Torah Ohr · Parshas Noach · Maamar 4
ויאמר ה׳ הן עם אחד ושפה א׳ לכלם…
„Und G‑tt sprach: Siehe, sie sind ein Volk, und eine Sprache haben sie alle“
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Von einer KI aus unserer englischen Ausgabe übersetzt und anschließend in mehreren Durchgängen anhand des Englischen und des Hebräischen geprüft und korrigiert. Die englische Fassung selbst wird derzeit von menschlichen Lesern überprüft. Wenn Sie gut Deutsch können, wären wir für Ihre Hilfe bei der Durchsicht der deutschen Übersetzung dankbar. Bei der Durchsicht mithelfen
Kerngedanke
Einheit und gegenseitige Einbeziehung ziehen ein Licht herab, das höher ist als alles, was eine einzelne, abgesonderte Ebene empfangen kann; deshalb hätten die Erbauer des Turms von Babel tatsächlich Erfolg haben können. Doch wahre Einheit in Heiligkeit entsteht nur durch die Selbstaufhebung (Bittul); Einheit ohne Selbstaufhebung würde das Böse nähren. Daher ist der Frieden unter denjenigen, die G‑tt gegenüber in Bittul stehen, das einzige Gefäß, das Segen zu fassen vermag.
Der Maamar in Kürze
Der Maamar fragt, wie G‑tt von den Erbauern des Turms sagen konnte, dass „ihnen nichts verwehrt bleiben wird“, als könnten sie gegen Seinen Willen handeln, und wozu der Turm dienen sollte. Rabbi Chaim Vital zufolge wollten sie einen Segenstrom durch die heiligen Namen erzwingen, ohne selbst gut zu sein. Um dies zu erklären, fragt der Alter Rebbe, warum unter den Namen, die den g‑ttlichen Attributen (Sefiros) entsprechen, Havayah sogar das Gefäß der Schönheit (Tiferes) bezeichnet. Indem er Patach Eliyahu („Du bist weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit“) liest, unterscheidet er die abgegrenzten Sefiros der Welt der Emanation (Atzilus) von ihrer Wurzel, den „verborgenen zehn Sefiros“, die der Arizal Akudim nennt: alle zehn in einem Gefäß, wie die Kräfte der Seele, bevor sie sich auf die Organe des Körpers verteilen. In Nekudim (Punkte) stand jede Sefirah für sich, und die Gefäße zerbrachen (Tohu, Chaos). In Tikkun (Berichtigung) beziehen sie einander durch den Namen Mah ein, der Bittul ist, und so ruht das unendliche Licht (Or Ein Sof) in ihnen. Tiferes, Yaakovs Attribut, ist die verbindende mittlere Linie, sodass Havayah sogar in seinem Gefäß leuchtet. Die Erbauer suchten dieses höhere Licht allein durch Einheit, ohne Bittul; G‑tt zerstreute sie, denn bei den Bösen ist Trennung besser, während die vereinten Gerechten Segen bringen – Frieden ist das Gefäß des Segens.
Gliederung
- Die Frage nach dem TurmWie konnte den Erbauern gegen G‑ttes Willen nichts verwehrt bleiben, und wozu war der Turm bestimmt? Rabbi Chaim Vital zufolge wollten sie den Segen durch die heiligen Namen erzwingen, ohne würdig zu sein.¶1
- Havayah im Gefäß von TiferesDie Namen Kel, Elokim und Havayah entsprechen den Gefäßen der Güte (Chesed), der Selbstbegrenzung (Gevurah) und der Schönheit (Tiferes); warum ist sogar das Gefäß der Schönheit Havayah? Patach Eliyahu wird eingeführt.¶2
- „Du bist weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit“Die Weisheit der Essenz liegt jenseits jeder abgegrenzten Sefirah. Die Weisheit (Chochmah) der Welt der Emanation (Atzilus) ist „bekannt“, weil die Weisheit der niederen Welten durch Ursache und Wirkung von ihr herabsteigt, während sie selbst aus der höheren Ebene als etwas aus dem Nichts hervorgeht.¶3–5
- Die verborgenen Sefiros und Akudim – mit dem Gleichnis der SeeleDie verborgenen zehn Sefiros sind die Akudim des Arizal: alle in einem Gefäß und weit über Atzilus. So wie die Kräfte der Seele in der Seele eins sind und sich erst in den Organen des Körpers teilen.¶6–9
- Der Abstieg zu NekudimIn Nekudim steht jede Sefirah für sich allein, wie ein einzelner Buchstabe, der aus einem Wort herausgerissen wurde. Selbst Akudim liegt weit unter dem Or Ein Sof; die Linie des Lichts (Kav) und der zurückgebliebene Eindruck (Reshimu) zeigen dasselbe Muster, wobei eine Frage offenbleibt.¶10
- Tohu und Tikkun; der Name MahIn Tohu zerbrachen die Gefäße, weil die Sefiros voneinander getrennt waren; in Tikkun bilden sie Partzufim (Konfigurationen), die einander einschließen, und das Or Ein Sof ruht dort, wo Verbindung besteht. Die Einbeziehung entsteht durch den Namen Mah, der Bittul ausdrückt.¶11
- Tiferes, Torah und FriedenTiferes, Yaakovs mittlere Linie, verbindet Chesed und Gevurah, sodass Havayah sogar in seinem Gefäß leuchtet. Die Torah von Havayah ist Frieden, und Frieden entsteht durch Bittul, das Fundament von Torah, G‑ttesdienst und Güte.¶12
- Der Plan der Erbauer und G‑ttes AntwortSie wollten den hohen Strom von Havayah allein durch Einheit herabziehen und verweigerten Bittul. Da Einheit tatsächlich von oben herabzieht, hätte ihr Vorhaben gelingen und das Böse nähren können; deshalb verwirrte G‑tt ihre Sprache. Die Zerstreuung der Bösen und die Sammlung der Gerechten kommt der Welt zugute, denn Frieden ist das Gefäß des Segens.¶13–17
Schlüsselbegriffe
- Die verborgenen zehn Sefirosעשר ספירות הגנוזות
- Die Wurzeln der Sefiros, wie sie vor jeder Aufteilung existieren: die „Weisheit, die keine bekannte Weisheit ist“ aus Patach Eliyahu. Der Maamar identifiziert sie mit Akudim.
- Akudim (gebunden), Nekudim (Punkte), Berudim (gefleckt)עקודים נקודים וברודים
- Die drei Stadien der Sefiros nach dem Arizal: alle in einem Gefäß gebunden; getrennte Punkte (Tohu, wo die Gefäße zerbrachen); und miteinander verbundene Konfigurationen (Tikkun).
- Eine bekannte Weisheitחכמה ידיעא
- Die abgegrenzte Chochmah der Welt der Emanation (Atzilus), mit ihrem eigenen Gefäß. Sie heißt „bekannt“, weil die erkennbare Weisheit der niederen Welten stufenweise von ihr herabsteigt.
- Einbeziehungהתכללות
- Jede Sefirah enthält alle anderen. Wo Einbeziehung und Verbindung bestehen, ruht ein höheres Licht des Unendlichen (Ein Sof).
- Der Name Mahשם מ״ה
- Havayah, in ihrer ausgeschriebenen Schreibweise mit dem Zahlenwert 45 (mah, „was“). Sie steht für Bittul und bewirkt die Einbeziehung in der Welt des Tikkun.
- Etwas aus dem Nichts gegenüber Ursache und Wirkungיש מאין / עילה ועלול
- Ein Ergebnis ohne Ähnlichkeit zu seiner Quelle, wie Atzilus aus dem über ihm Liegenden hervorgeht, im Gegensatz zu einer niedrigeren Ausprägung seiner Ursache, wie die niederen Welten aus Atzilus hervorgehen (die stufenweise Herabfolge der Welten (Hishtalshelus)).
- Der Kav und der Reshimuהקו והרשימו
- Nach der Einschränkung (Tzimtzum): die Linie des Lichts, die in den freigewordenen Raum hineingezogen wurde, und der Eindruck des Lichts, der zurückblieb. Der Kav leuchtet in jeder Welt gemäß ihrem Maß; der Reshimu umfasst alle Welten.
Die Frage nach dem Turm ¶1
„Und G‑tt sprach: Siehe, [sie sind] ein Volk und haben alle eine Sprache“ usw., „und nun wird ihnen nichts verwehrt werden“ usw.
Der Maamar beginnt mit den Worten G‑ttes über die Erbauer des Turms von Babel: Weil sie ein Volk mit einer Sprache sind, wird ihnen nichts unmöglich sein, was sie sich vornehmen. Die gesamte Abhandlung wird erklären, warum ihre Einheit ihnen eine solche Macht verlieh.
ולכאורה תמוה איך לא יבצר3 מהם נגד רצונו ית׳ ומי זה אמר ותהי אם4 ה׳ לא צוה. גם מה הי׳ [היה] מחשבותם לעשות מגדל וראשו בשמים5 שכל זה תמוה.
Auf den ersten Blick ist dies rätselhaft: Wie konnte ihnen nichts verwehrt werden, entgegen Seinem Willen, gesegnet sei Er? „Wer hat gesprochen, und es ist geschehen, wenn G‑tt es nicht geboten hat?“ Auch: Was hatten sie im Sinn, als sie einen Turm errichteten, „dessen Spitze in den Himmeln“ sein sollte? All dies ist rätselhaft.
Es stellen sich zwei Fragen. Erstens: Nichts kann gegen den Willen G‑ttes geschehen – wie der Vers in den Klageliedern sagt, geschieht nichts, wenn Er es nicht gebietet. Wie konnte G‑tt also sagen, ihr Vorhaben, dem Er entgegenstand, werde gelingen? Zweitens: Was wollten sie mit einem Turm, dessen Spitze bis zum Himmel reicht, tatsächlich erreichen?
אך הנה בלק״ת [בלקוטי תורה (להאריז״ל)] להרח״ו [להרבי חיים ויטאל] ז״ל [זכרונו לברכה / זכרונם לברכה]6 כתב בענין דור הפלגה שכוונתם הי׳ [היה] להמשיך להם השפעת טובה בהכרח בכח שמוש השמות7 אף אם לא היו טובים כו׳ ע״ש.
Doch in der Likkutei Torah von Rabbi Chaim Vital, seligen Angedenkens, schreibt er über die Generation der Zerstreuung, ihre Absicht sei gewesen, sich durch Zwang eine Fülle des Guten herabzuziehen, und zwar durch die Macht, die [heiligen] Namen zu gebrauchen, obwohl sie nicht gut waren usw.; siehe dort.
Der Alter Rebbe verweist auf die Likkutei Torah von Rabbi Chaim Vital, dem führenden Schüler des Arizal: nicht auf das Buch des Alter Rebbe gleichen Namens, sondern auf ein früheres kabbalistisches Werk, die vom Arizal stammenden Lehren zur Tora, wie Rabbi Chaim Vital sie aufgezeichnet hat. Dort erklärt er, dass die Erbauer einen Segen herabzuzwingen beabsichtigten, indem sie die heiligen Namen gebrauchten und so Gutes von Oben empfingen, obwohl sie selbst nicht gut waren. Der übrige Maamar erklärt, wie dies möglich sein konnte und warum G‑tt es verhinderte.
Der Absatz führt den Vers an, stellt die beiden Fragen, die er aufwirft – wie etwas gegen den Willen G‑ttes gelingen konnte und wozu der Turm dienen sollte – und verweist auf die Antwort von Rabbi Chaim Vital: Sie wollten mithilfe der heiligen Namen eine Fülle des Segens erzwingen.
Der Tzemach Tzedek (Or HaTorah) erklärt „den Gebrauch der Namen“ als die Beschwörungen und heiligen Namen, die in frühen Zeiten bekannt waren: Wenn man einen Namen ausspricht, zieht man die überirdische Kraft herab, die er verkörpert. Ein späterer Maamar mit denselben Anfangsworten behandelt unmittelbar die Frage, wie ein geschaffenes Wesen gegen den Willen G‑ttes handeln kann.
Marei Mekomos
- 1ויאמר — הן עם אחד · Song of Songs 4:2
- 2ויאמר ה׳ הן עם אחד · Genesis 11:6
- 3ולכאורה תמוה איך לא יבצר · במאמרי אדה״ז פרשיות ע׳ סא ישנם עוד קושיות. וראה גם תו״ח כאן סג, ג ואילך.
- 4מי זה אמר ותהי אם ה׳ לא צוה · Lamentations 3:37
- 5מגדל וראשו בשמים · Genesis 11:4
- 6בלקו״ת להרח״ו ז״ל · באוה״ת בראשית כרך ג תרנז, א ”בלקו״ת מהאריז״ל ס״פ נח בשם מהרח״ו ז״ל” ושם מעתיק הלשון. וכ״ה שם תרסג, א. תרסד, א. אוה״ת בראשית כרך ו תתרסו, ב. שה״ש כרך ג ע׳ א׳יב. מובא גם בד״ה זה תרמ״ג ע׳ א. ושם מפרש איך שייך שנברא יעשה נגד רצונו ית׳.
- 7בכח שמוש השמות · Yevamot 116a
Havayah im Gefäß von Tiferes ¶2
2וביאור הענין יובן במ״ש בכהאריז״ל [בכתבי האריז״ל] ובפרדס1 בענין ז׳ שמות שאינן נמחקין23 שם אל בחסד שם אלקים בגבורה ושם הוי״ה בתפארת.
Die Erklärung der Sache erschließt sich aus dem, was in den Schriften des Arizal und im Pardes über die sieben Namen geschrieben steht, die nicht ausgelöscht werden dürfen: der Name Kel in der Güte (Chesed), der Name, der g‑ttliche Strenge bezeichnet (Elokim), in der Selbstbegrenzung (Gevurah) und der unaussprechliche g‑ttliche Name (Havayah) in der Schönheit (Tiferes).
Der Talmud führt sieben Namen von G‑tt an, die nicht ausgelöscht werden dürfen. Der Arizal und Rabbi Moshe Cordovero (in seinem Pardes Rimonim) ordnen diese Namen den Sefiros zu: den Namen Kel (ein kurzer Name für G‑tt) der Güte (Chesed), Elokim der Selbstbegrenzung (Gevurah) und Havayah (der vierbuchstabige Name) der Schönheit (Tiferes).
ופי׳ דהיינו בהכלים דחג״ת [דחסד גבורה תפארת] כי האור הוא בכולם משם הוי״ה ורק בהכלים הוא בחסד שם אל כו׳.
