Torah Ohr · Parshas Toldos · Maamar 1
אלה תולדות יצחק וגו׳
„Dies sind die Nachkommen Yitzchaks“
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Von einer KI aus unserer englischen Ausgabe übersetzt und anschließend in mehreren Durchgängen anhand des Englischen und des Hebräischen geprüft und korrigiert. Die englische Fassung selbst wird derzeit von menschlichen Lesern überprüft. Wenn Sie gut Deutsch können, wären wir für Ihre Hilfe bei der Durchsicht der deutschen Übersetzung dankbar. Bei der Durchsicht mithelfen
Kerngedanke
Avraham zieht G‑ttlichkeit von oben herab, und Yitzchak erhebt die geschaffene Welt in Ehrfurcht und Bittul (Selbstaufhebung) zu G‑tt; der Aufstieg von unten ist unbegrenzt, kann aber nur dann zustande kommen, wenn er aus dem von oben herabgezogenen Licht „geboren“ wird.
Der Maamar in Kürze
Der Maamar deutet den Vers „Seine Linke ist unter meinem Haupt, und seine Rechte umarmt mich“ auf Yitzchak und Avraham: Yitzchak steht für den Aufstieg von unten nach oben, Avraham für die Herabziehung von oben nach unten. Das Gebot „Und du sollst lieben“ zeigt, warum beide nötig sind: Die Betrachtung, dass Havayah Einer ist, lässt die Seele nach oben streben (Ratzo [Aufstreben]); doch G‑tt möchte eine Wohnstätte in den unteren Welten (Dirah Betachtonim), daher muss die Liebe wieder nach unten zurückkehren (Shov [Zurückkehren]). Avrahams Gastfreundschaft machte G‑tt den Reisenden bekannt; Yitzchaks Brunnen brachten verborgenes Wasser ans Licht, einen dauerhaften Strom, den die Philister nicht aufhalten konnten; darauf weist die volle Schreibweise des Wortes „Namen“ mit einem Vav [einem hebräischen Buchstaben] hin. Die Herabziehung ist begrenzt, während der Aufstieg von unten endlos ist und Yitzchaks Lachen entspringt: das „Etwas“ in „Nichts“ zu verwandeln. Avraham liebt diese ihm entgegengesetzte Eigenschaft, die Furcht Yitzchaks, kann sie aber nicht herabziehen, denn die Schöpfung kann solches Bittul nicht ertragen; Yaakov, der beide einschließt, kann es, und in der kommenden Zeit wird sie allen offenbart. Schließlich lehren die doppelte Nennung der Namen in „Yitzchak, Sohn Avrahams; Avraham zeugte Yitzchak“, dass der Aufstieg von unten aus dem Licht von oben geboren wird, wie im Gleichnis der Empfängnis.
Gliederung
- Links und rechts: die beiden RichtungenYitzchak steht für den Aufstieg von unten nach oben, Avraham für die Herabziehung von oben nach unten; das Gebot zu lieben zeigt, dass das Aufwärtsstreben (Ratzo) wieder nach unten zurückkehren muss (Shov), denn G‑tt möchte Dirah Betachtonim.¶1
- Gastfreundschaft und BrunnenAvraham zieht G‑ttlichkeit zu anderen herab; Yitzchak legt Verborgenes frei. Yitzchaks Brunnen fließen unaufhörlich, und der Aufstieg von unten – das „Etwas“ in „Nichts“ zu verwandeln – ist unbegrenzt und bringt Lachen und das Entzücken (Taanug).¶2–3
- Die Furcht YitzchaksAvraham liebt das ihm Entgegengesetzte: Yitzchaks Ehrfurcht und Bittul. Doch er kann es nicht herabziehen; es zeigte sich bei der Bindung nur oberhalb der Welten. Yaakov konnte es herabziehen, und in der kommenden Zeit wird es unten offenbart werden.¶4–7
- Yitzchak, aus Avraham geborenDas Gleichnis der Empfängnis zeigt, dass der Aufstieg von unten vom Licht von oben abhängt und durch dieses verfeinert wird: Avraham steht für die Weisheit (Chochmah).¶8–10
Schlüsselbegriffe
- Von unten nach oben / von oben nach untenממטה למעלה / מלמעלה למטה
- Die beiden Richtungen des G‑ttesdienstes: Das Geschöpf steigt zu G‑tt empor, und G‑ttlichkeit wird in die Welt herabgezogen.
- Ratzo und Shovרצוא ושוב
- „Aufstreben und Zurückkehren“: die Sehnsucht der Seele, zu G‑tt aufzusteigen und in Ihm aufzugehen, und ihre Rückkehr, um Ihm in der unteren Welt zu dienen.
- Die Furcht Yitzchaksפחד יצחק
- Yitzchaks Eigenschaft der Ehrfurcht und des Bittul, die für die Schöpfung gegenwärtig zu intensiv ist, um sie aufzunehmen; sie wird in der kommenden Zeit offenbart werden.
- Das Etwas in Nichts verwandelnביטול היש לאין
- Die Umkehrung der Schöpfung: Der Mensch verwandelt die Welt und sich selbst vor G‑tt wieder in Nichts; dies ist die Quelle von Yitzchaks Lachen.
- Eine Wohnstätte in den unteren Weltenדירה בתחתונים
- G‑ttes Zweck der Schöpfung; deshalb muss das Aufwärtsstreben wieder nach unten zurückkehren.
- Die Erhebung der weiblichen Wasserהעלאת מיין נוקבין
- Die Erweckung von unten, die zu G‑tt aufsteigt; hier wird sie selbst durch das Licht von oben erweckt.
Links und rechts: die beiden Richtungen ¶1
„Dies sind die Nachkommen Yitzchaks“ usw. Es steht geschrieben: „Seine linke Hand ist unter meinem Haupt, und seine rechte Hand umfängt mich.“ „Seine linke Hand“ ist die Ebene des Yitzchak, [die] von unten nach oben verläuft.
Der Maamar beginnt mit dem Vers, der der Parascha vorangestellt ist, und stellt ihm sogleich einen Vers aus dem Hohelied gegenüber, in dem von der linken und der rechten Hand die Rede ist. Die linke Hand wird mit Yitzchak verbunden, dessen Dienstweise „von unten nach oben“ verläuft: Das Geschöpf steigt zu G‑tt empor.
וימינו כו׳ הוא בחי׳ אברהם מלמעלה למטה.3 והנה מדת אברהם הוא הכנסת אורחים כו׳ ויצחק היה חופר בארות4 כו׳.
„Und seine rechte Hand“ usw. ist die Ebene des Avraham, von oben nach unten. Die Eigenschaft des Avraham ist nun die Gastfreundschaft gegenüber Gästen usw., und Yitzchak pflegte Brunnen zu graben usw.
