu unterwerfen und schließlich umzuwandeln, so wie der Docht in eben jene Flamme verwandelt wird, die ihn verzehrt.
Marei Mekomos
- 1ולאם מלאם יאמץ · Genesis 25:23
„Ich will Dich erheben, mein G‑tt, den König“ ¶6–10
6אך להבין ענין זה כיצד תהיה התהפכות נה״ב [נפש הבהמית] החיונית להיות עולה במדרגה גדולה כ״כ [כל כך] להיות ממנה אור וגילוי אלקות.
Doch [müssen wir] dies verstehen: Wie kann die belebende tierische Seele (Nefesh Habahamis) verwandelt werden, sodass sie sich auf eine derart hohe Ebene erhebt, dass aus ihr Licht und eine Offenbarung der G‑ttlichkeit hervorgehen?
Der Alter Rebbe fragt, wie die Nefesh Habahamis, die den Körper lediglich belebt, sich so hoch erheben kann, dass sie zu einer Quelle von Licht und offenbarter G‑ttlichkeit wird. Die Antwort entfaltet sich in den nächsten Absätzen.
הנה כתיב ארוממך1 אלקי המלך.2 ויש בזה ב׳ פירושים3 הא׳ ארוממך ממטלמ״ע [ממטה למעלה] והב׳ ארוממך היינו להיות המשכת הרוממות מלמעלמ״ט [מלמעלה למטה].
Nun heißt es: „Ich will Dich erheben, mein G‑tt, der König.“ Dies lässt sich auf zwei Arten deuten: erstens: „Ich will Dich erheben“ von unten nach oben; und zweitens: „Ich will Dich erheben“ bedeutet, dass die Erhabenheit von oben nach unten herabgezogen werde.
Er beginnt mit dem ersten Vers von Psalm 145: „Ich will Dich erheben, mein G‑tt, der König.“ G‑tt zu „erheben“ kann bedeuten, Dinge von unten nach oben emporzuführen, oder Erhabenheit von oben nach unten in die Welt herabzuziehen.
Der Abschnitt fragt, wie die tierische Seele in Licht verwandelt werden kann, und führt den Vers „Ich will Dich erheben, mein G‑tt, der König“ mit seinen beiden Bedeutungen ein: nach oben und nach unten.
Die Kehot-Anmerkungen führen zahlreiche spätere Werke an, die diese Passage zu „Ich will Dich erheben“ zitieren oder weiterentwickeln, darunter Or HaTorah, Yahel Or, Sefer HaMaamarim 5633 und Perush HaMilos. Später in Torah Ohr (114a) wird der Vers auf andere Weise erklärt, mit einem Rückverweis auf diesen Maamar.
Marei Mekomos
- 1הנה כתיב ארוממך · קטע מכאן מובא באוה״ת יתרו ע׳תשנא. פ׳ ואתחנן ע׳ עא. יהל אור ע׳ תעה. סה״מ תרל״ג כרך א ע׳ עא. וראה סידור עם דא״ח מו, סע״ב ואילך. ובארוכה בפירוש המלות לכ״ק אדה״א קח, ג ואילך. אוה״ת פ׳ תרומה ע׳ א׳שפא. בלקו״ת ראה כט, ד. שמע״צ פט, ד. מציין לכאן. לקמן קיד, א מפרש באופן אחר ע״ש שמציין לכאן.
- 2ארוממך אלקי המלך · Psalms 145:1
- 3ויש בזה ב׳ פירושים · ראה גם סידור עם דא״ח מו, ב ואילך. פיה״מ לאדה״א קח, ג ואילך. אוה״ת בראשית כרך ז תתשצט, א. סה״מ תר״ס ע׳ סד.
7וביאור הענין כי הנה פי׳ אלקי מלשון אלי הארץ1 שהוא ל׳ [לשון] כח2 שזה אמר דהע״ה [דוד המלך עליו השלום] בעבור כללות העולם
Die Erklärung der Sache: Die Bedeutung von Elokai („mein G‑tt“) leitet sich von der Wendung „die Mächtigen (eilei) des Landes“ her, die Kraft bezeichnet. König David, Friede sei mit ihm, sagte dies im Hinblick auf die Welt als Ganzes.
Das Wort Elokai, „mein G‑tt“, wird als verwandt mit dem Ausdruck „die Mächtigen (eilei) des Landes“ gelesen und bezeichnet somit Kraft. König David sprach von G‑tt als der Kraft, die in der ganzen Welt wirksam ist.
שהכח והחיות הנמשך בהם מאוא״ס [מאור אין סוף] ב״ה הממכ״ע [הממלא כל עלמין] הוא בבחי׳ המלך שלהיותו מלך על כל העולם הם חיים וקיימים ונתהוו מאין ליש מבחי׳ זו דמלכותו ית׳.
[Er meinte] die Kraft und die Lebenskraft (Chayus), die aus dem unendlichen Licht (Or Ein Sof), gesegnet sei Er, dem Licht, das alle Welten erfüllt (Memalei Kol Almin), in sie herabgezogen werden und zur Ebene des „Königs“ gehören: Weil Er König über die ganze Welt ist, leben und bestehen sie und wurden aus dem Nichts ins Etwas aus dieser Ebene Seiner Königsherrschaft (Malchus), möge Er gesegnet sein, ins Dasein gebracht.
Die Kraft und Lebenskraft, die aus dem unendlichen Licht in die Welt fließen, insofern es alle Welten erfüllt, stammen von G‑tt als König. Weil Er König über die Welt ist, lebt und besteht sie und wurde aus dem Nichts ins Dasein gebracht – all dies durch Seine Königsherrschaft (Malchus).
Der Absatz erklärt „mein G‑tt, der König“: Elokai bezeichnet die g‑ttliche Kraft, die die Welt erhält, und diese Kraft entspringt der Königsherrschaft G‑ttes, der Quelle allen geschaffenen Seins.
Ein in der Kehot-Anmerkung zitierter Abschnitt ergänzt im Text von 5568, dass dies die Kraft ist, die die Quelle aller Kräfte bildet, die Elokim genannt werden – jener Engel, die als „Söhne Elokim“ bekannt sind. Or HaTorah legt nahe, dass die Erhöhung von „mein G‑tt, der König“ bedeutet, die Kraft innerhalb von Memalei Kol Almin auf die Ebene von „G‑tt, dem Höchsten“, der Kraft des Lichts, das alle Welten umfasst (Sovev Kol Almin), zu erheben.
Marei Mekomos
- 1פי׳ אלקי מלשון אלי הארץ · II Kings 24:15
- 2שהוא ל׳ כח · ”שהוא כח אור אלקי המהווה כל הנמצאים כו׳ מאין ליש וכמ״ש לאלקי האלקים שהוא בחי׳ כח ומקור לכל הכוחות האלקים שהן הן המלאכים שנק׳ בני אלקים כנודע” — סה״מ תקס״ח ח״ב ע׳ תרמד.
8ונודע שהמלוכה והממשלה שבמלך אינה רק בחי׳ הארה והתפשטות לזולתו ואינו נוגע למלך עצמו כמו שאר מעלות ומדות שבו שהוא חכם כו׳.
Es ist bekannt, dass Königtum und Herrschaft in einem König lediglich eine Ebene der Erleuchtung und Ausdehnung zu anderen hin darstellen und den König selbst nicht berühren, anders als seine übrigen Vorzüge und Eigenschaften – etwa, dass er weise ist usw.
Die Herrschaft eines Königs erstreckt sich nach außen auf seine Untertanen; sie ist nicht Teil seiner eigenen Person, wie es seine Weisheit und seine anderen Eigenschaften sind. Das Königtum ist lediglich eine Erleuchtung des Königs, die sich auf andere erstreckt.
וזהו מלכותך מכ״ע [מלכות כל עולמים].1 שהתהוות כל עולמים עליונים ותחתונים והכח והחיות המלובש בהן ומהוה אותן נמשך מבחי׳ מדת מלכותך שהוא ענין מהות המלוכה והממשלה ולא ממהות המלך עצמו רק מבחי׳ מלכותו כו׳.2
Dies ist [die Bedeutung von] „Deine Königsherrschaft ist die Königsherrschaft aller Welten“: Das Entstehen aller Welten, der oberen wie der unteren, sowie die in ihnen gekleidete Kraft und Lebenskraft (Chayus), die sie ins Dasein bringen, werden aus der Ebene des Attributs „Deine Königsherrschaft“ (die Königsherrschaft, Malchus) herabgezogen – das die eigentliche Beschaffenheit von Königtum und Herrschaft ausmacht – und nicht aus dem Wesen des Königs Selbst, sondern nur aus der Ebene Seiner Königsherrschaft usw.
Dies erklärt den Vers „Deine Königsherrschaft ist die Königsherrschaft aller Welten“: Die Welten und die Lebenskraft, die sie erschafft, stammen allein aus G‑ttes Attribut der Königsherrschaft (Malchus), nicht aus Seinem Wesen. Die gesamte Schöpfung leitet sich von einem äußeren Schimmer G‑ttes ab.
Der Absatz beschreibt Königtum als eine nach außen gerichtete Erleuchtung, die das eigene Wesen des Königs nicht berührt. Abschließend stellt er fest, dass alle Welten allein aus G‑ttes Königsherrschaft hervorgehen, nicht aus Seinem Wesen.
Eine Glosse aus dem Jahr 5595 (1834–35), die in den Handschriften verzeichnet ist, erklärt, dass Elokai zugleich seine einfache Bedeutung von G‑ttlichkeit bewahrt: Wenn ein Mensch seine Kraft einsetzt, wird er dadurch beansprucht; G‑tt aber bleibt unverändert angesichts der gewaltigen Kräfte, die Er offenbart – gerade weil sie nur ein Schimmer Seiner Königsherrschaft sind.
Marei Mekomos
- 1מלכותך מכ״ע · Psalms 145:13
- 2שו״ה ולא ממהות — מלכותו כו׳ · בבוך 1135 גוכתי״ק הצ״צ (רק חלק מהמאמר והשאר חסר) ובבוך 1223 ניתוסף הגה״ה משנת תקצ״ה: ”והנה מה שנק׳ אלקי שהוא מלשון אילי הארץ וגם לשון אלקים כפשוטו, הענין הוא כי הנה פי׳ כח ואור וחיות הנז׳ תמיד בס׳ הקבלה, ולכאורה הוכפל לשון ללא צורך, אמנם באמת אינו כן, והענין כי הנה ענין הכח הוא ענין גילוי ההעלם הוא כמשל הכח שביד האדם לזרוק את האבן שהאבן הוא דומם וטבעו ליפול למטה וע״י כח הזורק נישא באויר היפוך טבעו האבן, והנה הכח הזה שיש ביד האדם לזרוק האבן, והנה הכח הזה כשלא זרקו עדיין הרי הי׳ הכח הזה בהעלם רק אחר שיצא אל הגילוי לזרוק האבן ממש אז נראה לעין כל שהכח מתגלה שהרי נושאו את האבן ביד זריקתו באויר נגד טבעו האבן ישאר, וגילוי זה של הכח שביד מן העלם אל הגילוי ברצון האדם תליא ואם יומשך בהעלם וגם איך וכמה יהי׳ הגילוי הכח, ועד״ז נק׳ בשמים ממעל כו׳, ע״כ שבח מעשי ידך שנמשל האור והחיות האלקים הנמשך ממנו ית׳ בכללות העולם בש׳ מעשי ידיך, שהוא כמשל גילוי הכח שביד האדם כו׳, ומזה נבראו העולמות מאין המוחלט ליש היפך הטבע, וגם עוד זאת כמו שע״י אצבעות היד מתחזק הכח לרוב מיני כחות לכתוב או לצייר או לזרוק כו׳, כן הן ריבוי מיני כחות לאין קץ נמשכים מבחי׳ ממכ״ע לבחי׳ לפושע״ד ולכן נק׳ שם אלקים לשון רבים כמ״ש אלקים קדושים ע״ש ריבוי התחלקות החיות, וכמו שיש גילוי כח מיד האדם לפעמים רק חיצוני׳ הכח לזרוק ולהגביה דבר קטן שאין צריך לזה פנימי׳ כוחו כלל ולפעמים יש גילוי פנימי׳ כוחו כו׳, וגם לפעמים מתלבש השכל בכח המעשה כמו לכתוב ולצייר ולפעמים הוא רק גילוי כח זה לבד בלי התלבשות השכל בו וכמו בכח הזריקה כו׳ כך בכח המהוה הצומח והדו״מ ע״כ יש כמה מיני המשכות כחות אלקים וכללות העולם פנימיות וחיצוניות, והתלבשות השכל בכח זה כמו בכח המהוה הנפש השכלית משא״כ בכח המהוה נפש הצומח והדומם כו׳, וכן בהתחלקות עולמות עליונים ש״י עולמות לכל צדיק כו׳, וע״כ נמשל לכח דוקא כי כל בחי׳ ריבוי המשכות אליו מובן עד״מ מהשמש כו׳ הכח שביד כו׳ ולא יובן כ״כ למשל המשכה האור מהשמש ואין שייך בו ריבוי התחלקות כ״כ, וזהו אלקים לשון כח, אך הוא ג״כ כפשוטי לשון אלקות שגילוי הכח שלמעלה אינו כמשל גילוי הכח שבאדם, שהאדם מתפעל עי״ז ומתיגע עד שמניח ויחזיר לאיתנו, משא״כ למעלה כתיב כי אני הוי׳ לא שניתי שאין בו שום שינוי והתפעלות ע״י המשכות וגילוי כח הנ״ל מההעלם אל הגילוי והיינו לפי שגילוי זה הוא דוקא רק הארה בעלמא, כמשל האור הנמשך מהשמש כו׳ שהוא רק מבחי׳ מלכותך, מה שנק׳ מלך על עם והתנשאות זו היא חיותם וקיומם וזהו רק הארה ולא גילוי מהות ועצמות המלך וע״כ גילוי בחי׳ זו אין פועל שום שינוי כו׳, או שלא תמשך ולא כמשל האור מהשמש שנמשך ממילא כו׳, וזהו אלקי לשון אלקות כפשוטו לומר שכח זה הוא אלקות שלמעלה מהשגת האדם ולא כמשל הכח מהאדם כו׳”.