Die Erklärung lautet, dass sich dies auf die Gefäße von Chesed, Gevurah und Tiferes bezieht; denn das Licht in ihnen allen stammt vom Namen Havayah, und nur in den Gefäßen ist es in Chesed der Name Kel usw.
Jede Sefirah hat ein Licht (die Offenbarung in ihr) und ein Gefäß (die Form, die es enthält). Der Alter Rebbe erklärt, dass das Licht in ihnen allen von Havayah stammt; die verschiedenen Namen beziehen sich allein auf die Gefäße, die jeder Sefirah ihren besonderen Charakter verleihen.
ובתפארת אפי׳ [אפילו] בהכלי מאיר שם הוי״ה4 (ועמ״ש בפ׳ בא5 בפסוק בעצם היום הזה).6 ולהבין זה מפני מה בתפארת הוא הכלי ג״כ מבחי׳ שם הוי״ה7 משא״כ בשארי הספי׳ [הספירה / הספירות].
Doch in Tiferes leuchtet sogar im Gefäß der Name Havayah (siehe auch, was in Parshas Bo zum Vers „An eben diesem Tag“ geschrieben steht). [Wir müssen] verstehen, weshalb in Tiferes auch das Gefäß aus der Ebene des Namens Havayah stammt, während dies bei den übrigen Sefiros nicht der Fall ist.
Tiferes bildet die Ausnahme: Selbst sein Gefäß ist Havayah und nicht nur sein Licht (der Klammerverweis führt zum Maamar des Alter Rebbe in Torah Ohr, Parshas Bo, zu „An eben diesem Tag zogen alle Heerscharen Havayahs aus dem Land Ägypten aus“). Weshalb unterscheidet sich Tiferes von den übrigen Sefiros? Die Antwort folgt in Absatz 12, nach einer ausführlichen Erklärung, wie die Sefiros in einander eingeschlossen werden.
ויש להבין מ״ש במאמר דפתח אליהו8 אנת הוא דאפיקת עשר תיקונין וקרינן להון עשר ספירן. חסד דרועא ימינא כו׳ חכמה מוחא בינה לבא9 כו׳.
Und [wir müssen] verstehen, was in dem Diskurs „Eliyahu eröffnete“ gesagt wird: „Du bist Er, der zehn Tikkunim (Berichtigungen) hervorgebracht hat, und wir nennen sie zehn Sefiros … Güte (Chesed), der rechte Arm usw.; Weisheit (Chochmah), das Gehirn; Verständnis (Binah), das Herz“ usw.
Um die Antwort vorzubereiten, wendet sich der Alter Rebbe „Eliyahu eröffnete“ (Patach Eliyahu) zu, der berühmten Passage in der Einleitung zu Tikkunei Zohar, einem Begleitwerk zum Zohar, dem grundlegenden Buch der Kabbalah; sie beginnt mit Worten des Propheten Eliyahu. Sie beschreibt, wie G‑tt zehn „Tikkunim“ hervorgebracht hat, die zehn Sefiros, und ordnet sie den Gliedern eines Körpers zu: Chesed dem rechten Arm, Chochmah dem Gehirn und Binah dem Herzen.
Der Absatz stellt die erste Frage des Maamars: Weshalb kennzeichnet Havayah unter den Namen von G‑tt, die den Sefiros zugeordnet sind, sogar das Gefäß von Tiferes? Anschließend führt er die Passage Patach Eliyahu ein, die die Antwort liefern wird.
In Torah Ohr, Bo (dem Maamar zu „An eben diesem Tag“), erklärt der Alter Rebbe, dass die Namen, die nicht ausgelöscht werden dürfen, die Gefäße der Sefiros von Atzilus sind (Kel im Gefäß von Chesed, Elokim in Gevurah, Ado-nai in Malchus), während Havayah das Licht vom Unendlichen (Ein Sof) ist, das in alle diese Gefäße gekleidet ist. Deshalb steht Havayah neben den übrigen Namen. Der Tzemach Tzedek merkt in Or HaTorah, Shemos, an, dass Havayah „der einzigartige Name“ genannt wird, weil es der Ebene des einfachen Lichts angehört – und doch erscheint es hier als das Gefäß von Tiferes.
Marei Mekomos
- 1בכתבי האריז״ל ובפרדס · ע״ח שמ״ה פ״ג. ראה לקו״ת ויקרא הוספות נא, ג.
- 2ז׳ שמות שאינן נמחקין · ראה בלקו״ש חכ״א ע׳ 195 הערה 60.
- 3ז׳ שמות שאינן נמחקין · Shevuot 35a:27
- 4ובתפארת אפי׳ בהכלי מאיר שם הוי״ה · ראה ד״ה ויאמר אלקים יהי רקיע — תרס״ה ע׳ מח.
- 5ועמ״ש בפ׳ בא · לקמן ס, א. ובמ״מ לשם.
- 6בעצם היום הזה · Exodus 12:41
- 7מפני מה בתפארת הוא הכלי ג״כ מבחי׳ שם הוי״ה · ראה לקמן י, ד. ראה באוה״ת פ׳ שמות כרך א ע׳ קו שכתב ”אין לתמוה . . נתבאר דשם הוי׳ נקרא שם המיוחד להיותו בבחי׳ האור שהוא פשוט כו׳ והרי כשהוא בבחי׳ כלי הת״ת” ע״ש בארוכה. בלקו״ת שה״ש כ, ד מציין לכאן.
- 8במאמר דפתח אליהו · ת״ז בהקדמה.
- 9פתח אליהו אנת הוא דאפיקת עשר תיקונין וקרינן להון עשר ספירן. חסד דרועא ימינא כו׳ חכמה מוחא בינה לבא · Tikkunei Zohar 17a:11–12
„Du bist weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit“ ¶3–5
3וכל ספירה אית לה שם ידיעא כו׳ ואנת לית לך שם ידיעא אנת הוא חכים ולא בחכמה ידיעא אנת הוא מבין ולא בבינה ידיעא.1
„Und jede Sefirah hat einen bekannten Namen usw., doch Du hast keinen bekannten Namen. Du bist weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit; Du verstehst, aber nicht mit einem bekannten Verständnis.“
Patach Eliyahu fährt fort: Jede Sefirah hat einen „bekannten Namen“ – eine eindeutige, klar umrissene Identität –, G‑tt Selbst jedoch hat keinen. Er ist weise, und doch nicht mit einer Weisheit, die wir bestimmen könnten; Er versteht, und doch nicht mit einem Verständnis, das wir bestimmen könnten.
דהנה תחלה הזכיר חו״ב [חכמה ובינה] חכמה מוחא ובינה לבא ומהו שאמר אח״כ אנת הוא חכים דאין ר״ל [רוצה לומר] אנת הוא חכים שמתלבש באותו בחי׳ חכמה שהזכיר תחלה שהוא מהע״ס [מהעשר ספירות].
Denn zunächst werden die Weisheit (Chochmah) und das Verständnis (Binah) genannt – „Chochmah, das Gehirn, und Binah, das Herz“ –, was bedeutet also die anschließende Aussage: „Du bist weise“? Sie bedeutet nicht: „Du bist weise“, insofern Er in jener Ebene der Chochmah gekleidet ist, die zuvor erwähnt wurde und eines der zehn g‑ttlichen Attribute (Sefiros) ist.
Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Abschnitt Chochmah gerade „das Gehirn“ und Binah „das Herz“ genannt hat. „Du bist weise“ kann also nicht bedeuten, dass G‑tt in jene Chochmah gekleidet ist, die eines der zehn Sefiros ist – andernfalls würde die Aussage lediglich das bereits Gesagte wiederholen.
דמדקאמר וכל ספירה אית לה שם ידיעא ואנת לית לך שם ידיעא אנת הוא חכים. זה מורה דפי׳ אנת הוא חכים הוא ג״כ בבחי׳ דלית לך שם ידיעא.
Denn daraus, dass es heißt: „Und jede Sefirah hat einen bekannten Namen, doch Du hast keinen bekannten Namen; Du bist weise“, geht hervor, dass auch die Bedeutung von „Du bist weise“ im Sinne von „Du hast keinen bekannten Namen“ zu verstehen ist.
Der Zusammenhang beweist es: „Du bist weise“ folgt unmittelbar auf „Du hast keinen bekannten Namen“. Dass G‑tt „weise“ ist, muss also selbst jenseits jedes klar umrissenen Namens liegen – es handelt sich um eine Weisheit, die nicht zu den bekannten Sefiros gehört.
Indem der Alter Rebbe Patach Eliyahu genau liest, zeigt er, dass sich „Du bist weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit“ auf eine Ebene der Weisheit in G‑tt bezieht, die jenseits der Sefirah Chochmah liegt und keinen klar umrissenen Namen hat.
Marei Mekomos
- 1וכל ספירה אית לה שם ידיעא כו׳ ואנת לית לך שם ידיעא אנת הוא חכים ולא בחכמה ידיעא אנת הוא מבין ולא בבינה ידיעא · Tikkunei Zohar 17a:5–8
4ואלו בהתלבשות אור א״ס ב״ה בע״ס [בעשר ספירות] דאצי׳ אזי נקרא הוא ית׳ בשם לפי הספי׳ [הספירה / הספירות] שמתלבש בה
Nun wird, wenn das unendliche Licht (Or Ein Sof), gesegnet sei Er, sich in die zehn g‑ttlichen Attribute (Sefiros) der Welt der Emanation (Atzilus) kleidet, Er, gesegnet sei Er, nach einem Namen genannt, der der Sefirah entspricht, in die Er gekleidet ist,
Wenn sich das unendliche Licht in die Sefiros von Atzilus, der höchsten Welt, kleidet, wird G‑tt nach dem Namen benannt, der zu jener Sefirah gehört – wie in der obigen Aufzählung der sieben Namen.
כמ״ש בפרדס שער השמות12 באריכות וכנ״ל שם אל בחסד כו׳. וא״כ איך יתכן בחי׳ אנת הוא חכים וגם לית לך שם ידיעא.3
wie ausführlich in Pardes Rimonim, im Tor der Namen, geschrieben steht, und wie [oben] gesagt: der Name Kel in der Güte (Chesed) usw. Wenn dem so ist, wie kann es dann die Ebene von „Du bist weise“ und zugleich „Du hast keinen bekannten Namen“ geben?
Dies wird in Pardes Rimonim, in dessen Tor der Namen, dargelegt. Damit wird die Frage noch zugespitzt: Wenn die Aussage, G‑tt sei „weise“, bedeutet, dass Er sich in einer Sefirah befindet, müsste Er dann einen bekannten Namen haben – wie kann der Tikkunei Zohar zugleich sagen: „Du bist weise“ und „Du hast keinen bekannten Namen“?
אלא הפי׳ דמתחלה אמר אנת הוא חד ולא בחושבן ואע״ג [ואף על גב] דאפיקת עשר תקונין4 שהם ע״ס [עשר ספירות] דתקון דאצי׳ אשר כל ספירה היא בחינה מיוחדת מזולתה חכמה חסד כו׳
Vielmehr ist die Bedeutung folgende: Zunächst heißt es: „Du bist Einer, aber nicht der Zahl nach“; und obwohl „Du zehn Tikkunim [Konfigurationen] hervorgebracht hast“, die die zehn Sefiros des Tikkun von Atzilus sind, in denen jede Sefirah eine von den anderen verschiedene Ebene ist – Weisheit (Chochmah), Chesed usw. –
Die Antwort setzt am Anfang der Passage an: „Du bist Einer, aber nicht der Zahl nach“ – die Einheit G‑ttes ist nicht die „Eins“ des Zählens. Dennoch brachte Er zehn verschiedene Sefiros hervor, die zehn der Welt des Tikkun in Atzilus; jede unterscheidet sich deutlich von den anderen.
וא״כ הוה ס״ד שגם בהעצמות יש ח״ו [חס ושלום] ג״כ בחינות מיוחדות חכמה חסד כו׳ לזה אומר שאינו כן כי בחי׳ אנת הוא חכים הוא ולא בחכמה ידיעא.
könnte man meinen, dass es auch in der Essenz, G‑tt bewahre, verschiedene Ebenen gibt: Chochmah, Chesed usw. Darauf heißt es, dass dem nicht so ist; denn die Ebene von „Du bist weise“ lautet: „aber nicht mit einer bekannten Weisheit“.
Man könnte meinen, dass G‑ttes eigene Essenz, da die Sefiros voneinander verschieden sind, ebenfalls getrennte Teile aufweist – hier eine Weisheit, dort eine Güte. Eliyahu schließt dies aus: In der Essenz gibt es „Weisheit“, aber keine fest umrissene, bekannte Weisheit, die von den übrigen getrennt wäre.
ר״ל [רוצה לומר] כי חכמה דאצי׳ נק׳ חכמה ידיעא אע״פ [אף על פי] שהיא ג״כ באמת למעלה מעלה ממהות חכמה דבי״ע מ״מ כיון
Das heißt: Die Chochmah von Atzilus wird „eine bekannte Weisheit“ genannt. Obwohl sie in Wahrheit ebenfalls weit, weit über dem Wesen der Chochmah von Beriah, Yetzirah und Asiyah – der Welt der Schöpfung, der Welt der Formung und der Welt des Handelns – steht, wird sie dennoch, da
Die Chochmah von Atzilus wird „eine bekannte Weisheit“ genannt. Sie steht unermesslich höher als die Weisheit der drei unteren Welten Beriah, Yetzirah und Asiyah; im nächsten Abschnitt wird jedoch erklärt, weshalb auch sie noch als „bekannt“ gilt.
שהיא מקור ושרש להן נקראת חכמה ידיעא והיינו ששם הוא בחי׳ כלים ממש חכמה יש לה כלי בפ״ע [בפני עצמו] בינה בפ״ע [בפני עצמו].
sie deren Quelle und Wurzel ist, „eine bekannte Weisheit“ genannt. Das heißt, dass es dort die Ebene tatsächlicher Gefäße gibt: Chochmah hat ein eigenes Gefäß, Binah ein eigenes.
Weil sie die Quelle und Wurzel ihrer Weisheit ist und es in Atzilus wirkliche, voneinander getrennte Gefäße gibt – Chochmah in ihrem eigenen Gefäß und Binah in ihrem eigenen –, gilt die Chochmah von Atzilus als eine klar bestimmte, „bekannte“ Weisheit.
Der Absatz löst den Widerspruch auf: „Du hast keinen bekannten Namen“ bezieht sich auf G‑ttes Essenz, in der es keine getrennten Attribute gibt, während „bekannte Weisheit“ die Chochmah von Atzilus bezeichnet, eine eigenständige Sefirah in ihrem eigenen Gefäß.