Die rechte Hand wird mit Avraham verbunden, dessen Dienstweise „von oben nach unten“ verläuft: G‑ttlichkeit wird in die Welt hinabgebracht. Die beiden Tätigkeiten, die die Torah von ihnen berichtet – Avrahams Gastfreundschaft und Yitzchaks Graben von Brunnen –, werden als Ausdruck dieser beiden Richtungen erklärt.
ולהבין זה הנה כתיב ואהבת. אשר לכאורה לא שייך בזה לשון צווי לאהוב5 כו׳. אך הוא6 שבתחלה כתיב7 הוי׳ אחד89 כו׳.
Um dies zu verstehen: Es steht geschrieben: „Und du sollst lieben.“ Dem Anschein nach eignet sich die Form eines Gebots nicht für das Lieben usw. Doch [die Erklärung lautet]: Zuerst heißt es: „Havayah ist Einer“ usw.
Der Vers „Und du sollst lieben“ ist als Gebot formuliert, doch Liebe ist ein Gefühl, und es ist schwer zu verstehen, wie jemandem befohlen werden kann, ein Gefühl zu haben. Die Antwort beginnt mit dem Vers, der unmittelbar davor steht: der Aussage, dass Havayah Einer ist.
ובהתבוננות ענין אחד איך שאין ערוך אליו כלל כו׳10 הוי׳ אלקינו ואלקי אבותינו11 (שהוא בחי׳ צמצום) פי׳ שיתהווה בחי׳ אבותינו חו״ב [חכמה ובינה] כו׳
Und durch die Betrachtung der Bedeutung von „Einer“ – dass es keinerlei Vergleich zu Ihm gibt usw. – [versteht man] „Havayah, unser G‑tt und der G‑tt unserer Väter“ (was die Ebene der Einschränkung (Tzimtzum) ist). Das bedeutet, dass die Ebene „unserer Väter“, die Weisheit (Chochmah) und das Verständnis (Binah), ins Dasein treten soll usw.
Wenn ein Mensch darüber nachdenkt, was „Einer“ bedeutet – dass G‑tt mit nichts verglichen werden kann –, versteht er auch die Formulierung aus dem ersten Segensspruch der Amidah: „unser G‑tt und der G‑tt unserer Väter“. „Unser G‑tt“ (Elokeinu) steht für Tzimtzum, G‑ttes Selbstverhüllung; „unsere Väter“ stehen für Chochmah und Binah, die ersten intellektuellen Kräfte, die erst nach dieser Einschränkung ins Dasein treten konnten.
אנת חכים כו׳ אשר אין ערוך כלל12 לגבי מהותו ית׳ אנת הוא חד13 כו׳ לכן צריך קודם בחי׳ אלקינו שהוא בחי׳ צמצום
„Du bist weise“ usw., was keinerlei Vergleich zu Seinem Wesen, gepriesen sei Er, hat, [denn] „Du bist Einer“ usw. Daher muss zuerst die Ebene „unser G‑tt“ vorhanden sein, die Ebene des Tzimtzum,
Die zitierten Worte stammen aus Eliyahus Gebet in den Tikkunei Zohar: „Du bist weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit; Du bist Einer, aber nicht der Zahl nach.“ Selbst die g‑ttliche Weisheit ist mit G‑ttes Wesen nicht vergleichbar. Daher muss, bevor Chochmah existieren kann, zuerst eine Einschränkung stattfinden – die Ebene „unser G‑tt“.
ואח״כ ואלקי בחי׳ וא״ו המשכה שיתהווה בחי׳ אבותינו ובהתבונן כ״ז [כל זה] בוודאי כל איש ישראל יהיה חפצו ורצונו תמיד ליכלל בה׳ אחד ולא שירד למטה במקום חשך.
und danach „und der G‑tt“, die Ebene des vav (ו), ein Herabbringen, sodass die Ebene „unserer Väter“ ins Dasein tritt. Wenn man all dies bedenkt, wird gewiss der Wunsch und Wille eines jeden Juden stets darauf gerichtet sein, im einen G‑tt aufzugehen und nicht nach unten, an einen Ort der Finsternis, hinabzusteigen.
Erst nach der Einschränkung kommt der Buchstabe vav, das „und“ (ו) in „und der G‑tt“ (ואלקי); ein vav wird als gerade Linie nach unten geschrieben und steht daher für das Herabbringen, durch das die Ebene „unserer Väter“, Chochmah und Binah, ins Dasein tritt. Ein Jude, der erfasst, dass alles Untere nur ein eingeschränkter Strahl des Einen ist, wird sich natürlicherweise danach sehnen, wieder in Ihm aufzugehen, statt in der Finsternis dieser unteren Welt zu verbleiben.
אמנם זהו בחי׳ רצוא אבל צ״ל אח״כ בחי׳ שוב14 כדכתיב כיתרון האור מן החשך15 ורצונו ית׳ להיות לו דווקא דירה בתחתונים ולכן הצווי ואהבת הוא הפי׳ בהיפוך מלמעלה למטה.1617
Dies ist jedoch die Ebene des ratzo (des Laufens [zu G‑tt hin]); danach muss aber die Ebene des shov (der Rückkehr) folgen, wie geschrieben steht: „wie der Vorzug des Lichts aus der Finsternis“. Sein Wille, gepriesen sei Er, ist es, gerade in den unteren Welten eine Wohnstätte zu haben (Dirah Betachtonim). Daher bedeutet das Gebot „Und du sollst lieben“ das Gegenteil: von oben nach unten.
Die Sehnsucht, zu G‑tt emporzusteigen und in Ihm aufzugehen, heißt ratzo, „Laufen“; darauf muss shov, „Rückkehr“, zum Leben und zum Dienst hier unten folgen, denn G‑tt will gerade in den niedrigsten Welten eine Wohnstätte haben, wo Licht, das aus der Finsternis hervortritt, eine besondere Qualität besitzt. Das Gebot „Und du sollst lieben“ meint also nicht das Aufsteigen, sondern das Gegenteil: die G‑ttliche Liebe von oben nach unten in die Welt zu bringen. Damit wird verständlich, warum Liebe geboten werden kann.
Der Absatz legt die beiden Richtungen des Maamars dar: Yitzchaks Aufstieg von unten und Avrahams Herabbringen von oben. Am Gebot, G‑tt zu lieben, zeigt er, dass der aus der Betrachtung hervorgehende Aufstieg (ratzo) durch eine Rückkehr (shov) vervollständigt werden muss, die G‑ttlichkeit herabbringt, denn G‑tt möchte unten eine Wohnstätte haben.
