Torah Ohr · Parshas Chayei Sarah · Maamar 3
לשון אדמו״ר נ״ע בעצמו
Die eigenen Worte unseres Meisters
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Kerngedanke
Die Gewänder der Seele, der Lohn der Mitzvos, werden nicht neu erschaffen, sondern aus Kelipas Nogah, der Hülle (Kelipah) des Leuchtens, herausgeläutert; jede Seele muss ihre eigenen Gewänder durch die praktischen Mitzvos läutern. Doch jede Läuterung wird durch eine Vereinigung in der Welt der Emanation (Atzilus) vollendet, sodass selbst die einfachste Mitzvah und das schlichteste Toralernen in der höchsten Welt verwurzelt sind.
Der Maamar in Kürze
Diese eigenhändige Notiz des Autors behandelt die Lehre des Arizal über die „Gewänder“ der Seele. Das Gebet hebt Seelen als mayin nukvin [weibliche Wasser] aus den Kelipos [Hüllen] empor, und andere können dies für sie tun; die Seele steigt jedoch in einen Körper hinab, um die praktischen Mitzvos zu erfüllen, die ihre eigenen Gewänder läutern – und das kann niemand sonst für sie tun. Die Läuterung kommt von oben, durch die mayin dechurin [männlichen Wasser] der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin), die fünf Chasadim [Gütekräfte], von denen die 248 positiven Gebote abhängen; sie wirkt sogar ohne Absicht, so wie Brot nährt, ohne dass man einen Segen spricht. Die Gewänder sind das innere tzelem [Seelenbild] von Imma [Mutter] und der umfassende Chashmal, das aus Kelipas Nogah herausgeläuterte Gute. Sie ermöglichen es der Seele, das Licht der kommenden Welt zu ertragen; einer Seele, der Gewänder fehlen, wird zuerst in Gehinnom [dem Läuterungsort] geholfen. Gan Eden [Garten Eden] befindet sich in der Welt der Schöpfung (Beriah), doch die Mitzvos erreichen eine Vereinigung in Atzilus; deshalb ist eine Stunde guter Taten hier besser als die gesamte kommende Welt. Dasselbe gilt für das Toralernen: Schrift, Mishnah, Talmud und Kabbalah sind alle in Atzilus verwurzelt und unterscheiden sich nur darin, wie weit nach unten sie eingekleidet sind; Nefesh [Lebensseele] und Neshamah [Seele] unterscheiden sich nur in ihrer Absicht, nicht im schlichten Lernen selbst.
Gliederung
- ÜberschriftDie Notiz ist in den eigenen Worten des Autors verfasst.¶1
- Gewänder werden geläutert, nicht erschaffen: Mitzvos und GebetDas Gebet hebt Seelen aus den Kelipos empor, und andere können dies tun; die praktischen Mitzvos läutern die eigenen Gewänder jeder Seele, und das kann nur sie selbst tun. Das Gebet wirkt auf die innere Dimension, die Mitzvos auf die äußere.¶2–4
- Wie die Läuterung wirkt und was die Gewänder sindDie Läuterung geschieht durch mayin dechurin, sogar ohne Absicht. Die Gewänder sind das innere tzelem von Imma und der umfassende Chashmal, der aus Kelipas Nogah herausgeläutert wird; sie ermöglichen es der Seele, das Licht der kommenden Welt zu ertragen, und ein fehlendes Gewand wird zuerst in Gehinnom ergänzt.¶5–6
- Warum die Mitzvos Atzilus erreichenGan Eden befindet sich in Beriah, doch jede Läuterung wird durch eine Vereinigung in Atzilus vollendet. Atzilus steigt an Wochentagen herab, um dies zu bewirken; Tzitzis, Tefillin und das Händewaschen ziehen ihr Licht aus Atzilus, obwohl sie niedrigere Ebenen berichtigen.¶6–7
- Wo die einzelnen Teile der Torah verortet sindDie Kavanos [mystischen Intentionen] zeigen, dass Schrift, Mishnah, Talmud und Kabbalah alle in Atzilus verwurzelt sind und sich nur darin unterscheiden, wie weit nach unten sie eingekleidet sind; Nefesh und Neshamah unterscheiden sich nur in ihrer Absicht, nicht im schlichten Lernen selbst.¶8–11
Schlüsselbegriffe
- Gewänder der Seele (Levushim)לבושים
- Das, womit die Seele in der kommenden Welt bekleidet ist und was aus ihrer Torah und ihren Mitzvos hervorgeht. Hier sind die Gewänder keine neuen Schöpfungen, sondern das aus den Kelipos herausgeläuterte Gute; sie ermöglichen es der Seele, das Licht der kommenden Welt zu ertragen.
- Läuterung (Birur)בירור
- Das Heraussondern des Guten aus dem Bösen, mit dem es vermischt ist, und seine Rückführung zur Heiligkeit; vollendet wird dies nur durch eine Vereinigung in Atzilus, denn „durch Chochmah werden sie geläutert“.
- Mayin Nukvin und Mayin Dechurinמיין נוקבין ומיין דכורין
- Die „weiblichen Wasser“, die von unten aufsteigen und oben eine Vereinigung erwecken, und die „männlichen Wasser“, die von oben herabfließen; die eigentliche Läuterung geschieht durch die mayin dechurin.
- Kelipas Nogahקליפת נוגה
- Die „leuchtende Hülle“, die an die Heiligkeit grenzt und Gutes enthält, das mit Bösem vermischt ist; ihr Gutes wird zu dem umfassenden Gewand geläutert, das Chashmal genannt wird.
- Tzelem und Chashmalצלם, חשמל
- Das innere Gewand der Seele (das tzelem von Imma) und das sie umfassende Gewand (Chashmal): ein Licht, dessen eine Seite innerlich und dessen andere umfassend ist.
- Vereinigung (Zivug)זיווג
- Die Verbindung der Konfigurationen Zeir Anpin und des weiblichen Gegenstücks (Nukva) oder von Vater und Mutter (Abba und Imma), durch die Licht herabgezogen und die Läuterung vollendet wird.
Überschrift ¶1
Die eigenen Worte unseres Meisters, Lehrers und Rabbis, dessen Seele im Gan Eden weilt.
Die Überschrift weist den Leser darauf hin, dass es sich beim Folgenden nicht um eine Mitschrift eines mündlich vorgetragenen Maamar handelt, sondern um eine Notiz in der eigenen Formulierung des Verfassers („unser Meister“ ist hier der Alter Rebbe, dessen Torah Ohr dies ist). Es handelt sich um einen gedrängten kabbalistischen Kommentar, der nahezu vollständig aus Verweisen auf die Schriften des Arizal (Etz Chaim, Pri Etz Chaim, Sha'ar HaGilgulim) und den Zohar besteht.
Der Titel kennzeichnet diesen Abschnitt als eine eigene schriftliche Notiz des Verfassers und nicht als die Mitschrift einer Rede; das erklärt seinen knappen, verweisreichen Stil.
Die Kehot-Anmerkung berichtet, dass der Rebbe in Likkutei Sichos auf den Unterschied zwischen Stil und Inhalt dieses Abschnitts einerseits und dem Stil von Tanya andererseits hingewiesen hat. In einem Brief bezeichnete er den Inhalt dieses Maamar als „Kabbalah“. Ein später in der Kehot-Ausgabe von Torah Ohr gedruckter Maamar des Tzemach Tzedek (139c) wird als die Stelle angeführt, die zum Verständnis dieses Abschnitts heranzuziehen ist.
Marei Mekomos
- 1לשון אדמו״ר נ״ע בעצמו · ראה לעיל בציונים לכ״ק אדמו״ר זי״ע. בלקו״ש חכ״א ע׳ 429 העיר בענין שינוי סגנון ותוכן כאן לסגנון התניא. לקמן במפתח ענינים לכ״ק אדמו״ר זי״ע ערך ”לבוש” — ע״י תומ״צ, תפלה, ענינם ע״פ קבלה”. באג״ק לכ״ק אדמו״ר זי״ע כרך ב ע׳ קב מציין שמאמר זה תוכנו ”קבלה”. להבין מה שנתבאר כאן — ראה מאמר כ״ק הצ״צ נדפס לקמן קלט, ג.
Gewänder werden geläutert, nicht erschaffen: Mitzvos und Gebet ¶2–4
2עיין ע״ח [עץ חיים] שמ״ט פ״ה נמצא אלו לבושים הנז׳ [הנזכר] פ׳ ויחי1 אין פי׳ שנעשו מחדש ע״י תורה ומצות אמנם מתבררים כו׳.
Siehe Etz Chaim, Sha'ar 49, Kap. 5: „Es ergibt sich, dass diese in Parshas Vayechi [des Zohar] erwähnten Gewänder nicht so zu verstehen sind, dass sie durch Torah und mitzvos neu geschaffen werden; vielmehr werden sie geläutert“ usw.
Der Zohar (Parshas Vayechi) spricht von Gewändern, die die Seele in der kommenden Welt trägt und die aus ihrer Torah und ihren mitzvos bestehen. Etz Chaim stellt klar, dass die mitzvos diese Gewänder nicht aus dem Nichts erschaffen: Die Gewänder existieren bereits, sind aber gefallen und mit dem Bösen vermischt; die mitzvos „läutern“ (sieben) sie, indem sie das Gute vom Bösen trennen.