In der Niederschrift dieses Maamar durch den Mitteler Rebbe (Maamarei Admur HaZaken) erklärt der Alter Rebbe dies anhand der „zehn verborgenen Sefiros“, die der Maamar in Absatz 6 einführt.
Marei Mekomos
- 1כמ״ש בפרדס שער השמות · ש״כ.
- 2כמ״ש בפרדס שער השמות · Pardes Rimmonim 20:1–4
- 3איך יתכן בחי׳ אנת הוא חכים וגם לית לך שם ידיעא · במאמרי אדה״ז פרשיות שם ע׳ סד מבאר זה בענין ע״ס הגנוזות. וראה בלקו״ש חי״ט ע׳ 419 בשולי הגליון. בלקו״ת שה״ש ד, ג מציין לכאן.
- 4אנת הוא חד ולא בחושבן ואע״ג דאפיקת עשר תקונין · Tikkunei Zohar 17a:9–11
5וזהו דייקא בע״ס [בעשר ספירות] דאצילו׳ [דאצילות]. אבל מה דאנת הוא חכים הוא לא בחכמה ידיעא כלל עד שהתהוות חכמה דאצי׳ מבחי׳ אנת הוא חכים הוא
Und dies gilt speziell für die zehn g‑ttlichen Attribute (Sefiros) der Welt der Emanation (Atzilus). Doch das, wovon [es heißt]: „Du bist weise“, ist überhaupt keine bekannte Weisheit – so sehr, dass das Entstehen der Weisheit (Chochmah) von Atzilus aus der Ebene „Du bist weise“ ist
Die „bekannten“ Sefiros gehören zu Atzilus. Die Weisheit des „Du bist weise“ ist überhaupt keine bekannte Weisheit, und der Abstand zwischen ihnen ist vollkommen: Die Chochmah von Atzilus entsteht daraus, wie etwas aus dem Nichts entsteht.
ע״ד התהוות יש מאין ולא בחי׳ עילה ועלול כלל ולא ע״ד התהוות חכמה דבי״ע מחכמה דאצי׳ שזה נק׳ ג״כ השתלשלות שלכך נק׳ חכמה דאצי׳ חכמה ידיעא ואיך היא ידיעא
nach der Art des Entstehens von etwas aus dem Nichts (yesh me’ayin) und überhaupt nicht nach der Art von Ursache und Wirkung; auch nicht wie das Entstehen der Chochmah der Welt der Schöpfung (Beriah), der Welt der Formung (Yetzirah) und der Welt des Handelns (Asiyah) aus der Chochmah von Atzilus, was ebenfalls die stufenweise Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) genannt wird. Deshalb wird die Chochmah von Atzilus auch „bekannte Weisheit“ genannt. Und inwiefern ist sie „bekannt“?
Hier werden zwei Arten des Entstehens einander gegenübergestellt. Etwas aus dem Nichts (yesh me’ayin) bedeutet, dass das Ergebnis seiner Quelle in keiner Weise ähnelt; bei Ursache und Wirkung ist die Wirkung eine niedrigere Ausprägung ihrer Ursache. Die Weisheit der unteren Welten stammt auf die zweite Weise aus der Chochmah von Atzilus und zählt daher als Teil der Hishtalshelus.
אלא שלפי שחכמה דבי״ע נתהווה ממנה ע״י השתלשלו׳ [השתלשלות] והיא גלויה וידועה לכך גם החכמה דאצי׳ נק׳ חכמה ידיעא.1
Nur weil die Chochmah von Beriah, Yetzirah und Asiyah durch Hishtalshelus aus ihr entstand und sie offenbart und bekannt ist, wird deshalb auch die Chochmah von Atzilus „bekannte Weisheit“ genannt.
Damit wird die Bezeichnung „bekannt“ erklärt: Die Weisheit der unteren Welten, die Schritt für Schritt aus der Chochmah von Atzilus hervorgeht, ist offenbart und erkennbar. Da das, was aus ihr herabsteigt, bekannt ist, wird auch ihre Quelle, die Chochmah von Atzilus, „bekannt“ genannt.
Der Absatz unterscheidet zwischen dem unüberbrückbaren Sprung vom „Du bist weise“ zur Chochmah von Atzilus – dem Entstehen von etwas aus dem Nichts – und der kontinuierlichen Herabfolge von Atzilus zu den unteren Welten – Ursache und Wirkung. Außerdem erklärt er, warum die Chochmah von Atzilus „bekannt“ genannt wird.
In Likkutei Torah (Behar), worauf die Anmerkung verweist, verwendet der Alter Rebbe eine Parallele: Die Buchstaben einer schriftlich niedergelegten Lehre sind mit der Einsicht, die sie vermitteln, nicht vergleichbar; für jemanden, der sie nicht verstehen kann, bleibt die Einsicht völlig verborgen, und nur eine Spur davon erreicht ihn.
Marei Mekomos
- 1לכך גם החכמה דאצי׳ נק׳ חכמה ידיעא · ע׳ בלקו״ת פ׳ בהר מג, ג [כ]. בלק״ת נשא כב, ד מציין לכאן.
Die verborgenen Sefiros und Akudim – mit dem Gleichnis der Seele ¶6–9
6וכמו ע״ד שנק׳ אדם דאצי׳ אדם דעשייה. משא״כ בחי׳ אנת הוא חכים הוא לא בחכמה ידיעא וזהו הנק׳ בלשון הפרדס עשר ספירות הגנוזות1 במאצילן שע״ז אמר אנת הוא חכים כו׳.
Und so ist es etwa auch damit, dass Adam der Welt der Emanation (Atzilus) Adam der Welt des Handelns (Asiyah) genannt wird. Der Aspekt „Du bist weise“ hingegen ist keine erkennbare Weisheit; dies ist das, was in der Sprache des Pardes „die zehn verborgenen G‑ttlichen Attribute (Sefiros) in ihrem Emanator“ genannt wird und worüber gesagt wurde: „Du bist weise“ usw.
„Adam“ (Mensch) ist der kabbalistische Name für die vollständige Struktur der zehn Sefiros einer Welt. Selbst Adam von Atzilus, der im Vergleich zu dem, was unter ihm liegt, so erhaben ist, gleicht der niedrigsten Welt, Asiyah, verglichen mit dem, was über ihm liegt. Die Weisheit von „Du bist weise“ wird im Pardes Rimonim „die zehn verborgenen Sefiros in ihrem Emanator“ genannt; sie sind die Wurzeln der Sefiros, so wie sie in G‑tt Selbst sind.
וענין זה עולה בקנה אחד עם מ״ש בע״ח [בעץ חיים] שיש עקודים נקודים וברודים והיינו שבעקודים כל הע״ס [העשר ספירות] הם עקודים בכלי א׳ ואין שם שום
Diese Angelegenheit stimmt vollkommen mit dem überein, was in Etz Chaim geschrieben steht: dass es Akudim [Gebundenes], Nekudim [Punkte] und Berudim [miteinander Verbundenes] gibt. Das heißt: In Akudim sind alle zehn Sefiros in einem einzigen Gefäß gebunden, und es gibt keinerlei
Etz Chaim des Arizal beschreibt drei frühe Stufen der Sefiros: Akudim („gebunden“), Nekudim („Punkte“) und Berudim („miteinander verbunden“). Die Namen sind die Wörter, mit denen die Torah die gestreiften, gesprenkelten und gefleckten Herden Yaakovs bezeichnet (Absatz 12). In Akudim sind alle zehn in einem einzigen Gefäß gehalten, ohne dass sie voneinander getrennt sind.
התחלקות כלל לע״ס [לעשר ספירות]2 ובנקודים הוא שנחלקו לעשר נקודות וברודים הוא עולם התקון בחי׳ פרצופים כו׳ וז״ש [וזהו שכתוב] אליהו אנת הוא דאפיקת עשר תקונין שהם ע״ס [עשר ספירות] דברודים.
Aufteilung dort in zehn Sefiros; in Nekudim wurden sie in zehn Punkte aufgeteilt; und Berudim ist die Welt des Tikkun (der Berichtigung), die Ebene der Partzufim (Konfigurationen) usw. Und dies ist es, was Eliyahu sagte: „Du bist es, der zehn Tikkunim hervorgebracht hat“ – das sind die zehn Sefiros von Berudim.
In Nekudim trennen sich die Sefiros in zehn voneinander isolierte Punkte (wie der Maamar erklären wird, ist dies die Welt des Tohu, des Chaos). In Berudim, der Welt des Tikkun, bilden sie Partzufim – vollständige Konfigurationen, in denen jede Sefirah die anderen einschließt. Eliyahus „zehn Tikkunim“ sind diese Sefiros von Berudim.
אמנם שרשם ומקורם שהם בחי׳ עקודים הרי הם בכלי א׳ ממש כל הבחי׳ חו״ב [חכמה ובינה] כו׳ והיינו לפי שהם למעלה מעלה ממהות בחי׳ חכמה ובינה הידועים דאצילות
Ihre Wurzel und Quelle jedoch, die Ebene von Akudim, besteht darin, dass alle Aspekte, Chochmah und Binah usw., buchstäblich in einem einzigen Gefäß sind. Das liegt daran, dass sie weit, weit über dem Wesen der bekannten Ebenen von Chochmah und Binah in Atzilus liegen.
Ihre Quelle, Akudim, ist die Ebene, auf der Chochmah, Binah und der Rest buchstäblich in einem einzigen Gefäß sind. Das ist möglich, weil diese Ebene weit über der klar bestimmten Chochmah und Binah von Atzilus liegt.
(והתהוות חכמה ובינה דאצילות הוא יש מאין היינו ע״י צמצום א״ק [אדם קדמון] וצמצום הדיקנא3 עד דאו״א [דאבא ואימא] יונקים רק מבחי׳ שערות כו׳ משא״כ מאצי׳ לבריאה אינו רק ע״י פרסא שאינו מערך הצמצומים אלו שבין א״ק [אדם קדמון] לאצילות ולכן נק׳4 השתלשלות)
(Das Entstehen der Weisheit (Chochmah) und des Verständnisses (Binah) von Atzilus ist etwas aus dem Nichts, das heißt, durch die Einschränkung (Tzimtzum) von Adam Kadmon und die Einschränkung des Bartes, bis Vater und Mutter (Abba und Imma) nur von der Ebene der Haare genährt werden usw.; von Atzilus bis Beriah geschieht es hingegen nur durch eine Parsa (Trennwand), die nicht von der Art dieser Einschränkungen zwischen Adam Kadmon und Atzilus ist; deshalb wird dies als stufenweise Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) bezeichnet.)
Ein eingeschobener Zusatz: Zwischen Adam Kadmon (der Urstufe oberhalb von Atzilus) und Atzilus gibt es drastische Einschränkungen – von Adam Kadmon und vom „Bart“ –, sodass Vater und Mutter (Chochmah und Binah von Atzilus) nur durch die „Haare“ empfangen. Die Kabbalah stellt die Stufe oberhalb von Atzilus als einen Kopf mit Bart dar; ein Haar trägt nur eine schwache Spur der Lebenskraft des Kopfes. Durch „Haare“ zu empfangen, ist daher ein Sprung von etwas aus dem Nichts. Zwischen Atzilus und Beriah gibt es nur eine Parsa, eine Trennwand, nicht eine Einschränkung dieser Art; deshalb ist der Übergang dort eine zusammenhängende Kette des Herabsteigens.
ולכן נקראים בשם ע״ס [עשר ספירות] הגנוזות. ויובן עד״מ כי הנה כחות הנפש5 המתלבשים באברי הגוף הרי הם מתחלקים כל כח מהות בפ״ע [בפני עצמו] ובאבר מיוחד בפ״ע [בפני עצמו].
Daher werden sie „die verborgenen zehn Sefiros“ genannt. Dies wird anhand eines Gleichnisses verständlich: Die Kräfte der Seele, die sich in die Glieder des Körpers kleiden, sind voneinander getrennt; jede Kraft ist eine eigene, unterscheidbare Einheit und befindet sich in einem eigenen, bestimmten Glied.
Darum werden sie „verborgen“ genannt. Zur Veranschaulichung wendet sich der Alter Rebbe der menschlichen Seele zu: Sobald ihre Kräfte in den Körper gekleidet sind, sind sie voneinander getrennt, und jede wirkt durch ihr eigenes Organ.
כח הראיה בעין וכח השמיעה באוזן וכח המעשה בידים. וכן בכחות עליונים מהן כח השכל במוח וכח המדות בלב.
Die Sehkraft ist im Auge, die Hörkraft im Ohr und die Kraft des Handelns in den Händen. Ebenso verhält es sich mit den höheren Kräften: Die intellektuelle Kraft ist im Gehirn und die Kraft der Gefühlsattribute (Middos) im Herzen.
Das Sehen wirkt durch das Auge, das Hören durch das Ohr und das Handeln durch die Hände; ebenso sind die höheren Kräfte – der Verstand im Gehirn und die Gefühle im Herzen. Im Körper ist jede Kraft eigenständig und hat ihren eigenen Ort.
Der Absatz setzt „Du bist weise“ mit den zehn verborgenen Sefiros gleich, stellt dies den Akudim, Nekudim und Berudim des Arizal gegenüber, erklärt, warum der Übergang zu Atzilus „etwas aus dem Nichts“ ist, während der Abstieg unterhalb davon eine Kette bildet, und beginnt ein Gleichnis anhand der Kräfte der Seele.
In Likkutei Torah (Bechukosai), worauf die Anmerkung verweist, sagt der Alter Rebbe, dass die „zehn verborgenen Sefiros“ der Geonim in der Terminologie des Arizal den zehn Sefiros von Atik und Arich Anpin entsprechen – der Ebene von Keser, die über allen Sefiros von Atzilus liegt. Der Tzemach Tzedek merkt in Or HaTorah an, dass nach der Auffassung des Pardes die verborgenen Sefiros die Wurzeln der Gefäße sind.
Marei Mekomos
- 1בלשון הפרדס עשר ספירות הגנוזות · נתבאר בלקו״ת בחקותי מו, ג. ובארוכה ספר הערכים-חב״ד כרך ג ע׳ רכז ואילך. אוה״ת ענינים ע׳ קא ואילך. שם ע׳ קע מבאר שיטת הפרדס שענין ע״ס הגנוזות הם שרשי הכלים. וראה שם ע׳ של ואילך. באוה״ת סידור ע׳ קנה מציין לכאן.
- 2ואין שם שום התחלקות כלל לע״ס · נתבאר בארוכה באוה״ת בשלח ע׳ שצד ואילך. בד״ה כל הנהנה תרנ״ב ע׳ ק ואילך. אוה״ת ענינים ע׳ שיב. סה״מ תרל״ג כרך א ע׳ שטז. בלקו״ת אמור לח, א מציין לכאן.