Die Reihenfolge „unser G‑tt“ vor „dem G‑tt unserer Väter“ wird nicht geschichtlich, sondern kosmisch gelesen: Tzimtzum geht dem Hervortreten von Chochmah und Binah voraus. Ein späterer, in den Kehot-Anmerkungen zitierter Maamar fügt hinzu, dass Tzimtzum „unser“ G‑tt genannt wird, weil es um Israels willen geschah. Das Paar ratzo und shov, entlehnt den Lebewesen in der Vision Yechezkeils, rahmt den ganzen Maamar: Yitzchak verkörpert den Aufstieg, Avraham die Rückkehr nach unten.
Marei Mekomos
- 1אלה תולדות יצחק · הנחת כ״ק אדמו״ר האמצעי בסה״מ תקס״ח ח״א ע׳ תקטז בהתחלה ”שמאלו תחת לראשי”. (והוא משנת תקס״ט). ובבוך 1118 קנח, א מציין ”שבת תנאים עם הרב מטשערנובל (חורף תקס״ט)”. ראה לעיל בציונים לכ״ק אדמו״ר זי״ע. המאמר עם הגהות וקיצורים באוה״ת בראשית כרך ד תתד, ב. תתיג, א. תתיח, ב. קיצורים להנחת אדה״א בסה״מ תקס״ח ע׳ תקטז. ראה גם ד״ה אלה תולדות תרמ״א דשם מבאר עבודת א״א מלמעלמ״ט, ועבודת יצחק מלמטה למעלה. פלח הרמון בראשית עו, א. חלק מהמאמר מובא באוה״ת פ׳ ואתחנן כרך ו ע׳ ב׳רסג עם הגהות. המאמר נזכר בלקו״ת שלח נ, ד. פינחס עח, א. ראה כז, ד. ר״ה סג, א. וזאת הברכה צו, ג.
- 2שמאלו תחת לראשי · Song of Songs 2:6
- 3יצחק ממטה למעלה . . אברהם מלמעלה למטה · ראה תו״ח ריש פרשתנו. אוה״ת כרך ד תתד, ב ואילך. ד״ה ואלה תולדות תרע״ח ע׳ עג. ד״ה אריב״ל חצר״ת פ״ז (סה״מ קונטרסים ח״ב). לקו״ש חט״ו ע׳ 194.
- 4מדת אברהם הוא הכנסת אורחים כו׳ ויצחק היה חופר בארות · באוה״ת תתח, א: שהוא בחי׳ גילוי ממטה למעלה מהעלם לגילוי, כמשל הבור אשר המים שם בהעלם וע״י החפירה נגלו המים, ע״ש וכ״ה לקמן יז, ג. בפלח הרמון מבאר שעיקר עבודת אברהם אבינו וכוונתו בהמשכת והתגלות אלקות למטה הי׳ ע״י הכנסת אורחים, ועבודת יצחק בחפירת בארות שאף מן הסתם גם הוא הכניס אורחים, ע״ש.
- 5לא שייך בזה לשון צווי לאהוב · באוה״ת תתיג, א מציין לעיין בתו״א פו, ג. ובאוה״ת ואתחנן כרך ו ע׳ א׳רסג מוסיף גם ללקו״ת ד״ה שמע ישראל: ”ובמ״א נת׳ שזהו ע״י כי חביבין הנשמות שנקראים בנים למקום, וא״כ יש אהבה טבעית כאהבת הבן אל האב”.
- 6אך הוא · כ״ה גם באוה״ת דברים כרך ו ע׳ ב׳רסג שנדפס מגוכתי״ק כ״ק אדמו״ר הצ״צ, אבל באוה״ת תולדות תתיג, א ובהגהות הרה״ח ר׳ אשר: אך הענין הוא.
- 7שבתחלה כתיב ה׳ אחד · באוה״ת ואתחנן שם: ”(נ׳ שצ״ל שבתחילה כתיב ה׳ אלקינו ה׳ אחד, וצ״ל מה ענין כפל שמות הוי׳ וענין אלקינו)”.
- 8ואהבת . . הוי׳ אחד · Deuteronomy 6:5
- 9הוי׳ אחד · Deuteronomy 6:4
- 10ובהתבוננות ענין אחד איך שאין ערוך אליו כלל כו׳ · באוה״ת ואתחנן שם ”(ר״ל פי׳ אחד ע״ד אנת הוא חד ולא בחושבן, וכן פי׳ בלקו״ת פ׳ ואתחנן בד״ה ענין ק״ש אחד ואהבת)”.
- 11הוי׳ אלקינו ואלקי אבותינו · באוה״ת ואתחנן שם מקדים לזה ”והנה בברכת אבות בשמו״ע אומרים”. בד״ה ואלה תולדות תשי״ח הקשה הרי אלקינו הוא אלקי כל ישראל, וא״כ הרי מצד סדר הדורות הול״ל תחלה אלקי אבותינו ואח״כ אלקינו. ומפרש אלקינו הו״ע הצמצום, דע״י הצמצום נמשך אח״כ ע״י הוא״ו דואלקי שיהי׳ בחי׳ אבותינו התהוות המוחין, ואומר על זה אלקינו אלקה שלנו, והיינו דזה שנעשה הצמצום בשביל המשכת החכמה הנה הגורם את הצמצום הם ישראל דבשביל ישראל נעשה כל ענין הצמצום וההמשכה, ע״ש בארוכה.
- 12אין ערוך כלל · באוה״ת ואתחנן שם נוסף: ”(ר״ל פי׳ אחד ע״ד אנת הוא חד ולא בחושבן, וכן פי׳ בלק״ת פ׳ ואתחנן בד״ה ענין ק״ש אחד ואהבת)”.
- 13אנת חכים . . אנת הוא חד · Tikkunei Zohar, Patach Eliyahu · 17a:9–11
- 14בחי׳ רצוא אבל צ״ל אח״כ בחי׳ שוב · Ezekiel 1:14
- 15כיתרון האור מן החשך · Ecclesiastes 2:13
- 16
- 17
Gastfreundschaft und Brunnen ¶2–3
2וכמארז״ל [וכמאמר רבותינו זכרונם לברכה] שיהא שם שמים1 מתאהב ע״י. פי׳ להמשיך גילוי אור אלקותו מלמעלה למטה. וזהו מעשה אברהם2 הכנסת אורחים שנתן לערביים לאכול
Wie unsere Weisen seligen Angedenkens sagten: „Der Name des Himmels werde durch dich liebenswert.“ Das bedeutet: die Offenbarung des Lichts Seiner G‑ttlichkeit von oben nach unten herabzuziehen. Dies ist die Tat Avrahams, die Gastfreundschaft gegenüber Gästen: Er gab den Arabern zu essen,
Die Lehre der Weisen, dass man G‑tt durch sein Verhalten liebenswert machen soll, wird als Aufgabe verstanden, die G‑ttlichkeit nach unten herabzuziehen. Avraham tat dies durch Gastfreundschaft: Er speiste die vorbeiziehenden Araber, die zu seinem Zelt kamen.