וע׳ שכ״ו [שער כ״ו] ספ״א [סוף פרק א׳] רק להמשיך אור לתקנם כו׳ דוגמת גלות השכינה2 כו׳ ומ״ש בשער ל״ט שנר״נ [שנפש רוח נשמה] מתבררים ע״י התפלות היינו בעלייתן מן הקליפות להיות מ״נ [מיין נוקבין] בנוקבא דז״א
Und siehe auch Sha'ar 26, end of Kap. 1: „[Es geht] nur darum, Licht herabzuziehen, um sie zu berichtigen“ usw., „wie das Exil der G‑ttlichen Gegenwart (Shechinah)“ usw. Und was in Sha'ar 39 geschrieben steht, dass Nefesh, Ruach und Neshamah durch die Gebete geläutert werden, bezieht sich auf ihren Aufstieg aus den Kelipos (Hüllen), um zu Mayin Nukvin (weiblichen Wassern) im weiblichen Gegenstück (Nukva) zur Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) zu werden.
Eine zweite Stelle in Etz Chaim sagt, dass die mitzvos lediglich Licht herabziehen, um die Gewänder zu berichtigen, und vergleicht ihren gefallenen Zustand mit dem Exil der Shechinah. Eine dritte Stelle (Sha'ar 39) sagt, dass Nefesh, Ruach und Neshamah, die drei Ebenen der Seele, durch das Gebet geläutert werden. Der Alter Rebbe erklärt, dass es sich dabei um einen anderen Vorgang handelt: Die Seelen steigen aus den Kelipos auf, um zu Mayin Nukvin zu werden, den „weiblichen Wassern“, die von unten aufsteigen und oben eine Vereinigung erwecken.
אבל ירידתן משם לעוה״ז בגוף החומרי לקיים תומ״צ [תורה ומצות] מעשיות ולא תפלה לבדה דרבנן היא דוגמת גלות השכינה ואינו
Aber ihr Abstieg von dort in diese Welt, in einen materiellen Körper, um Torah und die praktischen mitzvos zu erfüllen – und nicht allein zum Gebet, das eine rabbinische Pflicht ist – gleicht dem Exil der Shechinah und besteht in nichts anderem
Der Abstieg der Seele in einen physischen Körper geschieht dagegen um der Torah und der praktischen mitzvos willen, nicht lediglich um des Gebets willen, das eine rabbinische Pflicht ist. Dieser Abstieg ist selbst eine Art Exil, wie das Exil der Shechinah.
אלא לברר ולתקן הלבושים שלהם בעצמם ומשום הכי הוא חיוב יותר על הנפש רוח נשמה לברר ולתקן לבושיהם שאי אפשר על ידי אחרים
als darin, ihre eigenen Gewänder selbst zu läutern und zu berichtigen. Aus diesem Grund ist die Verpflichtung für Nefesh, Ruach und Neshamah, ihre Gewänder zu läutern und zu berichtigen, umso größer; denn dies können andere nicht tun.
Sein einziger Zweck besteht darin, dass jede Seele ihre eigenen Gewänder läutert. Da niemand anderes dies für sie tun kann, ist jede Seele umso stärker verpflichtet, die mitzvos selbst zu erfüllen.
(משא״כ להעלות הנר״נ [הנפש רוח נשמה] מהקליפות למ״נ [למיין נוקבין] לנוקבא דז״א שנעשה ע״י אחרים) כמ״ש בגלגולים פ״א ע״ש. וכפי גודל אותה המצוה או זריזות כו׳ ומעלה אותה עד הנקבה העליונה כו׳.
(anders als beim Erheben von Nefesh, Ruach und Neshamah aus den Kelipos zu Mayin Nukvin für die Nukva von Zeir Anpin, was durch andere geschieht), wie in [Sha'ar Ha]Gilgulim, Kap. 1, geschrieben steht; siehe dort. „Und entsprechend der Größe jener mitzvah oder [der] Eifrigkeit“ usw., „hebt er sie bis zur höchsten weiblichen Gestalt empor“ usw.
Seelen aus den Kelipos als Mayin Nukvin zu erheben, können auch andere tun, wie Sha'ar HaGilgulim Kap. 1 erklärt; die eigenen Gewänder zu läutern, kann hingegen niemand anderes tun. Die zitierten Worte ergänzen, dass es davon abhängt, wie groß eine mitzvah ist und mit welcher Eifrigkeit sie ausgeführt wird, wie hoch sie emporhebt – bis zur „höchsten weiblichen Gestalt“, der Nukva der Welt der Emanation (Atzilus).
וכ״כ [וכמו כן] בע״ח [בעץ חיים] של״ט [שער ל״ט] דרוש י״א סי׳ ז׳ או המצוה כו׳ וכ״כ [וכמו כן] בפע״ח [בפרי עץ חיים] ש״א [שער א׳] פ״ו כי ע״י המצות ותפלות כו׳.
Und ebenso steht in Etz Chaim, Sha'ar 39, Derush 11, section 7: „oder die mitzvah“ usw. Und ebenso steht in Pri Etz Chaim, Sha'ar 1, Kap. 6: „denn durch die mitzvos und Gebete“ usw.
Zwei weitere Stellen in den Schriften des Arizal sagen, dass mitzvos und nicht nur Gebete dieses Erheben bewirken. Der Alter Rebbe führt die Stellen zusammen, um zu zeigen, dass dieser Punkt in den verschiedenen Quellen gilt.
Der Absatz unterscheidet zwei Wirkungen: Das Gebet hebt Seelen aus den Kelipos empor; auch andere können dies für sie tun. Die praktischen mitzvos hingegen läutern die eigenen Gewänder jeder Seele, und das kann nur diese Seele selbst tun. Deshalb kommt die Seele in einen Körper herab.
Der Gedanke, dass Torah und mitzvos die Gewänder der Seele bilden, findet sich auch in Tanya (Likkutei Amarim Kap. 4–5), wo Gedanken, Sprache und Handlung in Torah und mitzvos die Gewänder der Seele sind. Hier liegt der Nachdruck auf dem kabbalistischen Aspekt: Die Gewänder sind keine Neuschöpfungen, sondern gefallenes Gutes, das die mitzvos zurückgewinnen.
Marei Mekomos
- 1פ׳ ויחי · Zohar I, 224a
- 2רק להמשיך אור לתקנם כו׳ דוגמת גלות השכינה · Sefer Etz Chaim 26:2
3ומש״ש [ומה שכתוב שם] ובפרט מן התפלות כי הם עיקר ושרש כו׳ והיינו כמ״ש בע״ח [בעץ חיים] ש״מ [שער מ׳] דרוש ג׳ שהתפלה בפנימית והמצוה בחיצוניות1 אע״פ [אף על פי] שיש בהן בחי׳ מוחין כו׳
Und was dort geschrieben steht: „insbesondere durch die Gebete, denn sie sind die Hauptsache und die Wurzel“ usw., entspricht dem, was in Etz Chaim, Sha'ar 40, Derush 3, geschrieben steht: Das Gebet wirkt in der inneren Dimension (Pnimiyus), die Mitzvah in der äußeren Dimension (Chitzoniyus), obwohl beiden ein Aspekt der intellektuellen Kräfte (Mochin) innewohnt usw.
Pri Etz Chaim fügt hinzu, dass die Verfeinerung „insbesondere durch die Gebete, denn sie sind die Hauptsache und die Wurzel“ geschieht. Der Alter Rebbe deutet dies im Licht von Etz Chaim, Sha'ar 40: Das Gebet wirkt auf die innere Dimension der höheren Ebenen ein, eine Mitzvah auf deren äußere Dimension, obwohl auch die Mitzvos in gewisser Weise bis zu den Mochin reichen.
ע״ש והלכך זיוג זו״נ [זעיר אנפין ונוקבא] הנעשה ע״י מ״נ [מיין נוקבין] מהמצות כמ״ש בטעמי המצות בסוף ההקדמה הוא בחיצוניות במצות מעשיות.
Siehe dort. Daher vollzieht sich die Vereinigung der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) und des weiblichen Gegenstücks (Nukva), die durch die Mayin Nukvin [weiblichen Wasser] aus den Mitzvos bewirkt wird, wie am Ende der Einleitung zu Ta'amei HaMitzvos geschrieben steht, in der äußeren Dimension, durch die praktisch ausgeführten Mitzvos.
Die Vereinigung von Zeir Anpin und Nukva, die durch die Mayin Nukvin der Mitzvos bewirkt wird, wie Ta'amei HaMitzvos beschreibt, ist also eine Vereinigung in der äußeren Dimension, die durch Taten zustande kommt. Das Gebet ist die „Wurzel“, weil es bis ins Innere reicht; die Mitzvos bleiben dennoch unverzichtbar, denn sie erreichen die äußeren Gefäße, aus denen die Gewänder der Seele gebildet werden.
Der Absatz bringt die Aussage, dass das Gebet die „Wurzel“ der Verfeinerung sei, mit der Rolle der Mitzvos in Einklang: Das Gebet wirkt im Inneren, die Mitzvos wirken auf die äußere Dimension.
Tanya, Kuntres Acharon 4, zieht eine Parallele zwischen dem Torastudium und den Mitzvos: Das Torastudium fügt der inneren Dimension der Gefäße der Welt der Emanation (Atzilus) Licht hinzu, während die Mitzvos den äußeren Gefäßen Licht hinzufügen – dem Sieg / der Beständigkeit (Netzach), der Pracht (Hod) und dem Fundament (Yesod) von Zeir Anpin –, die in die materiellen Mitzvos dieser Welt gekleidet sind.
Marei Mekomos
- 1שהתפלה בפנימית והמצוה בחיצוניות · Sefer Etz Chaim 40:3
4ומ״ש בע״ח [בעץ חיים] של״ט [שער ל״ט] דרוש א׳ וב׳ על ידי תפלה דוקא היינו מ״ן [מיין נוקבין] עצמן דנוקבא שנפלו לקליפות בחטא אדה״ר [אדם הראשון] ולא הנשמות שהיו כבר באדה״ר [באדם הראשון]
Und was in Etz Chaim, Sha'ar 39, Derushim 1 und 2, geschrieben steht, [dass es] gerade durch das Gebet geschieht, bezieht sich auf die eigentlichen Mayin Nukvin (weiblichen Wasser) des weiblichen Gegenstücks (Nukva), die durch die Sünde Adams in die Kelipos [Hüllen] fielen, und nicht auf die Seelen, die bereits in Adam waren,
Etz Chaim sagt, dass eine bestimmte Läuterung gerade durch das Gebet bewirkt wird. Der Alter Rebbe beschränkt dies auf die eigenen Mayin Nukvin der Nukva, die durch Adams Sünde in die Kelipos fielen, nicht jedoch auf die Seelen, die bereits zu Adam gehörten.