- 3היינו ע״י צמצום א״ק וצמצום הדיקנא · ראה תניא שער היחוד והאמונה פ״ט בהגהה. שרש מצות התפלה פרק לט (רלז, א).
- 4ולכן נק׳ בשם ע״ס הגנוזות · במאמרי אדה״ז — פרשיות ע׳ סד ”דלכאורה דבר זה כפלא יחשב דאם הן גנוזות בהעלם העצמות ממש א״כ איך ימצאו במספר ע״ס דוקא הלא אור העצמות הוא אור פשוט בתכלית למעלה מבחי׳ התחלקות לגמרי. ראה תורת חיים כאן סט, א דמבאר הקושיא יותר ”דאיך ימצא המספר שהוא הגבול מלמעלה מן המספר ובלתי בע״ג” ע״ש בארוכה.
- 5ויובן עד״מ כי הנה כחות הנפש · נתבאר בארוכה בתו״ח שמות לז, ב (צילום כת״י הר״ש סופר). בדרך מצותיך עו, ב. ובאוה״ת שמות כרך ז ע׳ ב׳תצא ואילך. אוה״ת ענינים ע׳ רסט. שכח. המשל מכחות הנפש — ראה לקמן יג, ג ובארוכה בד״ה הגהות לפתח אליהו — תרנ״ח. בלקו״ת שה״ש ד, ב מציין לכאן: מהות הנפש שכל ומדות כו׳ (ר״ל שהוא מקור השכל והמדות כמ״ש בביאור ע״פ ולא תשבית מלח ובד״ה הן עם אחד ובד״ה פתח אלי׳).
7והנה כל כחות אלו נמשכים ומתפשטים מן הנפש האחת שהיא עצם1 א׳ וא״כ החילוקי כחות הנ״ל כשהיו עדיין כלולים בהנפש ודאי היו כולם בהתכללות אחת ממש בלי שום התחלקות וכמו שהנפש היא עצם א׳.
Nun werden all diese Kräfte aus der einen Seele, die eine einzige Essenz ist, hervorgezogen und entfalten sich von ihr aus. Wenn dem so ist, waren die oben erwähnten unterschiedlichen Kräfte, als sie noch in der Seele eingeschlossen waren, gewiss alle tatsächlich in einer einzigen Einbeziehung enthalten, ohne jede Teilung – ebenso wie die Seele eine einzige Essenz ist.
Alle Kräfte der Seele gehen aus einer einzigen Seele hervor, und die Seele ist eine einzige, einfache Essenz. Bevor diese Kräfte also in den Körper hineingezogen wurden, während sie noch in der Seele enthalten waren, müssen sie vollkommen miteinander vereint gewesen sein, ohne jede Trennung.
Der zentrale Punkt des Gleichnisses: Kräfte, die im Körper voneinander getrennt sind, bilden in der Seele eine Einheit, weil die Seele selbst eins ist.
Der Tzemach Tzedek (Or HaTorah, Inyanim) fügt hinzu, dass die Seele andernfalls in 248 verschiedene Teile geteilt wäre, wie die Glieder des Körpers – was nicht sein kann, da sie eine einzige geistige Essenz ist.
Marei Mekomos
- 1שהיא עצם א׳ · באוה״ת ענינים ע׳ רסט ”שלפ״ז יהי׳ בההתחלקות לרמ״ח חלקים שונים כו׳ וזה אינו שהוא עצם א׳ רוחני”.
8ואיך הוא זה והלא אנו רואים ראיה ושמיעה הם שני בחינות שונות זו מזו אלא ודאי משום כשהיו בחי׳
Wie kann das aber sein? Sehen wir nicht, dass Sehen und Hören zwei voneinander verschiedene Ebenen sind? Vielmehr ist es gewiss so: Als
Ein Einwand: Sehen und Hören sind offensichtlich verschiedene Dinge. Wie können sie in der Seele „eins“ sein?
כחות אלו בנפש הם בבחי׳ דקה ורוחני׳ יותר לאין שיעור מכשהם אח״כ בגוף החומרי עד ששם הם כולם מיוחדים כאלו הם רק דבר1 א׳ ממש.
diese Kräfte in der Seele waren, befanden sie sich in einem Zustand, der unendlich feiner und geistiger war als später, als sie im materiellen Körper waren – so sehr, dass sie in der Seele alle vereint waren, als wären sie buchstäblich nur eine einzige Sache.
Die Antwort: In der Seele bestehen diese Kräfte in einer unendlich feineren und geistigeren Form als im Körper; in der Seele sind sie daher wahrhaftig als eines vereint. Dies dient als Vorbild für die g‑ttlichen Attribute (Sefiros), die in der Welt der Emanation (Atzilus) zehn verschiedene Dinge, in ihrer verborgenen Wurzel jedoch eins sind.
Der Absatz beantwortet den naheliegenden Einwand gegen die Analogie: Der Unterschied zwischen Sehen und Hören gehört ihrer körperlichen Form an; im feineren Zustand der Seele sind sie eins.
Marei Mekomos
- 1ששם הם כולם מיוחדים כאלו הם רק דבר א׳ ממש · ראה באוה״ת שמות כרך ז ע׳ ב׳תצב. דרך מצותיך עז, א.
9ועד״ז יובן הנמשל שענין ע״ס [עשר ספירות] דאצי׳ שהם כל בחי׳ בכלי בפ״ע [בפני עצמו]1 חכמה בחי׳ בפ״ע [בפני עצמו] וחסד בפ״ע [בפני עצמו] כו׳
Auf diese Weise wird das Gegenbild verständlich: Die zehn g‑ttlichen Attribute (Sefiros) der Welt der Emanation (Atzilus) sind jeweils eine Ebene in einem eigenen Gefäß – die Weisheit (Chochmah) als eigene Ebene und die Güte (Chesed) als eigene Ebene usw.
Nun wird die Analogie angewandt. Die Sefiros von Atzilus gleichen den Kräften der Seele, sobald sie sich im Körper befinden: Jede ist für sich verschieden und hat ihr eigenes Gefäß – hier Chochmah, dort Chesed.
אבל בשרשן בבחי׳ ע״ס [עשר ספירות] הגנוזות הם בעילוי יותר דק ונעלה לאין קץ עד ששם הם כולם רק דבר א׳ ממש וזהו שהן עקודים בכלי א׳ ממש.
Doch in ihrer Wurzel, auf der Ebene der verborgenen zehn Sefiros, befinden sie sich in einem unendlich feineren und erhabeneren Zustand, so sehr, dass sie dort alle buchstäblich nur eine einzige Sache sind; und dies ist [die Bedeutung dessen], dass sie Akudim, [zusammengebunden], in buchstäblich einem einzigen Gefäß sind.
Ihre Wurzel, die verborgenen zehn Sefiros, gleicht den Kräften der Seele innerhalb der Seele selbst: Sie sind so fein und erhaben, dass sie einfach eins sind. Das bedeutet „Akudim“ – alle Sefiros sind in einem einzigen Gefäß zusammengebunden.
וזה שבאצי׳ חכמה וחסד הם שני דברים שונים זמ״ז [זה מזה] היינו לפי שחכמה דאצי׳ אינה בערך כלל מהות החכמה דעקודים וכנ״ל שהיא הנק׳ חכמה ידיעא.
Die Tatsache also, dass Chochmah und Chesed in Atzilus zwei voneinander verschiedene Dinge sind, liegt daran, dass die Chochmah von Atzilus in keiner Weise mit dem Wesen der Chochmah von Akudim vergleichbar ist; und wie oben [gesagt], wird sie „eine bekannte Weisheit“ genannt.
Warum sind Chochmah und Chesed in Atzilus also getrennte Dinge? Weil die Chochmah von Atzilus einer anderen Seinsordnung angehört als die Chochmah von Akudim und nicht einfach eine etwas niedrigere Variante von ihr ist. Deshalb wird sie „eine bekannte Weisheit“ genannt, während die Chochmah von Akudim dies nicht ist.
Die Analogie mit der Seele wird angewandt: Die Sefiros sind in Atzilus getrennt, so wie die Kräfte in den Organen des Körpers, in ihrer verborgenen Wurzel in Akudim jedoch eins, so wie die Kräfte innerhalb der Seele.
In Likkutei Torah (Behar), auf das die Anmerkung verweist, nennt der Alter Rebbe Akudim, wo die zehn Sefiros in einem Gefäß gebunden und noch nicht unterteilt sind, „Adam von Yetzirah“; Adam Kadmon, der noch höher steht, nennt er „Adam von Beriah“, denn im Verhältnis zum Emanator entsteht auch er als etwas aus dem Nichts.
Marei Mekomos
- 1שו״ה ועד״ז — כל בחי׳ בכלי בפ״ע · ראה לקו״ת בהר מג, ד.
Der Abstieg zu Nekudim ¶10
10והנה אח״כ נמשך בחי׳ עולם הנקודים ושם כל ספי׳ [ספירה / ספירות] בפ״ע [בפני עצמו] והן עשר נקודות. והיינו שכבר ירדו בירידה גדולה ממדרגת ע״ס [עשר ספירות] דעקודים שהן כולם דבר א׳ כנ״ל משא״כ בע״ס [בעשר ספירות] דנקודים וזהו כמו בחי׳ חכמה ידיעא כו׳.
Nun wurde danach die Ebene der Welt Nekudim herabgezogen; dort steht jede Sefirah für sich, und es sind zehn Punkte. Das heißt, sie waren bereits tief herabgesunken von der Stufe der zehn g‑ttlichen Attribute (Sefiros) von Akudim, die, wie [oben] gesagt, alle eine Sache sind – anders als die zehn Sefiros von Nekudim. Dies gleicht der Ebene einer „bekannten Weisheit“ usw.
Auf Akudim folgte die Welt Nekudim („Punkte“), in der jede Sefirah als eigener, getrennter Punkt steht. Dies ist ein großer Abstieg gegenüber Akudim, wo alles eins ist; die Sefiros von Nekudim sind nun bestimmt und voneinander getrennt, wie eine „bekannte Weisheit“.
(והרי מובן גודל הצמצום והירידה כי מלבד זה שבעקודים וע״ס [ועשר ספירות] הגנוזות היו בעילוי רב יותר עד שנק׳ חכים ולא בחכמה ידיעא כנ״ל.
(Daran wird das Ausmaß der Einschränkung (Tzimtzum) und des Abstiegs deutlich: Denn abgesehen davon, dass sie in Akudim und in den verborgenen zehn Sefiros auf einer viel höheren Stufe standen, so sehr, dass es „weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit“ genannt wird, wie [oben] gesagt,
Dieser lange Einschub in Klammern erläutert, wie groß der Abstieg von Akudim zu Nekudim ist. Der erste Unterschied wurde bereits genannt: In Akudim ist die Weisheit so erhaben, dass sie „weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit“ ist.
הרי עוד זאת כי התם כיון שכולן בכלי א׳ ואין בהם שום התחלקות א״כ בהמשכת בחי׳ חכמה עד״מ הרי יש בזה כל הע״ס [העשר ספירות] הגנוזות יחד ולא בחי׳ חכמה בפ״ע [בפני עצמו] כיון דהתם אין חכמה בחי׳ בפ״ע [בפני עצמו] כלל לבדה.
kommt noch Folgendes hinzu: Da dort alles in einem Gefäß ist und es keinerlei Unterteilung gibt, sind beim Herabziehen der Ebene der Weisheit (Chochmah), zum Beispiel, alle verborgenen zehn Sefiros gemeinsam darin enthalten und nicht die Ebene der Chochmah für sich allein, denn dort ist Chochmah überhaupt keine eigenständige Ebene.
Der zweite Unterschied: Da in Akudim alles in einem Gefäß ist, sind beim Hervortreten dessen, was dort „Chochmah“ genannt wird, in Wahrheit alle zehn verborgenen Sefiros zugleich enthalten. Dort gibt es keine Chochmah für sich allein.
כ״א כל הע״ס [העשר ספירות] הגנוזות הם דבר1 א׳ ממש. א״כ אין שייך כלל לומר המשכת חכמה בפ״ע [בפני עצמו] כ״א המשכת דבר הנק׳ ע״ס [עשר ספירות] הגנוזות כו׳ יחד.
Vielmehr sind alle verborgenen zehn Sefiros buchstäblich eine einzige Sache. Daher kann man überhaupt nicht davon sprechen, Chochmah für sich allein herabzuziehen, sondern nur davon, gemeinsam das hervorzuziehen, was die verborgenen zehn Sefiros genannt wird usw.
In Akudim kann man also nicht einmal davon sprechen, Chochmah allein herabzuziehen. Was herabgezogen wird, ist die eine Gesamtheit, die als die verborgenen zehn Sefiros bezeichnet wird.
משא״כ בבחי׳ ע״ס [עשר ספירות] דנקודים נתצמצם להיות חכמה נמשכת בחי׳ א׳ לבדה ממש וכן חסד כו׳.
Anders verhält es sich mit der Ebene der zehn Sefiros von Nekudim: Dort wurde die Ausstrahlung eingeschränkt, sodass Chochmah buchstäblich als eine eigene Ebene allein herabgezogen wird, und ebenso die Güte (Chesed) usw.
In Nekudim wurde das Licht eingeschränkt, sodass Chochmah als eigene Ebene hervorgeht, Chesed als eigene Ebene und so weiter. Das Ganze hat sich in einzelne Teile aufgespalten.
והרי מובן שאין ערוך כלל בחי׳ חכמה כשהיא בפ״ע [בפני עצמו] לבחי׳ הכוללת כל הע״ס [העשר ספירות] יחד ממש וכמו שאין ערוך אות אחת הנפרדת מתיבת למשפחותיכם234 עד״מ לגבי התיבה כולה כשהיו כל האותיות יחד.
Daraus wird verständlich, dass die Ebene der Chochmah für sich allein in keinerlei Vergleich zu der Ebene steht, die alle zehn Sefiros buchstäblich gemeinsam umfasst – so wie etwa ein einzelner Buchstabe, der aus dem Wort lemishpechoseichem („nach euren Familien“) herausgelöst wird, in keinerlei Vergleich zum ganzen Wort steht, in dem alle Buchstaben gemeinsam enthalten waren.
Ein einzelnes Attribut für sich allein kann nicht mit der Gesamtheit verglichen werden, die alle zehn gemeinsam enthält. Als Beispiel führt der Alter Rebbe ein langes Wort aus der Tora an: lemishpechoseichem. Ein einzelner Buchstabe, der daraus herausgenommen wird, ist nichts im Vergleich zum ganzen Wort, dessen Bedeutung erst aus dem Zusammenspiel all seiner Buchstaben hervorgeht.