9והנה להיות התפשטות אוא״ס [אור אין סוף] ב״ה בבחי׳ מלכותו ית׳ היו כמה צמצומים. וכמ״ש להודיע לבני האדם1 גבורותיו וכבוד הדר מלכותו.
Damit sich das unendliche Licht (Or Ein Sof), gelobt sei Er, in die Ebene Seiner Königsherrschaft (Malchus), gelobt sei Er, ausdehnen konnte, waren mehrere Einschränkungen (Tzimtzumim) erforderlich, wie geschrieben steht: „Um den Menschenkindern Seine mächtigen Taten und die Herrlichkeit des Glanzes Seiner Königsherrschaft kundzutun.“
Damit sich das unendliche Licht in die Ebene der Königsherrschaft ausdehnen konnte, waren mehrere Einschränkungen (Tzimtzumim) erforderlich. Der Vers aus Psalm 145 spricht von G‑ttes „mächtigen Taten“ zusammen mit der Herrlichkeit Seiner Königsherrschaft.
גבורותיו הן הן הצמצומים להיות כבוד הדר מלכותו. ואין זה אלא בחי׳ זיו להיות כבוד והדר. וכמאמר בשכמל״ו [ברוך שם כבוד מלכותו לעולם ועד] בחי׳ שם בלבד.
„Seine mächtigen Taten“ (Gevurosav) sind eben die Tzimtzumim, damit „die Herrlichkeit des Glanzes Seiner Königsherrschaft“ sei. Dies ist nichts anderes als die Ebene einer Ausstrahlung (Ziv), die Herrlichkeit und Glanz ist – wie in dem Ausspruch: „Gesegnet sei der Name der Herrlichkeit Seiner Königsherrschaft für immer und ewig“: die Ebene eines bloßen Namens.
Das Wort Gevuros, „mächtige Taten“, bedeutet auch Zurückhaltung; daher versteht der Alter Rebbe es als die Einschränkungen, die Königsherrschaft ermöglichen. Königsherrschaft ist nur eine Ausstrahlung (Ziv), wie der Antwortspruch „Gesegnet sei der Name der Herrlichkeit Seiner Königsherrschaft“ andeutet: Sie ist nur ein „Name“, nicht G‑ttes Wesen.
ואי לזאת ארוממך שעי״ז יבא לקיום ואהבת את2 ה׳ אלקיך הוא אוא״ס [אור אין סוף] ב״ה ממש בכל לבבך בשני יצריך3 שעי״ז אתכפייא כו׳ שלא יהי׳ [יהיה] חפץ ורצון אחר זולתו וכמ״ש מי לי בשמים4 וכו׳.
Und deshalb: „Ich werde Dich erheben“ – dadurch gelangt man zur Erfüllung des Gebots „Du sollst Havayah, deinen G‑tt, lieben“ – das heißt: Or Ein Sof selbst, gelobt sei Er – „mit deinem ganzen Herzen“, mit beiden Neigungen. Dadurch kommt es zur Unterwerfung (Iskafya) usw., sodass man kein anderes Verlangen und keinen anderen Willen außer Ihm hat, wie geschrieben steht: „Wen habe ich im Himmel …“ usw.
„Ich werde Dich erheben“ bedeutet daher, die Liebe über diese Ausstrahlung hinaus auf das unendliche Licht selbst zu richten und G‑tt „mit deinem ganzen Herzen“, mit der guten und der bösen Neigung, zu lieben. Wenn die böse Neigung unterworfen wird, verlangt ein Mensch nichts außer G‑tt, wie in den Worten „Wen habe ich im Himmel …“.
וזהו ארוממך ממטה למעלה.5 (ועי׳ [ועיין] בזהר וארא דכ״ח6 סוף ע״ב) וגם ארוממך המשכת הרוממו׳ מלמעלמ״ט [מלמעלה למטה].
Das ist „Ich werde Dich erheben“ von unten nach oben. (Siehe den Zohar, Vaera, Ende von 28b.) „Ich werde Dich erheben“ bedeutet auch, die Erhabenheit von oben nach unten herabzuführen.
Diese Liebe, die sich zu G‑ttes Wesen erhebt, ist ein „Erheben“ von unten nach oben; dafür wird der Zohar zu Vaera angeführt. Die zweite Bedeutung, das Herabführen der Erhabenheit von oben, wird im Folgenden erklärt.
Die Erklärung ist folgende: Manchmal sagen wir: „Einziger, Leben der Welten, König“, und manchmal sagen wir: „König, Einziger, Leben der Welten“.
Um die Bedeutung des Herabführens zu erklären, verweist der Alter Rebbe auf zwei Anordnungen derselben Worte in den Gebeten. In der einen steht „König“ am Schluss, in der anderen am Anfang.
ופי׳ כי יחיד חי העולמים מלך היינו שהוא יחיד ומיוחד לבדו ית׳ וקדוש ומובדל כו׳.9
Die Bedeutung von „Einziger, Leben der Welten, König“ ist, dass Er einzig und einzigartig ist, Er allein, gelobt sei Er, heilig und abgesondert usw.
In „Einziger, Leben der Welten, König“ ist G‑tt zunächst „Einziger“: Er ist allein, heilig und von den Welten abgesondert. Erst danach ist Er ihr Leben und ihr König.
Der Absatz erklärt, dass Königsherrschaft eine bloße Ausstrahlung ist, die durch Einschränkungen zustande kommt. Daher bedeutet „Ich werde Dich erheben“ von unten, G‑ttes Wesen jenseits dieser Ausstrahlung zu lieben. Anschließend führt er zwei Anordnungen von „Einziger, Leben der Welten, König“ ein, um die Bedeutung des Herabführens zu erklären.
Die im Or HaTorah zitierte Stelle aus dem Zohar spricht davon, das untere Licht zum höheren Licht zu erheben, sodass das untere Licht beständig im höheren Licht leuchtet. Or HaTorah beschreibt dieses Erheben nach oben als das Aufsteigen der Ausstrahlung, gleichsam zu ihrer Quelle, indem sie in G‑ttes Wesen aufgenommen wird.
Marei Mekomos
- 1להודיע לבני האדם · Psalms 145:12
- 2ואהבת את ה׳ אלקיך · Deuteronomy 6:5
- 3בכל לבבך בשני יצריך · Mishnah Berakhot 9:5
- 4מי לי בשמים · Psalms 73:25
- 5ארוממך ממטה למעלה · אוה״ת בראשית שכ, ב ”והיינו שיהי׳ הזיו עד״מ עולה למקורו כמו שהוא כלול בעצמותו”. ראה ספר המאמרים ת״ש ע׳ 100.
- 6(וע׳ בזהר וארא דכ״ח סע״ב) · ”ולאעלאה לי׳ לנהורא עילאה כו׳ ויתנהיר תדיר נהורא תתאה בנהורא עילאה” כן מעתיק באוה״ת שכא, ב לשון הזהר, וע״ש הביאור.
- 7פעם אומרים · ראה ד״ה בכ״ה בכסלו תר״ס ע׳ עב. ספר המאמרים תש״ג ד״ה יו״ט של ר״ה ע׳ 6.
- 8ופעם אומרים מלך יחיד חי העולמים · ראה סה״מ תקס״ט ע׳ קפה. דרך מצותיך ד״ה ואולם חי אני פ״ג קעח, ב. ובמ״מ לשם בתחלת המאמר. חלק מהמאמר נעתק בקונטרס עץ החיים לכ״ק אדמו״ר מהורש״ב. באוה״ת ויקהל ע׳ ב׳קנג — מציין לכאן.
- 9המשכת הרוממות מלמעלמ״ט · ראה ביהל אור ע׳ תקלח.
10וחי העולמים הוא ע״י כמה צמצומים להיות בבחינת מלך לעולם שעי״ז ארוממך מלמעלה למטה כו׳
Und „Leben der Welten“ kommt durch mehrere Einschränkungen (Tzimtzumim) zustande, damit Er für die Welt auf der Ebene eines Königs sei; und dadurch: „Ich werde Dich erheben“ von oben nach unten usw.
In der ersten Ordnung wird G‑tt nur durch mehrere Einschränkungen zum „Leben der Welten“: Sie bringen Ihn dazu, König über die Welt zu sein. Der Alter Rebbe verbindet dies mit der zweiten Bedeutung von „Ich werde Dich erheben“: Die Erhebung wird von oben nach unten gezogen.
ומלך יחיד חי העולמים היינו שלהיות חי העולמים הוא מתצמצם בבחי׳ מלך ובחינת מלך זה הגם שהוא בחי׳ אחרונה לגבי א״ס ב״ה עצמו מ״מ הוא בבחי׳ יחיד ומיוחד קדוש ומובדל כו׳ לגבי התהוות עלמין
Und „König, Einziger, Leben der Welten“ bedeutet, dass Er, um das Leben der Welten zu sein, Sich auf die Ebene eines Königs einschränkt. Diese Königsebene ist zwar, gemessen an dem Unendlichen (Ein Sof), gelobt sei Er, Selbst, die letzte Ebene; dennoch steht sie, gemessen an der Entstehung der Welten, auf der Ebene des Einzigen und Einzigartigen, Heiligen und Abgesonderten usw.
In der zweiten Ordnung steht „König“ an erster Stelle: Um den Welten Leben zu geben, schränkt G‑tt Sich auf die Ebene eines Königs ein. Doch diese Ebene ist, obwohl sie im Verhältnis zu Ein Sof Selbst die letzte und niedrigste ist, gegenüber den Welten weiterhin „einzig“, heilig und abgesondert.
ואי לזאת נמשך בחינת מלכותו לבחי׳ יחיד חי העולמים להיות התלבשות מלך יחיד קדוש ומובדל כו׳ בבחינת עלמין והיינו בעוה״ז הגשמי דוקא כי נעוץ תחלתן בסופן1 דייקא.