אלא אותן שלא נכללו בו והן בחי׳ בי״ע שלפני החטא כמ״ש בגלגולים פ״ז [פרק ז׳] אבל אותן שנכללו בו מהם ממשיכים רוב בנ״א [בני אדם] כמעט כולם כמ״ש פי״ד [פרק י״ד / פרשה י״ד] והיינו ע״י הזיוג שהוא מצות פו״ר [פריה ורביה] כמש״ש [כמה שכתוב שם] פ״ב [פרק ב׳].
sondern vielmehr auf jene, die nicht in ihm eingeschlossen waren; und sie sind die Ebene der Welt der Schöpfung (Beriah), der Welt der Formung (Yetzirah) und der Welt des Handelns (Asiyah), wie sie vor der Sünde waren, wie in [Sha'ar Ha]Gilgulim, Kap. 7, geschrieben steht. Aus jenen aber, die in ihm eingeschlossen waren, werden die meisten Menschen, beinahe alle, herabgezogen, wie in Kap. 14 geschrieben steht; und das geschieht durch die Vereinigung, die das Gebot ist, fruchtbar zu sein und sich zu vermehren, wie dort in Kap. 2 geschrieben steht.
Die Seelen, die durch das Gebet emporgehoben werden, sind jene, die nicht in Adam eingeschlossen waren: die Ebenen von Beriah, Yetzirah und Asiyah, wie sie vor der Sünde bestanden (Sha'ar HaGilgulim, Kap. 7). Fast alle menschlichen Seelen stammen aus jenen, die in Adam eingeschlossen waren; sie werden durch die Vereinigung von Mann und Frau herabgezogen, die mitzvah „Seid fruchtbar und vermehrt euch“ (Kap. 14 und 2).
Der Absatz schränkt die Aussage, dass die Läuterung „nur durch das Gebet“ geschieht, auf eine Kategorie gefallener Seelen ein und zeigt, dass die meisten Seelen durch die mitzvah, Kinder zu haben, herabgezogen werden.
Wie die Läuterung wirkt und was die Gewänder sind ¶5–6
5וע״ש אחר ס״פ ל״ה בקשר החברים שכל נשמה בעלייתה מהקליפות צ״ל לפחות מ׳ יום במלכות והיינו שעולה שם למ״נ [למיין נוקבין] ע״י מצות הזיוג
Und siehe dort, nach dem Ende von Kap. 35, im „Bund der Gefährten“: Jede Seele muss sich bei ihrem Aufstieg aus den Hüllen (Kelipos) mindestens vierzig Tage in der Königsherrschaft (Malchus) aufhalten; das heißt, sie steigt dort als mayin nukvin (weibliche Wasser) auf, durch die Mitzvah der ehelichen Vereinigung.
Sha'ar HaGilgulim sagt in der Passage nach Kap. 35 über den Bund, den die Schüler des Arizal schlossen, dass eine Seele, die aus den Kelipos aufsteigt, mindestens vierzig Tage in Malchus verbringen muss. Der Alter Rebbe erklärt, dass sie dort als mayin nukvin dient, die durch die Mitzvah der ehelichen Vereinigung aufsteigen.
ואף מי שאינו מתכוין למצוה יוכל להמשיך חיות מלמעלה כמ״ש בלק״ת [בלקוטי תורה (להאריז״ל)] ע״פ כי לא על הלחם לבדו יחיה1 כו׳.
Und selbst wer [es] nicht um der Mitzvah willen beabsichtigt, kann Lebenskraft (Chayus) von oben herabziehen, wie in Likkutei Torah [des Arizal] zum Vers „Denn nicht vom Brot allein lebt [der Mensch]“ usw. geschrieben steht.
Auch jemand, der die Mitzvah nicht im Sinn hat, kann dennoch Lebenskraft von oben herabziehen. Likkutei Torah des Arizal führt diesen Gedanken zum Vers „Der Mensch lebt nicht allein von Brot“ aus, der lehrt, dass den Menschen das G‑ttliche Wort im Brot erhält.
כמו שהלחם מחי׳ גם כשאוכל בלא ברכה כו׳ ע״ש. הנה תקון וברור הוא ע״י מ״ד [מיין דוכרין] דוקא כי בהדכר לבדו יש בו כח לברר
So wie Brot Leben gibt, selbst wenn man es ohne Segensspruch isst, usw.; siehe dort. Nun: Berichtigung und Läuterung erfolgen ausschließlich durch mayin dechurin (männliche Wasser), denn nur im Männlichen liegt die Kraft zur Läuterung,
Brot nährt auch jemanden, der es ohne Segensspruch isst; ebenso wirkt dieser Vorgang ohne Absicht. Der Alter Rebbe stellt dann einen Grundsatz auf: Wirkliche Berichtigung und Läuterung erfolgen nur durch mayin dechurin, die „männlichen Wasser“, die von oben herabfließen, denn nur die gebende, männliche Seite besitzt die Kraft zur Läuterung.
כמ״ש בפע״ח [בפרי עץ חיים] ש״א [שער א׳] פ״ו וכן בירור הלבושים ע״י המצות הוא במ״ד [במיין דוכרין] דז״א והיינו המשכת האור דלעילא והן הם ה״ח [ה׳ חסדים] דז״א שכל רמ״ח מ״ע [מצות עשה] תלויים בהם כמ״ש בטעמי מצות שם.
wie in Pri Etz Chaim, Sha'ar 1, Kap. 6 geschrieben steht. Ebenso erfolgt die Läuterung der Gewänder durch die Mitzvos mittels der mayin dechurin der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin), das heißt durch das Herabziehen des Lichts von oben; und diese sind die fünf Chasadim (Gütekräfte) von Zeir Anpin, von denen alle 248 positiven Mitzvos abhängen, wie dort in Ta'amei HaMitzvos geschrieben steht.
Die Läuterung der Gewänder durch die Mitzvos erfolgt also mittels der mayin dechurin von Zeir Anpin, durch Licht, das von oben herabgezogen wird. Dies sind die „fünf Chasadim“ (fünf Gütekräfte) von Zeir Anpin, von denen alle 248 positiven Mitzvos abhängen.
וע׳ ע״ח [עץ חיים] שכ״ו [שער כ״ו] (בע״ח [בעץ חיים] דפוס שקלאוו שער כ״ה) פ״א ופ״ג [ופרק ג׳] שלבושים אלו הם צלם דאימא פנימי המלביש לנר״נ [לנפש רוח נשמה]
Und siehe Etz Chaim, Sha'ar 26 (in the Shklov printing of Etz Chaim, Sha'ar 25), chs. 1 and 3, wo es heißt, dass diese Gewänder der innere Tzelem (Abbild) von Imma (Mutter) sind, der Nefesh, Ruach und Neshamah umhüllt;
Etz Chaim bestimmt, worum es sich bei den Gewändern handelt: Sie sind der innere Tzelem (Abbild) von Imma, der Konfiguration des Verständnisses (Binah), die Nefesh, Ruach und Neshamah eines Menschen umhüllt. Der Alter Rebbe merkt an, dass die Ausgabe aus Shklov dieses Tor anders nummeriert.
וגם המקיף הנק׳ חשמל2 נתברר ונתקן מק״נ [מקליפת נוגה] להסמוכה לו וכמ״ש שער מ״ט ספ״ב [סוף פרק ב׳] הטוב שלו נזדכך כו׳ ונתחבר עם החשמל הפנימי3 כו׳ ע״ש.
und auch das umfassende [Gewand], Chashmal genannt, wurde aus der ihm benachbarten Kelipas Nogah geläutert und berichtigt, wie in Sha'ar 49, end of Kap. 2 geschrieben steht: „ihr Gutes wurde geläutert“ usw. und „mit dem inneren Chashmal verbunden“ usw.; siehe dort.
Neben dem inneren Gewand gibt es auch ein umfassendes, Chashmal genannt (ein Wort aus der Vision von Ezekiel), das aus Kelipas Nogah geläutert wird, der „leuchtenden Hülle“, die an die Heiligkeit grenzt und Gutes enthält, das mit Bösem vermischt ist. Etz Chaim sagt, dass das Gute in Nogah geläutert wird und sich mit dem inneren Chashmal verbindet.
Der Absatz erklärt, wie die Mitzvos läutern: durch einen Fluss von oben (mayin dechurin), selbst ohne entsprechende Absicht. Er bezeichnet die Gewänder als den inneren Tzelem von Imma und das umfassende Chashmal als etwas, das aus Kelipas Nogah geläutert wird.
Die Verbindung zwischen den fünf Chasadim und den 248 positiven Mitzvos findet sich auch in Tanya, Kuntres Acharon 4. Dort wird ergänzt, dass die 365 Verbote den fünf Gevuros entsprechen.
Marei Mekomos
- 1כי לא על הלחם לבדו יחיה · Deuteronomy 8:3
- 2הנק׳ חשמל · ראה אוה״ת פ׳ פנחס ע׳ א׳ר.