מלבד מה שבחי׳ החכמה זו כשהיא בפ״ע [בפני עצמו] נק׳ חכמה ידיעא משא״כ החכמה דע״ס [דעשר ספירות] דעקודים נק׳ חכים ולא בחכמה ידיעא. וגם ע״ז שייך אנת הוא חד ולא בחושבן כיון שאין שם בחי׳ התחלקות עשר ספירות כנ״ל.
Hinzu kommt noch, dass diese Ebene der Chochmah, wenn sie für sich allein steht, „bekannte Weisheit“ genannt wird, während die Chochmah der zehn Sefiros von Akudim „weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit“ genannt wird. Auch darauf trifft „Du bist Einer, aber nicht der Zahl nach“ zu, denn dort gibt es, wie [oben] gesagt, keine Unterteilung in zehn Sefiros.
Darüber hinaus ist Chochmah für sich allein „bekannte Weisheit“, während die Chochmah von Akudim „weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit“ ist. Und da es dort keine Unterteilung in zehn gibt, kann man auch von Akudim sagen: „Einer, aber nicht der Zahl nach.“
ומ״מ אור א״ס ב״ה עצמו הוא למעלה מעלה מבחי׳ עקודים כי גם עקודים נק׳ אדם דבריאה לגבי א״ס ב״ה ועמ״ש ע״פ את שבתותי תשמרו56 בענין שבת תתאה ושבת עלאה).
Dennoch steht das unendliche Licht (Or Ein Sof) selbst unendlich weit über der Ebene von Akudim; denn selbst Akudim wird im Verhältnis zum Unendlichen (Ein Sof), gelobt sei Er, Adam der Welt der Schöpfung (Beriah) genannt. Siehe auch, was zum [Vers] „Ihr sollt Meine Schabbos-Tage hüten“ über den unteren Schabbos und den oberen Schabbos geschrieben steht.)
Dennoch ist Akudim nicht das Wesen G‑ttes: Im Vergleich zum Unendlichen ist selbst Akudim nur „Adam der Schöpfung“, gleichsam etwas Erschaffenes. Der Alter Rebbe verweist auf seinen Maamar zu „Ihr sollt Meine Schabbos-Tage hüten“ (Likkutei Torah, Behar 2:28–29), der die Mehrzahl „Schabbos-Tage“ als zwei Schabbos-Tage erklärt: Der untere Schabbos ist die Selbstaufhebung (Bittul) des „Etwas“ zum „Nichts“ auf der Ebene der Chochmah; der obere Schabbos ist die wahre Selbstaufhebung oberhalb der Chochmah.
ועד״ז ההפרש בין הארת הקו להרשימו7 שנשאר אחר הצמצום ומקום פנוי. דהנה הארת הקו מאיר בכל עולם לפי ערכו8 אך הרשימו היא בחי׳ הכוללת לכל העולמות.9
Und ebenso [besteht] der Unterschied zwischen der Ausstrahlung der Linie des Lichts (Kav) und dem zurückgebliebenen Eindruck (Reshimu), der nach der Einschränkung (Tzimtzum) im freigewordenen Raum zurückblieb. Denn die Ausstrahlung des Kav leuchtet in jeder Welt gemäß ihrem Maß, während der Reshimu die Ebene ist, die alle Welten umfasst.
Dasselbe Muster findet sich bei einem weiteren Begriffspaar aus der Kabbalah. Nach dem ersten Tzimtzum, als sich das unendliche Licht (Or Ein Sof) zurückzog und einen „freigewordenen Raum“ hinterließ, wurde eine dünne Linie des Lichts, der Kav, wieder in diesen hineingezogen, und eine Spur des zurückgezogenen Lichts, der Reshimu, blieb bestehen. Der Kav leuchtet in jede Welt entsprechend der Aufnahmefähigkeit der jeweiligen Welt hinein, wie die einzelnen g‑ttlichen Attribute (Sefiros); der Reshimu ist eine allgemeine Ebene, die alle Welten umfasst, wie Akudim.
(וצ״ע [וצריך עיון] דמבואר בכמה מקומות דהקו גבוה הרבה מהרשימו וע׳ באגה״ק [באגרת הקודש] מאמר איהו וחיוהי10 הארת הקו והארה דהארה והארה דהארה דהארה11 כו׳):
(Dies bedarf weiterer Untersuchung, denn an mehreren Stellen wird erläutert, dass der Kav viel höher steht als der Reshimu. Siehe auch in Iggeres HaKodesh, den Diskurs „Er und Seine Lebenskraft“: die Ausstrahlung des Kav, ein Abglanz eines Abglanzes und ein Abglanz eines Abglanzes eines Abglanzes usw.)
Der Alter Rebbe weist auf eine Schwierigkeit hin: An vielen Stellen wird der Kav als weit höher als der Reshimu beschrieben, und in der Iggeres HaKodesh des Tanya ist von der Ausstrahlung des Kav und von immer schwächer werdenden „Abglänzen von Abglänzen“ unterhalb davon die Rede. Wie kann dann der Reshimu mit der höheren, alles umfassenden Ebene verglichen werden? Er lässt die Frage zur weiteren Untersuchung offen.
Der Absatz beschreibt den Abstieg von Akudim zu Nekudim, wo die Sefiros erstmals getrennt wurden. Er erklärt, weshalb ein einzelnes Attribut für sich allein mit dem ungeteilten Ganzen nicht vergleichbar ist, und merkt an, dass selbst Akudim weit unter dem unendlichen Licht steht. Zum Schluss wird ein Zusammenhang zwischen der Linie des Lichts (Kav) und dem zurückgebliebenen Eindruck (Reshimu) angedeutet, ohne ihn abschließend zu klären.
Zu der Schwierigkeit hinsichtlich des Kav und des Reshimu legt der Tzemach Tzedek (Or HaTorah) nahe, dass der Kav im Offenbarwerden höher steht, da er die Offenbarung in Atzilus und darüber hinaus bringt und seine Wurzel im unendlichen Licht oberhalb der Einschränkung (Tzimtzum) hat. Das Reshimu hingegen ist Licht, das vom Tzimtzum überhaupt nicht berührt wurde. Er merkt an, dass der Mikdash Melech das Reshimu mit dem Or HaKadmon (dem Urlicht) identifiziert.
Marei Mekomos
- 1כ״א כל הע״ס הגנוזות הם דבר א׳ ממש · באוה״ת ענינים ע׳ רפב ואילך מבאר שיטת האריז״ל בעקודים איך הם נקראים ע״ס. וראה שם בעמוד רפד מה שמעתיק מהנחות הר״פ ע׳ קסט. וראה גם במאמרי אדה״ז פרשיות פ׳ נח ע׳ סו. וע׳ סז. באוה״ת ענינים ע׳ רפה וכנראה שמציין לד״ה זה, שכאן מבאר דע״ס הגנוזות לא שייך בא״ס רק הן בעקודים וכן מבואר בכמה דרושים, ושם מציין להנחות הר״פ הנ״ל דשם משמע דאפי׳ באור א״ס הבלתי מוגבל שלמעלה מהקו שייך ספירות ע״ש.
- 2מתיבת למשפחותיכם · Menachot 30a
- 3למשפחותיכם · Exodus 12:21
- 4למשפחותיכם · Numbers 33:54
- 5ועמ״ש ע״פ את שבתותי תשמרו · ראה לקו״ת בהר מג, ב.
- 6את שבתותי תשמרו · Leviticus 26:2
- 7שו״ה בענין — ועד״ז ההפרש בין הארת הקו להרשימו · מובא באוה״ת כי תצא ע׳ תתקכד.
- 8הארת הקו מאיר בכל עולם לפי ערכו · ראה באוה״ת בשלח ע׳ תצה. ובביאוה״ז לכ״ק הצ״צ כרך א ע׳ פח ואילך בענין המשכה שע״י הקו.
- 9בחי׳ הכוללת לכל העולמות · באוה״ת פ׳ כי תצא ע׳ תתקכד מציין ע״ז כ״ק אדמו״ר הצ״צ ”ועי׳ במק״מ שהרשימו הו״ע האור הקדמון” ע״ש בארוכה. ובמאמרי אדמו״ר הזקן תקס״ח ע׳ שכח.
- 10וע׳ באגה״ק מאמר איהו וחיוהי · Tanya, Iggeres HaKodesh 20:22
- 11שו״ה וצ״ע . . דהארה דהארה · ראה ביאור ע״ז באוה״ת פ׳ נח (מלקו״ת לג׳ פרשיות) תתשצד, א. ובדף תתרסח, ב מתרץ וז״ל: ”ואולי י״ל שבענין הגילוי הקו גבוה יותר שע״י הארת הקו נמשך הגילוי באצי׳ ובלמעלה מהאצי׳, וגם כי שורש ענין בקיעת הקו הוא באוא״ס שלמעלה מהצמצום שהוא בוקע להיות נמשך בחי׳ צמצום הקו כו׳, אמנם הרשימו היא בלתי צמצום כלל, שהרי מה שנתצמצם עד שלא נשאר רק רשימו . . נסתלק לצדדי׳ . . ומה שנשאר בבחי׳ הרשימו ה״ז אור שלא נגע בו הצמצום כלל” ע״ש עוד פי׳. ובכרך ז תתשצד, א כתב שכן דעת המק״מ בפ׳ בראשית בביאור בריש הורמנותא. וכן מציין לזה בד״ה קן ציפור אוה״ת כי תצא ע׳ תתקכד. בענין הצ״ע ראה בספר שערי ענינים בדא״ח כרך ב שער החמישי סי׳ ח שמבאר בארוכה הצ״ע של הצ״צ, ומה שכתב כ״ק מהר״ש על ענין זה. וראה גם באוה״ת ענינים ע׳ קסו. ובארוכה בהמשך ר״ה תרס״א ע׳ קסו ואילך. המשך יונתי תר״מ פרק ו. תער״ב ח״ג ע׳ א׳רסט מציין להלקו״ת לג״פ.
Tohu und Tikkun; der Name Mah ¶11
11והנה בעולם הנקודים12 הי׳ [היה] שבה״כ [שבירת הכלים] שזהו ענין עולם התהו והיינו לפי שהיו רק בבחי׳ נקודות כל3 א׳ בחי׳ בפ״ע [בפני עצמו] ואח״כ עולם הברודים הוא עולם התקון שנעשו בבחי׳ פרצופים שהוא להיות בחי׳ התכללות.
Nun gab es in der Welt der Nekudim das Zerbrechen der Gefäße, das die Angelegenheit der Welt des Tohu (Chaos) darstellt; das lag daran, dass sie sich nur im Zustand von Punkten befanden, jeder für sich eine eigene Ebene. Danach ist die Welt der Berudim die Welt des Tikkun (der Berichtigung), in der sie zu Partzufim (Konfigurationen) wurden, das heißt, in den Zustand der gegenseitigen Einbeziehung gelangten,
In Nekudim zerbrachen die Gefäße; dies ist die Welt des Tohu (Chaos). Sie zerbrachen, weil jede Sefirah ein einzelner Punkt war, der sich nicht mit den anderen verbinden konnte. In der Welt des Tikkun (Berudim) wurden die Sefiros zu Partzufim, vollständigen Konfigurationen, in denen jede die anderen einschließt.
שלא יהיה חכמה בפ״ע [בפני עצמו] כ״א תהיה כלולה ג״כ מכל הע״ס [העשר ספירות] ונק׳ פרצוף אבא וכן פרצוף ז״א4 שעיקרו בחי׳ המדות
sodass die Weisheit (Chochmah) nicht für sich allein stand, sondern ebenfalls alle zehn g‑ttlichen Attribute (Sefiros) in sich einschloss; dies wird das Partzuf Abba genannt; ebenso das Partzuf, die Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin), dessen Wesen die Ebene der Gefühlsattribute (Middos) ist,
Im Tikkun steht Chochmah nicht für sich allein: Sie enthält alle zehn Sefiros in sich und wird zum Partzuf Abba („Vater“). Ebenso enthält Zeir Anpin, die Konfiguration der Gefühle, alle Sefiros.
אך כולן היו כלולים יחד וגם המוחי׳ [המוחין] דאו״א [דאבא ואימא] מאירים בהם. וה״ז [והרי זה] מעלה יתירה מבבחי׳ נקודים שהי׳ [שהיה] רק כל בחי׳ בפ״ע [בפני עצמו] חסד לבדו וגבורה לבדו.
doch waren sie alle gemeinsam einbezogen, und auch die intellektuellen Kräfte (Mochin) von Vater und Mutter (Abba und Imma) leuchten in ihnen. Dies ist ein überragender Vorzug gegenüber der Ebene von Nekudim, wo jede Ebene nur für sich allein bestand: die Güte (Chesed) für sich allein und die Selbstbegrenzung (Gevurah) für sich allein.
In Zeir Anpin sind alle Gefühle gemeinsam einbezogen, und die intellektuellen Kräfte von Abba und Imma leuchten in ihnen. Dies ist ein großer Vorzug gegenüber Nekudim, wo Chesed für sich allein stand und Gevurah für sich allein.
אבל בתקון יש בחי׳ התכללות והתחברות (כמו עד״מ חבור האותיות שנפרדו להיות מצטרפין יחד לתיבות ומ״מ אין זה כמו בחי׳ עקודים שהיו כולן דבר א׳ ממש עד שהיו רק בכלי א׳
Doch im Tikkun gibt es Einbeziehung und Verbindung (wie etwa die Verbindung von Buchstaben, die zuvor getrennt waren, sodass sie sich zu Wörtern zusammenfügen. Dennoch ist dies nicht wie die Ebene von Akudim, wo sie buchstäblich ein und dasselbe waren, sodass sie sich nur in einem einzigen Gefäß befanden;
Die Einbeziehung im Tikkun gleicht getrennten Buchstaben, die sich zu Wörtern zusammenfügen. Doch sie ist nicht die Einheit von Akudim, wo alles wahrhaftig eins war, in einem einzigen Gefäß.
משא״כ בברודים שכל ספירה יש לה כלי בפ״ע [בפני עצמו] רק שמתכללים מכל הע״ס [העשר ספירות] וכו׳ ומ״מ ע״י התכללות זו מאיר בהן הארה עליונה מא״ס ב״ה כי אור א״ס ב״ה מאיר ונמשך דוקא במקום שיש חבור והתכללות.
während in Berudim jede Sefirah ihr eigenes Gefäß hat und doch alle zehn Sefiros in sich einschließt usw. Dennoch leuchtet durch diese Einbeziehung eine erhabene Erleuchtung vom Unendlichen (Ein Sof), gepriesen sei Er, in ihnen; denn das unendliche Licht (Or Ein Sof), gepriesen sei Er, leuchtet und wird gerade an einem Ort herabgezogen, an dem Verbindung und Einbeziehung besteht.