Daher wird die Ebene Seiner Königsherrschaft (Malchus) auf die Ebene des „Einzigen, Leben der Welten“ hingezogen, sodass der König, einzig, heilig und abgesondert usw., in die Ebene der Welten eingekleidet wird – das heißt, gerade in diese physische Welt; denn „ihr Anfang ist gerade in ihr Ende eingekeilt“.
Deshalb kann G‑ttes Königsherrschaft die Qualität des „Einzigen“ in die Welten selbst hineintragen, sodass der heilige, erhabene König in sie eingekleidet wird. Dies geschieht gerade in der physischen Welt, denn, wie Sefer Yetzirah sagt, ist der Anfang der Dinge „in ihr Ende eingekeilt“: Das Höchste ist mit dem Niedrigsten verbunden.
Der Absatz stellt die beiden Ordnungen gegenüber: In der einen wird G‑tt durch Einschränkungen zum König; in der anderen bleibt selbst Seine Königsherrschaft „einzig“ und erhaben, und gerade diese Erhabenheit wird in die physische Welt eingekleidet, wo das Höchste und das Niedrigste zusammentreffen.
Or HaTorah sagt, wie in der Kehot-Anmerkung zum nächsten Absatz zitiert wird, dass gerade in dieser Welt die Ebene des „Einzigen“, also die Krone (Keser), mit dem „König“ (Malchus) verbunden ist – nicht in der Weise der stufenweisen Herabfolge der Welten (Hishtalshelus). Deshalb wird dies mit einer Flamme verglichen, die einen Docht erfasst: Ein großes Licht erscheint in der Dunkelheit des Dochtes.
Marei Mekomos
- 1נעוץ תחלתן בסופן · Sefer Yetzirah 1:7
Licht, das durch Taten offenbart wird ¶11–13
11וזהו והיו הדברים האלה1 אשר אנכי מצוך היום כו׳ היום לעשותם23 כי הוא המשכת אור א״ס ב״ה ממש מצוך מלשון התקשרות
Dies ist [die Bedeutung von] „Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen … sein“ usw., „heute, sie zu tun“: denn es ist ein Herabziehen des unendlichen Lichts (Or Ein Sof) selbst, gesegnet sei Er – „dir gebiete“ (metzavecha) im Sinne von Verbindung.
Der Vers „Diese Worte, die ich dir heute gebiete“ wird als Herabziehen des unendlichen Lichts selbst verstanden. „Gebiete“ (metzavecha) wird als tzavsa, „Verbindung“, gehört, da die Mitzvah einen Menschen an G‑tt bindet.
בבחי׳ היום לעשותם דוקא שהוא בעולם הזה עולם המעשה ולא בעולמות עליונים שהם ע״י השתלשלות בירידת סתר המדרגות מעילה לעלול כו׳ ורחוקים מאור א״ס ב״ה ממש.
[Es ist] speziell auf der Ebene (Bechinah) von „heute, sie zu tun“, das heißt in dieser Welt, der Welt des Handelns, und nicht in den höheren Welten, die durch die stufenweise Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) entstehen, durch einen Abstieg verborgener Stufen von Ursache zu Wirkung usw., und die weit vom Or Ein Sof selbst, gesegnet sei Er, entfernt sind.
Dies geschieht speziell „heute, sie zu tun“: in dieser Welt, der Welt des Handelns, wie der Talmud diese Worte liest, und nicht in den höheren Welten. Die höheren Welten entstehen durch einen stufenweisen Abstieg von Ursache zu Wirkung und sind daher vom unendlichen Licht selbst entfernt.
משא״כ בסוף מעשה מתגלה אוא״ס [אור אין סוף] ב״ה ממש שלא כדרך ירידת והשתלשלות העולמות אלא כמשל האור הנאחז בפתילה שקודם שנאחז בפתילה אינו עולה בשם אור כלל.
Anders verhält es sich am Ende des Handelns: Dort wird Or Ein Sof selbst, gesegnet sei Er, offenbart, nicht auf die Weise des Herabgehens und der stufenweisen Herabfolge der Welten, sondern wie im Gleichnis des Lichts, das am Docht Halt findet und das, bevor es am Docht Halt findet, überhaupt nicht als Licht gilt.
Am Ende des Handelns, dem niedrigsten Punkt, wird Or Ein Sof selbst offenbart, nicht durch einen stufenweisen Abstieg. Es ist wie eine Flamme, die am Docht Feuer fängt: Bevor sie den Docht erfasst, gilt sie überhaupt nicht als Licht.
Der Absatz wendet den Gedanken auf die Mitzvos an: G‑ttes Wesen wird durch physische Taten in dieser Welt herabgezogen, nicht durch den stufenweisen Abstieg der höheren Welten – so wie eine Flamme erst dann zu Licht wird, wenn sie am Docht Halt findet.
Der Talmud in Eiruvin stellt „heute, sie zu tun“ „morgen, ihren Lohn zu empfangen“ gegenüber. Der Maamar konzentriert sich auf die erste Hälfte, das Tun in dieser Welt.
Marei Mekomos
- 1והיו הדברים האלה · Deuteronomy 6:6
- 2היום לעשותם · Eruvin 22a:5–6
- 3היום לעשותם · Deuteronomy 7:11
12וע״י התאחזותו בדבר גשמי נתהווה גילוי אור.1 אך אור זה צריך להמשיך על ידי עבודת האדם ורוח אייתי רוח2 ואמשיך רוח. אם ישים אליו לבו3 רוחו ונשמתו אליו יאסוף.
Durch sein Ergreifen eines physischen Gegenstands entsteht eine Offenbarung des Lichts. Dieses Licht muss jedoch durch den Dienst des Menschen herabgezogen werden, und „ein Geist bringt einen Geist und zieht einen Geist herab“. „Wenn er sein Herz auf Ihn richtet, wird er seinen Geist und seine Seele zu Ihm sammeln.“
Eine Flamme wird erst dann als Licht sichtbar, wenn sie an etwas Physischem haftet; ebenso wird G‑ttes Licht durch physische Taten offenbart. Doch dieses Licht muss durch den eigenen Dienst des Menschen herabgezogen werden: Wie der Sohar sagt, bringt ein Geist von unten einen Geist von oben herab. Elihus Worte im Iyov, die sich dem einfachen Sinn nach darauf beziehen, dass G‑tt Sein Herz auf den Menschen richtet und dessen Geist zu sich sammelt, werden hier so gelesen, dass ein Mensch sein Herz auf G‑tt richtet und seinen Geist und seine Seele zu Ihm sammelt.
Der Absatz fügt hinzu, dass das Licht, das durch physische Dinge erscheint, durch menschliches Bemühen herabgezogen werden muss: Die Erweckung des Geistes eines Menschen ruft den Geist G‑ttes hervor.
Or HaTorah, zitiert in der Anmerkung von Kehot, erklärt, dass die „Lampe“ zusätzliches Licht bedeutet, das in Malchus herabgezogen wird: „Einziger, Leben der Welten, König.“ Dadurch werden in dieser Welt die Krone (Keser) und die Königsherrschaft (Malchus) auf eine Weise verbunden, die sich von der stufenweisen Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) unterscheidet.
Marei Mekomos
- 1וע״י התאחזותו בדבר גשמי נתהווה גילוי אור · באוה״ת בראשית שכא, ב מציין ע״ז: ”ור״ל שבעוה״ז דוקא מחברים בחי׳ יחיד שהוא הכתר עם בחי׳ מלך שהוא המל׳, וזהו שלא כדרך השתלשלות ע״כ נמשל אל אחיזת האור בפתילה שבבחי׳ החשך שהוא הפתילה נאחז ונתגלה אור גדול, וכך הו״ע המשכת בחי׳ יחיד בבחי׳ מל׳ . . נמצא המכוון מזה דבחי׳ נר זהו״ע מה שנמשך תוס׳ וריבוי אור במל׳ היינו בחי׳ יחיד חי העולמים מלך” עכ״ל שם.
- 2ורוח אייתי רוח · Zohar II, 162b
- 3אם ישים אליו לבו · Job 34:14
13וזהו ענין הדלקת הנרות להדליק ולהמשיך האור1 שיהא נאחז בפתילה. וזהו קרוב ה׳ לכל קראיו2 לכל אשר יקראהו באמת.
Das ist die Bedeutung des Entzündens der Lampen: das Licht zu entzünden und herabzuziehen, damit es am Docht Halt findet. Dies ist [die Bedeutung von] „Havayah ist nahe allen, die Ihn anrufen, allen, die Ihn in Wahrheit anrufen.“
Das Entzünden der Lampen bedeutet, das Licht herabzuziehen, damit es am Docht Halt findet. Dies ist die Bedeutung von „Havayah ist nahe allen, die Ihn in Wahrheit anrufen“: Das Anrufen zieht Seine Nähe herab.
דהיינו להיות אמת ה׳ לעולם. ואמתות ה׳ הוא שמעלה ומטה שוים לפניו ית׳ כחשיכ׳ [כחשיכה] כאורה3
Das heißt, damit „die Wahrheit Havayahs“ in der Welt (le’olam) sei. Die Wahrheit Havayahs ist, dass oben und unten vor Ihm, möge Er gesegnet sein, gleich sind – „wie die Finsternis, so das Licht“.
„In Wahrheit“ anzurufen bedeutet, „die Wahrheit Havayahs“ in die Welt zu bringen. Diese Wahrheit besteht darin, dass oben und unten vor Ihm gleich sind, denn für Ihn ist „die Finsternis wie das Licht“.
וסדר ההשתלשלות הוא רק בערכנו ובערך כל העולמות הברואים מאין ליש שלא יבטלו במציאות ונק׳ כדמותנו4 דמות כבוד5 ה׳. אבל בצלמנו בצלם אלקים6 היינו אמתות יחודו יתברך בעליונים ובתחתונים בשוה.7
Die Ordnung der stufenweisen Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) besteht nur in Bezug auf uns und auf alle Welten, die aus dem Nichts zum Etwas erschaffen wurden, damit sie nicht ihre Existenz verlieren; dies wird „in unserem Gleichnis“, „das Gleichnis der Herrlichkeit Havayahs“, genannt. „In unserem Bild“, „im Bild von G‑tt“, bedeutet hingegen die Wahrheit Seiner Einheit, möge Er gesegnet sein, in den oberen wie den unteren Bereichen gleichermaßen.
Die abgestufte Ordnung der höheren und niedrigeren Welten besteht nur aus der Perspektive von uns und den geschaffenen Wesen, damit diese nicht aus der Existenz aufgehoben werden; dies wird als das „Gleichnis“ von G‑tt bezeichnet. Das „Bild“ G‑ttes hingegen ist die Wahrheit Seiner Einheit, die in den höchsten wie den niedrigsten Bereichen gleichermaßen gegenwärtig ist.
Der Absatz verbindet das Entzünden der Lampen damit, „die Wahrheit Havayahs“ in die Welt herabzuziehen: die Wahrheit, dass für G‑tt das Höhere und das Niedrigere gleich sind, während die geordnete Hierarchie der Welten nur um der Geschöpfe willen besteht.
Or HaTorah weist, wie in der Kehot-Anmerkung zitiert, darauf hin, dass die Segensformel „anzuzünden“ sagt und nicht die Formulierung der Tora „wenn du emporhebst“, die für die Leuchten des Heiligtums verwendet wird: Die Leuchte des Heiligtums bedeutet, ebenso wie die Schabbatleuchte, „Ich werde Dich erheben“ von unten nach oben; die Chanukka-Leuchte hingegen bedeutet „Ich werde Dich erheben“ von oben nach unten.
Marei Mekomos
- 1להדליק ולהמשיך האור · ראה באוה״ת שם שכב, א הדיוק בלשון הברכה שמברכין להדליק ולא כמ״ש בהעלותך ”כי נר דהיכל דוגמת נר שבת ארוממך מלמטלמ״ע ונר חנוכה דוגמת ארוממך מלמעלמ״ט, ע״כ נאמר להדליק”, ע״ש.