ואח״כ אמר להם דעו למי מברכים3 כו׳ בכדי להיות גילוי אלקות למטה שגם הערביים יכירו גדולתו כו׳ כ״ז [כל זה] הוא בחי׳ אברהם המשכה מלמעלה למטה.4
und danach sagte er zu ihnen: „Wisst, Wen ihr segnet“ usw., damit sich die G‑ttlichkeit unten offenbare, sodass auch die Araber Seine Größe erkennen würden usw. All dies ist die Ebene (Bechinah) Avrahams: das Herabziehen von oben nach unten.
Nachdem sie gegessen hatten und ihn segnen wollten, sagte Avraham ihnen, sie sollten wissen, Wen sie in Wahrheit segneten: den G‑tt, der für sie sorgt. So kamen sogar Menschen, die G‑tt fernstanden, dazu, Ihn zu erkennen. Dies ist das Herabströmen von oben nach unten, das Avraham kennzeichnet.
ויצחק הי׳ [היה] חופר בארות שהוא בחי׳ גילוי ממטה למעלה5 מהעלם לגילוי כמשל הבור אשר המים שם בהעלם וע״י החפירה נגלו המים כו׳.
Und Yitzchak pflegte Brunnen zu graben; dies ist die Bechinah der Offenbarung von unten nach oben, vom Verborgenen zum Offenbaren, wie im Gleichnis eines Brunnens, in dem das Wasser verborgen vorhanden ist und durch das Graben das Wasser offenbar wird usw.
Yitzchaks Brunnen zeigen die entgegengesetzte Richtung. Das Wasser war bereits da, verborgen im Erdreich; durch das Graben wird das Wasser freigelegt. Ebenso deckt Yitzchaks Dienst die G‑ttlichkeit auf, die bereits in den unteren Welten verborgen ist, und bringt sie zur Offenbarung.
Avrahams Gastfreundschaft und Yitzchaks Brunnen werden als die beiden Richtungen dargestellt: Avraham bringt G‑ttlichkeit von oben zu den Menschen unten, während Yitzchak das aufdeckt, was unten verborgen ist, sodass es sichtbar wird.
Avrahams Gastfreundschaft beantwortet die Frage, wie Liebe befohlen werden kann: Das Gebot betrifft die Liebe, die herabsteigt und G‑ttes Namen anderen liebenswert macht. Yitzchaks Brunnen ist das Modell eines Dienstes von unten: Das Wasser wird nicht von außen herbeigebracht, sondern im Inneren freigelegt.
Marei Mekomos
- 1שיהא שם שמים · Yoma 86a:12
- 2מעשה אברהם . . אמר להו דעו · Sotah 10a
- 3אמר להם דעו למי מברכים · Bereshit Rabbah 49:4
- 4בחי׳ אברהם המשכה מלמעלה למטה · ראה לקו״ש חט״ו ע׳ 119.
- 5ויצחק . . ממטה למעלה · ראה יהל אור ע׳ קיא.
3והנה הגם שאברהם היה ג״כ חופר בארות אבל כתיב ויסתמום פלשתים כו׳ ויצחק חפר אותן וקרא להם שמות כשמת אשר קרא להן אביו1 הראשון מלא והשני חסר לפי
Nun, obwohl auch Avraham Brunnen grub, heißt es: „Die Philister verschütteten sie“ usw.; und Yitzchak grub sie [wieder] aus und „nannte sie nach den Namen, mit denen sein Vater sie genannt hatte“. Das erste „Namen“ ist voll ausgeschrieben, das zweite defektiv, weil
Avraham hatte zuerst Brunnen gegraben, doch die Philister verschütteten sie, und Yitzchak grub sie wieder aus und gab ihnen die Namen, die sein Vater ihnen gegeben hatte. Im Vers wird das erste Wort für „Namen“ mit einem vav geschrieben und das zweite ohne; der Maamar erklärt nun den Grund dafür.
שע״י חפירה דיצחק לא נפסק עוד נביעתם2 ונמשכים ונובעים הששה מדות שהן בחי׳ וי״ו ע״כ הוא שמות מלא בוי״ו.3
durch Yitzchaks Graben ihr Fließen nicht länger unterbrochen wurde und die sechs Gefühlsattribute (Middos), die der Ebene des vav entsprechen, herabgezogen werden und strömen. Daher steht dort „Namen“ in voller Schreibweise, mit einem vav.
Der Buchstabe vav steht für die sechs Gefühlsattribute; sein Zahlenwert ist sechs. Nachdem Yitzchak gegraben hatte, wurde das Fließen der Brunnen nicht mehr unterbrochen, sodass die Gefühle fortwährend strömen; daher wird „Namen“ voll, mit einem vav, geschrieben.
אבל שמת דאברהם חסר וי״ו לפי שסתמום פלשתים ויש לחיצונים יניקה מהם.4 לכן ע״י חפירה דיצחק הוא שמות בוי״ו (ועמ״ש כה״ג [כהאי גוונא] ע״פ ששת ימים תאכל מצות56 כו׳ מלא וי״ו) ולע״ל [ולעתיד לבוא] כתיב
Die „Namen“ Avrahams sind hingegen ohne vav geschrieben, weil die Philister sie verschütteten und die äußeren Kräfte sich an ihnen nähren. Daher steht durch Yitzchaks Graben dort „Namen“ mit einem vav. (Siehe auch die Ausführungen in diesem Zusammenhang zum Vers „Sechs Tage sollst du Matzot essen“ usw., [geschrieben] voll, mit einem vav.) Über die zukünftige Zeit heißt es:
Avrahams Brunnen konnten verschüttet werden; das bedeutet, dass die Kräfte, die der Heiligkeit entgegenstehen, sich an ihnen nähren konnten. Daher fehlt in den „Namen“ das vav. Der Text verweist auf eine parallele Erörterung der vollständigen Schreibweise von „Matzot“ in einem anderen Maamar und wendet sich dann der Zukunft zu.
כי אתה אבינו7 שעיקר הצחוק והשמחה יהיה מבחי׳ יצחק שהוא ממטה למעלה אשר בחי׳ זו אין קץ ותכלית כו׳
„Denn Du bist unser Vater“: [das bedeutet,] dass das Wesen des Lachens und der Freude von der Ebene Yitzchaks kommen wird, die von unten nach oben verläuft – eine Ebene ohne Ende und Begrenzung usw.