Im Tikkun behält jede Sefirah ihr eigenes Gefäß und schließt dennoch alle anderen in sich ein. Durch diese Verbindung leuchtet ein höheres Licht vom Unendlichen in ihnen, denn das unendliche Licht ruht gerade dort, wo Verbindung und Einbeziehung bestehen.
וכמו למטה זכר ונקבה בראם ועי״ז ויברך אותם5 ע״י ההתכללות כו׳ וכמו בצירוף עשרה אומרים דבר שבקדושה דאכל בי עשרה שכינתא שריא6 משא״כ אם היו אלו העשרה כ״א [כל אחד / כל אחת] בפ״ע [בפני עצמו] כו׳).
Ebenso ist es unten: „Männlich und weiblich erschuf Er sie“, und dadurch „segnete Er sie“ – durch die Einbeziehung usw. Ebenso können zehn, wenn sie sich zusammenschließen, einen Ausspruch der Heiligkeit sprechen, denn „bei jeder Gruppe von zehn ruht die G‑ttliche Gegenwart (Shechinah)“ – anders ist es, wenn diese zehn jeweils für sich allein wären usw.)
Zwei Beispiele aus unserer Welt: G‑tt segnete Mann und Frau erst, nachdem sie sich verbunden hatten, wie der Vers sagt: „Männlich und weiblich erschuf Er sie, und Er segnete sie“; und zehn Juden, die sich zusammenschließen, können die Gebete der Heiligkeit sprechen, für die ein Minjan, ein Quorum von zehn, erforderlich ist, denn die Shechinah ruht auf einer Gruppe von zehn – anders ist es bei zehn Einzelnen, von denen jeder für sich allein steht.
וזהו ע״י שם מ״ה [שם מ״ה] המאיר בעולם התקון7 ששרשו למעלה מבחי׳ נקודים כי הוא שם מ״ה [שם מ״ה] דא״ק [דאדם קדמון]8 שהוא בחי׳ האור הכללי ע״ד הנ״ל בעקודים ע״כ ממנו נמשך התקון שיהיה נעשה ההתכללות בברודים
Und dies geschieht durch den Namen Mah, der in der Welt des Tikkun leuchtet und dessen Wurzel oberhalb der Ebene von Nekudim liegt; denn es ist der Name Mah von Adam Kadmon, der die Ebene des allumfassenden Lichts darstellt, entsprechend dem oben zu Akudim Gesagten. Daher geht aus ihm das Tikkun hervor, sodass in Berudim die Einbeziehung zustande kommt.
Was die Einbeziehung des Tikkun bewirkt, ist der Name Mah – der unaussprechliche g‑ttliche Name (Havayah), ausgeschrieben, sodass die Buchstaben zusammen den Zahlenwert 45 haben, den Zahlenwert von mah. Er ist in Adam Kadmon verwurzelt, oberhalb von Nekudim, und stellt, wie Akudim, ein allgemeines, allumfassendes Licht dar; deshalb kann er die getrennten Sefiros zusammenführen.
והיינו כי שם מ״ה [שם מ״ה] הוא בחי׳ בטול מלשון ונחנו מה9 וההתכללות נמשך מחמת הבטול לאור א״ס ב״ה. ולכן ע״י שם מ״ה [שם מ״ה] נעשה ג״כ ההתכללות בע״ס [בעשר ספירות] דתיקון כו׳:
Das heißt: Der Name Mah bezeichnet die Ebene der Selbstaufhebung (Bittul), entsprechend dem Ausdruck „und was (mah) sind wir?“ – und die Einbeziehung wird durch die Selbstaufhebung vor dem unendlichen Licht, gepriesen sei Er, bewirkt. Deshalb kommt durch den Namen Mah auch die Einbeziehung in den zehn Sefiros des Tikkun zustande usw.
Mah bedeutet „was“, wie Moshe und Aharon sagten: „Und was sind wir?“ – ein Ausdruck der Selbstaufhebung. Die Sefiros können einander nur dann einschließen, wenn jede ihre eigene abgesonderte Existenz vor dem unendlichen Licht zurückstellt; daher ist der Name Mah, der Bittul bedeutet, das, was das Tikkun ermöglicht.
Der Absatz erklärt, dass Tohu zerbrach, weil jede Sefirah für sich allein stand, während Tikkun Bestand hat, weil seine Sefiros einander einschließen. Diese Einbeziehung zieht ein höheres Licht vom Unendlichen herab und kommt durch den Namen Mah zustande, die Eigenschaft der Selbstaufhebung.
Die Mitschrift des Mitteler Rebbe zu diesem Maamar (Maamarei Admur HaZaken) unterscheidet drei Stufen: einen Punkt (Nekudah), der nicht in zehn unterteilt ist; eine Sefirah, in der jede der zehn wiederum zehn enthält (Chochmah von Chesed, Chesed von Chesed …); und ein Partzuf, in dem jede dieser zehn nochmals in zehn einbezogen ist. Diese vollständige Einbeziehung ist das Wesen des Tikkun, das Partzuf Adam genannt wird. Außerdem wird dort Etz Chaim angeführt, wonach die Einbeziehung des Tikkun aus der Erleuchtung des neuen Namens Mah hervorgeht, die von Adam Kadmon leuchtet.
Marei Mekomos
- 1בעולם הנקודים הי׳ שבה״כ · ראה ע״ח שער ז פ״א. דרך מצותיך ביאור ושבתה קע, א.
- 2בעולם הנקודים הי׳ שבה״כ · Sefer Etz Chaim 7:1
- 3לפי שהיו רק בבחי׳ נקודות כל א׳ בחי׳ בפ״ע · וכ״ה לקמן. ובמאמרי אדה״ז פרשיות ע׳ סט מבאר זה יותר שכ׳ ”אבל כאו״א אינו מתחלק עוד לי׳” ע״ש בארוכה. ונתבאר בתו״ח כאן עה, ג בענין ב׳ מיני התחלקות דתהו ותיקון.
- 4ונק׳ פרצוף אבא וכן פרצוף ז״א · ההפרש בין נקודה ספירה ופרצוף (המובא בע״ח שער הפרצופים פ״ז) מבואר במאמרי אדה״ז פרשיות ע׳ סט ”שהנקודה בלתי מתחלק לי׳, ובחי׳ הספירה היינו שכאו״א מהי״ס מתחלק לי״ס כמו אור החסד מתחלק לי״ס כחב״ד שבחסד חג״ת שבחסד כו׳ ואז נק׳ ספירה, ובחי׳ הפרצוף הוא ריבוי התחלקות יותר, דהיינו שגם הע״ס שכלולים בכאו״א מהי״ס מתכללים עוד להיות כלול כאו״א מי׳, וכמו חסד שבחסד שבגבורה . . והוא עיקר בחי׳ התיקון שנק׳ פרצוף אדם” ע״ש. וראה בשרש מצות התפלה פרק מו. באוה״ת פ׳ פנחס ע׳ א׳פח (מיוסדים על סה״מ תקס״ה כרך ב ע׳ תשמח) שמביא משל לזה מזריעה.
- 5זכר ונקבה בראם ועי״ז ויברך אותם · Genesis 5:2
- 6דאכל בי עשרה שכינתא שריא · Sanhedrin 39a:11
- 7ע״י שם מ״ה המאיר בעולם התקון · Sefer Etz Chaim 7:2–3
- 8ע״י שם מ״ה המאיר בעולם התיקון . . שם מ״ה דא״ק · במאמרי אדה״ז פרשיות שם ע׳ עא בשם הע״ח [שער ז פרק ב] שסיבת התהוות ההתכללות בעולם הברודים הנק׳ עולם התיקון הוא ע״י הארת שם מ״ה החדש שמאיר בא״ק. וראה ד״ה ושבתה בדרך מצותיך קע, א.
- 9ונחנו מה · Exodus 16:7
Tiferes, Torah und Frieden ¶12
12ומעתה יובן מה דבתפארת בהכלי ג״כ הוא מבחי׳ שם הוי״ה1 משא״כ בכלים דחו״ג [דחסד וגבורה] כי הנה עיקר ההתכללות הנעשה בעולם התקון הוא
Von hier aus wird verständlich, weshalb in der Schönheit (Tiferes) auch das Gefäß aus der Ebene des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah) stammt, während dies bei den Gefäßen der Güte (Chesed) und der Selbstbegrenzung (Gevurah) nicht der Fall ist. Denn das Wesentliche der Einbeziehung, die in der Welt des Tikkun zustande kommt, ist
Nun lässt sich die Frage aus Absatz 2 beantworten: Warum ist selbst das Gefäß der Tiferes vom Namen Havayah geprägt, während die Gefäße von Chesed und Gevurah die Namen Kel [ein g‑ttlicher Name] und Elokim – der Name, der g‑ttliche Strenge bezeichnet – tragen? Die Antwort liegt darin, wodurch die Einbeziehung in der Welt des Tikkun zustande kommt.
durch die Mittellinie, die die Ebene der Tiferes ist, das Attribut Yaakovs – „die Vollendung der Patriarchen“, „einer, der in Zelten wohnt“ –, die Chesed und Gevurah miteinander verbindet.
Chesed und Gevurah sind Gegensätze – Geben und Zurückhalten. Tiferes ist die „Mittellinie“, die sie miteinander verbindet. Sie ist das Attribut Yaakovs, der im Sohar „die Vollendung der Patriarchen“ und in der Tora „einer, der in Zelten wohnt“ genannt wird. Er wird „die Vollendung der Patriarchen“ genannt, weil er Avrahams Chesed und Yitzchaks Gevurah vereint.
ולכן יעקב המשיך בחי׳ עקודים נקודים וברודים4 שהמשיך מבחי׳ עקודים גם בברודים ע״י שם מ״ה [שם מ״ה] להיות התכללות כו׳
Daher brachte Yaakov die Ebene von Akudim, Nekudim und Berudim [– „gestreift, gesprenkelt und gefleckt“] hervor: Er zog auch in Berudim aus der Ebene von Akudim herab, und zwar durch den Namen Mah [„Was“], damit Einbeziehung zustande komme usw.
Yaakovs Lohn von Lavan waren die gezeichneten Jungtiere der Herde (Genesis 30:32; 31:8), und in einem Traum sah er die Widder, die die Herde deckten: Sie waren „gestreift, gesprenkelt und gefleckt“, akudim, nekudim u-verudim (31:10) – genau die Bezeichnungen der drei Stufen der Sefiros. Der Alter Rebbe versteht Yaakovs Hervorbringen dieser Herden so, dass Tiferes das Einssein von Akudim durch den Namen Mah in die Berudim herabzieht und so Einbeziehung bewirkt.
ולכן תפארת נק׳ אות אמת56 (עי׳ [עיין] בזוהר ר״פ ויקרא)7 מפני שמחבר ועושה התכללות שלא יהיו המדות חו״ג [חסד וגבורה] נגדיים זה לזה.
Daher wird Tiferes „ein Zeichen der Wahrheit“ genannt (siehe Sohar, am Anfang der Parascha Vayikra), weil sie verbindet und Einbeziehung bewirkt, sodass die Attribute Chesed und Gevurah einander nicht entgegengesetzt sind.
Der Sohar (am Anfang der Parascha Vayikra) deutet Rachavs Bitte „Gib mir ein Zeichen der Wahrheit“ als den Buchstaben vav, den Buchstaben von Tiferes; das hebräische Wort os bedeutet sowohl „Zeichen“ als auch „Buchstabe“, sodass es auch „ein Buchstabe der Wahrheit“ heißt. Wahrheit bedeutet hier, dass etwas verbindet und keine Seite bevorzugt: Tiferes bringt Chesed und Gevurah zusammen, sodass sie einander nicht mehr entgegengesetzt sind.
Nun bezeichnet „der Große, der Mächtige“ die Ebene von Chesed und Gevurah, und „der Ehrfurchtgebietende“ die Ebene von Tiferes; und dieses Wort hat ein zusätzliches vav: „und der Ehrfurchtgebietende“ (ve-hanora),
In der Wendung „der Große, der Mächtige und der Ehrfurchtgebietende“ steht „der Große“ für Chesed, „der Mächtige“ für Gevurah und „der Ehrfurchtgebietende“ für Tiferes. Nur das letzte Wort hat ein zusätzliches vav – „und der Ehrfurchtgebietende“.
שנמשך המשכה עליונה שעי״ז נעשה ההתכללות וכענין הנ״ל דהתקון וההתכללות הוא ע״י המשכת שם מ״ה [שם מ״ה] וכן ביעקב נאמר מה נורא המקום הזה.10
[das heißt,] dass ein erhabenerer Zustrom herabgezogen wird, durch den die Einbeziehung zustande kommt – wie in dem oben erwähnten Zusammenhang, dass Tikkun und Einbeziehung durch das Herabziehen des Namens Mah zustande kommen. Und so heißt es über Yaakov: „Wie (mah) ehrfurchtgebietend ist dieser Ort!“
Das vav, eine gerade Linie, ist der Buchstabe des Herabziehens. Sein Vorkommen in „und der Ehrfurchtgebietende“ zeigt, dass Tiferes einen höheren Zustrom herabzieht, wodurch Einbeziehung zustande kommt – ebenso wie durch den Namen Mah. Passenderweise sagt Yaakov über den Ort seiner Vision: „Wie (mah) ehrfurchtgebietend ist dieser Ort!“ So verbindet er mah mit „ehrfurchtgebietend“.
וזהו דבכלי הת״ת [התפארת] הוא מאיר שם הוי״ה שהוא הארה גדולה ונעלית יותר מבכלים דחו״ג [דחסד וגבורה] והיינו
Und deshalb leuchtet im Gefäß der Tiferes der Name Havayah, eine größere und erhabenere Erleuchtung als in den Gefäßen von Chesed und Gevurah. Das heißt,
Daher leuchtet der Name Havayah sogar im Gefäß der Tiferes: Sein Gefäß trägt ein größeres Licht als die Gefäße von Chesed und Gevurah.
כי ע״י שם הוי״ה נמשך בחי׳ ההתכללות וז״ש [וזהו שכתוב] הוי״ה אחד11 (ועמ״ש ע״פ לתת נקמת הוי״ה במדין).12
durch den Namen Havayah wird die Ebene der Einbeziehung herabgezogen; und dies ist [die Bedeutung von] „Havayah ist Einer“ (und siehe, was zu [dem Vers] „um die Rache Havayahs an Midian zu vollziehen“ geschrieben steht).