- 2קרוב ה׳ לכל קוראיו · Psalms 145:18
- 3כחשיכ׳ כאורה · Psalms 139:12
- 4כדמותנו · Genesis 1:26
- 5דמות כבוד ה׳ · Ezekiel 1:28
- 6בצלם אלקים · Genesis 1:27
- 7אמת ה׳ לעולם · Psalms 117:2
Güte jenseits jedes Maßes ¶14
14וכיצד נמשך אמת ה׳ לעולם אמר הכתוב כי גבר עלינו חסדו.1 מחמת תגבורת חסד ואור עליון יותר מערך השתלשלות.
Und wie wird „die Wahrheit von Havayah“ in die Welt herabgezogen? Die Schrift sagt: „Denn Seine Güte hat über uns gesiegt“ – durch ein Überströmen überirdischer Güte (Chesed) und des Lichts, das über das Maß der stufenweisen Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) hinausgeht.
Wie wird die Wahrheit von Havayah in die Welt herabgezogen? Durch „Seine Güte hat über uns gesiegt“: ein Überströmen überirdischer Güte und des Lichts, das über die gemessene Ordnung der herabsteigenden Welten hinausgeht.
והיינו ע״י נה״ב [נפש הבהמית] כד אתהפכא ואתכפייא כי נה״ב [נפש הבהמית] הגם שלמטה בעוה״ז היא במדרגה שפלה מ״מ שרשה ומקורה העליון היא הגבה למעלה במאד
Dies geschieht durch die tierische Seele (Nefesh Habahamis), wenn sie umgewandelt und unterworfen wird (Is’hapcha und Iskafya). Denn obwohl die tierische Seele hier unten in dieser Welt auf einer niedrigen Stufe steht, ist ihre Wurzel und ihre überirdische Quelle dennoch außerordentlich hoch.
Dieses Überströmen kommt durch die tierische Seele zustande, wenn sie umgewandelt und unterworfen wird. Obwohl sie in dieser Welt auf einer niedrigen Stufe steht, ist ihre Wurzel sehr hoch.
Denn sie entstammt der Ebene „bevor irgendein König regierte“, wie an anderer Stelle hinsichtlich der Nahrung erklärt wird, von der der Mensch lebt: Ihre Wurzel stammt von einem hohen Ort usw.
Ihre Wurzel liegt auf der Ebene „bevor irgendein König regierte“ – das bezieht sich auf die Könige von Edom, die in der Kabbalah die Welt von Tohu darstellen, welche den geordneten Welten vorausging. In Torah Ohr, Beshalach erklärt der Alter Rebbe auf dieselbe Weise, warum Nahrung, obwohl sie niedriger ist als der Mensch, ihn erhalten kann: Der G‑ttliche Funke in ihr hat eine höhere Wurzel, die aus Tohu stammt.
ולכך ע״י התהפכות נה״ב [נפש הבהמית] בהתגברות הטוב על הרע מעורר כך למעלה בשרשה תגבורת אור וחסד עליון להיות גילוי אמת ה׳ לעולם אמתות ה׳ ממש.
Wenn daher die tierische Seele umgewandelt wird, indem das Gute über das Böse siegt, erweckt man entsprechend oben, in ihrer Wurzel, ein Überströmen von Licht und überirdischer Güte, sodass „die Wahrheit von Havayah“ in der Welt offenbart wird – die Wahrheit von Havayah selbst.
Wenn daher die tierische Seele umgewandelt wird, indem das Gute das Böse überwindet, erweckt sie in ihrer erhabenen Wurzel ein Überströmen von überirdischem Licht und Güte. Dadurch wird die Wahrheit von Havayah in der Welt offenbar, die Wahrheit von Havayah selbst.
(והוא בחי׳ חסד עליון הממתיק הגבורות. פי׳ דהרי מבואר לעיל שכדי להיות התפשטות האור בבחי׳ מל׳ הוא ע״י גבורות וצמצומים כמ״ש להודיע לבני האדם גבורותיו5 כו׳.
(Dies ist die Ebene der überirdischen Güte, welche die Gevuros (Selbstbegrenzungen) besänftigt. Das heißt: Wie oben erklärt, erfolgt die Ausdehnung des Lichts in die Ebene der Königsherrschaft (Malchus) durch Gevuros und Einschränkungen (Tzimtzumim), wie geschrieben steht: „um den Menschenkindern Seine mächtigen Taten kundzutun“ (Gevurosav) usw.
Die Klammer erklärt, dass es sich um überirdische Güte handelt, welche die Selbstbegrenzungen (Gevuros) „besänftigt“. Wie oben erklärt, wird die Königsherrschaft nur durch Selbstbegrenzungen und Einschränkungen offenbart, durch die „mächtigen Taten“ des Verses.
אבל בחי׳ כי אתה נרי6 הוי׳ הוא בחי׳ כי גבר עלינו חסדו להיות תוספת אור בלי צמצומים כו׳. ונק׳ בחי׳ מיתוק זה יחוד קובה״ו [קודשא בריך הוא ושכינתיה] כמ״ש בתניא פמ״א [פרק מ״א / פרשה מ״א] בהג״ה [בהגהה])7
Doch die Ebene von „Denn Du bist meine Leuchte, Havayah“ ist die Ebene von „Denn Seine Güte hat über uns gesiegt“, sodass Licht ohne Einschränkungen hinzukommt usw. Diese Ebene der Besänftigung wird die Vereinigung des Heiligen, gelobt sei Er (Kudsha Brich Hu), mit Seiner G‑ttlichen Gegenwart (Shechinah) genannt, wie in Tanya, Kapitel 41, in der Anmerkung erklärt wird.)
Das Licht von „Denn Du bist meine Leuchte, Havayah“ ist jedoch die Güte, die „über uns siegt“ und zusätzliches Licht ohne Einschränkungen bringt. Diese Besänftigung ist die Vereinigung des Heiligen, gelobt sei Er, mit Seiner G‑ttlichen Gegenwart, von der in der Anmerkung zu Tanya, Kapitel 41, die Rede ist.
אך הנה כמו במשל אור הנר הנ״ל שע״י כליון הפתילה לבדה אינה מאיר כ״כ [כל כך] כ״א ע״י השמן.
Doch wie beim oben erwähnten Gleichnis vom Licht der Lampe: Durch das Abbrennen des Dochtes allein leuchtet es nicht so hell, sondern nur durch das Öl.
Das Gleichnis von der Lampe enthält noch ein weiteres Element: Das Abbrennen des Dochtes allein ergibt kein gutes Licht, wenn kein Öl da ist. Das Öl braucht nun sein Gegenstück in der Seele.
כך צ״ל בחי׳ שמן בעבודת האדם בהתלבשות הנשמה בגוף. והוא ענין שמן משחת קדש8 ורומז על התורה
So muss es auch im Dienst des Menschen, wenn die Seele sich in den Körper kleidet, eine Ebene des Öls geben. Dies ist das „heilige Salböl“ (shemen mishchas kodesh), und es spielt auf die Torah an.
Auch der Dienst des Menschen, solange die Seele im Körper ist, braucht „Öl“. Dieses Öl ist die Torah, auf die das „heilige Salböl“ anspielt.
כי קדש הוא בבחי׳ חכמה ואורייתא מחכמה נפקת והשמן היא פנימיות החיות שבכל הדברים שמוציאים מהן השמן.
Denn „heilig“ (kodesh) liegt auf der Ebene der Weisheit (Chochmah), und „die Tora geht aus der Chochmah hervor“. Und Öl ist die innere Dimension (Pnimiyus) der Lebenskraft (Chayus) in all den Dingen, aus denen Öl gewonnen wird.
„Heilig“ (kodesh) bezeichnet Chochmah, und die Tora stammt aus Chochmah. Öl ist die innerste Lebenskraft dessen, woraus es gepresst wird.
Der Absatz erklärt, dass die Wahrheit von Havayah durch ein Überströmen von Güte offenbart wird, das über die geordnete Abfolge der Welten hinausgeht und dadurch hervorgerufen wird, dass die tierische Seele, deren Wurzel sehr hoch ist, umgewandelt wird; anschließend wendet er sich dem zweiten Bestandteil der Lampe zu: dem Öl, das die Torah ist.
Der in der Anmerkung von Kehot angeführte Abschnitt aus Torah Ohr zu Beshalach fragt, warum der Mensch Brot braucht, während das Brot ihn nicht braucht, und antwortet anhand der Wurzeln von Tohu [Chaos] und Tikkun [Berichtigung]: Der Mensch ist in Tikkun verwurzelt, während die Nahrung, wie dieser Maamar sagt, „von einem hohen Ort“ stammt. Dieselbe Logik macht die umgewandelte tierische Seele zu einer Quelle größeren Lichts.
Marei Mekomos
- 1כי גבר עלינו חסדו · Psalms 117:2
- 2לפני מלך מלך · Genesis 36:31
- 3וכמ״ש במ״א מענין המאכל שעליו יחי׳ האדם · ראה לעיל ט, ד. לקמן סה, ד. לקו״ת צו יג, ב ועוד.
- 4יחיה האדם · Deuteronomy 8:3
- 5להודיע לבני האדם גבורותיו · Psalms 145:12
- 6כי אתה נרי הוי׳ · II Samuel 22:29
- 7יחוד קובה״ו כמ״ש בתניא פמ״א בהג״ה · Tanya, Likkutei Amarim 41
- 8שמן משחת קדש · Exodus 30:31
Öl, Ehrfurcht und Liebe ¶15–21
15ולכן בכל הדברים יש שמן ואפי׳ [ואפילו] באבנים1 כי כולם בחכמה עשית2 ויש בכולם פנימית החיות בבחי׳ שמן.
Deshalb gibt es in allen Dingen Öl, sogar in Steinen, denn „Du hast sie alle mit Weisheit (Chochmah) gemacht“, und in ihnen allen gibt es die innere Dimension (Pnimiyus) der Lebenskraft (Chayus), auf der Ebene des Öls.
Da alles durch Chochmah geschaffen wurde, besitzt jedes erschaffene Ding eine innere Lebenskraft, sein „Öl“ – sogar Steine. Eine andere Niederschrift dieses Maamar (Sefer HaMaamarim 5568), die in der Kehot-Anmerkung zitiert wird, führt den Vers „Öl aus dem Feuersteinfelsen“ als Beleg dafür an, dass Öl die innere Dimension jedes existierenden Dinges ist.
והשמן הנמשך מקדש שהיא ח״ע [חכמה עילאה] היא ג״כ המתלבשת אפי׳ [אפילו] בדברים גשמיים כמו זרעים מועד כו׳.
Und das aus dem „Heiligen“ (kodesh) herabgezogene Öl – also aus der überweltlichen Weisheit (Chochmah) – ist ebenfalls in physischen Angelegenheiten eingekleidet, etwa in Zeraim [und] Moed usw.
Das aus dem „Heiligen“, der überweltlichen Chochmah, herabgezogene Öl ist ebenso in der Behandlung physischer Angelegenheiten durch die Tora eingekleidet. Zeraim und Moed sind Ordnungen der Mischna, die sich mit Landwirtschaft beziehungsweise den Festtagen befassen.
Der Absatz zeigt, dass Öl, die innere Lebenskraft aus Chochmah, in allen Dingen vorhanden ist und dass die überweltliche Chochmah, die Tora, sogar in ihren Gesetzen über physische Angelegenheiten eingekleidet ist.
Der Text von 5568, der in der Kehot-Anmerkung zitiert wird, belegt „sogar in Steinen“ mit dem Vers „Öl aus dem Feuersteinfelsen“ und erklärt, dass Öl die innere Dimension jedes existierenden Dinges ist, wie im Pardes geschrieben steht.
Marei Mekomos
- 1בכל הדברים יש שמן ואפי׳ באבנים · לעיל לט, ד. בתקס״ח ע׳ תרמז מביא ראי׳: ”וכמ״ש ושמן מחלמיש צור כי בחי׳ שמן הוא בחי׳ פנימיות כל דבר נמצא והוא בכל הנמצאים כולן כו׳ וכמ״ש בפרדס”: וכמ״ש כולם בחכמה.