In Jesaja sagen die Menschen zu G‑tt: „Denn Du bist unser Vater, denn Avraham kennt uns nicht“; die Gemara (Shabbos 89b) versteht „Denn Du bist unser Vater“ als an Yitzchak in der zukünftigen Zeit gerichtet. Dann werden das größte Lachen und die größte Freude aus Yitzchaks Weise hervorgehen, dem Aufstieg von unten, der unbegrenzt ist.
משא״כ (אברהם) בבחי׳ ממעלה למטה יש לה גבול המשכה למטה ולכן באברהם כתיב ב״פ [ב׳ פעמים] אברהם אברהם8 הא׳ הוא המשכה שיתהווה בחי׳ חו״ב [חכמה ובינה] דאצי׳ ואלקי אבותינו כנ״ל.
Bei (Avraham) hingegen gibt es auf der Ebene von oben nach unten eine Grenze für das Herabziehen nach unten. Daher heißt es über Avraham zweimal: „Avraham, Avraham“: Der erste Name steht für das Herabziehen, durch das die Weisheit (Chochmah) und das Verständnis (Binah) der Welt der Emanation (Atzilus) entstehen, „und der G‑tt unserer Väter“, wie oben erklärt;
Das Herabziehen von oben ist immer begrenzt, denn es muss der Aufnahmefähigkeit dessen entsprechen, was es empfängt. Das doppelte „Avraham, Avraham“ bei der Bindung Yitzchaks deutet auf zwei Stufen dieses Herabziehens hin: Die erste bringt Chochmah und Binah der Welt Atzilus hervor, den oben erklärten „G‑tt unserer Väter“.
והמשכה ב׳ בבי״ע. משא״כ יצחק בחי׳ מלמטה למעלה בחי׳ אין קץ ותכלית והכל ירוממוך סלה.
und das zweite Herabziehen erfolgt in die Welt der Schöpfung (Beriah), die Welt der Formung (Yetzirah) und die Welt des Handelns (Asiyah). Yitzchak hingegen ist die Ebene von unten nach oben, eine Ebene ohne Ende und Begrenzung: „und alle werden Dich preisen, Sela.“
Die zweite Stufe erstreckt sich in die drei unteren Welten, Beriah, Yetzirah und Asiyah. Yitzchaks Aufstieg hingegen hat kein Ende, wie es im Gebet heißt: „und alle werden Dich preisen, Sela.“
ומזה נתהווה עיקר הצחוק כי גמירי משמיא מיהב יהבי9 משקל לא שקלי כו׳ מיהב הוא בחי׳ השתלשלות מאין ליש כו׳.
Daraus entsteht das Wesen des Lachens, denn wir haben die Überlieferung: „Vom Himmel geben sie, sie nehmen nicht [zurück]“ usw. Das Geben ist die stufenweise Herabfolge der Welten (Hishtalshelus), vom Nichts zum Etwas usw.
Der Name Yitzchak bedeutet „er wird lachen“. Der Himmel, sagt die Gemara, gibt, nimmt aber nicht zurück: Das Geben G‑ttes ist die stufenweise Herabfolge der Welten, durch die aus dem Nichts etwas entsteht.
אבל עבודת האדם הוא ההיפוך והוא להיות בטול היש לאין והוא בחי׳ יצחק צחוק ותענוג10 גדול כו׳:
Der G‑ttesdienst des Menschen ist jedoch das Gegenteil: Er besteht in der Selbstaufhebung (Bittul) des Etwas zum Nichts. Dies ist die Ebene Yitzchaks: Lachen und großes Entzücken (Taanug) usw.
Die Aufgabe des Menschen ist das Gegenteil: das „Etwas“ der Welt und des eigenen Selbst zum „Nichts“ zurückzuführen, zur Selbstaufhebung vor G‑tt. Diese Umkehr ist die Quelle des Lachens und des großen Entzückens Yitzchaks.
Anhand der Schreibweise von „Namen“ im Vers über die Brunnen zeigt der Absatz, dass Yitzchaks Aufstieg von unten dauerhaft und unbegrenzt ist, während Avrahams Herabziehen begrenzt ist. Die Arbeit des Menschen, Etwas in Nichts zu verwandeln, bringt das Lachen und das Entzücken hervor, die Yitzchak seinen Namen geben.
Der Gegensatz zwischen „vom Nichts zum Etwas“ und „vom Etwas zum Nichts“ ist grundlegend für die Lehre von Chabad: Die Schöpfung lässt die Welt aus dem Nichts G‑ttes hervorgehen, und der G‑ttesdienst führt sie zu Ihm zurück. Das Lachen entsteht durch die unerwartete Umkehr, wenn das geschaffene „Etwas“, das unabhängig zu sein scheint, sich vor G‑tt aufhebt.
Marei Mekomos
- 1ויסתמום פלשתים . . שמות כשמת אשר קרא להן אביו · Genesis 26:18
- 2לא נפסק עוד נביעתם · והכוונה ב”נביעתם” היא — לנביעת מי החסדים דאברהם כמפורש בתו״ח פ״ז — לקו״ש חט״ו ע׳ 120 הערה 21. בלקו״ת ואתחנן ה, א מציין לכאן.
- 3לפי שע״י . . מלא בוי״ו · בכת״י 260 ליתא.
- 4ויש לחיצונים יניקה מהם · ראה גם לקו״ת ואתחנן ה, א.
- 5ע״פ ששת ימים תאכל מצות · ראה לקו״ת פ׳ צו יג, ב.
- 6ששת ימים תאכל מצות · Deuteronomy 16:8
- 7ולע״ל . . כי אתה אבינו · Isaiah 63:16
- 8אברהם אברהם · Genesis 22:11
- 9גמירי משמיא מיהב יהבי · Taanit 25a:4
- 10בחי׳ יצחק צחוק ותענוג · לקו״ת שה״ש כז, ד. נ, ב.
Die Furcht Yitzchaks ¶4–7
Nun steht über Avraham: „Nimm doch deinen Sohn“ usw., „den du liebst, Yitzchak“ usw. Denn bekanntlich ist es natürlich, das Gegenteil zu lieben,
Im Vers über die Bindung wird Yitzchak als der Sohn bezeichnet, „den du liebst“. Der Maamar erklärt diese Liebe mit einem Naturgesetz: Man liebt sein Gegenteil.
כדכתיב מים קרים על נפש עיפה.3 וכמו״כ [וכמו כן] להיפוך מי שקר לו מאד רוצה למים חמים.
wie geschrieben steht: „Kaltes Wasser für eine ermattete Seele.“ Und ebenso umgekehrt: Wer sehr friert, möchte warmes Wasser.
Der Vers aus den Sprüchen zeigt, dass ein ermatteter, erhitzter Mensch sich nach kaltem Wasser sehnt; ebenso möchte jemand, dem sehr kalt ist, warmes Wasser. Gegensätze ziehen einander an.