- 3הטוב שלו נזדכך כו׳ ונתחבר עם החשמל הפנימי · Sefer Etz Chaim 49:2
Warum die Mitzvos Atzilus erreichen ¶6–7
6וע״ש שמ״ב פ״ד וזאת הבחי׳ נקרא חשמל שהוא צלם הבל דגרמי שבעור1 כו׳ ע״ש. ומ״ש בשער כ״ו פ״א שצלם הפנימי הוא הבל דגרמי
Und siehe dort, Sha'ar 42, Kap. 4: „Diese Ebene wird Chashmal genannt; sie ist der Tzelem (das geistige Abbild), der havla degarmei (der nachklingende Hauch in den Knochen), der in der Haut liegt“ usw.; siehe dort. Und was in Sha'ar 26, Kap. 1 geschrieben steht, dass der innere Tzelem die havla degarmei ist,
Etz Chaim, Sha'ar 42, nennt diese Ebene Chashmal und identifiziert sie mit dem Tzelem, der havla degarmei – dem nachklingenden Hauch oder der Lebenskraft in den Knochen unter der Haut. Sha'ar 26 nennt jedoch ebenfalls den inneren Tzelem havla degarmei. Das wirft die Frage auf, wie ein Begriff zwei Gewänder bezeichnen kann.
והוא חותם ולבוש נה״י [נצח הוד יסוד] דאו״א [דאבא ואימא] כמ״ש בפ״ב [בפרק ב׳] שם שניהם אור א׳ הם זה פנימי וזה מקיף כמ״ש בפ״ב [בפרק ב׳] שם.
und dass sie ein Siegel und ein Gewand von Netzach, Hod und Yesod von Vater und Mutter (Abba und Imma), der Weisheit (Chochmah) und dem Verständnis (Binah), ist, wie in Kap. 2 dort geschrieben steht – beide sind ein einziges Licht, dieses innerlich und jenes umfassend, wie in Kap. 2 dort geschrieben steht.
Der innere Tzelem ist ein „Siegel“ und ein Gewand, das aus Netzach, Hod und Yesod von Abba und Imma gebildet wird. Die Antwort steht in Kap. 2 dort: Beide sind ein einziges Licht, von dem die eine Seite innerlich und die andere umfassend ist.
ועיין ש׳ [שער] ל״ט דרוש י״ב וזה לבוש הנק׳ כו׳ וכן כו׳ ולבוש זה כו׳ העלאת מ״נ [מיין נוקבין] כו׳
Und siehe Sha'ar 39, Derush 12: „Und dieses Gewand wird genannt“ usw., „und ebenso“ usw., „und dieses Gewand“ usw., „das Erheben der Mayin Nukvin (der weiblichen Wasser)“ usw.,
Sha'ar 39, Derush 12, behandelt dieses Gewand ebenfalls und verbindet es mit dem Erheben der Mayin Nukvin. Der Alter Rebbe zitiert nur einzelne Schlüsselwendungen, denen jeweils „usw.“ folgt.
גדול כו׳ וע׳ שער החשמל פ״א ונק׳ ק״נ [קליפת נוגה] ונק׳ חשמל כו׳ ור״ל [ורוצה לומר] כמש״ש [כמה שכתוב שם] בס״פ כל החשמלים הוא בחי׳ טוב שבק״נ [שבקליפת נוגה] כו׳
„groß“ usw. Und siehe Sha'ar HaChashmal, Kap. 1: „und es wird Kelipas Nogah (die schimmernde Hülle) genannt und Chashmal genannt“ usw. Gemeint ist, wie dort am Ende des Kapitels geschrieben steht, dass alle Chashmal-Erscheinungen die Ebene des Guten innerhalb der Kelipas Nogah sind usw.
Sha'ar HaChashmal sagt, dass dasselbe sowohl Kelipas Nogah als auch Chashmal genannt wird. Der Alter Rebbe erklärt anhand des Kapitelendes, dass jedes „Chashmal“ das Gute innerhalb der Kelipas Nogah ist – jener Teil von Nogah, der verfeinert und mit der Heiligkeit verbunden werden kann.
וע׳ מק״מ [מקדש מלך] בראשית (דף ק״ב סוף ע״ב) שג׳ חשמלים נפלו בנגה ע״י חטא אדה״ר [אדם הראשון] וע׳ שער החשמל פ״א כפי כניסת הכלים דתבונה בפנים כן בחי׳ האור שלה מלובש מבחוץ כו׳
Und siehe den Mikdash Melech zu Bereshis (Seite 102, Ende von Seite b), wo es heißt, dass durch die Sünde von Adam HaRishon drei Chashmal-Erscheinungen in Nogah fielen. Und siehe Sha'ar HaChashmal, Kap. 1: „Entsprechend dem Eintritt der Gefäße von Tevunah nach innen wird ihr Licht von außen eingekleidet“ usw.;
Der Mikdash Melech, ein Kommentar zum Zohar, sagt, dass durch die Sünde von Adam HaRishon drei Chashmal-Erscheinungen in Nogah fielen und nun deshalb verfeinert werden müssen. Sha'ar HaChashmal fügt hinzu, dass das Licht der Tevunah (der unteren Ebene von Binah) in dem Maß von außen eingekleidet wird, in dem ihre Gefäße nach innen eintreten.
ע״ש שכל התקון הוא לדחות החיצוני׳ [החיצונים] ע״י אור הבינה מבפנים ומבחוץ (וקרוב לומר שמבפנים הוא ע״י מצות שבדבור ומבחוץ ע״י מצות מעשיות שהחיצוני׳ [שהחיצוניות] נק׳ מקיף לגבי פנימי׳ [פנימיות / פנימית] כמ״ש בע״ח [בעץ חיים] ספ״ג [סוף פרק ג׳] גבי ח״ש).
siehe dort, dass die gesamte Berichtigung darin besteht, die äußeren Kräfte durch das Licht der Binah von innen und von außen zurückzudrängen. (Und es liegt nahe anzunehmen, dass „von innen“ durch die mitzvos des Sprechens geschieht und „von außen“ durch die praktischen mitzvos, denn die äußere Dimension (Chitzoniyus) wird im Verhältnis zur inneren Dimension (Pnimiyus) „umfassend“ genannt, wie in Etz Chaim, Ende von Kap. 3, hinsichtlich ח״ש geschrieben steht.)
Die gesamte Berichtigung besteht darin, die äußeren Kräfte durch das Licht der Binah von innen und von außen zurückzudrängen. Der Alter Rebbe schlägt vor, dass das innere Licht durch die mitzvos des Sprechens und das äußere durch die praktischen mitzvos kommt, da die äußere Dimension im Verhältnis zur inneren als „umfassend“ bezeichnet wird. Die abschließende Quellenangabe „hinsichtlich ח״ש“ ist eine Abkürzung, deren Bedeutung nicht sicher ist; deshalb bleibt sie in der Übersetzung auf Hebräisch.
והשתא א״ש [אתי שפיר] הא דשכר המצות הוא לבוש לנשמה מאחר שנמשך מאימא שהוא עוה״ב [עולם הבא] וכמו הלחם
Und nun wird gut verständlich, weshalb der Lohn für die mitzvos ein Gewand für die Seele ist: Er wird aus Imma gezogen, die die kommende Welt ist. Und es ist wie das Brot,
Damit wird die Aussage verständlich, dass der Lohn für die mitzvos ein Gewand für die Seele ist: Dieses Gewand wird aus Imma gezogen, und Imma ist die Quelle der kommenden Welt. Darauf folgt der Vergleich mit dem Brot.
שעליו יחי׳ [יחיה] האדם אף שגם בו מלובש מוצא פי2 הוי׳ אלא שבלחם ושארי מזונות נמשך מחיצוניות אימא שלמעלה מז״א הנק׳ אדם כמ״ש בכוונות עיוה״כ [ערב יום הכפורים].3
durch das der Mensch lebt, obwohl auch in ihm das „aus dem Mund von Havayah Hervorgehende“ eingekleidet ist; nur wird bei Brot und den übrigen Nahrungsmitteln [die Lebenskraft] aus der äußeren Dimension von Imma gezogen, die oberhalb von Zeir Anpin liegt – der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin), die „Adam“ genannt wird –, wie in den Kavanos für den Vorabend von Jom Kippur geschrieben steht.
Brot erhält den Menschen am Leben, obwohl das, was ihm tatsächlich Leben verleiht, das darin eingekleidete Wort G‑ttes ist. Bei Nahrung kommt diese Lebenskraft aus der äußeren Dimension von Imma, die über Zeir Anpin liegt, jener Ebene, die „Adam“ (Mensch) genannt wird, wie die Kavanos des Arizal für den Vorabend von Jom Kippur erklären. Was den Menschen nährt, stammt somit aus einer Ebene, die höher ist als „der Mensch“.
אך באמת הלבוש אינו העוה״ב [העולם הבא] אלא שעי״ז יוכל לסבול וליהנות מאור אימא שהוא עוה״ב [עולם הבא] מאחר שמלובש בלבוש נה״י [נצח הוד יסוד] שלה (פנימי ומקיף אור פנימי למזון ומקיף ללבוש)
Doch in Wahrheit ist das Gewand nicht die Kommende Welt [selbst]; vielmehr kann man durch es das Licht von Imma (Mutter) ertragen und genießen, das die Kommende Welt ist, da dieses Licht in das Gewand ihrer Netzach, Hod und Yesod gekleidet ist (innerlich und umhüllend: das innere Licht als Nahrung und das umhüllende Licht als Gewand).
Genauer gesagt ist das Gewand nicht die Kommende Welt selbst, sondern das, was der Seele ermöglicht, das Licht von Imma zu ertragen und zu genießen, das die Kommende Welt ist. Dies ist ihr möglich, weil jenes Licht in Immas eigenen Netzach, Hod und Yesod gekleidet ist: Ihr inneres Licht gleicht Nahrung, ihr umhüllendes Licht einem Gewand.