- 2כולם בחכמה עשית · Psalms 104:24
16ושמן זה הוא הגורם הארה רבה להיות האור טוב להאיר. והיינו להיות גלוי אוא״ס [אור אין סוף] ב״ה בנפש האדם בגלוי ממש כאלו רואה כו׳
Dieses Öl bewirkt eine große Erleuchtung, sodass das Licht hell leuchtet. Das heißt: Das unendliche Licht (Or Ein Sof), gelobt sei Er, soll sich in der Seele eines Menschen offenbaren – eine wirkliche Offenbarung, als sähe er usw.
Das Öl lässt das Licht hell leuchten: Es bewirkt eine wirkliche Offenbarung des unendlichen Lichts in der Seele eines Menschen, so lebendig, als könnte er es sehen.
ולא בדמיונות הנולדים מן המחשבה לבדה שהן חולפות ועוברות ואינן קבועות בנפש באמת לאמתו רק שיהא הגלוי בלב באמת לאמתו קבוע ותקוע בחיזוק כיתד שלא תמוט להיות נגדו תמיד1
Nicht in Vorstellungen, die allein aus dem Denken entstehen, vergehen und verblassen und nicht in Wahrheit und Wirklichkeit in der Seele verankert sind. Vielmehr soll die Offenbarung im Herzen in Wahrheit und Wirklichkeit fest und unerschütterlich verankert sein wie ein Pflock, der sich nicht bewegt, sodass sie ihm stets vor Augen ist.
Es geht nicht um ein flüchtiges Bild, das allein durch das Denken entsteht, verblasst und keine bleibende Spur hinterlässt. Die Offenbarung muss fest im Herzen verankert sein, so sicher wie ein Pflock, der sich nicht bewegen lässt, damit sie ihm stets gegenwärtig bleibt.
וגלוי זה הוא להיות יראת ה׳ על פניו יראה עלאה בבחי׳ בטול ממש הנרמזת באות יו״ד של שם הוי׳ כנודע כי שם הוי׳ הוא דחילו ורחימו רחימו ודחילו.
Diese Offenbarung soll bewirken, dass „die Ehrfurcht vor G‑tt“ „auf seinem Angesicht“ sei: die Yirah Ila’ah [höhere Ehrfurcht], auf der Ebene wirklicher Selbstaufhebung (Bittul), auf die der Buchstabe Yud des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah) anspielt. Denn wie bekannt, ist der Name Havayah Ehrfurcht und Liebe, Liebe und Ehrfurcht (Dechilu uRechimu, Rechimu uDechilu [Ehrfurcht und Liebe, Liebe und Ehrfurcht]).
Eine solche bleibende Offenbarung bringt „die Ehrfurcht vor G‑tt auf seinem Angesicht“ hervor: die höhere Ehrfurcht, die vollständige Selbstaufhebung, auf die das Yud von Havayah anspielt. Wie bekannt, stehen die vier Buchstaben von Havayah für Ehrfurcht und Liebe, dann für Liebe und Ehrfurcht. Likkutei Torah zu Shir HaShirim verweist genau hierzu auf diesen Maamar: Die große Liebe ist das obere Heh, und die höhere Ehrfurcht das Yud.
נמצא שאות יו״ד הרומזת לחכמה הוא בחי׳ דחילו שהיא בחי׳ יראה עלאה2 אם אין חכמה אין יראה.34 לכן ארז״ל [אמרו רבותינו זכרונם לברכה] מה להלן באימה5 וביראה אף כאן כו׳.
Daraus folgt, dass der Buchstabe Yud, der auf die Weisheit (Chochmah) anspielt, die Ebene von Dechilu [Ehrfurcht] ist, also die Ebene der höheren Ehrfurcht: „Wenn keine Chochmah vorhanden ist, gibt es keine Ehrfurcht.“ Deshalb sagten unsere gesegneten Weisen: „So wie es dort mit Furcht und Ehrfurcht war, so auch hier“ usw.
Das Yud steht für Chochmah und somit für die höhere Ehrfurcht, wie der Ausspruch lehrt: „Wenn es keine Chochmah gibt, gibt es keine Ehrfurcht.“ Deshalb muss die Tora, die aus Chochmah hervorgeht, mit der Furcht und Ehrfurcht studiert werden, die am Sinai herrschten.
Der Absatz beschreibt das Öl als Ursache einer bleibenden Offenbarung G‑ttes im Herzen. Diese Offenbarung führt zur höheren Ehrfurcht der Selbstaufhebung, auf die das Yud von Havayah anspielt und die mit Chochmah und der Tora verbunden ist.
Or HaTorah, zitiert in der Kehot-Anmerkung, sagt, dass dieser Maamar und sein Biur die höhere Ehrfurcht mit Chochmah identifizieren, die über der großen Liebe steht, wie es die meisten Maamarim tun. Iggeres HaKodesh 18 stellt jedoch die Liebe des Entzückens nach die höhere Ehrfurcht; dort muss man die höhere Ehrfurcht daher als Binah verstehen. Likkutei Torah zu Shir HaShirim zitiert den Biur dieses Maamar: Die große Liebe ist das obere Heh, und die höhere Ehrfurcht das Yud.
Marei Mekomos
- 1להיות נגדו תמיד · Psalms 16:8
- 2שהיא בחי׳ יראה עלאה · ”בד״ה כי אתה נרי [כאן] ובהביאור פי׳ כי יראה עילאה היא חכמה והיא למעלה מאהבה רבה וכן פי׳ ברוב הדרושים וכ״ה במאו״א אות י׳ סכ״ו”. אוה״ת נ״ך כרך א ע׳ תרכד, ומציין שם לאגה״ק סי׳ יח ששם מבאר שבחי׳ אהבה בתענוגים באה אחר יראה עילאה כי דרכו של איש לחזור צריך לפרש אשר יראה עילאה זהו בינה ואהבה בתענוגים זהו אבא, ע״ש ובאוה״ת שה״ש כרך ב ע׳ תרטו. וראה בלקו״ת שה״ש טו, ג וז״ל שם ”ועיין בפ׳ מקץ בביאור על פסוק כי אתה נרי שאהבה רבה היא בחינת ה׳ עילאה ויראה עילאה היא בחי׳ יוד כו׳”.
- 3אם אין חכמה אין יראה · אבות פ״ג מי״ז.
- 4אם אין חכמה אין יראה · Pirkei Avot 3:17
- 5מה להלן באימה · Berakhot 22a:4
17והיינו מפני התלבשות ח״ע [חכמה עילאה] ששם שורה ומתגלה אוא״ס [אור אין סוף] ב״ה ממש בבחי׳ בטול אפי׳ [אפילו] בדברים גשמיים הנאמרים בתורה אשר לפנינו.
Dies liegt an der Einkleidung der höheren Weisheit (Chochmah), in der das unendliche Licht (Or Ein Sof), gesegnet sei Er, selbst ruht und in einem Zustand der Selbstaufhebung (Bittul) offenbart wird – selbst in den materiellen Dingen, von denen in der vor uns liegenden Tora die Rede ist.
Der Grund ist, dass die höhere Weisheit (Chochmah) in die Tora eingekleidet ist und dort das unendliche Licht ruht und in einem Zustand der Selbstaufhebung offenbart wird. Dies gilt selbst für die Erörterungen materieller Dinge in der Tora.
והלכה זו היא דבר ה׳ ממש. וכן האדם כשעוסק בתורה דבר ה׳ ממש ורוח פיו מדבר בו.
Und diese Halachah ist das eigentliche Wort G‑ttes. Ebenso gilt: Wenn ein Mensch sich mit Tora beschäftigt, [ist es] das eigentliche Wort G‑ttes, und der Hauch Seines Mundes spricht in ihm.
Jedes Gesetz der Tora ist somit wahrhaftig das Wort G‑ttes. Wenn ein Mensch Tora lernt, sprechen das Wort G‑ttes und der Hauch Seines Mundes durch ihn.
Dieser Absatz erklärt, warum das Torastudium Ehrfurcht erfordert: G‑ttes eigene Weisheit ist in jedes Gesetz eingekleidet, sodass ein Mensch, der Tora lernt, das Wort G‑ttes ausspricht.
18וכמ״ש ודברי אשר שמתי בפיך1 ועז״נ [ועל זה נאמר] ודברת בם2 להיות המשכ׳ חכמה ויראה עילאה בם בד״ת [בדברי תורה].
Wie geschrieben steht: „Und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe“; dazu heißt es: „Und du sollst von ihnen sprechen (bam)“, sodass die Weisheit (Chochmah) und die höhere Ehrfurcht in sie herabgezogen werden – in die Worte der Tora.
Yeshayahus Aussage „Und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe“ stützt dies. „Du sollst von ihnen sprechen (bam)“ wird so verstanden, dass Weisheit und die höhere Ehrfurcht in die Worte der Tora herabgezogen werden, die man spricht.
ומזה נמשך תפלת י״ח בלחש ובחשאי בחי׳ שמן שהוא בחי׳ בטול. וע״ז רומזים כריעות והשתחואות שבתפלה שהם המשכות הבטול.
Daraus ergibt sich das im Flüsterton und in Stille [gesprochene] Gebet der Shemoneh Esreh – die Ebene des Öls, die Ebene der Selbstaufhebung (Bittul). Darauf weisen die Verbeugungen und Niederwerfungen im Gebet hin, die Herabführungen der Selbstaufhebung sind.
Die Shemoneh Esreh wird im Flüsterton und in Stille gesprochen, weil sie dieses „Öl“ zum Ausdruck bringt: die Selbstaufhebung der höheren Ehrfurcht. Auch die Verbeugung im Gebet zieht diese Selbstaufhebung herab.
Der Absatz führt das Öl, Chochmah und die höhere Ehrfurcht vom Torastudium zum Gebet weiter, wo die stille Shemoneh Esreh und ihre Verbeugungen die Selbstaufhebung zum Ausdruck bringen.
Marei Mekomos
- 1ודברי אשר שמתי בפיך · Isaiah 59:21
- 2ודברת בם · Deuteronomy 6:7
19ולכן כתיב בעמדם תרפינה כנפיהם1 בבחי׳ לחש וחשאי. ויראה הנרמזת בה״א [באות ה״א] אחרונה של שם הוי׳ היא יראה תתאה שלא למרוד בממה״מ [במלך מלכי המלכים] הקב״ה ולא למרות עיני כבודו.23 והוא בחי׳ הפתילה ששולט בה אור האש להפך ולכלות אותה.
Daher heißt es: „Als sie standen, ließen sie ihre Flügel sinken“ – die Ebene des Flüsterns und des Schweigens. Und die Ehrfurcht, auf die das letzte He des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah) anspielt, ist die Yirah Tata’ah [untere Ehrfurcht]: Sie besteht darin, weder gegen den König der Könige der Könige, den Heiligen, gelobt sei Er (Kudsha Brich Hu), aufzubegehren noch den Augen Seiner Herrlichkeit zu trotzen. Sie ist die Ebene des Dochtes, über den das Licht des Feuers herrscht, um ihn zu verwandeln und zu verzehren.
Die Engel Yechezkels lassen ihre Flügel sinken, wenn sie stillstehen, wie in der Stille des geflüsterten Gebets. Die untere Ehrfurcht, auf die das letzte He von Havayah anspielt, ist die Furcht, gegen den König aufzubegehren; sie entspricht dem Docht, den die Flamme überwältigt, verwandelt und verzehrt.
Der Absatz verknüpft das stille Gebet mit der Ruhe der Engel und identifiziert die untere Ehrfurcht, die Furcht, gegen G‑tt aufzubegehren, mit dem Docht der Lampe – jenem Teil, der verzehrt und verwandelt wird.
Ein Manuskript liest hier die feminine Form „vehi“ („und sie ist“), sodass sich „die Ebene des Dochtes“ ausdrücklich auf die Ehrfurcht bezieht.
Marei Mekomos
- 1בעמדם תרפינה כנפיהם · Ezekiel 1:24
- 2שו״ה עיני כבודו — והוא · בכת״י הנ״ל: והיא.