Der Absatz führt das Prinzip ein, dass man sein Gegenteil liebt, um Avrahams Liebe zu Yitzchak zu erklären.
Marei Mekomos
- 1קח נא את בנך · Genesis 22:2
- 2כי ידוע הטבע לאהוב ההיפוך · ראה אוה״ת נח ס, א. ובכרך ז לד״ה חכלילי סעי׳ ב מביא קטע מכאן.
- 3מים קרים על נפש עיפה · Proverbs 25:25
5ולכן אברהם שמדתו המשכה מלמעלה למטה אוהב ג״כ ההיפוך בחי׳ יצחק מלמטה למעלה. היינו שבחי׳ יצחק הוא פחד יצחק1 שהוא בחי׳ יראה ובטול
Daher liebt Avraham, dessen Attribut das Herabziehen von oben nach unten ist, auch das Gegenteil: die Ebene Yitzchaks, von unten nach oben. Das heißt: Die Ebene Yitzchaks ist „Furcht Yitzchaks“, eine Ebene der Ehrfurcht und der Selbstaufhebung (Bittul).
Avraham, ganz auf das Herabziehen ausgerichtet, liebt den entgegengesetzten Aufstiegsmodus Yitzchaks. Yitzchaks Eigenschaft wird „Furcht Yitzchaks“ genannt: Ehrfurcht und Selbstaufhebung vor G‑tt.
ולכן זה א״א שימשיך אברהם למטה בחי׳ פחד יצחק הנ״ל שבחינת בטול כזה א״א לנבראים לקבל
Daher ist es für Avraham unmöglich, den oben erwähnten Grad der Furcht Yitzchaks nach unten herabzuziehen, denn Geschöpfe können einen solchen Bittul nicht empfangen.
Deshalb konnte Avraham Yitzchaks Ebene nicht in die Welt herabbringen: Geschöpfe können einen solchen vollständigen Bittul nicht ertragen; sie würden aufhören, als eigenständige Wesen zu existieren.
כי גם למעלה אמרו הושיט הקב״ה אצבעו2 הקטנה ביניהם ושרפן ע״י גילוי רב ומכ״ש [ומכל שכן] למטה בנבראים.
Denn sogar in den oberen Welten sagten [die Weisen]: „Der Heilige, gelobt sei Er (Kudsha Brich Hu), streckte seinen kleinen Finger zwischen sie und verbrannte sie“ – durch eine gewaltige Offenbarung; um wie viel mehr gilt dies unten, unter den Geschöpfen.
Die Gemara berichtet, dass G‑tt seinen kleinen Finger zwischen eine Gruppe von Engeln streckte und sie verbrannte; die Offenbarung war zu gewaltig, als dass sie sie hätten fassen können. Wenn selbst Engel sie nicht ertragen können, gilt dies umso mehr für die Geschöpfe unten.
Avraham liebt Yitzchaks Eigenschaft der Ehrfurcht und Selbstaufhebung, doch gerade diese Eigenschaft kann nicht in die Schöpfung herabgezogen werden, die sie nicht ertragen kann.
Die in den Anmerkungen zitierte Passage aus Likkutei Torah erklärt, dass die Engel verbrannten, weil sie in die Einheit G‑ttes aufgenommen wurden, da die Offenbarung das Maß ihres Gefäßes überstieg. Dieselbe Aufnahme in abgemessener Form ist der tägliche Dienst der Engel: aufzusteigen und in die Königsherrschaft (Malchus) eingeschlossen zu werden.
Marei Mekomos
- 1פחד יצחק · Genesis 31:42
- 2הושיט הקב״ה אצבעו · Sanhedrin 38b:5
6ולכן כתיב ויעקוד אותו על המזבח1 ממעל לעצים למעלה מבחינת עה״ח [עץ החיים] ועה״ד [ועץ הדעת] שם יוכל להתגלות בחי׳ פחד יצחק2 הנ״ל.
Daher heißt es: „Und er band ihn auf dem Altar über dem Holz (Etzim)“: über der Ebene (Bechinah) des Baumes des Lebens und des Baumes der Erkenntnis. Dort konnte sich die oben erwähnte Ebene der Furcht Yitzchaks offenbaren.
Bei der Bindung wurde Yitzchak „über das Holz“ gelegt, und das Wort für Holz, Etzim, bedeutet auch „Bäume“. So befand er sich über dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis, auf einer Ebene jenseits der Welten; nur dort konnte sich die Furcht Yitzchaks offenbaren.
Von Yaakov heißt es jedoch: „Und die Furcht Yitzchaks war bei mir.“ Denn Yaakov war der Vorzüglichste unter den Erzvätern, die Ebene der Einbeziehung, „der Balken, der von einem Ende [bis zum anderen] reicht“ usw.
Yaakov sagt jedoch: „Die Furcht Yitzchaks war bei mir.“ Yaakov ist der Vorzüglichste unter den Erzvätern, weil er sowohl Avraham als auch Yitzchak einschließt – wie der mittlere Balken der Stiftshütte, der von einem Ende bis zum anderen verlief.
ולכן אמר אלקי אבי אברהם ופחד יצחק היה לי שהי׳ [שהיה] לו שני הבחינות בחי׳ אברהם כנ״ל. וגם פחד יצחק היה יכול להמשיך למטה ג״כ.
Daher sagte er: „Der G‑tt meines Vaters Avraham und die Furcht Yitzchaks war bei mir“: Denn er besaß beide Ebenen, die Ebene Avrahams, wie oben [erläutert], und konnte auch die Furcht Yitzchaks nach unten herabziehen.
Weil er beide vereinte, konnte Yaakov sogar die Furcht Yitzchaks nach unten herabziehen, was Avraham allein nicht vermochte.
Yitzchaks Ebene konnte nur oberhalb der Welten, bei der Bindung, in Erscheinung treten. Yaakov, der Avraham und Yitzchak vereint, vermag sogar diese Ebene nach unten zu bringen.
Yaakov als die Schönheit (Tiferes), die mittlere Linie zwischen Avraham, der Güte (Chesed), und Yitzchak, der Selbstbegrenzung (Gevurah), ist ein grundlegender kabbalistischer Gedanke. Die Zohar-Passagen in den Kehot-Anmerkungen bezeichnen ihn als den Vorzüglichsten unter den Erzvätern und als den mittleren Balken.