דכמו שהעליוני׳ [שהעליונים] כהמלאכים אינם יכולים לירד למטה לעוה״ז בלי לבוש תחתון כך אין התחתונים יכולים לעלות למעלה בלי לבוש עליון
Denn ebenso wie die höheren Wesen, etwa die Engel, nicht ohne ein unteres Gewand nach unten in diese Welt herabsteigen können, so können die unteren Wesen nicht ohne ein höheres Gewand nach oben aufsteigen,
Das ist das Prinzip dahinter: Engel können nicht ohne ein Gewand von unten in diese Welt herabkommen, und Seelen können ohne ein Gewand von oben nicht aufsteigen. Ein Gewand ermöglicht den Kontakt zwischen verschiedenen Ebenen.
כמ״ש בזוהר פקודי4 (דף רכ״ט ע״א וע״ב) וכ״כ [וכמו כן] בהדיא בויקהל (דף ר״י סע״ב [סוף עמוד ב]) ואלמלי ההוא לבושא לא יכלי למסבל5 כו׳
wie im Zohar, Pekudei (Seite 229, Seiten a und b), geschrieben steht, und ebenso ausdrücklich in Vayakhel (Seite 210, Ende von Seite b): „Wäre jenes Gewand nicht, könnten sie [es] nicht ertragen“, usw.
Der Zohar in Pekudei und Vayakhel sagt dies ausdrücklich: Ohne jenes Gewand könnten die Seelen das Licht nicht ertragen.
ומש״ה [ומשום הכי] מי שלבושיו חסרים לפי שלא תקן כל הרע ע״י המצות צ״ל בגיהנם לתקן הרע תחלה
Und aus diesem Grund muss jemand, dessen Gewänder unvollständig sind, weil er nicht alles Böse durch die mitzvos geläutert hat, sich in Gehinnom (dem Ort der Läuterung nach dem Tod) aufhalten, um zuerst das Böse zu läutern,
Eine Seele, deren Gewänder unvollständig sind, weil sie nicht alles Böse durch mitzvos geläutert hat, muss daher zuerst durch Gehinnom gehen, wo die Seele nach dem Tod geläutert wird. Gehinnom dient hier der Berichtigung: Zuerst wird das Böse geläutert, damit die Seele eintreten kann.
כמ״ש בזוהר ויחי6 (דף רכ״ד) ובלא״ה [ובלאו הכי] א״א להיות כלל בעוה״ב [בעולם הבא] בלבוש חסר כמו שא״א למלאך לירד לעוה״ז בלי לבוש שלם.
wie im Zohar, Vayechi (Seite 224), geschrieben steht. Denn andernfalls ist es überhaupt unmöglich, sich mit einem unvollständigen Gewand in der Kommenden Welt aufzuhalten, ebenso wie ein Engel nicht ohne ein vollständiges Gewand in diese Welt herabsteigen kann.
Hierfür wird der Zohar in Vayechi angeführt. Ohne ein vollständiges Gewand könnte sich eine Seele überhaupt nicht in der Kommenden Welt aufhalten, ebenso wie ein Engel nicht ohne ein vollständiges Gewand in diese Welt herabkommen kann.
ומ״ש הסבא (דף צ״ח ע״ב) ענין התלבשות בנפש וכן התלבשות הנשמה ברוח (דף צ״ט ע״ב)7
Und was der Saba [von Mishpatim] (Seite 98, Seite b) über die Einkleidung in die Nefesh (Seelenstufe) sagt, ebenso über die Einkleidung der Neshamah (Seele) in die Ruach (Geist) (Seite 99, Seite b),
Der Saba von Mishpatim, ein Abschnitt des Zohar, spricht davon, dass sich eine Seele in die Nefesh kleidet, und davon, dass sich die Neshamah in die Ruach kleidet. Der Alter Rebbe erläutert, um welche Art von Einkleidung es sich dabei handelt.
היינו לירד למטה ממדריגותם כמ״ש בזוהר הרקיע שם (דף פ״ג [דף פ״ג] ע״א) בשם הרח״ו [הרבי חיים ויטאל] ז״ל [זכרונו לברכה / זכרונם לברכה]. והנה געה״ע [גן עדן העליון] הוא מבריאה.8
bezieht sich auf ein Herabsteigen unter ihre jeweiligen Stufen, wie im Zohar HaRakia dort (Seite 83, Seite a) im Namen von Rabbi Chaim Vital, seligen Andenkens, geschrieben steht. Nun stammt der Obere Gan Eden aus der Welt der Schöpfung (Beriah).
Der Zohar HaRakia, ein kabbalistischer Kommentar zum Zohar, erklärt unter Berufung auf Rabbi Chaim Vital, den Hauptschüler des Arizal, dass diese Einkleidung dazu dient, unter die eigene Stufe herabzusteigen. Dies unterscheidet sich von den Gewändern, die durch mitzvos hervorgebracht werden. Dann folgt ein neuer Gedanke: Der Obere Gan Eden entspringt der Welt Beriah.
וא״ש [ואתי שפיר] הא דתנן יפה שעה910 א׳ כו׳ מפני שהזיוג זו״נ [זעיר אנפין ונוקבא] הוא באצי׳ והמצות ממשיכות מ״ד [מיין דוכרין] דאצי׳ ושרשן ממו״ס [ממוחא סתימאה] דא״א11 המאיר י״ג חיוורתא דגלגלתא שרש תרי״ג מצות
Und [so] wird verständlich, was wir [in der Mishnah] gelernt haben: „Besser ist eine Stunde“ usw. Denn die Vereinigung der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) mit dem weiblichen Gegenstück (Nukva) findet in der Welt der Emanation (Atzilus) statt, und die mitzvos ziehen die mayin dechurin (männlichen Wasser) von Atzilus herab. Ihre Wurzel liegt in der Mocha Stima'ah (verborgener Verstand) von Arich Anpin, die die dreizehn „Weißen“ der Gulgalta (des Schädels) erleuchtet, der Wurzel der 613 mitzvos.
Dies erklärt die Mishnah: „Besser ist eine Stunde der Umkehr (Teshuvah) und guter Taten in dieser Welt als das gesamte Leben der Kommenden Welt.“ Gan Eden befindet sich in Beriah, doch die Vereinigung von Zeir Anpin und Nukva findet in Atzilus statt, und die mitzvos ziehen die mayin dechurin von Atzilus herab. Ihre Wurzel liegt noch höher: in der Mocha Stima'ah von Arich Anpin („Langes Antlitz“), der inneren Stufe von Keser, dem G‑ttlichen Willen, die in die dreizehn „Weißen“ der Gulgalta einstrahlt, der Wurzel der 613 mitzvos.
ואף מי שאין לו אלא נפש דעשי׳ [דעשיה] ה״ז [הרי זה] מעלה מ״ן [מיין נוקבין] למל׳ דיצי׳ [דיצירה] במצותיו ושם הרוחות של
Und selbst jemand, der nur eine nefesh (Seelenstufe) aus der Welt des Handelns (Asiyah) hat, erhebt durch seine mitzvos mayin nukvin (weibliche Wasser) zur Königsherrschaft (Malchus) der Welt der Formung (Yetzirah); und dort erheben die ruchos (Seelen auf der Geistebene) der tzaddikim (Gerechten)
Selbst jemand, dessen Seele nur eine nefesh aus Asiyah ist, erhebt durch seine mitzvos mayin nukvin zur Malchus von Yetzirah.
הצדיקים מעלים המ״נ [המיין נוקבין] שלו ושלהם עד מל׳ דבריאה ושם הנשמות של כל הצדיקים מעלים כל המ״נ [המיין נוקבין] עד מל׳ דאצי׳ כמ״ש בע״ח [בעץ חיים] של״ט [שער ל״ט] דרוש י״א פ״ז [פרק ז׳].
sein mayin nukvin und das ihre bis zur Königsherrschaft (Malchus) der Welt der Schöpfung (Beriah); und dort erheben die neshamos (Seelen) aller tzaddikim alles mayin nukvin bis zur Königsherrschaft (Malchus) der Welt der Emanation (Atzilus), wie in Etz Chaim, Sha'ar 39, Derush 11, Kap. 7, geschrieben steht.
Dort tragen die ruchos (Seelen auf der Geistebene) der tzaddikim seine Opfergabe zusammen mit der ihren bis zur Malchus von Beriah hinauf, und dort tragen die neshamos aller tzaddikim alles bis zur Malchus von Atzilus hinauf. Selbst die mitzvah eines ganz einfachen Menschen wird Stufe um Stufe bis nach Atzilus emporgehoben.
כי אין שום בירור אלא באצי׳ כי היא בחי׳ חכמה דכללות ובחכמה אתברירו12 והבירור הוא ע״י זיווג ואין זיווג להוליד נשמות בבי״ע כמ״ש בשער מ״ד פ״ד ופ״ה.13
Denn Läuterung findet überhaupt nur in Atzilus statt, da es die Ebene der Weisheit (Chochmah) des Ganzen ist, und „durch Chochmah werden sie geläutert“; die Läuterung geschieht durch eine Vereinigung, und es gibt keine Vereinigung, die Seelen in Beriah, Yetzirah und Asiyah hervorbringt, wie in Sha'ar 44, chs. 4 and 5, geschrieben steht.
Der Grund dafür ist: Jede Läuterung findet ausschließlich in Atzilus statt, weil Atzilus die Chochmah der gesamten Ordnung der Welten ist und „durch Chochmah werden sie geläutert“. Die Läuterung erfolgt durch eine Vereinigung, und in Beriah, Yetzirah und Asiyah gibt es keine Vereinigung, die Seelen hervorbringt.
Dieser Abschnitt erklärt, worin die Gewänder der Seele bestehen und weshalb der Lohn für die mitzvos die Gestalt eines Gewandes annimmt: So kann die Seele das Licht der kommenden Welt ertragen. Dann wird gezeigt, weshalb die mitzvos höher reichen als die kommende Welt selbst: Jede Verfeinerung, selbst die durch die Mitzvah eines ganz einfachen Menschen, wird in der Welt der Emanation (Atzilus) vollendet.