- 3ולא למרות עיני כבודו · Isaiah 3:8
20וב׳ גווני אור הם ב״פ [ב׳ פעמים] רחימו שבשם הוי׳ כי ואהבת1 בגימט׳ [בגימטריא] ב״פ [ב׳ פעמים] אור2 היינו האהבה הרמוזה בה׳ ראשונה של הוי׳ היא בחי׳ אה״ר [אהבה רבה] הבאה מלמעלה אהבה בתענוגים3 שהיא בחי׳ מתנה כו׳
Die beiden Farben des Lichts sind die beiden [Erwähnungen von] Liebe (rechimu) im unaussprechlichen g‑ttlichen Namen (Havayah), denn ve’ahavta („du sollst lieben“) hat den Zahlenwert von zweimal Or („Licht“). Das heißt: Die Liebe, auf die das erste Hei von Havayah hinweist, ist die Ebene der großen Liebe (ahavah rabbah), die von oben kommt – „Liebe in Entzückungen“ –, die eine Ebene eines Geschenks ist usw.
Die beiden Farben der Flamme entsprechen den beiden Erwähnungen von Liebe in „Ehrfurcht und Liebe, Liebe und Ehrfurcht“, und ve’ahavta („du sollst lieben“, 414) hat denselben Zahlenwert wie zweimal Or („Licht“, 207). Die Liebe des ersten Hei ist die große Liebe, die von oben kommt, „Liebe in Entzückungen“, die als Geschenk gegeben wird.
והיא בחי׳ נהורא חיוורא ואהבה הרמוזה בוי״ו של שם הוי׳ היא האהבה הנולדה בנפש המשכלת ומתבוננת בגדולת א״ס ב״ה והיא בחי׳ נהורא אוכמא הקרובה אל הפתילה ומתאחזת בה:
Sie ist die Ebene des weißen Lichts (nehora chivra). Und die Liebe, auf die der Vav des Namens Havayah hinweist, ist die Liebe, die in der Seele entsteht, wenn sie die Größe des Unendlichen (Ein Sof), gelobt sei Er, erfasst und betrachtet; sie ist die Ebene des dunklen Lichts (nehora uchma), das dem Docht nahe ist und sich an ihm festhält.
Die Liebe von oben ist das weiße Licht. Die Liebe des Vav entsteht, wenn die Seele die Größe G‑ttes versteht und betrachtet; sie ist das dunkle Licht, das dem Docht nahe ist und sich an ihm festhält.
Dieser Absatz ordnet die beiden Farben der Flamme zwei Arten von Liebe zu: der von oben geschenkten Liebe, dem weißen Licht des ersten Hei, und der aus Betrachtung geborenen Liebe, dem dunklen Licht des Vav.
Marei Mekomos
- 1ואהבת · Deuteronomy 6:5
- 2ואהבת בגימט׳ ב״פ אור · נסמן לעיל לב, ג.
- 3אהבה בתענוגים · Song of Songs 7:7
21וזהו כי אתה נרי1 הוי׳ שבחי׳ הוי׳ היא בבחי׳ נר בשמן ופתילה. וב׳ גווני אור הרמוזות בד׳ אותיות של הוי׳ נעשה נרי שמתלבש בנר הוי׳ נשמת אדם2 כנ״ל:
Dies ist [der Sinn von] „Denn Du bist meine Lampe, Havayah“: Die Ebene von Havayah entspricht der einer Lampe mit Öl und Docht sowie den beiden Lichtfarben, auf die die vier Buchstaben Havayahs hinweisen; [sie] wird zu „meiner Lampe“, indem sie in „die Lampe Havayahs, die Seele des Menschen“ eingekleidet wird, wie oben erklärt.
Nun wird die erste Hälfte des Verses erklärt: Havayah nimmt die Gestalt einer Lampe an, mit Öl, Docht und zwei Lichtfarben, die den vier Buchstaben des Namens entsprechen. Sie wird zu „meiner Lampe“, indem sie in die menschliche Seele eingekleidet wird, „die Lampe Havayahs“.
Der Absatz vervollständigt die Erklärung von „Denn Du bist meine Lampe, Havayah“: Die vier Buchstaben des Namens nehmen die Gestalt der Lampe der Seele an.
Marei Mekomos
- 1כי אתה נרי הוי׳ · II Samuel 22:29
- 2נר הוי׳ נשמת אדם · Proverbs 20:27
Die höhere Havayah ¶22–23
22והוי״ה יגיה חשכי.1 והוי׳ בתוספת וי״ו רומזת על בחי׳ הוי׳ ביותר עליונה. וכמ״ש הוי״ה הוי״ה אל רחום וחנון2 כו׳.
„Und Havayah erhellt meine Finsternis.“ „Und Havayah“ – mit dem hinzugefügten Vav – weist auf eine noch höhere Ebene von Havayah hin, wie geschrieben steht: „Havayah, Havayah, G‑tt, barmherzig und gnädig“ usw.
Die zweite Hälfte des Verses, „und Havayah erhellt meine Finsternis“, verwendet „und Havayah“ mit einem hinzugefügten Vav und weist damit auf eine noch höhere Ebene des Namens hin. Dieselbe doppelte Namensnennung eröffnet die dreizehn Attribute der Barmherzigkeit: „Havayah, Havayah, G‑tt, barmherzig und gnädig“. Likkutei Torah zu Chukas, zitiert in der Kehot-Anmerkung, bringt die Idra an, der zufolge der erste Name dort in der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) und der zweite in Atik, der inneren Ebene der Krone (Keser), ist.
ופסיק טעמא בגווייהו שיש ב׳ בחי׳ הוי׳. והענין כי פעם כתיב3 הוי׳ רחום וחנון ופעם כתיב חנון ורחום45 הוי׳.6
Ein Kantillationszeichen (pesik) trennt sie voneinander, denn es gibt zwei Ebenen von Havayah. Die Erklärung: An einer Stelle steht geschrieben: „Havayah, barmherzig und gnädig“, und an einer anderen: „Gnädig und barmherzig ist Havayah“.
Dort trennt ein Kantillationszeichen (pesik) die beiden Namen voneinander und zeigt, dass es sich um zwei Ebenen handelt. In der Schrift steht sowohl „Havayah, barmherzig und gnädig“ als auch „Gnädig und barmherzig ist Havayah“, und die unterschiedliche Reihenfolge wird die beiden Ebenen erklären.
Der Absatz wendet sich dem zweiten Namen im Vers zu, dem „und Havayah“ mit einem hinzugefügten Vav, und zeigt anhand des doppelten Namens in den dreizehn Attributen sowie anhand der beiden Wortfolgen, dass es zwei Ebenen von Havayah gibt.
Likkutei Torah zu Chukas, zitiert in der Kehot-Anmerkung, führt die Idra an, der zufolge der erste Name in Zeir Anpin und der zweite in Atik, der inneren Ebene von Keser, ist.
Marei Mekomos
- 1והוי״ה יגיה חשכי · II Samuel 22:29
- 2ה׳ ה׳ אל רחום וחנון · Exodus 34:6
- 3פעם כתיב . . שבסדר ההשתלשלות · ראה ד״ה חייב אדם לברך תרל״ח פרק ד.
- 4חנון ורחום ה׳ · Psalms 111:4
- 5חנון ורחום הוי׳ · Psalms 145:8
- 6והוי׳ . . על בחי׳ הוי׳ ביותר עליונה · ראה לקו״ת פ׳ חקת נז, ג בשם האדרא דשם הראשון בז״א והב׳ בעתיק ע״ש.
23ופי׳ הוי׳ רחום וחנון1 שכדי להיות התגלות מדות רחום וחנון מאוא״ס [מאור אין סוף] ב״ה דלאו מכל אלין מדות2 איהו כלל.3 הוצרך להיות בחי׳ הוי׳ שהוא צמצום והתפשטות המשכה והתפשטות.
Die Bedeutung von „Havayah, barmherzig und gnädig“ ist, dass es, damit die Attribute der Barmherzigkeit und Gnade aus dem unendlichen Licht (Or Ein Sof), gelobt sei Er, offenbart werden können – denn „Er gehört überhaupt keinem dieser Attribute an“ –, die Ebene von Havayah geben musste, die Einschränkung und Ausdehnung, Herabziehen und Ausdehnung ist.
„Havayah, barmherzig und gnädig“ stellt den Namen an den Anfang. G‑ttes Wesen, das unendliche Licht, besitzt keines dieser Attribute, wie der Tikkunei Zohar sagt. Deshalb musste es Havayah geben, verstanden als Einschränkung und Ausdehnung: ein Herabziehen, das Barmherzigkeit und Gnade hervortreten lässt.
אך פי׳ חנון ורחום4 הוי׳ היינו שמבחי׳ חנון ורחום דהיינו5 מפני כי חפץ חסד הוא6 נמשך בחי׳ הוי׳ שהוא צמצום והתפשטות כו׳ שבסדר ההשתלשלות
Die Bedeutung von „Gnädig und barmherzig ist Havayah“ ist jedoch, dass aus der Ebene von „gnädig und barmherzig“, das heißt, weil „Er Güte begehrt“, die Ebene von Havayah herabgezogen wird, die Einschränkung und Ausdehnung usw. innerhalb der Ordnung der stufenweisen Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) ist.
Bei „Gnädig und barmherzig ist Havayah“ ist die Reihenfolge umgekehrt, und die Attribute stehen am Anfang: Weil G‑tt „Güte begehrt“, wird Havayah in den geordneten Welten mit ihrer Einschränkung und Ausdehnung aus Barmherzigkeit und Gnade herabgezogen.
משא״כ הוי׳ שקודם רחום וחנון היא ההוי׳ שלמעלה מגדר ההשתלשלות.
Die Havayah hingegen, die „barmherzig und gnädig“ vorangeht, ist die Havayah, die jenseits der Grenzen der stufenweisen Herabfolge der Welten liegt.
Die Havayah, die in den dreizehn Attributen „barmherzig und gnädig“ vorangeht, ist höher und liegt jenseits der Grenzen der geordneten Welten.
ושם נעשה ג״כ בחי׳ הוי׳ שהוא צמצום והתפשטו׳ [והתפשטות] כו׳ כדי להמשיך מדת רחום וחנון בהוי׳ שבסדר ההשתלשלות.
Auch dort entsteht die Ebene von Havayah, die Einschränkung und Ausdehnung usw. ist, damit das Attribut „barmherzig und gnädig“ in die Havayah innerhalb der Ordnung der stufenweisen Herabfolge der Welten herabgezogen wird.
Auch die höhere Havayah umfasst eine Art von Einschränkung und Ausdehnung; ihr Zweck ist jedoch, Barmherzigkeit und Gnade in die niedrigere Havayah innerhalb der geordneten Welten einzubringen. So ist der höhere Name die Quelle der Güte, die zur niedrigeren gelangt.
(Siehe auch, was zum Vers „Und ich flehte Havayah an“ und zum Vers „Und Israel sah die große Hand“ usw. über die beiden Namen Havayah erklärt wird.)
Der Alter Rebbe verweist auf zwei weitere Maamarim, die die beiden Namen Havayah behandeln. Die Kehot-Anmerkungen verorten sie in Or HaTorah zu Va’eschanan und in Torah Ohr zu Beshalach.
Der Absatz erklärt die beiden Ebenen von Havayah: Die eine liegt innerhalb der geordneten Welten und wird aus G‑ttes Verlangen nach Güte herabgezogen; die andere liegt über ihnen, geht den Attributen voraus und bringt Barmherzigkeit in die niedrigere Ebene ein.
In der Passage aus dem Tikkunei Zohar, aus Eliyahus Gebet in der Einleitung, dienen die Attribute allein dazu zu zeigen, wie G‑tt die Welt lenkt; Er selbst gehört „überhaupt keinem dieser Attribute an“. Eine Handschrift gibt den Übergang knapper wieder: „doch aus der Ebene von gnädig und barmherzig, das heißt …“.
Marei Mekomos
- 1הוי׳ רחום וחנון · Exodus 34:6
- 2דלאו מכל אלין מדות · ת״ז בהקדמה פתח אליהו.