Havayah ist der Name, durch den Einbeziehung herabgezogen wird; deshalb heißt es in der Schrift: „Havayah ist Einer.“ Der Alter Rebbe verweist auf seinen Maamar über den Krieg gegen Midian (Likkutei Torah, Matot 6:20–21): Midian, Streit und Spaltung, ist das genaue Gegenteil von Havayah, dessen Wesen Frieden und Einbeziehung ist. Durch Einbeziehung wird ein höheres Licht aus der Ebene herabgezogen, die alles umfasst; deshalb war jener Krieg „die Rache Havayahs“.
והנה התורה נק׳ תורת הוי״ה13 כי בתורה כתיב וכל נתיבותיה שלום14 וכמ״ש או יחזיק במעוזי15 יעשה שלום לי וגו׳
Nun wird die Tora „die Tora des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah)“ genannt, denn über die Tora steht geschrieben: „Und all ihre Pfade sind Frieden“; und wie geschrieben steht: „Oder ergreife er Meine Stärke, damit er Frieden mit Mir schaffe“ usw. —
Die Tora wird „die Tora Havayahs“ genannt, weil es in ihr ganz um Frieden geht: „all ihre Pfade sind Frieden“. Die Weisen lesen den Vers „Ergreife er Meine Stärke (die Tora), damit er Frieden mit Mir schaffe“ als Aussage über jemanden, der Tora studiert.
שלום בפמליא של מעלה ובפמליא של מטה16 שיהי׳ [שיהיה] בחי׳ ההתכללות ויחוד הספירות וההיכלות ועי״ז יומשך גילוי אור א״ס ב״ה. והתכללות זו הוא ע״י הבטול.
Frieden im himmlischen und im irdischen Haushalt: dass die Ebene des Ineinanderenthaltens und der Vereinigung der Sefiros und der Gemächer (Heichalos) bestehe, und dadurch die Offenbarung des unendlichen Lichts (Or Ein Sof), gesegnet sei Er, herabgezogen werde. Und dieses Ineinanderenthalten geschieht durch die Selbstaufhebung (Bittul).
Die Weisen sagen, dass ein solcher Mensch Frieden im himmlischen und im irdischen Haushalt schafft. Kabbalistisch gesprochen besteht dieser Frieden im Ineinanderenthalten und in der Vereinigung der Sefiros und der Heichalos (der „Gemächer“ der unteren Welten), und dadurch wird das unendliche Licht offenbart. Und Einbeziehung ist nur durch Bittul möglich.
וזהו יסוד כל התורה להיות בטול היש לאין וכל השלשה דברים שעליהם העולם עומד היינו תורה ועבודה וגמ״ח [וגמילות חסדים]17 כולם ענינם בטול היש לאין וע״י הבטול נעשה ההתכללות משא״כ בבחי׳ יש כו׳.
Und dies ist das Fundament der gesamten Tora: die Selbstaufhebung des „Etwas“ im „Nichts“. Und alle drei Dinge, auf denen die Welt ruht – nämlich Tora, Dienst und Werke der Güte – haben ihrem Wesen nach alle die Selbstaufhebung des „Etwas“ im „Nichts“ zum Inhalt. Und durch Bittul kommt die Einbeziehung zustande, was auf der Ebene des „Etwas“ usw. nicht der Fall ist.
Dies ist der Kern der gesamten Tora: das eigene, getrennte „Etwas“ (Yesh) vor G‑ttes „Nichts“ (Ayin), der G‑ttlichkeit, zurücktreten zu lassen, die „Nichts“ genannt wird, weil sie jenseits jeder Erfassbarkeit liegt. Die drei Säulen, auf denen die Welt ruht – Tora, Gebet („Dienst“) und Werke der Güte – dienen alle diesem Zweck. Erst durch Bittul können getrennte Dinge sich wirklich verbinden; solange jedes auf seiner eigenen Existenz beharrt, können sie das nicht.
Der Absatz beantwortet die eingangs gestellte Frage: Tiferes, das Attribut Yaakovs, verbindet Chesed und Gevurah und bewirkt Einbeziehung; da Einbeziehung auf den Namen Havayah zurückgreift, leuchtet Havayah sogar in seinem Gefäß. Diese Einbeziehung hängt von der Selbstaufhebung (Bittul) ab, die das Fundament der Tora sowie von Tora, Dienst und Güte ist.
Der Tzemach Tzedek (Or HaTorah, Inyanim) erklärt, dass das Licht der Krone (Keser) zwar auch in den beiden Seitenlinien leuchtet – in der Linie der Weisheit (Chochmah), Chesed und des Sieges / der Beständigkeit (Netzach) sowie in der Linie des Verständnisses (Binah), Gevurah und der Pracht (Hod) –, diese aber nicht Havayah genannt werden; nur die Mittellinie, die sie verbindet, wird so genannt. Der Sohar, auf den die Anmerkung verweist, deutet „Gib mir ein Zeichen der Wahrheit“ als den Buchstaben vav: Alle Buchstaben sind wahr, doch dieser wird „das Zeichen der Wahrheit“ genannt.
Marei Mekomos
- 1דבתפארת בהכלי ג״כ הוא מבחי׳ שם הוי״ה · וע׳ מזה בלקו״ת פ׳ תזריע בד״ה אם בהרת קדמה. ובד״ה החלצו מאתכם בענין לתת נקמת הוי׳ במדין שע״י ההתכללות דוקא זהו כלי לגילוי אוא״ס. — אוה״ת כרך ו שם תתרסד, ב ובלקו״ת לג״פ פ׳ נח עה, ד. ראה באוה״ת ענינים ע׳ קעב שמבאר הגם שבב׳ הקוין חח״נ ובג״ה מאיר אור הכתר ואעפ״כ לא יקראו בשם הוי׳ ע״ש.
- 2יעקב שלימו דאבהן · Zohar I, 171a
- 3ישב אוהלים · Genesis 25:27
- 4יעקב המשיך בחי׳ עקודים נקודים וברודים · Genesis 31:10
- 5תפארת נק׳ אות אמת · Joshua 2:12
- 6אות אמת · Zohar, Vayikra 1:1–7
- 7ע׳ בזהר ר״פ ויקרא · ”ע״פ ונתתם לי אות אמת דא אות וי״ו ואי תימא שאר אתוון לאו אינון אמת אין אלא אות דא אות אמת אקרי” — אוה״ת ענינים ע׳ קעד. וראה גם בביאוה״ז להצ״צ כרך א ע׳ שיג ואילך.
- 8הגדול הגבור · Deuteronomy 10:17
- 9ויש בו תוספות וי״ו והנורא · ראה לקו״ת ואתחנן ח, א. אוה״ת ענינים ע׳ קעא ואילך בארוכה.
- 10מה נורא המקום הזה · Genesis 28:17
- 11הוי״ה אחד · Deuteronomy 6:4
- 12לתת נקמת הוי״ה במדין · Numbers 31:3
- 13תורת הוי״ה · Psalms 19:8
- 14וכל נתיבותי׳ שלום · Proverbs 3:17
- 15או יחזיק במעוזי · Isaiah 27:5
- 16שלום בפמליא של מעלה ובפמליא של מטה · Sanhedrin 99b:10–11
- 17השלשה דברים שעליהם העולם עומד היינו תורה ועבודה וגמ״ח · Pirkei Avot 1:2
Der Plan der Erbauer und G‑ttes Antwort ¶13–17
13והנה דור הפלגה אמרו ונעשה לנו שם1 פן נפוץ כו׳ פי׳ שרצו ג״כ שיקבלו השפע מבחי׳ שם2 הוי״ה שהוא המשכה עליונה.
Nun sagte die Generation der Zerstreuung: „Und lasst uns uns einen Namen machen, damit wir nicht zerstreut werden“ usw. Das bedeutet, dass auch sie den Zufluss aus der Ebene des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah) empfangen wollten, der eine überirdische Herabführung ist.
Nun kommt der Alter Rebbe auf den Turm zurück. „Lasst uns einen Namen machen“ bedeutet, dass sie wollten, dass ihr Segenszufluss aus dem Namen Havayah komme – aus dem überirdischen Zufluss, der, wie eben erklärt, die Quelle der Einbeziehung ist.
וזהו ונעשה לנו שם פן נפוץ פי׳ שלא רצו שיומשך להם ההשפעה מבחי׳ שלמטה במדרגה שמשם יניקת החיצונים שיניקתם מאחוריים דשם אלקים ונק׳ לכך אלקים אחרים כו׳
Und das ist [die Bedeutung von] „Und lasst uns uns einen Namen machen, damit wir nicht zerstreut werden“: Sie wollten nicht, dass der Zufluss zu ihnen aus einer niedrigeren Ebene herabgeführt werde, aus der die äußeren Kräfte ihre Nahrung beziehen – denn ihre Nahrung stammt von der Rückseite des Namens, der g‑ttliche Strenge bezeichnet (Elokim), und deshalb werden sie „andere Götter“ (elokim acherim) genannt usw.
Der Maamar versteht „damit wir nicht zerstreut werden“ als ihre Weigerung, von einer niedrigeren Ebene zu empfangen, aus der die „äußeren Kräfte“ – die Kräfte der Hülle (Kelipah), die der Heiligkeit entgegenstehen – ihre Nahrung beziehen. Diese Kräfte werden von der „Rückseite“, dem äußersten Aspekt, des Namens Elokim gespeist. Deshalb wird Götzendienst elokim acherim, „andere Götter“, genannt.
כי זהו כל עיקר מעלת עולם התקון שהוא בחי׳ ההתכללות ולכן נאמר גבי יעקב שבעים נפש3 לשון יחיד משא״כ בעולם התהו מחמת שלא היה התכללות נמשך שבה״כ [שבירת הכלים].
Denn darin besteht der ganze Kern des Vorzugs der Welt des Tikkun (der Berichtigung): Sie ist die Ebene der Einbeziehung. Daher heißt es bei Yaakov „siebzig Seele“ (Nefesh) im Singular. Anders ist es in der Welt des Tohu (des Chaos): Da es keine Einbeziehung gab, kam es zum Zerbrechen der Gefäße.
Der Vorzug von Tikkun besteht in der Einbeziehung. Die Tora zählt Yaakovs Familie als „siebzig Nefesh“ – „Seele“ im Singular –, weil sie als Einheit verbunden waren. In der Welt des Tohu gab es keine solche Einbeziehung, und so zerbrachen ihre Gefäße.
Der Absatz erklärt „Lasst uns einen Namen machen“: Die Erbauer wollten aus dem Namen Havayah empfangen, der hohen Quelle der Einbeziehung, und nicht aus einer niedrigeren Ebene, die die der Heiligkeit entgegenstehenden Kräfte speist.
Der Tzemach Tzedek (Or HaTorah, Devarim) fügt hinzu, dass sie wollten, dass die Buchstaben der G‑ttlichkeit, die ihnen Leben verleihen, nur als ein sie umfassender Einfluss auf sie wirken sollten (Makif [umfassend]) und nicht in ihnen leuchten sollten.
Marei Mekomos
- 1ונעשה לנו שם · Genesis 11:4
- 2פי׳ שרצו ג״כ שיקבלו השפע מבחי׳ שם הוי׳ · ראה באוה״ת דברים כרך ו פ׳ תצא ע׳ ב׳שנג ”שרצו שיהי׳ אותיות אלקות המחיה אותם רק בבחי׳ מקיף לבד עליהם ושלא יאיר בפנימיות” ע״ש.
- 3נאמר גבי יעקב שבעים נפש · Genesis 46:27
14ואמנם הם ידעו1 אשר לקבל מעולם התקון הוא ע״י בטול היש כנ״ל בענין התקון ע״י שם מ״ה [שם מ״ה] והם לא רצו בזה
Sie wussten jedoch, dass das Empfangen aus der Welt des Tikkun durch die Selbstaufhebung (Bittul) des „Etwas“ geschieht, wie [oben erklärt] im Zusammenhang mit dem Tikkun durch den Namen Mah; dies aber wollten sie nicht.
Die Erbauer wussten, dass das Empfangen aus der Welt des Tikkun Bittul erfordert, wie oben gezeigt: Die Einbeziehung geschieht durch den Namen Mah, der Selbstaufhebung bedeutet. Genau dazu waren sie nicht bereit.
וכמ״ש בלק״ת [בלקוטי תורה (להאריז״ל)] להרח״ו [להרבי חיים ויטאל] ז״ל [זכרונו לברכה / זכרונם לברכה] שרצו לילך בשרירות לבם ושאעפ״כ [ושאף על פי כן] יומשך להם השפעת טובה כו׳ ע״כ נתחכמו לעשות המגדל והעיר.
Und wie im Likkutei Torah von Rabbi Chaim Vital, seligen Andenkens, geschrieben steht: Sie wollten nach der Verstocktheit ihres Herzens handeln und dennoch einen Zustrom des Guten zu sich gelenkt bekommen usw. Deshalb ersannen sie auf kluge Weise, den Turm und die Stadt zu bauen.
Wie Rabbi Chaim Vital in seinem Likkutei Torah (Absatz 1) schrieb, wollten sie ihren eigenen Wünschen folgen und dennoch den Segen empfangen. So ersannen sie einen klugen Weg, die notwendige Selbstaufhebung zu umgehen: die Stadt und den Turm.
Das Problem der Erbauer: Der Segen aus der Welt des Tikkun erfordert Bittul, das sie nicht annehmen wollten; daher suchten sie nach einem Weg, ihn ohne Bittul zu empfangen.
Marei Mekomos
- 1ואמנם הם ידעו · אוה״ת תבוא ע׳ תתרעב.
15והוא שנתייעצו שע״י האחדות שיהיה ביניהם להיות חבור עצבים1 ע״כ עי״ז ימשיכו להם טובה והשפעה גשמית עכ״פ [על כל פנים] אף אם לא יהיה להם הבטול ועבודת השי״ת [השם יתברך].
Das heißt: Sie fassten den Plan, durch die Einheit, die unter ihnen herrschen sollte – dadurch, dass sie miteinander verbunden wären [obwohl] sie Götzen anhingen –, sich Gutes und zumindest materiellen Zustrom zuzuziehen, selbst wenn sie weder die Selbstaufhebung (Bittul) noch den Dienst an G‑tt, gelobt sei Er, hätten.