Das Prinzip, dass ein niedrigeres Wesen ein Gewand benötigt, um aufzusteigen, und ein höheres eines benötigt, um herabzusteigen, liegt den zitierten Passagen aus dem Zohar zugrunde. Der Hinweis „durch Chochmah werden sie verfeinert“ verweist auf Torah Ohr, Bereshis, wo erklärt wird, dass die Verfeinerung – die Trennung des Bösen vom Guten – Aufgabe der Chochmah ist und dass Chochmah deshalb auch „Gericht“ genannt wird.
Marei Mekomos
- 1וזאת הבחי׳ נקרא חשמל שהוא צלם הבל דגרמי שבעור · Sefer Etz Chaim 42:4
- 2מוצא פי הוי׳ · Deuteronomy 8:3
- 3וכמו הלחם . . בכוונות עיוה״כ · ראה אוה״ת פ׳ מטות בתחלתו.
- 4כמ״ש בזוהר פקודי · ראה אוה״ת במדבר ע׳ צא ע״ש.
- 5ואלמלי ההוא לבושא לא יכלי למסבל · Zohar, Vayakhel 24:308–316
- 6בזוהר ויחי · ראה לקמן קלט, ג.
- 7וכן התלבשות הנשמה ברוח (דף צ״ט ע״ב) · Zohar, Mishpatim 3:101–110
- 8געה״ע הוא מבריאה · בלקו״ת שה״ש ד״ה כי כאשר השמים מח, ד מציין לכאן. ראה אוה״ת תצוה ע׳ א׳תשסט ובכרך ז ע׳ ב׳תשעב. אוה״ת דברים כרך ו בד״ה למען תירא.
- 9יפה שעה אחת · אבות ד, יז.
- 10יפה שעה א׳ כו׳ · Pirkei Avot 4:17
- 11והנה געה״ע הוא מבריאה . . ושרשן ממו״ס דא״א · מובא באוה״ת פ׳ חקת ע׳ תשפג ושם מציין לקו״א ד״ה להבין מ״ש בפע״ח.
- 12ובחכמה אתברירו · נסמן לעיל ה, ד.
- 13
7ואף שממצות מעשיות לא נעשה לבוש אלא לנפש דעשי׳ [דעשיה] מ״מ הזיווג הוא באצי׳ כי לכן יורדים בחול כלים דזו״נ [דזעיר אנפין ונוקבא] דאצי׳ בזו״נ [בזעיר אנפין ונוקבא] דבי״ע כדי לברר בירורים למטה כל ו׳ ימי המעשה
Und obwohl durch die praktischen mitzvos nur dem nefesh [der Seelenebene] der Welt des Handelns (Asiyah) ein Gewand bereitet wird, findet die Vereinigung dennoch in der Welt der Emanation (Atzilus) statt. Deshalb steigen an den Wochentagen die Gefäße der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) und des weiblichen Gegenstücks (Nukva) von Atzilus in Zeir Anpin und Nukva der Welt der Schöpfung (Beriah), der Welt der Formung (Yetzirah) und der Welt des Handelns (Asiyah) hinab, um unten Klärungen vorzunehmen, an allen sechs Werktagen.
Obwohl die praktischen mitzvos nur dem nefesh der Welt des Handelns ein Gewand bereiten, findet die von ihnen bewirkte Vereinigung in Atzilus statt. Deshalb steigen an den Wochentagen die Gefäße von Zeir Anpin und Nukva in Atzilus zu ihren Entsprechungen in Beriah, Yetzirah und Asiyah hinab: um unten während der sechs Werktage Klärungen vorzunehmen.
(יורדת כלי זו״נ [זעיר אנפין ונוקבא] דאצי׳ לעשי׳ [לעשיה] הוא ליתן כח לנפש דעשי׳ [דעשיה] להעלות מהקליפות כמ״ש אשר שלט האדם באדם1 כו׳ רק שבסיוע התחתונים במצות שהיא אלקות שבנוגה
(Der Abstieg der Gefäße von Zeir Anpin und Nukva von Atzilus nach Asiyah dient dazu, dem nefesh [der Seelenebene] von Asiyah Kraft zu geben, Funken aus den Hüllen (Kelipos) zu erheben, wie geschrieben steht: „wenn der Mensch über den Menschen herrscht“ usw.; nur geschieht dies mit Hilfe der unteren Wesen durch die Mizwa, die die G‑ttlichkeit innerhalb von Nogah [der leuchtenden Sphäre] ist,
Die Klammer erläutert: Die Gefäße von Atzilus steigen nach Asiyah hinab, um dem nefesh von Asiyah Kraft zu geben, Funken aus den Kelipos zu erheben; dazu wird der Vers „eine Zeit, in der der Mensch über den Menschen herrscht“ angeführt. Die unteren Wesen helfen dabei durch die Mizwa, die G‑ttlichkeit ist, die in Nogah verborgen liegt.
וזה עולה שלא ע״י נר״נ [נפש רוח נשמה] דאדם אלא ע״י בחי׳ אצי׳ ממש שבבי״ע מעלים עד נוקבא דאצי׳ העליון ולכן ירדה אצי׳ בבי״ע בימי החול וגם ליתן כח לנר״נ [לנפש רוח נשמה] דאדם להעלות מקליפות) כמ״ש בע״ח [בעץ חיים] ש״א [שער א׳] פ״י [פרק י׳ / פרשה י׳].
dies steigt nicht durch das nefesh, den ruach [Geist] und die neshamah [Seele] des Menschen auf, sondern durch die Ebene von Atzilus selbst innerhalb von Beriah, Yetzirah und Asiyah, die es bis zur Nukva des oberen Atzilus erhebt. Deshalb stieg Atzilus an den Wochentagen nach Beriah, Yetzirah und Asiyah hinab; und auch, um dem nefesh, ruach und neshamah des Menschen Kraft zu geben, Funken aus den Kelipos zu erheben), wie in Etz Chaim, Sha'ar 1, Kap. 10, geschrieben steht.
Das Erheben selbst geschieht nicht durch das eigene nefesh, den ruach und die neshamah des Menschen, sondern durch Atzilus, das in Beriah, Yetzirah und Asiyah herabgekommen ist und das Opfer bis zur Nukva des oberen Atzilus emporhebt. Deshalb steigt Atzilus an den Wochentagen hinab; außerdem gibt es der eigenen Seele des Menschen Kraft, Funken aus den Kelipos zu erheben.
ובשבת צ״ע [צריך עיון] בעליות העולמות (ואפשר דר״ל [דרוצה לומר] בבריאה יורדין יעקב ורחל בחול) ואפי׳ [ואפילו] אוא״ס [אור אין סוף] ב״ה נמשך שם
Und hinsichtlich des Schabbos, wenn die Welten aufsteigen, bedarf dies einer Klärung (vielleicht ist gemeint, dass in Beriah Yaakov und Rachel an den Wochentagen hinabsteigen); und sogar das unendliche Licht (Or Ein Sof), gesegnet sei Er, wird dorthin herabgezogen,
Was am Schabbos geschieht, wenn die Welten aufsteigen, statt hinabzusteigen, bedarf weiterer Klärung. In der Klammer schlägt der Alter Rebbe vor, dass in Beriah „Yaakov und Rachel“ – Konfigurationen von Zeir Anpin und Nukva – an den Wochentagen hinabsteigen; außerdem weist er darauf hin, dass sogar das unendliche Licht dorthin herabgezogen wird.
כמ״ש בע״ח [בעץ חיים] שמ״ז פ״ג [פרק ג׳] ע״ש (ובגלגולים פ״ב [פרק ב׳]2 שבחי׳ נפש דאצי׳ שבעשי׳ [שבעשיה] גדולה לאין קץ מנשמה דבריאה שבבריאה)
wie in Etz Chaim, Sha'ar 47, Kap. 3, geschrieben steht; siehe dort. (Und [siehe Sha'ar Ha]Gilgulim, Kap. 2: Die Ebene des nefesh von Atzilus innerhalb von Asiyah ist unendlich viel höher als die neshamah von Beriah innerhalb von Beriah.)
Sha'ar HaGilgulim Kap. 2 ergänzt, dass die nefesh-Ebene von Atzilus, wie sie sich in Asiyah befindet, unendlich viel höher ist als die neshamah-Ebene von Beriah innerhalb von Beriah. Was auch immer von Atzilus stammt, selbst wenn es auf der niedrigsten Ebene erscheint, übertrifft alles, was den unteren Welten angehört.
וכן מ״ש דציצית ביצירה ותפלין ש״י [של יד] בבריאה היינו שהתקון נעשה לדחות החצונים מג״ת [מג׳ תחתונות] דיצי׳ [דיצירה] וג״ת [וג׳ תחתונות] דבריאה ע״י המשכת האור דאצי׳
Und ebenso bedeutet die Aussage, dass die Zizis in Yetzirah und die Hand-Tefillin in Beriah sind, dass die Berichtigung dadurch bewirkt wird, dass die äußeren Kräfte aus den drei unteren [G‑ttlichen Attributen (Sefiros)] von Yetzirah und den drei unteren [Sefiros] von Beriah zurückgedrängt werden – durch das Herabziehen des Lichts von Atzilus;
Der Arizal sagt, dass die Zizis in Yetzirah und die Hand-Tefillin in Beriah wirken. Der Alter Rebbe erklärt, dass damit der Ort bezeichnet wird, an dem die Berichtigung geschieht: Die äußeren Kräfte werden aus den drei unteren Sefiros dieser Welten vertrieben, während das Licht, das die Berichtigung bewirkt, aus Atzilus herabgezogen wird.