- 3דלאו מכל אלין מדות איהו כלל · Tikkunei Zohar 17b:5–7
- 4חנון ורחום הוי׳ · Psalms 145:8
- 5שו״ה המשכה — אך פי׳ . . דהיינו · בהכת״י שם: אך מבחי׳ חנון ורחום דהיינו.
- 6כי חפץ חסד הוא · Micah 7:18
- 7ועמ״ש ע״פ ואתחנן אל ה׳ · אוה״ת ואתחנן ע׳ פט.
- 8וע״פ וירא ישראל · לקמן סא, ד.
Die Dunkelheit der späteren Generationen ¶24–26
24והנה בדורות הראשונים כמו בנביאים ושופטים מצינו דור שכולו זכאי או כולו חייב. ומי שהיה זכאי הי׳ [היה] זכאי במדרגת צדיק גדול או נביא ומי שהיה חייב היה רשע גמור ועי״ז לא היו ממוצעים.
In den frühen Generationen, etwa [zur Zeit] der Propheten und Richter, finden wir eine Generation, die ganz verdienstvoll oder ganz schuldig war. Wer verdienstvoll war, stand auf der Stufe eines großen Tzaddik [Gerechten] oder eines Propheten, und wer schuldig war, war vollkommen böse; daher gab es keine Menschen dazwischen.
In früheren Zeiten, etwa zur Zeit der Propheten und Richter, waren ganze Generationen entweder vollkommen gerecht oder vollkommen schuldig. Die Gerechten waren große Tzaddikim oder Propheten, und die Schuldigen waren vollkommen böse; niemand stand dazwischen.
אך דורות האחרונים דור אחר דור אין בהם רשעים כ״כ [כל כך] ולא צדיקים כ״כ [כל כך] טובים.
Doch in den späteren Generationen, Generation um Generation, gibt es weder derart böse Menschen noch derart gute Tzaddikim.
In den späteren Generationen sind die Extreme verblasst. Es gibt weder derart böse Menschen noch derart herausragende Tzaddikim.
Der Absatz stellt den spirituellen Extremen der frühen Generationen den stärker mittleren Charakter der späteren gegenüber und bereitet so die Erklärung der „Finsternis“ im Vers vor.
25והענין שבדורות הראשוני׳ [הראשונים] היו נשמות עליונות ממדרגות גבוהות ומצד נשמתם בעצמם היו יכולים לשלוט על הרע שבנפשם ומיד כשיתבונן בגדולת א״ס ב״ה יגיע אליו היראה כו׳ רק רשע גמור שמגביר הרע שבנפשו בשאט בנפש.
Die Erklärung ist, dass es in den frühen Generationen erhabene Seelen aus hohen Ebenen gab und dass sie kraft ihrer Seelen selbst über das Böse in ihrer Seele herrschen konnten; sobald jemand die Größe des Unendlichen (Ein Sof), gesegnet sei Er, betrachtete, kam Ehrfurcht über ihn usw. – außer bei einem völlig ruchlosen Menschen, der das Böse in seiner Seele mit völliger Verachtung stärkte.
Die frühen Generationen hatten erhabene Seelen, deren eigene Kraft es ihnen ermöglichte, das Böse in sich zu beherrschen; schon die Betrachtung der Größe G‑ttes führte sie zur Ehrfurcht. Nur jemand, der völlig ruchlos war und sein Böses bewusst stärkte, vermochte dies nicht.
אבל דורות האחרונים עיקבא דמשיחא1 בחי׳ עקביים אין כח בנשמתם עצמם לשלוט על הרע וצריך יגיעה רבה יגיעת נפש ויגיעת בשר.
Doch die späteren Generationen – „die Fersen des Maschiach“ (Ikvesa diMeshicha), die Ebene der Fersen – haben in ihren Seelen selbst nicht die Kraft, das Böse zu beherrschen; sie müssen sich vielmehr in großem Maß abmühen: mit Mühe der Seele und Mühe des Leibes.
Die späteren Generationen, „die Fersen des Maschiach“, sind Seelen der Ferse, des niedrigsten Körperteils. Ihren Seelen fehlt die Kraft, das Böse aus eigener Kraft zu beherrschen; deshalb müssen sie sich sehr abmühen, mit der Seele und mit dem Körper.
Der Absatz erläutert den Unterschied: Die frühen Seelen waren erhaben genug, um das Böse aus eigener Kraft zu überwinden, während die Seelen der Generationen vor dem Maschiach sich sehr abmühen müssen, um dies zu tun.
Marei Mekomos
- 1עיקבא דמשיחא · Mishnah Sotah 9:15
26וזהו והוי״ה יגיה חשכי1 היינו בחי׳ חשך שבדורות אחרונים. כי דהע״ה [דוד המלך עליו השלום] אמר זה בעד כללות ישראל שיש בהם בחי׳ חשך בדורות אחרונים עיקבא דמשיחא
Dies ist [die Bedeutung von] „Und Havayah erhellt meine Finsternis“: die Ebene der Finsternis (Bechinah) in den späteren Generationen. Denn König David, Friede sei mit ihm, sagte dies im Namen des ganzen Israel, unter dem es in den späteren Generationen, in der Zeit der Fersen des Mashiach, eine Bechinah der Finsternis gibt.
„Und Havayah erhellt meine Finsternis“ bezieht sich auf die Finsternis dieser späteren Generationen. König David sprach für das ganze jüdische Volk, einschließlich der Generationen vor dem Kommen des Mashiach, in denen die eigene Leuchte der Seele nur schwach leuchtet.
שאין אתה נרי הוי״ה כלומר שאין נר הוי״ה נשמת אדם2 מ״מ והוי״ה היא בחי׳ הוי״ה עליונה שלמעלה מההשתלשלות יגיה חשכי ולמענו למענו יעשה3 כי חפץ חסד הוא4 באתעדל״ע [באתערותא דלעילא] בלי אתעדל״ת [אתערותא דלתתא]:5
[Dann] gibt es kein „Du bist meine Leuchte, Havayah“; das heißt, es gibt keine „Leuchte Havayahs, die Seele des Menschen“. Dennoch erhellt „und Havayah“ — die Ebene der höheren Havayah, die über der stufenweisen Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) steht — „meine Finsternis“, und „um Seinetwillen, um Seinetwillen wird Er handeln“, denn „Er hat Gefallen an Güte“, durch eine Erweckung von oben (Isarusa Dile'eila) ohne eine Erweckung von unten (Isarusa Dilesata).
In diesen Generationen ist die Seele keine Leuchte, die aus eigener Kraft scheint. Dennoch erhellt die höhere Havayah, die über den geordneten Welten steht, die Finsternis um Seinetwillen, denn Er hat Gefallen an Güte; dies geschieht durch eine Erweckung von oben, die nicht von einer Erweckung von unten abhängt.
Der Absatz erklärt die zweite Hälfte des Verses: Wenn die Seelen ihre eigene Leuchte nicht entzünden können, erhellt die höhere Ebene von Havayah ihre Finsternis durch eine Erweckung von oben, die durch nichts von unten veranlasst wurde.
Marei Mekomos
- 1והוי״ה יגיה חשכי · II Samuel 22:29
- 2נר הוי״ה נשמת אדם · Proverbs 20:27
- 3ולמענו למענו יעשה · Isaiah 48:11
- 4כי חפץ חסד הוא · Micah 7:18
- 5והוי״ה . . שלמעלה מההשתל׳ יגי׳ חשכי · ע׳ יהל אור ע׳ 96.
Chanukah ¶27–28
Dies ist die Bedeutung des Chanukka-Wunders, als die Griechen in das Heiligtum (Heichal) eindrangen. Der Heichal ist die Ebene des Geistes: [seine Buchstaben sind] Hei-Yud [und] Kaf-Lamed; Kaf-Lamed hat in der Gematria den Zahlenwert der fünfzig Tore des Verständnisses (Binah).
Das Chanukka-Wunder veranschaulicht dies. Die Griechen drangen in den Heichal, das Heiligtum des Tempels, ein, das dem Geist entspricht: Seine Buchstaben gliedern sich in ה״י, das die Kehot-Anmerkung als das Hei von Binah erklärt, und כ״ל, dessen Zahlenwert fünfzig beträgt und damit den fünfzig Toren von Binah entspricht (dem Verständnis).
והיונים הנ״ל הם בחי׳ חכמה דקליפה3 חכמות חיצוניות כמו פילסופיא. שבזמן4 ההוא היו פילסופים המכחישי׳ [המכחישים] בנבואה.
Diese Griechen sind die Ebene der Weisheit (Chochmah) der Hülle (Kelipah): äußere Weisheitslehren wie die Philosophie. Denn damals gab es Philosophen, die die Prophezeiung leugneten.
Die Griechen stehen für die Chochmah der Kelipah, äußere Weisheit wie die Philosophie. In jener Zeit gab es Philosophen, die die Prophezeiung leugneten.
Der Absatz wendet den Gedanken auf Chanukka an: Der Einzug der Griechen in den Heichal steht dafür, dass fremde Weisheit in den Geist eindringt, den Sitz der heiligen Chochmah.
Der Kommentar des Tzemach Tzedek, der in der Kehot-Anmerkung zitiert wird, bezeichnet das Hei von Binah als die Quelle dessen, was „Kol“ genannt wird, und zitiert Meorei Or, wonach Heichal das Yesod der Nukva bezeichnet. Eine Handschrift liest: „…Philosophie usw. Und zu jener Zeit …“.
Marei Mekomos
- 1שנכנסו יונים להיכל · Shabbat 21b:10–11
- 2היכל . . ה״י כ״ל בגימטריא נש״ב · נזכר בסה״מ תקס״ד ע׳ כז בהגהת הצ״צ וכ׳ שם: ”היינו ה׳ דבינה שהיא מקור דנש״ב הנק׳ כל, והוא בזהר פ׳ לך צד״ב. וכ״כ במאו״א אות ה״א סעיף יא היכל נק׳ יסוד דנוקבא בין דאימא בין דנוק׳ תתאה” ע״ש.
- 3והיונים הנ״ל הם בחי׳ חכמה דקליפה · ראה לעיל לד, א. שערי אורה ד״ה כתיב כי אתה נרי פט״ז ואילך. לקו״ש לפ׳ תשא חכ״ו ע׳ 246.
- 4שו״ה דקליפה — פילוסופיא שבזמן · בכת״י הנ״ל נוסף: כו׳ ובזמן.
28ולכן טמאו כל השמנים1 של בחי׳ חכמה שבקדושה שרצו להשכיחם תורתך2 כו׳ ונעשה נס ע״י פך של שמן שהי׳ [שהיה] מונח בחותמו של כה״ג [כהן גדול] דיקנא דכהנא רבא חסד עליון בהעלות אהרן את הנרות3 אהרן שושבינא דמטרוניתא4
Daher verunreinigten sie alle Öle, [die Öle] der Ebene der Weisheit (Chochmah) in der Heiligkeit, denn sie wollten „sie Deine Tora vergessen lassen“ usw. Durch ein Ölkrüglein, das mit dem Siegel des Hohepriesters versehen war, geschah ein Wunder – „der Bart des Hohepriesters“, die erhabene Güte (Chesed); „wenn Aharon die Lampen entzündet“ – Aharon, „der Begleiter der Königin“.
Die Griechen verunreinigten die Öle, die heilige Chochmah, mit dem Ziel, Israel die Tora vergessen zu lassen, wie es das Chanukka-Gebet ausdrückt. Das Wunder geschah durch ein Ölkrüglein, das vom Hohepriester versiegelt war, der die erhabene Güte (Chesed) verkörpert: Aharon, der die Lampen entzündet und „der Begleiter der Königin“ genannt wird, der G‑ttlichen Gegenwart (Shechinah).