Marei Mekomos
- 1ויעקוד אותו על המזבח · Genesis 22:9
- 2ופחד יצחק הי׳ לי · Genesis 31:42
- 3יעקב הי׳ בחור שבאבות · Bereshit Rabbah 76:1
- 4יעקב היה בחור שבאבות · Zohar, Vayetzei 38:347–359
- 5יעקב היה בחור שבאבות · Sefer Etz Chaim 38:2
- 6מבריח מן הקצה · Zohar III, 186a
- 7מבריח מן הקצה · Exodus 26:28
7והנה לע״ל [לעתיד לבוא] כתיב כי אתה אבינו1 פי׳ כי עתה א״א שבחי׳ פחד יצחק יהי׳ [יהיה] בבחי׳ אבינו שהיא המשכה למטה וכנ״ל.
Über die künftige Zeit heißt es nun: „Denn Du bist unser Vater.“ Gemeint ist: „Denn jetzt“ ist es unmöglich, dass die Ebene der Furcht Yitzchaks die Ebene „unser Vater“ sein kann, die eine Herableitung nach unten bedeutet, wie oben [erklärt].
Der Maamar liest „Du“ (atah) in „Denn Du bist unser Vater“ so, als stünde dort „denn jetzt“ (atah): Jetzt kann die Furcht Yitzchaks nicht zur Ebene „unser Vater“ werden, einer Ebene, die zu uns herabströmt, da die Schöpfung sie nicht ertragen kann, wie erklärt.
אבל לע״ל [לעתיד לבוא] כשיהיה בלע המות לנצח2 ואת רוח הטומאה אעביר3 כו׳ אז יתגלה בחי׳ פחד יצחק למטה שיהי׳ [שיהיה] הוא בחי׳ אבינו
Aber in der künftigen Zeit, wenn „Er den Tod für immer verschlingen wird“ und „Ich werde den Geist der Unreinheit beseitigen“ usw., wird die Ebene der Furcht Yitzchaks unten offenbart werden, sodass sie die Ebene „unser Vater“ sein wird,
In der künftigen Zeit, wenn der Tod verschlungen und der Geist der Unreinheit beseitigt sein wird, werden die Hindernisse verschwunden sein, und die Ehrfurcht auf Yitzchaks Ebene wird unten offenbart werden und zu „unser Vater“ werden.
wie es heißt: „in die Felsspalten und in die Klüfte der Felsen zu gehen, vor der Furcht vor Havayah“; das bedeutet, dass die Ebene der Furcht und Selbstaufhebung (Bittul) unten offenbart wird, „und alles Fleisch wird sehen“.
Jesaja sagt voraus, dass die Menschen an dem Tag, an dem G‑tt sich erhebt, vor dem Schrecken vor Havayah in die Felsspalten fliehen werden. Der Maamar versteht diese „Furcht“ als die Ehrfurcht und Selbstaufhebung auf Yitzchaks Ebene, die dann in dieser Welt offen zutage treten werden, sodass „alles Fleisch sehen wird“.
Was Avraham jetzt nicht bewirken kann – die Furcht Yitzchaks herabzubringen –, wird in der künftigen Zeit geschehen; deshalb wird Yitzchak dann „unser Vater“ genannt werden.
Marei Mekomos
- 1כי אתה אבינו · Isaiah 63:16
- 2בלע המות לנצח · Isaiah 25:8
- 3ואת רוח הטומאה אעביר · Zechariah 13:2
- 4לבא בנקרת הצורים · Isaiah 2:21
- 5וראו כל בשר · Isaiah 40:5
Yitzchak, aus Avraham geboren ¶8–10
8וזהו אלה תולדות יצחק בן אברהם. אברהם הוליד את יצחק.1 ב״פ [ב׳ פעמים] אברהם וב״פ [וב׳ פעמים] יצחק. כנודע ממשל גשמי שהזכר יוכל להזריע בלא נקבה משא״כ הנוקבא כו׳.
Und dies ist [die Bedeutung von] „Dies sind die Nachkommen Yitzchaks, des Sohnes Avrahams; Avraham zeugte Yitzchak“: zweimal Avraham und zweimal Yitzchak. Wie aus einer körperlichen Analogie bekannt ist, kann das Männliche Samen abgeben, ohne dass das Weibliche beteiligt ist, während dies beim Weiblichen nicht so ist usw.
Der einleitende Vers nennt Avraham zweimal und Yitzchak zweimal. Der Maamar erklärt dies anhand einer Analogie aus der körperlichen Fortpflanzung: Das Männliche kann Samen abgeben, ohne dass das Weibliche beteiligt ist, das Weibliche jedoch kann nicht aus eigener Kraft den Anfang machen.
והגם שאמרו אשה מזרעת תחלה2 כו׳ היינו ג״כ ע״י התעוררות הדכר תוכל הנוקבא להזריע תחלה כו׳.
Und obwohl [die Weisen] sagten: „[Wenn] die Frau zuerst Samen abgibt“ usw., bedeutet auch dies, dass die Frau durch die Erweckung des Männlichen zuerst Samen abgeben kann usw.
Die Weisen sagen, dass das Kind männlich ist, wenn die Frau zuerst Samen abgibt; dennoch geschieht dies nur durch die Erweckung des Mannes. Die Analogie bereitet den Gedanken vor, dass der Aufstieg von unten (Yitzchak) von einer Erweckung von oben (Avraham) abhängt.
Die verdoppelten Namen im Vers werden anhand einer Analogie aus der Empfängnis erklärt: Die empfangende Seite kann nur wirken, wenn sie durch die gebende Seite erweckt wird.
In der Kabbalah bezeichnen „weiblich“ und „männlich“ Rollen des Empfangens und Gebens, keine Aussage über Menschen; die „weiblichen Wasser“ (Mayin Nukvin, wörtlich: weibliche Wasser), der Aufstieg von unten, werden nur durch eine Erweckung von oben erhoben.
Marei Mekomos
- 1אלה תולדות יצחק בן אברהם. אברהם הוליד את יצחק · Genesis 25:19
- 2אשה מזרעת תחלה · Berakhot 60a:14
9וגם אח״כ עיקר ההולדה מטפת הדכר שממנו הלובן והוא המברר הולד להיות הפסולת יוצא לחוץ. ומהבירור נעשה הולד כו׳.
Und auch danach stammt der wesentliche Teil der Zeugung aus dem Tropfen des Männlichen, aus dem das Weiße [Materie] hervorgeht; dieser verfeinert die Nachkommenschaft, sodass das Abfallprodukt nach außen ausgeschieden wird. Und aus dieser Verfeinerung entsteht die Nachkommenschaft usw.
Die Analogie wird fortgeführt: Die Entstehung des Kindes geht hauptsächlich vom männlichen Tropfen aus, der die Quelle des „Weißen“ ist und verfeinert sowie ausscheidet, sodass das Abfallprodukt ausgestoßen wird und das Kind entsteht.