וכמו שבק״ש [שבקריאת שמע] נעשה זיוג או״א [אבא ואימא] דאצי׳ ונמשך בבריאה ולכך היא בישיבה משא״כ בתפלת י״ח ותדע מנט״י [מנטילת ידים] שמתקנים ג״ת [ג׳ תחתונות] דעשי׳ [דעשיה] אף שהידים הם חג״ת [חסד גבורה תפארת]
so wie beim Shema eine Vereinigung von Vater und Mutter (Abba und Imma) von Atzilus bewirkt und nach Beriah herabgezogen wird; deshalb wird es im Sitzen gesprochen, anders als das Gebet der Achtzehn [Segenssprüche]. Und dies kannst du [auch] an der Waschung der Hände erkennen, die die drei unteren [Sefiros] von Asiyah berichtigt, obwohl die Hände Chesed, Gevurah und Tiferes sind.
Ebenso bewirkt das Shema eine Vereinigung von Abba und Imma in Atzilus, die sich bis nach Beriah erstreckt; deshalb wird es im Sitzen gesprochen, anders als die Shemoneh Esreh (die Achtzehn Segenssprüche), die im Stehen gesprochen wird. Die Waschung der Hände belegt dies: Sie berichtigt nur die drei unteren Sefiros von Asiyah, obwohl die Hände Chesed, Gevurah und Tiferes entsprechen.
וכן הציצית להתעטף הראש עד החזה ותפלין ש״י [של יד] היא בחי׳ מוחין מקיפים וכולם מתקנים ג״ת [ג׳ תחתונות] לבד דבי״ע
Und ebenso die Zizis, mit denen man sich vom Kopf bis zur Brust umhüllt, sowie die Hand-Tefillin, die die Ebene der umfassenden intellektuellen Kräfte (Mochin) darstellen: Sie alle berichtigen nur die drei unteren [Sefiros] von Beriah, Yetzirah und Asiyah.
So verhält es sich auch mit dem Tallis, der den Menschen vom Kopf bis zur Brust umhüllt, und den Hand-Tefillin, die „umfassende Mochin“ sind: Sie alle berichtigen nur die drei unteren Sefiros von Beriah, Yetzirah und Asiyah.
ואף שהם מצות מעשיות מ״מ ממשיכים מבחי׳ עשי׳ [עשיה] שבאצי׳ שהיא חיצוניות כמ״ש בע״ח [בעץ חיים] ש״מ [שער מ׳] דרוש ב׳ וציצי׳ קטן הוא בחי׳ עבור של חיצוניות3 והטלית יניקה ותש״י [ותפילין של יד] מוחין דגדלות.
Und obwohl es sich um praktische mitzvos handelt, ziehen sie dennoch aus der Ebene des Handelns (Asiyah) innerhalb der Welt der Emanation (Atzilus), die die äußere Dimension (Chitzoniyus) ist, wie in Etz Chaim, Sha'ar 40, Derush 2, geschrieben steht. Der kleine Tzitzis entspricht der Ebene des Ibbur [Schwangerschaft] der äußeren Dimension, der Tallis der Yenikah [Säugung] und die Hand-Tefillin den intellektuellen Kräften (Mochin) des Gadlus [der Reife].
Obwohl es sich um mitzvos des Handelns handelt, ziehen sie aus der „Asiyah innerhalb von Atzilus“, der äußeren Dimension von Atzilus selbst. Die drei entsprechen Wachstumsstufen: der kleine Tallis dem Ibbur, der Tallis der Yenikah und die Hand-Tefillin dem reifen Intellekt (Mochin de-Gadlus).
Der Absatz zeigt, dass die praktischen mitzvos zwar nur niedrige Ebenen berichtigen, die Berichtigung aber durch Licht bewirkt wird, das aus Atzilus herabgezogen wird; auch die von ihnen bewirkte Vereinigung findet in Atzilus statt. Der Abstieg von Atzilus in die unteren Welten an den Wochentagen dient diesem Zweck.
Hier wirken zwei Maßstäbe zugleich: auf welcher Ebene die Wirkung einer Mizwa ankommt (Yetzirah, Beriah oder Asiyah) und von wo ihre Kraft stammt (Atzilus). Der Gedanke aus Sha'ar HaGilgulim, dass ein Funke aus Atzilus in Asiyah unendlich höher steht als die höchste Ebene von Beriah, ermöglicht es dem Alter Rebbe zu sagen, dass selbst eine niedrig angesetzte praktische Mizwa dennoch eine Handlung von Atzilus ist.
Marei Mekomos
- 1אשר שלט האדם באדם · Ecclesiastes 8:9
- 2ובגלגולים פ״ב · ראה לקו״ת במדבר ב, ב שכ״ה גם בהרמ״ז ר״פ משפטים. (בלקו״ת שם מציין לפרק עשרים).
- 3וציצי׳ קטן הוא בחי׳ עבור של חיצוניות · ביאור הע״ח ראה בלקו״ש חל״ג ע׳ 96 הערה 16.
Wo die einzelnen Teile der Torah verortet sind ¶8–11
8ועוד תדע מכוונות השמות בברכו׳ המצו׳ [המצות / המצוה] שהן בת״ת [בתפארת] דאצי׳ ולא דבי״ע וכן במקרא שהוא בעשי׳ [בעשיה] והכוונ׳ הוא בג׳ שמות ת״ת [תפארת] דז״א דאצי׳. ולתורה ולנביאים בנ״ה [בנצח הוד] דז״א דאצי׳. ולכתובים ליסוד דז״א דאצי׳ ולמשנה שהיא ביצי׳ [ביצירה].
Und ferner kannst du dies aus den kavanos [Meditationen] über die Namen in den Segenssprüchen über die mitzvos erkennen: Sie liegen in der Schönheit (Tiferes) der Welt der Emanation (Atzilus) und nicht in der Tiferes der Welt der Schöpfung (Beriah), der Welt der Formung (Yetzirah) und der Welt des Handelns (Asiyah). Ebenso verhält es sich mit der Schrift, die in Asiyah ist: Die Kavanah liegt in den drei Namen der Tiferes der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) der Welt der Emanation (Atzilus). Bei der Torah und den Propheten liegt sie im Sieg / in der Beständigkeit (Netzach) und in der Pracht (Hod) von Zeir Anpin der Welt der Emanation (Atzilus); bei den Schriften im Fundament (Yesod) von Zeir Anpin der Welt der Emanation (Atzilus); und bei der Mishnah, die in Yetzirah ist,
Ein weiterer Beweis dafür, dass mitzvos und das Torastudium Atzilus erreichen: Die kavanos (Meditationen über G‑ttliche Namen) für die Segenssprüche über mitzvos richten sich auf Tiferes von Atzilus, nicht auf die unteren Welten. Ebenso heißt es von der Schrift, sie sei „in Asiyah“, doch ihre kavanos gelten den Namen von Zeir Anpin von Atzilus: die Torah und die Propheten in Netzach und Hod, die Schriften in Yesod; der Satz setzt sich mit der Mishnah fort, von der gesagt wird, sie sei „in Yetzirah“.
Der Absatz führt die kavanos des Arizal als Beleg dafür an, dass das, was in einer unteren Welt zu wirken scheint, tatsächlich auf Atzilus ausgerichtet ist.
9והכונ׳ [והכונה] היא בשמות דכלי׳ אמצעי׳ דו״ק [דשש קצוות] דנוק׳ [דנוקבא] דז״א דאצי׳ ולתלמוד הכונה בשמות דכלים חיצוני׳ דו״ק [דשש קצוות] דנוק׳ [דנוקבא] דז״א דאצי׳ אף שהתלמוד בבריאה.
Die Kavanah [Ausrichtung] liegt in den Namen der mittleren Gefäße der sechs Extremitäten des weiblichen Gegenstücks (Nukva) der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) der Welt der Emanation (Atzilus); beim Talmud liegt die Kavanah in den Namen der äußeren Gefäße der sechs Extremitäten des weiblichen Gegenstücks (Nukva) der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) der Welt der Emanation (Atzilus), obwohl der Talmud in der Welt der Schöpfung (Beriah) ist.
Bei der Mishnah liegt die Kavanah in den Namen der mittleren Gefäße der sechs emotionalen g‑ttlichen Attribute (Sefiros) (der „sechs Extremitäten“) des weiblichen Gegenstücks (Nukva) des Zeir Anpin von Atzilus; beim Talmud liegt sie in den äußeren Gefäßen desselben. Obwohl der Talmud also „in Beriah“ ist, liegt seine Kavanah in Atzilus.
והטעם מובן מ״ש בפע״ח [בפרי עץ חיים] דאיך אפשר1 דתושב״כ [דתורה שבכתב] בעשי׳ [בעשיה] למטה משבע״פ [משבעל פה] אלא כולם הם באצי׳ רק שהמקרא יורדת עד העשי׳ [העשיה] ומתלבשת שם.
Der Grund dafür wird aus dem verständlich, was in Pri Etz Chaim geschrieben steht: Wie ist es möglich, dass die geschriebene Torah in Asiyah ist, unterhalb der mündlichen Torah? Vielmehr sind sie alle in Atzilus; nur die Schrift steigt bis hinab in die Welt des Handelns (Asiyah) und kleidet sich dort ein.
Pri Etz Chaim gibt den Grund: Es ist unmöglich, dass die geschriebene Torah in Asiyah niedriger steht als die mündliche Torah. Vielmehr sind sie alle in Atzilus; die Schrift reicht lediglich bis hinab nach Asiyah und kleidet sich dort ein.
Der Absatz löst das Rätsel, dass die Schrift „in Asiyah“ und der Talmud „in Beriah“ ist: Diese Angaben beschreiben, wie weit jeder hinabreicht, nicht, wo er seine Wurzel hat.