שהיא אהבה הבאה מלמעלה באתעדל״ע [באתערותא דלעילא] וממנו הדליקו כל הח׳ ימים שהם המחשבה וז׳ המדות שתהיינה מאירות באור האהבה הבאה מלמעלה בלי אתעדל״ת [אתערותא דלתתא] והיא מבחי׳ וי״ו בתוספת וי״ו העליונה שלמעלה מעלה מן ההשתלשלות:5
Dies ist eine Liebe, die durch eine Erweckung von oben (Isarusa Dile'eila) von oben kommt. Von ihr aus entzündeten sie während aller acht Tage die Lampen; diese acht Tage entsprechen dem Denken und den sieben Gefühlsattributen (Middos), damit diese im Licht der Liebe erstrahlen, die von oben kommt, ohne eine Erweckung von unten (Isarusa Dilesata). Sie entstammt der Ebene des vav, dem hinzugefügten vav, der erhabenen [Ebene], die weit über der stufenweisen Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) liegt.
Aharons Güte ist Liebe von oben, die ohne eine Erweckung von unten gewährt wird. Von diesem einen Ölkrüglein aus entzündeten sie während aller acht Tage die Lampen; diese acht Tage entsprechen dem Denken und den sieben Middos, damit alle im Licht dieser höheren Liebe erstrahlen, die aus dem Ausdruck „und Havayah“ mit dem hinzugefügten vav kommt und weit über den geordneten Welten liegt.
Der Absatz schließt mit dem Hinweis, dass das Chanukka-Wunder von der höheren Ebene des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah) ausging: Als die heilige Weisheit verunreinigt worden war, erleuchtete eine Liebe von oben, die jenseits der geordneten Welten liegt, alle acht Tage.
Eine Glosse in Buch 1223 ergänzt, dass die Tempellampen „Du bist meine Lampe, Havayah“ waren und zu den erhabenen Seelen jener Zeit passten, während die Chanukka-Lichter an der Tür den niedrigeren Seelen späterer Generationen das Licht von „Havayah erleuchtet meine Finsternis“ bringen. Dieses Licht, so die Glosse, wird durch Wohltätigkeit, die über die eigenen Möglichkeiten hinausgeht, und durch Sorgfalt bei der Beachtung der rabbinischen Vorschriften herabgezogen, von denen Chanukka eine ist.
Marei Mekomos
- 1טמאו כל השמנים · Shabbat 21b:10
- 2שו״ה שרצו — להשכיחם תורתך · ”ויש לומר שהתגברות חכמת יון (חכמה דקליפה) עד כדי כך שרצו ”להשכיחם תורתך”, היא, מצד היניקה שלהם מחכמת התורה [שהרי כל החכמות שבעולם (ככל עניני העולם) שרשם ומקורם בחכמת התורה] (שהשתמשו בה) באופן בלתי רצוי” — ספר השיחות תשנ״ב כרך א ע׳ 197. וראה שם ע׳ 198 ”שרצו לטמא ח״ו את הקדושה שבחכמת התורה”.
- 3בהעלות אהרן את הנרות · Exodus 30:8
- 4אהרן שושבינא דמטרוניתא · נסמן לעיל לב, ב.
- 5שלמעלה מעלה מן ההשתלשלות · בבוך 1223 נוסף: ”ועוי״ל הפך של שמן זהו יראה עילאה והי׳ חתום בחותמו של כה״ג הוא בחי׳ אה״ר כי יראה עילאה היא למעלה מבחי׳ אה״ר אלא שמתלבשת בה ונק׳ תרין ריעין דלא מתפרשין וזהו פי׳ לשון בהורות בדחילו ורחימו, וזהו ענין הנרות שהיו במקדש והנרות דחנוכה כי הנרות שהיו במקדש הוא ע״ד כי אתה נרי הוי׳ כי אז היו הנשמות גבוהות, וזהו שארז״ל וכי לאורה הוא צריך כו׳ פי׳ אורה בה׳ הוא בחי׳ ההארה והזיו הנמשך מבחי׳ ה׳ תתאה היא בחי׳ מלכותו ית׳ והוא בחי׳ אלקי הכח והחיות של כללות העולם הנמשך בהם מבחי׳ מלכותו ית׳ שנק׳ ג״כ בשם אור כמשל והוא הנק׳ אורה, ומבואר למעלה שבחי׳ זו הוא רק הארה וזיו בעלמא, וזהו וכי לאורה הוא צריך אלא עדות הוא כו׳ שע״י הדלקת הנרות נמשך אור עליון בחי׳ שם הוי׳ ממש שהוא עצמיות האור ולא זיו והארה בעלמא שע״ז נאמר ואמת ה׳ לעולם, והוא בחי׳ נהורא חיוורא כו׳, אך מצות נר חנוכה שתיקנו להדליק הנרות בפתח הסמוך לרה״ר הוא להמשיך בחי׳ זו גם לנשמות הנמוכים בדורותינו אלה, והוא מבחי׳ והוי׳ יגיה חשכי, ועי׳ מ״ש במ״א ע״פ רני ושמחי איך יש ג׳ בחי׳ בעבודת ה׳, ולפעמים נק׳ כנס״י בשם בת ולפעמים כו׳, ומבואר שם בענין בחי׳ בת היינו שהוא בחי׳ מקבל, וזהו בחי׳ והוי׳ יגיה חשכי המבואר כאן שיש חושך המחשיך בנפשו עד שא״א לו לבא בעצמו לבחי׳ רצוא ומס״נ בק״ש, אע״פ שמתבונן ומבין בגדולת ה׳ וכי אליו יאתה למסור נפשו ורוחו ונשמתו ולמאוס בהבלי העולם עכ״ז אין לו כח המושך בפי׳ לאהבה ורצון זה כו׳, והיינו מצד שהנשמות הם נמוכות במדריגה כנ״ל, אלא שאעפי״כ והוי׳ יגיה חשכי וע״ז נאמר תתן אמת ליעקב שאין לו בחי׳ אמת מצד עצמו רק תתן אמת וכו׳ (משא״כ בנשמות הגבוהות נא׳ אשר יקראוהו באמת כמשל) שיבא לבחי׳ רצוא ומס״נ בק״ש, ולכן נק׳ בחי׳ זו בת שהוא בחי׳ מקבל האמת מלמעלה אבל מצד עצמו לית לי׳ כו׳, ובחי׳ אחותי זהו נשמות גבוהות שנק׳ אחי׳ ורעים למקום, והיינו מעלת בחי׳ הצדיקים שאמרו בגמ׳ תורתו אומנתו ונק׳ תורתו וכמ״ש ובתורתו יהגה שנק׳ התורה על שמו ממש, א״כ אינו בחי׳ מקבל כי התורה שהוא תורתו נותנת בו הכח והעוז לבא לבחי׳ הנ״ל, וזהו והנה כי אתה נרי הוי׳ אתה היינו אותיות התורה מא׳ ועד תי״ו וכו׳, והוא בחי׳ ובתורתו יהגה כו׳, והנה מ״ש רני ושמחי בת וכו׳ היינו שלע״ל תתעלה הבחי׳ בת ביתר שאת ע״ש, והטעם מובן עפ״י מ״ש כאן דבחי׳ יגיה חשכי נמשך ממקום עליון יותר מבחי׳ הוי׳ שלמעלה מהשתלשלות וכו׳, שהוא למעלה מבחי׳ כי אתה נרי הוי׳ כנ״ל באריכות, ולכן בחי׳ בת שהוא מקבל מבחי׳ זו תתעלה לע״ל לבחי׳ זו ממש שלמעלה מהשתלשלות. וזהו בית יעקב לכו ונלכה באור הוי׳, פי׳ באור המאיר בש׳ הוי׳ שאור זה הוא בחי׳ השם הוי׳ שלמעלה מהשתלשלות וכו׳, אך איך ומה מקבל מבחי׳ זו בשם ה׳ שלמעלה מהשתלשלות הנה הוא ע״י הצדקה שנק׳ בשם זריעה זורע צדקות כמו שהצמיחה מכח הצומח שבארץ הוא מצמיח הרבה, והיינו מפני שיש בו בחי׳ א״ס ממאמר תדשא הארץ כו׳ להצמיח עד אין קץ כך הצדקה הוא בבחי׳ זריעה שיש בה בחי׳ כח א״ס בהעלם וכו׳, ופרט מעשה הצדקה שבלי צמצום כ״א בויתור רב לחוש על דל ואביון ביותר מיכולתו וכדפי׳ באגה״ק ע״פ חסדי ה׳ כי לא תמנו שכח בחי׳ צדקה וחסד זה הוא דוקא הממשיך מבחי׳ חסד עילאה שלמעלה מהשתלשלות כו׳ ע״ש הטיב. וגם ע״י סור מרע בל״ת וכל ד״ס שחמורם יותר מד״ת וזהו ערבים עלי ד״ס יותר מיינה של תורה, דהנה בתושב״כ יש פסיק טעמא בין שם הוי׳ שלמעלה מעלה מהשתלשלות וכו׳, והיינו שאינו נמשך כ״א ע״י התשובה, וע״ז אמרו במקום שבע״ת עומדים צד״ג א״א לעמוד לפי שע״י התשובה מעומקא דליבא בחילא יתיר בבחי׳ כלות הנפש שממשיך י״ג מדה״ר שהן מבחי׳ שם הוי׳ שלמעלה מההשתשלות, והנה מדברים סופרים בקיום מצות נר חנוכה הורו לנו שע״י קיום כל מצות עשה ול״ת דרבנן בסור מרע וע״ט בכל דקדוקי סופרים ואזהרותיהם נמשך להיות והוי׳ יגיה חשכי שהוא בחי׳ שם הוי׳ שלמעלה מההשתלשלות מה שאינו נמשך ע״י תושב״כ כו׳, ולכן חמורים ד״ס מד״ת וכו׳ וכה״ג נת׳ במ״א ג״כ ע״פ מארז״ל ואיך לא אשא פנים לישראל שאני אמרתי ואכלת ושבעת וברכת והן מדקדקים על עצמן עד כזית ועד כביצה, כי בחי׳ ישא ה׳ פניו ע״י הוא גילוי מבחי׳ שלמעלה מהשתלשלות וכמ״ש ג״כ בי״ג מדה״ר ויעבור הוי׳ על פניו וכו׳, וכן ביום כיפור כתיב לפני הוי׳ תטהרו לפני היינו בחי׳ פנימיות והרי גילוי בחי׳ זו נמשך דוקא ע״י שמדקדקים על עצמן עד כזית ועד כביצה שהוא מד״ס וזהו כי טובים דודיך מיין לריח שמניך טובים יותר מיינה של תורה”.
Den Maamar abgeschlossen?
Markieren Sie ihn als gelernt; er zählt zum Siyum dieser Woche und des Jahres.
In der eigenen Avodah
Ein Mensch muss „Öl“ in seinen Dienst einbringen: Tora, gelernt mit der Ehrfurcht vom Sinai, und Gebet, das in Stille und Selbstaufhebung (Bittul) gesprochen wird, damit die Flamme der Nefesh Elokis die Nefesh Habahamis erfasst und verwandelt. Das Licht muss durch seine eigene Anstrengung herabgezogen werden – „ein Geist bringt einen Geist hervor“ –, und in den späteren Generationen erfordert dies große Anstrengung von Seele und Körper. Wenn seine eigene Leuchte dunkel erscheint, erhellt die höhere Havayah die Dunkelheit als eine Erweckung von oben (Isarusa Dile'eila), wie die Chanukah-Lichter zeigen.
Fragen zum Gespräch
- Warum kommt das weiße Licht aus dem Öl und das dunkle Licht aus dem Docht, und wie entsprechen die beiden Lichter den beiden Arten von Liebe?
- Was ist der Unterschied zwischen „Einziger, Leben der Welten, König“ und „König, Einziger, Leben der Welten“, und warum wird die höchste Ebene gerade in der physischen Welt offenbart?
- Wie kann die Nefesh Habahamis, die so niedrig steht, eine Güte erwecken, die größer ist als die geordneten Welten?
- Warum muss die Tora mit der Ehrfurcht vom Sinai gelernt werden, und wie bringt das stille Shemoneh Esreh dasselbe „Öl“ zum Ausdruck?
- Was lehrt der vom Hohepriester versiegelte Krug über Generationen, deren eigene Leuchte schwach ist?