כמו״כ [כמו כן] למעלה שיתהווה בחי׳ יצחק ממטלמ״ע [ממטה למעלה] שבאמת אין ערוך אליו כלל הוא בא ע״י בן אברהם פי׳ ע״י ההארה הבאה מלמעלה למטה שיתהווה בכ״א [בכל אחד / בכל אחת] בחי׳ יצחק העלאת מ״ן [מיין נוקבין] ממטה למעלה.
So ist es auch oben: Dass die Ebene Yitzchak von unten nach oben ins Dasein tritt, obwohl sie in Wahrheit überhaupt keinen Vergleich zu Ihm hat, geschieht durch den „Sohn Avrahams“, das heißt durch das Licht, das von oben nach unten kommt, damit in jedem Einzelnen die Ebene Yitzchak ins Dasein tritt: die Erhebung von Mayin Nukvin (den weiblichen Wassern) von unten nach oben.
So ist es auch oben: Yitzchaks Aufstieg von unten hat überhaupt keinen Vergleich zu G‑tt und könnte Ihn aus eigener Kraft niemals erreichen. Er geschieht durch den „Sohn Avrahams“: das von oben herabgezogene Licht, das in jedem Menschen den Aufstieg erweckt, der als Erhebung der weiblichen Wasser (Mayin Nukvin) bezeichnet wird.
Die Analogie wird angewandt: Der Aufstieg des Menschen (Yitzchak) wird durch das Licht von oben (Avraham) ermöglicht und verfeinert.
Mayin Nukvin, die „weiblichen Wasser“, ist der kabbalistische Begriff für die Erweckung von unten, die aufsteigt, um einen Fluss von oben hervorzurufen; hier wird sie selbst durch eine vorhergehende Erweckung von oben hervorgebracht.
10וזהו תולדות יצחק הוא בן אברהם כו׳. ואח״כ אברהם הוליד את יצחק.1 פי׳ שיהי׳ [שיהיה] בחי׳ יצחק בבחי׳ הולדה
Und dies ist [die Bedeutung davon], dass es heißt: „Die Nachkommen Yitzchaks“: Yitzchak ist „der Sohn Avrahams“ usw. Und danach: „Avraham zeugte Yitzchak“: Das bedeutet, dass die Ebene Yitzchaks auf der Ebene einer Geburt stehen soll,
Darum nennt der Vers Yitzchak „den Sohn Avrahams“ und wiederholt danach, dass „Avraham Yitzchak zeugte“: Yitzchaks Aufstieg muss „geboren“, also ins tatsächliche Dasein hervorgebracht werden.
כי באמת אין ערוך נברא לבורא ושיהי׳ [ושיהיה] ההעלאה בחי׳ בטול לאלקות בתכלית א״א כ״א ע״י אברהם שהוא בחי׳ אב״ר מ״ה [שם מ״ה] בחכמה אתברירו
denn in Wahrheit gibt es kein Verhältnis [zwischen] einem Geschöpf und dem Schöpfer, und dass die Erhebung eine Ebene völliger Selbstaufhebung gegenüber der G‑ttlichkeit sei, ist unmöglich außer durch Avraham, der die Ebene von „Ever Mah“ (das Glied von Mah) ist – „durch die Weisheit (Chochmah) werden sie geläutert“ –
Ein Geschöpf steht in keinem Verhältnis zu seinem Schöpfer. Eine vollständige Selbstaufhebung vor G‑tt kann daher nur durch Avraham zustande kommen. Die Buchstaben seines Namens ergeben „Ever Mah“, das „Glied von Mah“ (Mah, מ״ה, 45, die Zahl des Namens Havayah, wenn er mit Alefs ausgeschrieben wird); dieser Name ist mit Chochmah verbunden, und durch Chochmah wird alles geläutert.
שהוא המברר להוליד בחי׳ יצחק להיות נתפס בחי׳ גילוי אלקות והפסולת יוצא לחוץ ע״י טפת דכר שממנו יוצא לובן העליון כנ״ל בחי׳ אברהם כו׳ וד״ל [ודי למבין]:
die läutert, um die Ebene Yitzchaks hervorzubringen, sodass eine Ebene der Offenbarung der G‑ttlichkeit erfasst werden kann und der Abfall ausgeschieden wird – durch den Tropfen des Männlichen, aus dem das obere Weiß hervorgeht, wie [oben erklärt]: die Ebene Avrahams usw. Und dies genügt dem, der versteht.
Avrahams Chochmah läutert und bringt Yitzchaks Aufstieg hervor, sodass ein Mensch eine Offenbarung der G‑ttlichkeit erfassen kann, während der Abfall ausgeschieden wird – wie im Gleichnis vom männlichen Tropfen. Der Maamar schließt mit dem Hinweis, dass die Sache demjenigen genügt, der versteht.
Der Maamar schließt mit einer vollständigen Erklärung des Verses: Yitzchaks Aufstieg wird von Avraham „geboren“, denn nur das Licht und die Chochmah, die von oben herabgezogen werden, können einen Menschen läutern, sodass er zu wahrer Selbstaufhebung gelangt.
„Durch Chochmah werden sie geläutert“ ist ein kabbalistisches Prinzip für die Absonderung des Guten vom Abfall. Die Deutung Avrahams als „Ever Mah“ verbindet ihn mit Chochmah, die Koach Mah („Kraft des Was“) genannt wird – mit der Ebene der Selbstaufhebung (Bittul).
Marei Mekomos
- 1תולדות יצחק הוא בן אברהם כו׳. ואח״כ אברהם הוליד את יצחק · Genesis 25:19
Den Maamar abgeschlossen?
Markieren Sie ihn als gelernt; er zählt zum Siyum dieser Woche und des Jahres.
In der eigenen Avodah
Die Betrachtung der Einheit G‑ttes soll die Sehnsucht wecken, zu Ihm aufzusteigen; doch ein Jude muss dann zurückkehren und G‑ttlichkeit in die Welt bringen, wie Avraham es durch Güte tat. Seine eigene Aufgabe besteht darin, das „Etwas“ des eigenen Selbst und der Welt vor G‑tt in „Nichts“ zu verwandeln, was zu wahrer Freude wird.
Fragen zum Gespräch
- Warum muss auf das Aufwärtsstreben von Ratzo Shov folgen, und wie beantwortet dies die Frage, wie Liebe geboten werden kann?
- Was lehren Avrahams Gastfreundschaft und Yitzchaks Brunnen jeweils darüber, wie G‑ttlichkeit offenbart wird?
- Warum ist die Herabziehung von oben begrenzt, während der Aufstieg von unten unbegrenzt ist?
- Warum konnte Yaakov, nicht aber Avraham, die Furcht Yitzchaks nach unten herabziehen?
- Inwiefern ist der Aufstieg von unten aus Avraham „geboren“?