Torah Ohr, Yisro (69b) gibt dieselbe Auflösung: Die Schrift ist höher, und „Schrift in Asiyah“ bedeutet, dass ihre Ausstrahlung bis hinab nach Asiyah reicht, während die des Talmud nur bis Beriah reicht.
Marei Mekomos
- 1מ״ש בפע״ח דאיך אפשר · Tanya, Likkutei Amarim 40
10והמשנה עד היצי׳ [היצירה] לבדה. והתלמוד עד הבריאה לבדה. והקבלה עד האצי׳ לבדה בלי לבוש. דהיינו למי שיודע להפשיטה מלבושיה עד בחי׳ אצי׳ א״נ [אי נמי] היא בחי׳ אצי׳ ממש שבעשי׳ [שבעשיה].
Und die Mischna [steigt herab] nur bis zur Welt der Formung (Yetzirah), der Talmud nur bis zur Welt der Schöpfung (Beriah) und die Kabbala nur bis zur Welt der Emanation (Atzilus), ohne jegliche Bekleidung. Das heißt: für jemanden, der sie ihrer Gewänder bis zur Ebene von Atzilus zu entkleiden weiß; alternativ ist sie die Ebene von Atzilus selbst innerhalb der Welt des Handelns (Asiyah).
Jeder Teil der Torah reicht nur bis zu einer bestimmten Ebene hinab: die Mischna bis zur Yetzirah, der Talmud bis zur Beriah und die Kabbala nur bis zur Atzilus, ohne jegliches Gewand. Der Alter Rebbe bietet zwei Deutungen des Ortes der Kabbala: für jemanden, der sie ihrer Gewänder bis zur Atzilus zu entkleiden weiß; oder alternativ ist sie Atzilus selbst, wie es innerhalb der Asiyah gegenwärtig ist.
אך מאחר כי הכוונה בשם מ״ה [שם מ״ה] שהוא שם כלי פנימי דת״ת [דתפארת] דז״א דאצי׳ והם אינם מלובשים בעשי׳ [בעשיה] כלל מכלל שהן באצי׳ העליון ממש רק שהמקרא מלובשת בעשי׳ [בעשיה] וקבלה אינה מלובשת כלל.
Doch da die Kavanah [Intention] im Namen Mah liegt, der der Name des inneren Gefäßes der Schönheit (Tiferes) der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) der Welt der Emanation (Atzilus) ist, und diese in der Welt des Handelns (Asiyah) überhaupt nicht bekleidet sind, folgt daraus, dass sie sich tatsächlich im oberen Atzilus selbst befinden; nur die Schrift ist in Asiyah bekleidet, und die Kabbala ist überhaupt nicht bekleidet.
Der Beweis dafür, dass alle in Atzilus verwurzelt sind: Die Kavanah für die Schrift liegt im Namen Mah (der Schreibweise des unaussprechlichen g‑ttlichen Namens (Havayah), deren Buchstaben den Zahlenwert 45 ergeben), dem Namen des inneren Gefäßes der Schönheit (Tiferes) der Konfiguration der emotionalen Attribute (Zeir Anpin) der Welt der Emanation (Atzilus); und diese Namen sind überhaupt nicht in Asiyah bekleidet. Daher ist die Schrift tatsächlich im oberen Atzilus und nur in Asiyah bekleidet, während die Kabbala überhaupt nicht bekleidet ist.
Der Absatz rundet das Bild ab: Jeder Teil der Torah ist in Atzilus verwurzelt, und sie unterscheiden sich nur darin, wie weit nach unten sie bekleidet sind.
11וכן המשנה והתלמוד הם באצי׳ העליון ומלובשים בבריאה ויצי׳ [ויצירה] עליונה כי האדם כלול מכל העולמות ואף שהכוונה בעסק התורה היא בבריאה והתורה עצמה ביצי׳ [ביצירה]
Und ebenso befinden sich die Mischna und der Talmud in der oberen Welt der Emanation (Atzilus) und sind in der Welt der Schöpfung (Beriah) und der oberen Welt der Formung (Yetzirah) eingekleidet, denn der Mensch umfasst alle Welten. Obwohl die Kavanah (Absicht) beim Beschäftigen mit der Torah in Beriah liegt und die Torah selbst in Yetzirah,
Ebenso befinden sich die Mischna und der Talmud im oberen Atzilus und sind in Beriah und der oberen Yetzirah eingekleidet, weil der Mensch alle Welten umfasst. Dann greift der Alter Rebbe die Aussage auf, dass die Absicht beim Torahstudium in Beriah liegt und die Torah selbst in Yetzirah.
וכן המצוה בלי כוונה בעשי׳ [בעשיה] מ״מ התלמוד עצמו הוא ביצי׳ [ביצירה] שהוא בחי׳ רוח שבבריאה והמשנה עצמה בלי כוונה ביצי׳ [ביצירה] שביצירה והכוונה נשמה לשתיהן כמ״ש בע״ח [בעץ חיים] שער מ״ט פ״ה.
und ebenso eine Mitzvah (Gebot) ohne Kavanah in der Welt des Handelns (Asiyah); dennoch befindet sich der Talmud selbst in Yetzirah, der Ebene der Ruach (Geist) innerhalb von Beriah; die Mischna selbst ohne Kavanah befindet sich in der Yetzirah der Yetzirah, und die Kavanah ist für beide eine Neshamah (Seele), wie in Etz Chaim, Sha'ar 49, Kap. 5, geschrieben steht.
Dieselbe Aussage ordnet eine Mitzvah ohne Absicht Asiyah zu (Etz Chaim, Sha'ar 49, Kap. 5). Der Alter Rebbe erklärt: Der Talmud selbst befindet sich in „Yetzirah“, verstanden als Ruach-Ebene innerhalb Beriah; die Mischna ohne Absicht befindet sich in der Yetzirah der Yetzirah, und die Absicht ist gleichsam eine Neshamah für beide.
ע״ש היטב הדק דמוכח התם ג״כ כמ״ש שהתלמוד היא בבריאה עליונה אלא דהיינו דוקא כל מי שנשמתו בבריא׳ [בבריאה / בבריאת] אבל לנפש דעשי׳ [דעשיה] אפשר היא בריאה ממש שבעשי׳ [שבעשיה] וצ״ע [וצריך עיון].
Siehe dort nach und prüfe es sehr sorgfältig; denn auch daraus geht klar hervor, wie [ich] geschrieben habe, dass sich der Talmud in der oberen Beriah befindet. Dies gilt jedoch speziell für jeden, dessen Seele in Beriah ist; für eine Nefesh aus Asiyah könnte es tatsächlich Beriah innerhalb von Asiyah sein. Dies bedarf der Untersuchung.
Liest man die Stelle genau, zeigt sie ebenfalls, dass sich der Talmud in der oberen Beriah befindet. Man könnte meinen, dies gelte nur für jemanden, dessen Seele in Beriah ist, während der Talmud für eine Nefesh aus Asiyah lediglich „Beriah innerhalb von Asiyah“ wäre; der Alter Rebbe lässt dies als Frage stehen.
אך זה אינו שאין לחלק בין נפש לנשמה אלא בכוונה שהנשמה כוונתה עולה למעלה יותר אבל לא בלימוד הפשוט עצמו בפשט התלמוד לבד:
Doch dem ist nicht so, denn zwischen Nefesh und Neshamah kann man nur hinsichtlich der Kavanah unterscheiden: Die Kavanah der Neshamah steigt höher hinauf. Nicht aber im einfachen Lernen selbst, allein im schlichten Verständnis des Talmuds.
Dann verwirft er diese Antwort: Nefesh und Neshamah unterscheiden sich nur hinsichtlich ihrer Absicht, die bei einer Neshamah höher hinaufsteigt, nicht aber im einfachen Lernen selbst. Das schlichte Studium des einfachen Sinns des Talmuds erreicht denselben Ort, unabhängig von der Seelenebene des Lernenden.
Der Absatz schließt mit der Feststellung, dass die Ebene des einfachen Torahstudiums nicht von der Seelenebene des Lernenden abhängt; nur die begleitende Absicht ist unterschiedlich.
Tanya Kap. 40 sagt unter Berufung auf Rabbi Chaim Vital, dass Torah, die ohne Absicht gelernt wird, Engel in Yetzirah hervorbringt und mitzvos, die ohne Absicht ausgeführt werden, Engel in Asiyah hervorbringen; dieser Absatz präzisiert dieses Bild für die Mischna und den Talmud.
Den Maamar abgeschlossen?
Markieren Sie ihn als gelernt; er zählt zum Siyum dieser Woche und des Jahres.
In der eigenen Avodah
Jeder muss die praktischen Mitzvos selbst erfüllen, denn nur er kann seine eigenen Gewänder läutern. Selbst eine Mitzvah, die ohne Absicht erfüllt wird, und das schlichte Lernen des Talmud erreichen Atzilus; eine Stunde der Umkehr (Teshuvah) und guter Taten in dieser Welt ist besser als die gesamte Dauer des Lebens in der kommenden Welt.
Fragen zum Gespräch
- Warum können andere eine Seele durch das Gebet aus den Kelipos emporheben, aber nicht ihre Gewänder für sie läutern?
- In welchem Sinn ist der Lohn der Mitzvos ein „Gewand“, und warum ist das Gewand nicht die kommende Welt selbst?
- Wie kann eine praktische Mitzvah nur die niedrigsten Ebenen berichtigen und dennoch eine Handlung von Atzilus sein?
- Wenn die Schrift höher steht als der Talmud, warum heißt es dann, sie sei „in der Welt des Handelns (Asiyah)“ und der Talmud „in Beriah“?
- Was bedeutet die Schlussaussage, dass Nefesh und Neshamah sich nur in der Absicht unterscheiden, für das Toralernen eines einfachen Menschen?