Ihr Plan war Einheit. In Hosea bedeuten die Worte, dass Ephraim, das Nordreich, den Götzen anhängt: „Lass ihn gewähren“; der Midrasch (Bereshis Rabbah 38:6, über genau diese Generation) versteht chavur als „miteinander verbunden“: Selbst Götzendiener, die miteinander in Frieden leben, werden in Ruhe gelassen. Die Erbauer hofften, ihre Einheit allein werde ihnen zumindest materiellen Segen bringen, ohne Bittul oder den Dienst an G‑tt.
והיינו כי ידעו בכח שמוש השמות עליונים שבבחי׳ התכללות מאיר אור עליון ביותר וכמש״ל [וכמה שכתוב לעיל] בענין עקודים בכלי א׳ שהוא בחי׳ ומדרגה גבוה מאד שהוא למעלה מעולם התהו ומעולם התקון.
Das heißt, sie wussten durch die Kraft der Anwendung der erhabenen Namen, dass in einem Zustand gegenseitiger Einbeziehung ein überaus erhabenes Licht leuchtet – wie oben in Bezug auf Akudim in einem einzigen Gefäß erklärt wurde, einer sehr hohen Ebene und Rangstufe, die über der Welt des Tohu und der Welt des Tikkun liegt.
Durch ihre Kenntnis der heiligen Namen verstanden sie, dass Einbeziehung ein sehr erhabenes Licht herabzieht – wie bei Akudim, wo alles in einem Gefäß ist, einer Ebene über sowohl Tohu als auch Tikkun.
Die Strategie der Erbauer: Sie wollten durch Einheit Segen herabziehen, die ihrer Natur nach ein sehr hohes Licht herabzieht, ohne den Bittul, den die Heiligkeit erfordert.
Marei Mekomos
- 1חבור עצבים · Hosea 4:17
16וע״כ אמרו ונעשה לנו שם שימשיכו ג״כ משם הוי״ה דהיינו ממקום הכולל לכל ההשתלשלות בשוה שהוא אור כללי כנ״ל
Deshalb sagten sie: „Und lasst uns einen Namen für uns machen“: Sie wollten also auch vom unaussprechlichen g‑ttlichen Namen (Havayah) herabziehen, das heißt von der Ebene, die die gesamte stufenweise Herabfolge der Welten (Hishtalshelus) gleichermaßen einschließt und ein allumfassendes Licht ist, wie [oben] dargelegt,
„Lasst uns einen Namen für uns machen“ bedeutet, vom Namen Havayah herabzuziehen – dem allumfassenden Licht, das sich gleichermaßen auf jede Ebene der stufenweisen Herabfolge der Welten bezieht, auf einer Ebene oberhalb der Unterscheidungen zwischen den Welten.
ולא יצטרכו להיות נכנעים תח״י [תחת יד] הקדושה דעולם התקון דאצי׳ שמשם א״א להם לקבל רק מבחי׳ חיצוניות כו׳.
und sie müssten sich nicht der Heiligkeit der Welt des Tikkun von Atzilus unterwerfen, von der sie nur von der Ebene der äußeren Dimension (Chitzoniyus) empfangen können usw.
Auf diese Weise müssten sie sich nicht der Heiligkeit von Atzilus, der Welt des Tikkun, unterwerfen. Aus Atzilus kann das Unheilige nur dessen äußerste Dimension empfangen, und auch dies nur, indem es unterworfen wird; sie wollten diese Unterwerfung umgehen.
Ihr Ziel war es, vom allumfassenden Licht Havayahs herabzuziehen und sich so der Unterwerfung unter die Heiligkeit von Atzilus zu entziehen.
17והיינו ע״י האחדות1 וההתכללות שיהיה ביניהם ולכן עשו העיר ומגדל23 דהיינו שהיה סימן להם שלא יתפרדו איש מעל אחיו
Das geschah durch die Einheit und die gegenseitige Einbeziehung, die unter ihnen herrschen sollte. Deshalb errichteten sie die Stadt und den Turm: Sie sollten ihnen als Zeichen dienen, dass sie sich nicht voneinander trennen würden,
Die Stadt und der Turm waren Mittel zu dieser Einheit: ein weithin sichtbares Zeichen, das sie als ein Volk zusammenhalten sollte.
כי רועי צאן היו זה הולך אנה וזה אנה ע״כ עשו עיר ומגדל גבוה כדי שיתקבצו כולם שם ולא יפרדו איש מעל אחיו וכמ״ש הראב״ע [הרבי אברהם אבן עזרא].4
denn sie waren Hirten: Der eine ging hierhin und der andere dorthin. Deshalb errichteten sie eine Stadt und einen hohen Turm, damit sie sich alle dort versammeln und sich nicht voneinander trennen würden, wie Rabbi Avraham ibn Ezra schreibt.
Ibn Ezra erklärt den einfachen Wortsinn: Sie waren Hirten, die in alle Richtungen umherzogen. Darum bauten sie eine Stadt und einen hohen Turm, wo sich alle versammeln und zusammenbleiben konnten.
וגם ע״פ רוחניות ג״כ ענין העיר והמגדל היה לתועלת החבור והיחוד (ע׳ [עיין] בזוהר פ׳ נח דף ע״ד5 ע״ה).
Auch auf der geistigen Ebene diente die Stadt und der Turm dem Zweck der Verbindung und Einheit (siehe den Zohar, Parshas Noach, Seiten 74 und 75).
Der Zohar zu Parshas Noach (1:74b–75b) erklärt dies auf der geistigen Ebene: Der heilige Name kann auf der Erde nur durch „eine Stadt und einen Turm“ Fuß fassen. Die Erbauer nutzten dieses Wissen, um eine solche Stadt und einen solchen Turm für die andere Seite zu errichten. Da sie alle zusammen waren, würden sie mit ihrer Einheit Erfolg haben.
Das ist es, was der Heilige, gelobt sei Er, sagte: „Siehe, [sie sind] ein Volk, und eine Sprache haben sie alle“ usw., „und nun wird ihnen nichts von allem, was sie zu tun geplant haben, verwehrt werden“.
Nun werden die zu Beginn zitierten Worte G‑ttes verständlich: Weil sie „ein Volk mit einer Sprache“ sind, wird ihnen nichts von dem, was sie planen, unmöglich sein.
פי׳ כי לפי שבאמת ע״י ההתכללות והחבור נמשך ממקום עליון ביותר וכמ״ש חבור עצבים8 וגו׳
Das bedeutet: Denn in Wahrheit wird durch Einbeziehung und Verbindung [ein Zustrom] von einem überaus erhabenen Ort herabgezogen, wie geschrieben steht: „verbunden, [wenn auch] mit Götzen“ usw. –
Einheit zieht tatsächlich Licht von einem sehr hohen Ort herab, wie der Vers über Ephraim zeigt, der „mit Götzen verbunden“ war. Deshalb konnte G‑tt sagen, dass ihnen nichts verwehrt bleiben würde. Das bedeutete nicht, dass sie Seinen Willen übergehen konnten, sondern dass Einheit selbst einen Zustrom von oben herabzieht und G‑tt es so eingerichtet hatte.
וא״כ לא יבצר מהם כו׳ וא״כ הרי ח״ו [חס ושלום] ימשיכו המים היוצאים מבית ה׳ לבית הכסא כו׳
dann wird ihnen „nichts verwehrt bleiben“ usw. Und dann würden sie, G‑tt behüte, die Wasser, die aus dem Haus G‑ttes zum Abort fließen, dorthin ziehen usw.
Die Gefahr wird im Bild des Maamar so dargestellt: Sie würden diesen heiligen Zustrom, die Wasser, die aus dem Haus G‑ttes hervorgehen, an einen Abort ziehen, an einen der niedrigsten Orte.
אשת הזמה כו׳ כיון שהם היו הולכים בשרירות לבם9 כו׳ ולא רצו לקבל הבטול והעול
die unzüchtige Frau usw. – da sie nach der Verstocktheit ihres Herzens handelten usw. und Bittul und das Joch nicht annehmen wollten.
„Die unzüchtige Frau usw.“ ist ein zweites, hier nicht zu Ende geführtes Bild dafür, dass heilige Kraft etwas Unreinem dient. Dies wäre geschehen, weil sie ihren eigenen Begierden folgten und Bittul sowie das Joch des Himmels zurückwiesen.
(וזהו כעין מ״ש פן ישלח ידו10 ולקח גם מעץ החיים ואכל וחי לעולם ואין זה ראוי כיון שכבר נפגם ע״י עץ הדעת א״כ ימשיך תוקף זה דעץ החיים בסטרא אוחרא ויגביר הרע וכמ״ש במ״א וכך הוא כאן).
(Das ist ähnlich wie das, was geschrieben steht: „damit er nicht seine Hand ausstrecke und auch vom Baum des Lebens nehme und esse und für immer lebe“; und dies wäre nicht angemessen, da er durch den Baum der Erkenntnis bereits beeinträchtigt worden war. In diesem Fall würde er die Kraft des Baums des Lebens in die andere Seite (Sitra Achra) ziehen und das Böse stärken, wie andernorts geschrieben steht; und so ist es auch hier.)
Ein vergleichbares Beispiel aus dem Garten Eden: Nachdem Adam vom Baum der Erkenntnis gegessen hatte, hielt G‑tt ihn vom Baum des Lebens fern. Da Adam bereits beeinträchtigt war, hätte die Kraft des Baums des Lebens die „andere Seite“, die den Kräften der Heiligkeit entgegensteht, gestärkt. Dieselbe Gefahr bestand bei den Erbauern des Turms.
ועל כן הבה ונבלה שפתם11 כו׳ פיזור לרשעים הנאה להם והנאה לעולם.12 וכנוס לצדיקים שיש בהם הבטול להש״י [להשם יתברך] הנאה להם והנאה לעולם כי ע״י ההתכללות נמשך ממקום עליון כנ״ל ולכן השלום הוא הכלי המחזיק ברכה:13
Daher: „Wohlan, lasst uns ihre Sprache verwirren“ usw. „Die Zerstreuung der Frevler ist ihnen und der Welt angenehm“; und die Sammlung der Gerechten, in denen die Selbstaufhebung (Bittul) gegenüber G‑tt vorhanden ist, ist ihnen und der Welt angenehm — denn durch die Einbeziehung [wird ein Strom] von einem erhabenen Ort herabgezogen, wie [oben] erklärt. Und daher ist der Frieden das Gefäß, das den Segen bewahrt.
So verwirrte G‑tt ihre Sprache. Die Mischna lehrt, dass es für die Welt gut ist, wenn die Frevler zerstreut werden und die Gerechten sich versammeln. Vereint ziehen die Gerechten, die Bittul haben, für alle Segen von oben herab; daher die Aussage der Weisen, dass der Frieden das einzige Gefäß ist, das Segen aufnehmen kann.
Der Absatz vervollständigt die Antwort: Einheit zieht ein überaus hohes Licht herab, sodass der Plan der Erbauer tatsächlich hätte gelingen können. Da sie jedoch Bittul zurückwiesen, hätte dieses Licht dem Bösen gedient, und deshalb zerstreute G‑tt sie. Einheit ist nur unter denen ein Segen, die G‑tt gegenüber im Zustand des Bittul stehen.
In Likkutei Torah (Rosh Hashanah), auf das der Hinweis verweist, beschreibt der Alter Rebbe die „Stadt“ der Generation der Zerstreuung als Buchstabenkombinationen und Zustrom, die zur der Heiligkeit entgegengesetzten Seite herabgezogen werden. Er sagt, dass dieser Zustrom künftig nicht mehr zu einer solchen „Stadt“ gezogen werden wird, wenn alle Seelen emporgehoben sind.
Marei Mekomos
- 1והיינו ע״י האחדות והתכללות · ראה ד״ה תורה צוה תרנ״ד.
- 2ולכן עשו העיר ומגדל · ראה אוה״ת נצבים ע׳ א׳רפא.
- 3עיר ומגדל · Zohar, Noach 42:335–341
- 4וכמ״ש הראב״ע · ”שהכוונה שלהם בבנין עיר ומגדל כדי שיהי׳ להם אחדות, ע״כ עשו עיר ומגדל כדי שיתקבצו שם כולם ולא יפרדו איש מעל אחיו, וע״י האחדות שלהם היו יכולים להמשיך טובה והשפעה גשמי׳ אף שלא יהי׳ להם הביטול ועבודת השי״ת” — סה״מ תר״ל ע׳ ז. ראה גם תו״ח כאן סג, ד.
- 5ע׳ בזהר פ׳ נח דף ע״ד · ראה הלשון במאמרי אדה״ז פרשיות ע׳ סב. אוה״ת בראשית כרך ו תתרע, א. בהמשך זאת חנוכת המזבח תר״מ סעי׳ יד. ובאוה״ת נ״ך כרך א ע׳ תקג. זהר זה נזכר בלקו״ת ר״ה ס, ב.
- 6הן עם אחד · Genesis 11:6
- 7הן עם אחד ושפה אחת לכולם · Zohar, Noach 43:361–44:373
- 8חבור עצבים · Hosea 4:17
- 9שהם היו הולכם בשרירות לבם · קטע מובא באוה״ת פ׳ בלק ע׳ א׳יז.
- 10פן ישלח ידו · Genesis 3:22
- 11הבה ונבלה שפתם · Genesis 11:7
- 12פיזור לרשעים הנאה להם והנאה לעולם · Mishnah Sanhedrin 8:5
- 13השלום הוא הכלי המחזיק ברכה · Mishnah Oktzin 3:12
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In der eigenen Avodah
Einheit zieht den höchsten Segen herab, doch nur Einheit, die im Bittul gründet – darin, das eigene „Etwas“ vor G‑tt zurückzustellen –, ist heilig. Torah, G‑ttesdienst und Taten der Güte sind alles Wege des Bittul; durch sie stiftet ein Mensch oben und unten Frieden. Der Frieden unter denjenigen, die G‑tt gegenüber in Bittul stehen, ist das Gefäß, das den Segen fasst.
Fragen zum Gespräch
- Wie beantwortet der Maamar die Frage, wie die Erbauer „gegen G‑ttes Willen“ hätten Erfolg haben können?
- Warum wird die Chochmah von Atzilus „eine bekannte Weisheit“ genannt, obwohl sie weit über der Weisheit der niederen Welten steht?
- Wie erhellt das Gleichnis der Seelenkräfte – eins in der Seele, geteilt im Körper – den Unterschied zwischen Akudim und Atzilus?
- Warum hängt Einbeziehung von Bittul ab, und warum bewirkt der Name Mah sie?
- Wenn Einheit sogar denen Segen bringt, die „mit Götzen verbunden“ sind, warum ist es dann gut, dass die Bösen zerstreut werden? Was lehrt dies über die Einheit, die wir anstreben sollten?